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Islamistischer Terror: Festnahmen in Griechenland und Belgien könnten doch zusammenhängen

Die Hintergründe des verhinderten Terroranschlags gegen die belgische Polizei bleiben unklar. Fahnder suchen einen früheren Syrien-Kämpfer. Die Ereignisse des Tages in der stern-Chronik.

In Belgien herrscht Alarmzustand, seitdem die Behörden nach eigenen Angaben einen größeren Anschlag von Islamisten offensichtlich in letzter Minute vereitelten

In Belgien herrscht Alarmzustand, seitdem die Behörden nach eigenen Angaben einen größeren Anschlag von Islamisten offensichtlich in letzter Minute vereitelten

Die belgischen Behörden suchen mit Hochdruck nach möglichen Hintermännern des vereitelten Terroranschlags gegen Polizisten. Anders als zunächst vermutet könnten die jüngsten Festnahmen in Griechenland nach Angaben der Ermittler doch in Zusammenhang mit den Anschlagsplänen im ostbelgischen Vervier stehen. Dies habe eine gründliche Prüfung aller Indizien ergeben, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Sonntag laut Nachrichtenagentur Belga. Es werde erwogen, in Athen die Auslieferung eines der beiden Festgenommenen zu beantragen.

Am Samstagabend hatte es seitens der belgischen Ermittler zunächst geheißen, beide Fälle hätten nichts miteinander zu tun.

Lesen Sie die Ereignisse des Tages in der stern-Chronik.

+++ 20.23 Uhr: Belgien will Auslieferung von in Athen gefasstem Verdächtigen +++

Behörden wollen die Auslieferung eines der vier in Griechenland festgenommenen Verdächtigen veranlassen, da einer der in Athen gefassten Männer "eine Verbindung" zu der belgischen Islamistenzelle haben könnte, sagt der Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft, Thierry Werts, dem Sender RTL. Es gebe "ausreichende Elemente, um seine Auslieferung zu fordern". Auf Nachfrage des belgischen Senders RTBF will Werts nichts zur Identität und zur möglichen Rolle des Verdächtigen in der Islamistenzelle sagen.

+++ 20.14 Uhr: Festnahmen in Griechenland und Belgien könnten doch zusammenhängen +++

Die jüngsten Festnahmen in Griechenland könnten nach Angaben der belgischen Ermittler doch in Zusammenhang mit den vereitelten Anschlagsplänen der mutmaßlichen Terrorzelle im ostbelgischen Vervier stehen. Dies habe eine gründliche Prüfung aller Indizien ergeben, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga. Es werde deshalb erwogen, in Athen die Auslieferung eines der beiden Festgenommenen zu beantragen. Gestern hatte es seitens der belgischen Ermittler zunächst geheißen, beide Fälle hätten nichts miteinander zu tun.

+++ 19.32 Uhr: Tausende demonstrieren in Pakistan gegen Mohammed-Karikaturen +++

Tausende Demonstranten gehen in Pakistan aus Protest gegen die neue Mohammed-Karikatur von "Charlie Hebdo" auf die Straße. Es gibt unter anderem Kundgebungen in Karachi, Lahore, Multan und Peshawar. Nach Polizeiangaben verlaufen die Märsche friedlich.

In Lahore ruft der fundamentalistische Kleriker Hafiz Mohammed Saeed dazu auf, französische Produkte zu boykottieren und die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich zu kappen. Einzelne Demonstranten verbrennen die französische Fahne und fordern, das Satiremagazin zu verbieten.

+++ 18.47 Uhr: Jarvis hält Angriff auf "Charlie Hebdo" für Gefahr für Redefreiheit +++

Der US-Medienfachmann Jeff Jarvis sieht nach dem Angriff auf "Charlie Hebdo" die Redefreiheit in Gefahr. Er hoffe, dass sich Journalisten jetzt nicht zurückzögen und weiter den Mut hätten, für die freie Meinungsäußerung einzustehen, sagt Jarvis auf der Internetkonferenz DLD. Er kritisiert erneut etwa die "New York Times", die anders als viele europäische Zeitungen keine der umstrittenen Karikaturen von "Charlie Hebdo" gedruckt hatte.

