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Dauerregen und Hochwasser: Landkreise lösen Katastrophenalarm aus

Der Dauerregen führt in weiten Teilen Deutschlands zu dramatischen Zuständen. In mehreren Landkreisen herrscht Katastrophenalarm. Inzwischen bereitet sich die Bundeswehr auf einen Hilfseinsatz vor.

Die Hochwasserlage hat sich im Süden und Osten Deutschlands am Sonntag dramatisch zugespitzt. Mehrere Städte und Landkreise in Bayern, Thüringen und Sachsen riefen Katastrophenalarm aus. Die Bundeswehr bereitete sich auf Hilfseinsätze vor. Bundeskanzlerin #link;http://www.stern.de/politik/deutschland/angela-merkel-90250943t.html;Angela Merkel (CDU) sicherte den vom Hochwasser am stärksten betroffenen Ländern die "volle Unterstützung" zu. In Österreich wurde ein Mann von einer Schlammlawine begraben. In Tschechien starb eine Frau, als ihre Datscha wegen des matschigen Untergrunds einstürzte.

Überlaufende Flüsse fluteten viele Straßen in Bayern. Dort gab es Katastrophenalarm in

Passau

, in der Stadt

Rosenheim

sowie in den

Landkreisen Miesbach, Rosenheim und Berchtesgadener Land

. In Sachsen wurde der Alarm im Kreis Leipzig, in den Städten Zwickau und Chemnitz und im Landkreis Mittelsachsen ausgerufen. In Ostthüringen war der Kreis Greiz betroffen.

Pegelstände erreichen Rekordhöhen

Nach tagelangem Dauerregen waren in Passau die Einsatzkräfte zusehends überfordert. Bis zum Abend sollte der Pegelstand der Donau - so die Befürchtung - auf mehr als elf Meter steigen. Das Jahrhunderthochwasser 2002 hatte einen Höchststand von 10,81 Metern. In Berchtesgaden brach die Schleuse eines Bergsees, die Wassermassen ergossen sich unkontrolliert ins dort wenig bevölkerte Tal.

In

Oberbayern

schwoll die Tiroler Achen bedrohlich an. Alle über den Fluss führenden Brücken wurden gesperrt. Die Ortschaften Unterwössen und Schleching waren von der Außenwelt abgeschlossen. Auch die Pegelstände der Mangfall in Rosenheim könnten bald einen neuen Rekord erreichen, befürchtete ein Sprecher der Stadt. Der Damm drohte zu brechen. In Rosenheim wurden erste Stadtteile evakuiert.

Dramatik auch in

Sachsen

und

Thüringen

: In Greiz wurde mit Evakuierungen begonnen. In Chemnitz trat der gleichnamige Fluss über die Ufer. In Zwickau brachten Helfer Menschen eines Ortsteils in Sicherheit. Das Wasser der Mulde war dort nur noch wenige Zentimeter von der Dammkrone entfernt. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte seinen Besuch in der Türkei ab.

Zwei Menschen in Reutlingen vermisst

In Baden-Württemberg trat auch der Neckar bei Tübingen über die Ufer. In Reutlingen wurden am Sonntag zwei Menschen vermisst - sie könnten in die Echaz, einen Neckarzufluss, gefallen sein.

Auch in

Sachsen-Anhalt

blieb die Hochwasserlage kritisch. An mehreren Pegeln an der Saale und der Weißen Elster gilt weiter die höchste Warnstufe 4. "Die Lage sieht vor allem bei Wetterzeube dramatisch aus. Hier droht an der Weißen Elster das höchste Hochwasser seit 1924", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Auf weiten Strecken von Rhein, Main und Neckar wurde die Schifffahrt wegen des Hochwassers gestoppt. Am Mittelrhein wurden weitere Überschwemmungen erwartet. In der Schweizer Rheinmetropole

Basel

forderte der Krisenstab die Bevölkerung auf, sich nicht in die unmittelbare Nähe des Rheinufers zu begeben.

In

Österreich

und der

Schweiz

hielt das Hochwasser ebenfalls Tausende Katastrophenhelfer in Atem. In beiden Alpenländern wurden Straßen und Eisenbahnlinien überflutet oder von Hangrutschen unterbrochen. Besonders stark betroffen war der an Bayern grenzende Innkreis in Österreich. Die Ortschaft Ettenau wurde evakuiert, nachdem die Salzach über die Ufer getreten war. In St. Johann im Pongau (Bundesland Salzburg) wurden drei Arbeiter von einem Murenabgang überrascht. Einer von ihnen wurde mitgerissen und starb.

Frau stirbt bei Hauseinsturz

In Tschechien drohte die Moldau, die Prager Altstadt zu überfluten. Ein Wochenendhaus bei Prag stürzte über dem matschigen Untergrund ein. Die Hausbesitzerin starb, wie die nationale Agentur CTK meldete. An zwei Flüssen in Böhmen wurden drei Wassersportler vermisst. Die Polizei musste die Suche nach ihnen wegen der Wassermassen abbrechen. Straßen und Bahnstrecken im Süden und Westen des Landes wurden überschwemmt und deshalb gesperrt. Die Regierung schickte rund 200 Soldaten zum Hilfseinsatz.

tkr/DPA / DPA