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Die Morgenlage Corona-Lockdown zwingt ein Drittel der Betriebe zu Kurzarbeit

Olaf Scholz
Sehen Sie im Video: Finanzminister Scholz verteidigt am Aschermittwoch Wirtschaftshilfen.




BUNDESFINANZMINISTER OLAF SCHOLZ (SPD): "Nun höre ich ja einige, die sagen, das könnte sich möglicherweise mehr so um eine Steinschleuder handeln. Naja, also aus meiner Sicht ist es so: Wir haben jetzt etwa 110 Milliarden Euro bisher ausgegeben mit Wirtschaftshilfen und Steuerhilfen. Und wenn wir die Steuerstundung und die Dinge, die vorübergehend sind, dazurechnen, sind es 190 Milliarden. Dann kommt noch das mit der Kurzarbeit dazu und vieles, vieles andere. - Ich weiß ja, in Bayern ist vieles größer, aber dass die Steinschleudern ein solches Ausmaß haben, das hätte sicherlich niemand gedacht. Ich jedenfalls finde, das ist eine klare, starke Antwort und sie soll auch weitergegeben werden. Wir werden bis zum Ende der Krise gegenhalten und wir haben entschieden, dass wir mit allen Möglichkeiten, die wir haben, die Unternehmen, die Arbeitsplätze und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger unterstützen. (SCHNITT) Auch hier haben wir ja einige Politiker, die die Pose wichtiger finden als die Tat, die vieles fordern, was niemals kommt, um das dann durch die nächste Forderung zu ersetzen. Aber das ist nicht der ernsthafte Umgang, den wir wirklich brauchen, wenn wir gegen eine so große Herausforderung bestehen wollen. Da braucht man Leadership, da braucht man Führungskraft. Da muss man auch ernsthaft sein. Und zu dieser Ernsthaftigkeit gehört, dass wir immer die Wahrheit sagen und ganz klar formulieren, was die Situation ist. (SCHNITT) Unser Koalitionspartner hat ja eine gute Strategie oder sagen wir mal eine, die er gut findet. Der besteht darin, dass man nicht rechnet."
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Debatte um Astrazeneca-Impfstoff: Immunologe für dritte Nachimpfung +++ Nasa-Rover soll auf dem Mars landen +++ Umstrittener US-Radiomoderator Rush Limbaugh gestorben +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

ob die Reisebranche, Gastronomie oder der klassische Einzelhandel – die Coronakrise stellt auch deutsche Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Der aktuelle Lockdown hat laut einem Zeitungsbericht zu Kurzarbeit in rund einem Drittel der Betriebe geführt, demnach hätten 31 Prozent die staatlichen Lohnzuschüsse beantragt. Derweil sorgt der Astrazeneca-Impfstoff weiter für Gesprächsstoff.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Debatte um Astrazeneca-Impfstoff: Immunologe für dritte Nachimpfung

In der Diskussion um die Wirksamkeit des Astrazeneca-Corona-Impfstoffs schlägt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, eine Nachimpfung mit einem anderen Mittel vor. "Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken", sagte Watzl der "Augsburger Allgemeinen". Spätestens ab dem vierten Quartal stünden mehr Impfdosen zur Verfügung als für eine zweifache Impfung der Gesamtbevölkerung nötig wären, argumentierte der Dortmunder Professor. "Es wäre deshalb kein Problem, eine dritte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nachzuholen." Watzl betonte: "Das Mittel von Astrazeneca ist ein sehr guter Impfstoff, auch wenn die anderen noch ein bisschen besser sind." .

Corona-Lockdown zwingt ein Drittel der Betriebe zu Kurzarbeit

Der aktuelle Corona-Lockdown hat laut einem Zeitungsbericht zu Kurzarbeit in rund einem Drittel der Unternehmen in Deutschland geführt. Im Januar beantragten 31 Prozent der Betriebe die staatlichen Lohnzuschüsse für Kurzarbeit, wie nach Angaben der "Augsburger Allgemeinen" eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts ergab. Im Dezember waren es noch 28 Prozent gewesen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen: In der Gastronomie beschäftigten laut ifo-Institut im Januar 86 Prozent aller Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit, im Einzelhandel und der Automobilindustrie war es die Hälfte. Am höchsten war demnach die Rate der Betriebe mit Kurzarbeit bei Reisebüros und Reisevermittlern mit 90 Prozent. Am besten standen die Branchen der Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer da, die keine derartige staatliche Hilfe in Anspruch nahmen.

Gamestop-Hype: Youtube-Star vor Anhörung verklagt

Die Kurskapriolen bei Aktien des Videospielhändlers Gamestop und anderer US-Unternehmen ziehen weitere Rechtskonflikte nach sich. Mit dem Youtuber "Roaring Kitty" geriet nun eine treibende Kraft der Anleger-Community, die Gamestop-Aktien in die Höhe trieb, ins Visier einer potenziellen Sammelklage. Dem Internetstar wird vorgeworfen, gegen Wertpapiergesetze verstoßen und anderen Investoren enorme Verluste eingehandelt zu haben. Die Marktturbulenzen sollen auch bei einer Anhörung im US-Kongress erörtert werden. Im Januar hatten sich in einem Online-Forum organisierte Hobby-Spekulanten bei Aktien von Gamestop und anderen Firmen wie der Kinokette AMC ein Kräftemessen mit einigen Hedgefonds geliefert, die auf einen Kursverfall der Titel wetteten und hohe Verluste erlitten.