+++ 17.50 Uhr: "Charlie Hebdo"-Chefredakteur kritisiert westliche Medien +++

Der Chefredakteur des französischen Satire-Magazins "Charlie Hebdo", Gérard Biard, kritisiert westliche Medien, die das Titelblatt der jüngsten Ausgabe nicht veröffentlicht haben. Wenn Zeitungen in totalitären Staaten so handelten, sei es ihnen nicht zu verübeln, da ihren Mitarbeitern andernfalls Gefängnis oder gar Tod drohe, sagt Biard in einem Interview des US-Senders NBC News. Mit Medien in Demokratien verhalte sich das anders.

"Diese Karikatur ist nicht einfach eine kleine Figur, ein kleiner Mohammed, der von Künstlern gezeichnet wurde", betont Biard. "Es ist ein Symbol, ein Symbol für die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit, für Demokratie und Säkularismus... Es ist dieses Symbol, dessen Veröffentlichung sie verweigern." NBC News gehört zu den Medien, die sich dafür entschieden haben, das Titelblatt nicht zu zeigen, ebenso wie viele andere US-Medien.

+++ 16.45 Uhr: Organsation der islamischen Konferenz ruft Muslime zu Ruhe auf +++

Die Organisation der Islamischen Konferenz ruft Muslime weltweit zur Zurückhaltung auf. Der Menschenrechtsausschuss der Organisation, der 57 muslimische Staaten angehören, beschuldigt "Charlie Hebdo" zugleich, mit der Veröffentlichung die "am meisten verehrte Persönlichkeit" des Islam lächerlich gemacht und "Hass" geschürt zu haben.

Pakistanische Demonstranten verbrennen eine Puppe, die die Karikaturisten von "Charlie Hebdo" darstellen soll

Pakistanische Demonstranten verbrennen eine Puppe, die die Karikaturisten von "Charlie Hebdo" darstellen soll

+++ 15.34 Uhr: Tausende protestieren in Pakistan gegen "Charlie Hebdo" +++

Gegen die erneute Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" gibt es auch in Pakistan heftige Proteste. Nach Aufrufen islamischer und weltlicher Parteien versammeln sich allein in der Stadt Lahore 6000 Menschen, in Karachi kommen mehr als 2000 Demonstranten zusammen. Sprecher auf der Kundgebung in Lahore fordern den Abbruch der Beziehungen zu Frankreich. "Wir sind nicht Charlie, wir sind Kouachi", rufen Demonstranten in der Stadt Multan.

In Karachi zieht eine Delegation der islamisch-nationalistischen Partei Tehreek-e-Insaf vor das französische Generalkonsulat und fordert ein Verbot von "Charlie Hebdo". In Islamabad verbrennen rund 200 Menschen vor dem nationalen Presseclub Puppen, die Karikaturisten der Satire-Zeitung darstellen.

+++ 15.23 Uhr: Sieben arabische Israelis unter Terrorverdacht +++

Ein israelisches Gericht in Haifa erhebt Anklage gegen sieben arabische Israelis wegen Zugehörigkeit zum Islamischen Staat erhoben. Sie werden nach Angaben des israelischen Inlandsgeheimdiensts Schin Beth des Versuchs beschuldigt, in Israel eine IS-Zelle zu bilden. Außerdem werde ihnen die Unterstützung einer terroristischen Gruppe und eines ausländischen Agenten zur Last gelegt.

Die Festnahme der sieben Verdächtigen im Alter zwischen 22 und 30 Jahren erfolgte den Angaben zufolge im November und Dezember. Leiter der Gruppe war demnach ein 40-jähriger Anwalt aus Nazareth. Er habe sich den anderen als "IS-Chefkommandeur in Palästina" vorgestellt und dazu ermutigt, bewaffnet gegen Juden vorzugehen. Ein Mitglied der Gruppe habe Pläne für die Tötung israelischer Sicherheitskräfte gestanden. Die mehr als 1,4 Millionen arabischen Israelis machen etwa ein Fünftel von Israels Bevölkerung aus.

