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Die Morgenlage: "Viele Tote, leider": Trump kündigt US-Bürgern harte Wochen in Coronakrise an

Trump bereitet Landsleute auf viele Corona-Tote vor +++ Boris Johnson im Krankenhaus +++ Opferzahl in Italien sinkt zweiten Tag in Folge +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

US-Präsident Donald Trump: "Viele Tote, leider"

US-Präsident Donald Trump: "Viele Tote, leider"

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

in den USA ist der Höhepunkt der Corona-Epidemie wie fast überall auf der Welt noch nicht erreicht. Die Fallzahlen steigen unaufhörlich und es wird mit tausenden weiteren Opfern gerechnet. Präsident Donald Trump schwor deshalb seine Landsleute eindringlich auf die bevorstehenden Wochen ein. Es werde "viele Tote geben, leider", sagte Trump im Weißen Haus. Die kommende und die darauffolgende Woche würden vermutlich die schlimmsten sein. Der oberste Gesundheitsbeamte, Vizeadmiral Jerome Adams, fügte am Sonntag im Sender Fox News hinzu: "Das wird ein Test unserer Widerstandskraft. Das wird die Prüfung unseres Lebens." Laut Johns-Hopkins-Universität sind in den USA mittlerweile 337.620 Menschen erkrankt, knapp 10.000 sind gestorben.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Italien verzeichnet niedrigsten Anstieg der Corona-Todesfälle seit zwei Wochen

Hoffnungsschimmer in Italien, Spanien und Frankreich: Der Anstieg der Corona-Todesfälle in den am schwersten von der Pandemie getroffenen Ländern Europas schwächt sich spürbar ab. Italien meldete am Sonntag die niedrigste Zunahme seit mehr als zwei Wochen. In Spanien ging die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle den dritten Tag in Folge zurück, während Frankreich den niedrigsten Anstieg seit einer Woche registrierte.

In Italien starben 525 Menschen binnen 24 Stunden an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, wie der italienische Zivilschutz mitteilte. Dies war ein Viertel weniger als am Samstag, als noch 681 Patienten der Krankheit erlagen. Zudem war es der geringste Zuwachs seit dem 19. März, als 427 Tote registriert wurden. 

Coronavirus: Johnson im Krankenhaus

Die Einweisung des britischen Premierministers Boris Johnson ins Krankenhaus hat Zweifel an seiner Fähigkeit geweckt, die Amtsgeschäfte trotz Covid-19-Erkrankung fortzuführen. Johnson war am Abend für Tests vorsorglich in ein Londoner Krankenhaus gebracht worden, "da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat", hieß es in der Mitteilung der Regierung. Johnson führe die Regierung weiterhin, sagte ein Sprecher. Dennoch wird damit gerechnet, dass sein Stellvertreter, Außenminister Dominic Raab, für die Leitung einer Sitzung heute einspringt.

Maas und Scholz: Europäische Solidarität über ESM, EIB und "Sure"

Finanzminister Olaf Scholz und Außenminister Heiko Maas (beide SPD) haben sich erneut für gemeinsame europäische Hilfsmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. Als Instrumente zählten sie in einem gemeinsamen Gastbeitrag für mehrere europäische Zeitungen den Eurorettungsschirm ESM, die Europäische Investitionsbank EIB sowie das von der EU-Kommission vorgeschlage Programm "Sure", das ähnlich wie in Deutschland Kurzarbeit in den Mitgliedstaaten finanzieren soll.

Sogenannte Corona-Bonds führten sie hingegen nicht auf, die Bundesregierung lehnt diese bisher ab. Vor allem Italien, Spanien und Frankreich fordern hingegen diese gemeinschaftlichen Anleihen - weil sie dann zu erheblich günstigeren Konditionen frisches Geld von Investoren erhalten können. Die Euro-Finanzminister beraten an diesem Dienstag über mögliche Instrumente.

Queen beschwört in der Corona-Krise britische Selbstdisziplin

Die britische Königin Elizabeth II. hat ihr Volk dazu aufgerufen, der Coronavirus-Pandemie mit charakteristisch britischer Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. "Ich richte mich an Sie in einer Zeit, die, wie ich weiß, zunehmend herausfordernd ist", sagte die Queen in der am Sonntagabend ausgestrahlten Fernsehansprache an die Briten und den Commonwealth. "Eine Zeit der Unterbrechung des Lebens in unserem Land; eine Störung, die manche in Trauer gestürzt hat, für viele finanzielle Schwierigkeiten und für uns alle enorme Veränderungen in unserem täglichen Leben bedeutet."

Das wird heute wichtig:

Corona-Krisenkabinett tagt - Themen wohl Beschaffung und Kredithilfen

Das Corona-Krisenkabinett will heute am Vormittag voraussichtlich über die Probleme bei der Beschaffung von Schutzmaterial gegen das Coronavirus beraten. Zudem könnten weitere Kredithilfen für mittelständische Firmen aufgerufen werden. Im Gespräch ist, Kredite für Mittelständler für eine begrenzte Zeit mit einer 100-prozentigen Staatshaftung abzusichern. Die Höchstgrenze könnte bei 500.000 Euro pro Firma liegen. Der Staat könnte dafür Garantien in einem Volumen von bis zu 300 Milliarden Euro übernehmen.

Österreichische Regierung verkündet Fahrplan für Zeit nach Ostern

Die österreichische Bundesregierung wird heute die Menschen über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus informieren. Es wird erwartet, dass Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und weitere Mitglieder des Kabinetts bei einer Pressekonferenz um 11 Uhr erste Lockerungen der drastischen Anti-Corona-Maßnahmen ab dem 14. April verkünden. Kurz hatte im Verlauf des Wochenendes in mehreren Interviews deutlich gemacht, dass vor allem der Handel schon bald auf Lockerungen hoffen kann. 

New York rückt zusammen: Die Feuerwehr und Krankenwehr applaudieren sich gegenseitig während der Corona-Krise.

Weitere Bundesligisten nehmen Training unter Corona-Auflagen auf

Heute wollen weitere Fußball-Bundesligisten trotz der Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie auf den Trainingsplatz zurückkehren. Unter anderem die Spieler des FC Bayern München sollen auf dem Vereinsgelände in Kleingruppen trainieren und die behördlichen Auflagen dabei einhalten. Dem FC Schalke 04 wurde die Genehmigung erteilt, in Gruppen von bis zu sieben Profis zu trainieren. Ein gewisser Mindestabstand soll dabei aber gewahrt werden. Der Spielbetrieb im deutschen Profifußball ruht aufgrund der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 noch bis mindestens zum 30. April.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag! Bleiben Sie gesund! 

Ihre stern-Redaktion

tis / tim / DPA / AFP