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Das war der Tag in der Ukraine: Poroschenko glaubt an Rückkehr der Krim

Die ukrainische Armee soll den prorussischen Kräften in der Stadt Krasnyj Liman ein Ultimatum gestellt haben: Aufgeben, oder Zivilisten werden erschossen. Die Ereignisse im stern.de-Newsticker.

+++ 21:21 Uhr: Poroschenko glaubt an Rückkehr der Krim +++

Der neu gewählte ukrainische Präsident Poroschenko hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die von Russland annektierte Krim wieder mit der Ukraine vereint wird. "Ich bin überzeugt, die Krim erlangt wieder ihre Freiheit und wird ukrainisch", sagte er in Warschau auf seiner ersten Auslandsreise nach der Präsidentenwahl. Er bekräftigte den Willen der Ukraine, sich Europa und seinen Werten anzuschließen.

+++ 17.16 Uhr: Gauck reist zu Amtseinführung von Poroschenko +++

Bundespräsident Joachim Gauck reist am Samstag zur Amtseinführung des neuen ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko nach Kiew. Das Bundespräsidialamt bestätigt einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Gauck habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgesprochen, dass er die Vertretung Deutschlands bei der Zeremonie übernehmen werde, sagt eine Sprecherin. Nach Angaben des ukrainischen Außenamtssprechers würden rund 20 Staats- und Regierungschefs anreisen. Wladimir Putin wurde nicht eingeladen.

+++ 15.20 Uhr: Armee droht angeblich, Zivilisten zu erschießen +++

Russische Medien und Twitter-Nutzer berichten, dass die ukrainische Armee den Separatisten in der Stadt Krasnyj Liman ein Ultimatum gestellt hat. Sollten sich die prorussischen Kräfte bis 18 Uhr nicht ergeben, werde man anfangen, gezielt Zivilisten zu erschießen, heißt es. Dieser Twitter-Nutzer schreibt: "Zur Zeit befinden sich hier an die 100 Menschen. Die Nationalgarde stellte das Ultimatum, sich bis 18 Uhr zu ergeben." Krasnyj Liman zählt etwa 20.000 Einwohner.

+++ 14.55 Uhr: Angeblich neues Ultimatum an Separatisten +++

Auf Twitter sind Fotos eines Flugblattes aufgetaucht, das angeblich von der ukrainischen Armee über Swjatogorsk, einer kleinen Stadt in der Nähe von Slawjansk, abgeworfen wurde. Auf dem Papier heißt es: "An Mitglieder der illegalen bewaffneten Kräfte. Allen, die mit Waffengewalt gegen das eigene Volk vorgehen, bleibt eine letzte Möglichkeit zu überleben. Allen, die ihre Waffen freiwillig niederlegen, wird das Leben und ein faires Rechtsverfahren garantiert. Anderenfalls - werdet ihr alle vernichtet werden! Es wird keine weiteren Warnungen geben!" Weiter heißt es, dass das Papier als Passierschein für eine Kapitulation in die Gefangenschaft dient.

+++ 14.40 Uhr: Tausende Ukrainer flüchten nach Russland +++

Aus Angst vor den Gefechten in der Ostukraine suchen nach Angaben Moskaus tausende Menschen Zuflucht in Russland. Etwa 4000 Menschen hätten sich an die Behörden gewandt, um als Flüchtlinge anerkannt zu werden oder vorübergehendes Asyl zu beantragen, sagt der Leiter der russischen Einwanderungsbehörde, Konstantin Romodanowski. Wieviele Anträge anerkannt wurden, lässt er offen.

Besonders angespannt sei die Lage wegen des Flüchtlingsstroms aus der Ukraine in den russischen Grenzgebieten, erklärt Romodanowski. Bereits im April hatten die russischen Behörden mitgeteilt, dass die meisten Asylanträge inzwischen von Bürgern aus dem Nachbarland gestellt würden.

+++ 14.35 Uhr: Neue Todesopfer +++

In der Ostukraine sind bei neuen Gefechten mit prorussischen Separatisten nach Regierungsangaben mindestens acht Soldaten verletzt worden. Die Männer hätten Schusswunden erlitten, als Aufständische in der Großstadt Lugansk die Zentrale des Grenzschutzes attackierten, sagt ein Armeesprecher. Zudem seien bei Kämpfen nahe der Separatisten-Hochburg Slawjansk ein Soldat getötet und 13 Sicherheitskräfte verletzt worden.

Auch die Aufständischen sprechen von Verlusten. Bei Lugansk seien fünf Männer getötet worden, sagt ein Separatistenführer. In Slawjansk spricht Aktivistenchef Wjatscheslaw Ponomarjow von mindestens einem Toten und mehreren Verletzten. Wegen des seit Tagen andauernden Beschusses durch Regierungseinheiten hätten mittlerweile 40 Prozent der insgesamt etwa 110 000 Einwohner die Stadt verlassen.

+++ 14.25 Uhr: Zweier-Treffen von Merkel und Putin +++

Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin werden am Freitag zu einem Gespräch zusammentreffen. Im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in Frankreich sei ein Treffen der beiden geplant, teilt ein Kreml-Sprecher mit.