+++ 15.20 Uhr: 43.000 Menschen in Islamisten-Szene +++

Insgesamt rechnet der Verfassungschutz mehr als 43.000 Menschen zur islamistischen Szene. Zum islamistisch-terroristischen Spektrum werden etwa 1000 gezählt, darunter etwa 260, denen als "Gefährdern" auch Anschläge zugetraut werden.

+++ 14.35 Uhr: Ghani nennt "Hebdo"-Titelbild eine "Schande" +++

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani bezeichnet die Karikaturen als eine große Beleidigung für den Islam und die Muslime. Er nennt das neue "Hebdo"-Titelbild eine "Schande" und die Veröffentlichung einen "völlig unverantwortlichen Akt". "Jahrelang hat Afghanistan unter Krieg und Gewalt gelitten. Deshalb spürt dieses Land besser als andere die Notwendigkeit des friedlichen Zusammenleben", heißt es in einer Mitteilung des Präsidialamtes.

+++ 14.07 Uhr: Azhar-Universität verurteilt "Ignoranz" des Westens +++

Islamische Gelehrte der Azhar-Universität in Kairo rufen Muslime in aller Welt erneut dazu auf, die jüngsten Mohammed-Karikaturen der Zeitschrift "Charlie Hebdo" zu ignorieren. Gläubige sollten sich nicht durch die "Ignoranz" anderer verleiten lassen, heißt es in einer Erklärung. Bereits am vergangenen Mittwoch warnte die von Muslimen in aller Welt respektierte Azhar-Uni vor "Hass" infolge der Zeichnungen.

Dem Westen werfen die Gelehrten hingegen Provokation vor: Meinungsfreiheit bedeute nicht, andere in ihrem Glauben zu beleidigen. "So, wie wir an persönliche Freiheiten glauben, (...) glauben wir auch an gegenseitigen Respekt."

+++ 14.06 Uhr: Großbritannien will jüdische Bürger besser schützen +++

Großbritanniens Innenministerin Theresa May verspricht den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde im Land besseren Schutz vor Terror. "Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um den Antisemitismus auszulöschen", sagt die konservative Politikerin bei einem Gottesdienst in Erinnerung an die Opfer des Terrors von Paris. 

"Ich hätte nie gedacht, dass der Tag kommt, an dem Mitglieder der Jüdischen Gemeinde sich in diesem Land nicht mehr sicher fühlen", sagt May. Großbritannien hatte bereits in der vergangenen Woche Polizeikräfte zum Schutz jüdischer Schulen abgestellt. In Großbritannien leben rund 300.000 Menschen jüdischen Glaubens, exakte Erhebungen existieren jedoch nicht.

+++ 13.35 Uhr: Italien weist mutmaßliche IS-Sympathisanten aus +++

Die italienischen Behörden haben seit Jahresbeginn neun Terrorverdächtige zurück in ihre Heimatländer geschickt. "Seit Ende Dezember haben wir neun Menschen ausgewiesen: Fünf Tunesier, einen Türken, einen Ägypter, einen Marokkaner und einen Pakistaner", sagt Innenminister Angelino Alfano. Zudem seien weit mehr als 100 weitere mutmaßliche IS-Unterstützer in Italien überprüft worden und stünden unter Beobachtung.

Die neun ausgewiesenen Terrorverdächtigen hatten laut Alfano Aufenthaltsgenehmigungen und lebten teils seit vielen Jahren in Italien. Laut Medienberichten waren es junge Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren aus Norditalien. Weitere Ausweisungen von Verdächtigen stünden unmittelbar bevor, sagt der Innenminister. "Wir arbeiten ohne Pause gegen den Terrorismus." Insgesamt sind aus Italien laut Alfano bislang 59 IS-Unterstützer nach Syrien oder in den Irak gereist, um an der Seite der Terrormiliz zu kämpfen. Nur fünf von ihnen haben einen italienischen Pass.