Umstrittener US-Radiomoderator Rush Limbaugh gestorben

Der erzkonservative US-Radiomoderator Rush Limbaugh ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Dies teilte seine Familie im Onlinedienst Facebook mit. Der Verschwörungstheoretiker und große Unterstützer von Ex-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass er an Lungenkrebs erkrankt sei. Er galt in den USA als der einflussreichste Moderator unter konservativ bis rechts ausgerichteten Radiomachern und verfügte über eine große rechte Anhängerschaft. Limbaugh, der auch für rassistische, homophobe und frauenfeindliche Äußerungen bekannt war, hatte vor rund einem Jahr von Trump die Freiheitsmedaille erhalten, die höchste Auszeichnung für US-Bürger.

Was heute wichtig wird:

Nato berät über Zukunft des Bündniseinsatzes in Afghanistan

Die Verteidigungsminister der Nato-Staaten wollen um 14 Uhr über die Zukunft des Bündniseinsatzes in Afghanistan beraten. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angekündigt, dass es dabei unter anderem darum gehen wird, wie man sich auf eine erhöhte Bedrohung der internationalen Truppen einstellt. Dass man derzeit noch nicht über den eigentlich für den 30. April geplanten Abzug der internationalen Kräfte aus Afghanistan reden könne, bedeute eine "veränderte Sicherheitssituation", sagte die CDU-Politikerin gestern. Darauf müsse man sich vorbereiten.

Steinmeier spricht mit Betroffenen über Situation im Gesundheitswesen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier tauscht sich um 11 Uhr mit Menschen in Sachsen aus, die in der Corona-Pandemie besonders gefordert sind. Dazu will er in einer Videokonferenz etwa mit der Pflegedienstleiterin einer Klinik in Werdau sprechen, mit einer Hausärztin aus Pirna, einem Bestatter aus Marienberg und einem Intensivmediziner aus Tschechien, der in Zittau arbeitet. Steinmeier setzt damit seine Reihe von Regionalgesprächen fort – coronabedingt auf digitalem Weg. Im September hatte er Corona-Helfer in Dresden besucht. Ein weiteres Gespräch ist nach Angaben des Bundespräsidialamts Ende des Monats zum Thema Impfen in Bayern geplant.

Italiens Premier Draghi will sich zweiter Vertrauensfrage stellen

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi will mit einem Vertrauensvotum in der Abgeordnetenkammer die letzte Hürde nach seiner Vereidigung nehmen. Ab 9 Uhr soll die Sitzung in der größeren der beiden Parlamentskammern starten, wie es in einer Mitteilung hieß. Nach der Debatte steht am Abend die Vertrauensabstimmung für Draghi und sein Kabinett auf dem Programm. Beobachter gehen davon aus, dass der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank mit einer festen Mehrheit rechnen kann. 

Nasa-Rover "Perseverance" soll auf dem Mars landen

Nach rund sechs Monaten Flugzeit soll der US-Rover "Perseverance" gegen 21.30 Uhr (MEZ) auf dem Mars landen. Der Ende Juli 2020 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartete Roboter der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll mit einem riskanten Manöver in einem bislang noch nie vor Ort untersuchten ausgetrockneten See namens "Jezero Crater" aufsetzen. Der rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teure Rover war rund acht Jahre lang entworfen und gebaut worden und soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen. An Bord hat der rund 1000 Kilogramm schwere Roboter von der Größe eines Kleinwagens unter anderem 7 wissenschaftliche Instrumente, 23 Kameras und einen Laser.

Nach gewaltsamem Tod einer 23-Jährigen wird Urteil verkündet 

Ein 35-Jähriger aus Dessau soll in Hannover eine junge Frau erstochen haben. Von einem "Alptraum" sprach die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer, der Nebenklagevertreter nannte es eine "Horrorsituation". Beide forderten lebenslange Haft wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen, die besondere Schwere der Schuld solle festgestellt werden. Die Verteidigung sprach sich für neun Jahre Gefängnis wegen Totschlags aus. Den Tod der jungen Frau habe der 35-Jährige nicht geplant, sagte ein Verteidiger. Um 11.30 Uhr wird das Urteil am Landgericht Hannover verkündet (Az. 39 Ks 7/20).

Nächste WM-Chance für Biathleten: Lesser und Preuß im Single-Mixed 

Nach Silber im Einzelrennen durch Arnd Peiffer am Mittwoch bietet sich den deutschen Biathleten bei den Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka gleich die nächste Medaillenchance. Ab 15.15 Uhr (ZDF und Eurosport) geht es im Single-Mixed um den Titel. In dem schießlastigen Wettbewerb treten jeweils ein Mann und eine Frau gemeinsam für ihr Land an – für Deutschland treten Erik Lesser und Franziska Preuß an. Im Vorjahr hatte das Duo im italienischen Antholz für den Deutschen Skiverband Silber gewonnen. Als Titelverteidiger im neuesten aller WM-Wettbewerbe bei den Skijägern tritt Norwegen an.

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Ihre stern-Redaktion

les / fs DPA AFP

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