+++ 14 Uhr: Friedensforscher mahnen zum Dialog +++

Dialogbereitschaft des Westens statt Konfrontation ist nach Ansicht von deutschen Friedensforschern der einzige Weg hin zu einer Lösung der Ukraine-Krise. Bei der Vorstellung des Friedensgutachtens 2014 von fünf Forschungsinstituten geben die Herausgeber der Nato und der Europäischen Union eine Mitverantwortung für den Konflikt. "Dass die NATO 2008 Georgien und der Ukraine einen Beitritt in Aussicht stellte, hat das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen beschädigt", sagt Mitherausgeberin Ines-Jacqueline Werkner. "Auch den Dialog mit Russland über die Raketenabwehr auszusetzen, setzte ein falsches Signal." Ein folgenreicher Fehler sei ebenfalls das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, welches das Land vor die Entscheidung gestellt habe, sich entweder der EU anzunähern oder Partner Russlands zu bleiben.

+++ 13.15 Uhr: Obama verlangt mehr Rüstungsausgaben von Europa +++

Angesichts der eskalierten Ukraine-Krise pocht Barack Obama auf höhere Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner. Viele europäische Regierungen hätten ihre Wehretats über die Jahre zurückgefahren, kritisiert er. "Das muss sich ändern." Jeder der 28 Nato-Mitgliedstaaten müsse in puncto Verteidigung seinen "fairen Anteil" leisten.

+++ 12.45 Uhr: USA planen stärkere Truppenpräsenz in Europa +++

Angesichts der Krise zwischen dem Westen und Russland will US-Präsident Barack Obama einen eine Milliarde Dollar (735 Millionen Euro) schweren US-Sicherheitsplan für Osteuropa auflegen. Mit der "Initiative zur Rückversicherung Europas" sollen zusätzliche US-Boden-, Luft- sowie Marinestreitkräfte für die "neuen Alliierten" in Osteuropa finanziert werden, erklärt Obama. Auch die Fähigkeiten von Nicht-Nato-Mitgliedern wie der Ukraine, Georgiens und Moldaus zur Zusammenarbeit mit den USA und der Nato sowie zum Ausbau ihrer Verteidigungskräfte sollen gefördert werden.

+++ 12 Uhr: Prorussischer Journalist verschwunden +++

In der Ostukraine wird ein prorussischer Journalist nach Angaben seiner Mutter seit mehr als drei Wochen vom ukrainischen Militär festgehalten. Der 36-jährige Artem Larjonow sei für Videoaufnahmen in der Stadt Slawjansk gewesen, sagt seine Mutter Taissija Larjonowa. Auf dem Rückweg nach Donezk sei er bei Kramatorsk von Soldaten der ukrainischen Nationalgarde festgenommen worden. Seitdem habe die Familie nichts mehr von ihm gehört.

+++ 11.35 Uhr: Separatisten berichten von neuen Luftangriffen +++

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine berichten von neuen schweren Luftangriffen der ukrainischen Streitkräfte mit Kampfflugzeugen und Hubschraubern. Das Dorf Semjonowka nahe der Großstadt Slawjansk sei unter Beschuss genommen worden, teilt der Anführer der Aufständischen, Wjatscheslaw Ponomarjow mit. Es soll mehrere Tote und Verletzte geben.

Die Kämpfer hätten einen Suchoi-Kampfjet vom Typ Su-25 sowie einen Hubschrauber abgeschossen, sagt Ponomarjow. Auf Slawjansk bewege sich eine ukrainische Panzerkolonne zu.

Amateuraufnahmen halten die Luftangriffe auf Lugansk fest. Auch Tote und Verletzte sind zu sehen.

+++ 11.20 Uhr: Erneut heftige Gefechte +++

Nach Angaben der Führung in Kiew verstärkt die ukrainische Armee ihren Einsatz gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes. Nahe der Stadt Sewerodonezk bei Lugansk seien "mehrere" Separatisten getötet worden, sagt Übergangspräsident Alexander Turtschinow vor dem Parlament. In Lugansk selbst, wo die Streitkräfte am Montag laut Turtschinow einen Luftangriff flogen und Straßensperren der Separatisten zerstörten, ist die Lage nach Angaben der ukrainischen Grenztruppen zunächst ruhig.

Am Montag hatten etwa 500 prorussische Kämpfer in einer der bislang größten Offensiven der Separatisten ein Lager ukrainischer Grenzsoldaten am südlichen Stadtrand von Lugansk angegriffen. Dabei wurden nach Regierungsangaben mindestens fünf Aufständische getötet und acht Soldaten verletzt. Die Gefechte, bei denen Scharfschützen, Mörser und Granatwerfer zum Einsatz kamen, dauerten den ganzen Tag.

+++ 11 Uhr: Obama beginnt Europareise +++

Bei einem Besuch in Polen bekräftigt US-Präsident Barack Obama seine Unterstützung für die osteuropäischen Länder in der Ukraine-Krise. Die Verpflichtung für die Sicherheit Polens und der anderen US-Verbündeten in Ost- und Zentraleuropa sei "ein Eckpfeiler unserer eigenen Sicherheit" und "unantastbar", sagt Obama in der Hauptstadt Warschau. Polen ist die erste Station seiner Europareise, bei der die Krise in der Ukraine und die angespannten Beziehungen zu Russland im Mittelpunkt stehen.

+++ 7.45 Uhr: Rasmussen fordert größere Verteidigungsausgaben +++

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert die Mitgliedstaaten der Militärallianz auf, angesichts einer "neuen Sicherheitslage in Europa" infolge der Ukraine-Krise ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. "Wir brauchen die richtigen Fähigkeiten, um eine glaubwürdige Verteidigung beibehalten zu können", sagt Rasmussen vor dem Treffen der 28 Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. In den vergangenen fünf Jahren habe Russland seine Investitionen im Verteidigungssektor um jährlich rund zehn Prozent erhöht, während einige europäische Nato-Länder ihre Ausgaben um bis zu 40 Prozent gekürzt hätten.

kis/ivi/AFP/DPA/Reiters / DPA