+++ 13.04 Uhr: Drei festgenommene Belgier wieder frei +++

Drei im Zuge der verschärften Terrorfahndung in Belgien festgenommene Männer werden wieder freigelassen. Dies teilen die Behörden mit. Sie waren nach Behördenangaben am späten Freitagabend an zwei verschiedenen Orten in Brüssel festgenommen worden, nachdem sie Polizisten bedroht hatten.

+++ 12.05 Uhr: Mohammed-Karikaturen erschweren Kampf gegen Taliban +++

Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen erschwert den Kampf gegen die Taliban in Pakistan. Dutzende religiöse und politische Gruppen gehen nach den jüngsten Freitagsgebeten auf die Straße, um die Beleidigung des Propheten, die die Karikatur in ihren Augen darstellt, zu verurteilen. Zwei dieser Gruppen - Jamaat-i-Islami und Jamiat Ulema-i-Islam - sind bekannt dafür, dass sie Sympathien für die Taliban hegen. Im Parlament verweigern sie die Zustimmung zu einem Gesetz, das es erlaubt, Extremisten von Militärgerichten aburteilen zu lassen.

Das Massaker von Peshawar, bei dem radikale Talibankämpfer im Dezember mindestens 136 Schulkinder töteten, erschütterte das Land. Alle religiösen Gruppen und sogar Teile der Taliban verurteilten die Bluttat. Das half der Regierung, eine neue Strategie gegen die Gewalttäter zu entwickeln, die darauf abzielte, die Extremisten zu isolieren.

"Der Angriff von Peshawar hat die gesamte religiöse, politische und militärische Führung gegen die Extremisten vereint, die eine Bedrohung für unsere Zukunft sind", sagt der Analyst Hussain Shaheed Soherwardi. Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen aber gibt den radikalen Gruppen nun wieder Aufwind, die ersehnte breite politische Front gegen die Taliban bekommt Risse.

+++ 10.22 Uhr: Knapp drei Viertel für mehr Videoüberwachung +++

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist angesichts der Sorge vor Terroranschlägen für eine Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen. Knapp drei Viertel (72 Prozent) der Bürger sind laut einer von der "Bild am Sonntag" veröffentlichten Emnid-Umfrage dafür, ein gutes Viertel (26 Prozent) dagegen. Besonders Frauen (77 Prozent) und Unionswähler (81 Prozent) sind für mehr Kameraüberwachung.

In der Frage der politisch heftig umstrittenen Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung zeigt sich auch die Bevölkerung gespalten. 48 Prozent der Deutschen sind dafür, 47 Prozent dagegen. Das verstärkte Abhören von Telefonen lehnen 62 Prozent der Befragten ab, 37 Prozent sind für mehr Telefonüberwachung. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Deutschen ist grundsätzlich der Ansicht, dass der Staat seine Bürger ausreichend vor Terrorgefahr schütze. Ein knappes Drittel (32 Prozent) ist nicht dieser Meinung.

+++ 10.09 Uhr: 42 Prozent der Franzosen gegen Publikation von Mohammed-Karikaturen +++

Fast die Hälfte der Franzosen lehnt die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen einer neuen Umfrage zufolge ab. 42 Prozent der Befragten gaben an, die von vielen Muslimen als beleidigend empfundenen Karikaturen des Propheten Mohammed sollten nicht veröffentlicht werden. Laut den von der Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" veröffentlichten Umfrageergebnissen erklärten 57 Prozent der Befragten, der Protest von Muslimen sollte eine Veröffentlichung der Karikaturen nicht verhindern.

Mit 81 Prozent tritt eine große Mehrheit der Befragten dafür ein, dass Doppelstaatsbürgern, die in Frankreich einen Anschlag begangen haben, der französische Pass entzogen werden sollte. 68 Prozent sprechen sich dafür aus, dass für Franzosen, die in von Extremistengruppen kontrollierten Ländern oder Regionen gekämpft haben sollen, ein Wiedereinreiseverbot nach Frankreich verhängt wird. 57 Prozent zeigten überdies Ablehnung gegenüber französischen Militäreinsätzen in Ländern wie Libyen, Syrien oder Jemen.

+++ 9.31 Uhr: Chérif Kouachi bei Paris beigesetzt +++

Der nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" von der Polizei erschossene Attentäter Chérif Kouachi ist in der Nähe von Paris beigesetzt worden. Wie die Stadtverwaltung von Gennevilliers mitteilt, wurde Kouachi am späten Samstagabend unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in dem Ort bestattet, in dem er zuletzt gelebt hatte. Verwandte nahmen demnach nicht an dem Begräbnis teil.

Der Attentäter wurde in einem anonymen Grab beigesetzt, da die Stadtverwaltung befürchtet hatte, sein Grab könne zu einem "Pilgerort" für Islamisten werden. Der Bürgermeister hatte zuvor erklärt, er habe "keine Wahl", als ihn in Gennevilliers bestatten zu lassen. Laut französischem Gesetz können Stadtverwaltungen eine Bestattung nicht verhindern, wenn der Verstorbene zuletzt in dem Ort gelebt hat oder dort gestorben ist.

+++ 9.15 Uhr: Belgische Staatsanwaltschaft sieht keine Verbindung nach Athen +++

Die Festnahmen in Athen stehen nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft in keinem Zusammenhang mit der in Belgien zerschlagenen Dschihadistenzelle. Es gebe keine Verbindung zwischen den Festgenommenen und den Ermittlungen in Belgien, erklärt Justizsprecher Eric Van der Sijpt. Die griechische Anti-Terror-Polizei hatte zuvor erklärt, es werde geprüft, ob zu den Festgenommen auch der mutmaßliche Anführer der Islamistenzelle im belgischen Verviers, der 27-jährige Abdelhamid Abaaoud, zähle.

+++ 7.29 Uhr: Belgische Islamisten wollten jüdische Schulen angereifen +++

Die in Belgien erschossenen mutmaßlichen Islamisten wollten einer Zeitung zufolge auch jüdische Schulen angreifen. Dies sei aus deutschen Sicherheitskreisen verlautet, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Nach dem Einsatz gegen die Islamisten am Donnerstag waren die jüdischen Schulen in Belgien und den Niederlanden am Freitag geschlossen geblieben. Nach offiziellen Angaben hatten die Extremisten Anschläge im großen Stil geplant.

+++ 4.11 Uhr: Mehr Islamisten im Visier der Behörden +++

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen immer stärker gegen Islamisten vor. Derzeit gebe es Verfahren gegen etwa 350 Beschuldigte im Zusammenhang mit der in Syrien und im Irak kämpfenden Extremisten-Miliz Islamischer Staat, sagt Bundesjustizminister Heiko Maas der "Bild am Sonntag.

Die Behörden haben der "Welt am Sonntag" zufolge auch eine wachsende Zahl islamistischer Gruppen und Netzwerke im Visier. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachte seit dem vergangenen Jahr deutschlandweit rund 100 Islamisten-Zellen, berichtet die Zeitung. Es handele sich dabei um Gruppen und Netzwerke von jeweils 10 bis 80 Personen. Es geht dabei unter anderem um Gebetsgruppen, Online-Propagandisten, Spendensammler und heimgekehrte Syrien-Kämpfern. Konkrete Anschlagspläne wurden bei diesen Gruppen bislang offenbar nicht bekannt.

Die beiden am Freitag in Berlin festgenommenen mutmaßlichen Islamisten werden einem Zeitungsbericht zufolge mit Anschlägen in Syrien in Verbindung gebracht. Sie sollen unter anderem an der Finanzierung eines Attentats auf Regierungstruppen beteiligt gewesen sein, wie die "Bild am Sonntag" berichtet.

+++ 1.10 Uhr: Bereits zehn Tote im Niger +++

Bei Protesten gegen die jüngste Mohammed-Karikatur im Satiremagazin "Charlie Hebdo" sind nach offiziellen Angaben im zentralafrikanischen Niger bislang mindestens zehn Menschen gestorben. Fünf kamen am Samstag in der Hauptstadt Niamey ums Leben, vier davon in Kirchen und Bars, wie Präsident Mahamadou Issoufou in einer Rede an die Nation mitteilte. Weitere fünf Menschen seien am Freitag in der südlichen Stadt Zinder getötet worden.

jen/mka/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters