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Kampf gegen den IS: Kurdin reißt Dutzende IS-Kämpfer mit in den Tod

Eine kurdische Selbstmord-Attentäterin soll Dutzende Extremisten getötet haben. Derweil holt die IS-Miliz Verstärkung für den Kampf um Kobane. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

Rauch steigt über der umkämpften syrischen Stadt Kobane auf

Rauch steigt über der umkämpften syrischen Stadt Kobane auf

+++ 18.46 Uhr: Kurdin tötet bei Selbstmord-Anschlag Dutzende Extremisten +++

Eine kurdische Kämpferin soll bei einem Selbstmord-Anschlag nahe der Stadt Kobane Dutzende IS-Extremisten getötet haben. Die Frau sei Mitglied der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gewesen, sagt der YPG-Kommandant in Kobane nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Welati. Die Kämpferin sei in das vom IS kontrollierte Gebiet vorgedrungen und habe dort ihren Sprengsatz gezündet. Die Seite Hawar News, die eng mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden ist, bestätigt den Selbstmordanschlag. Details werden nicht genannt.

+++ 18.13 Uhr: Deutscher Rapper "Deso Dogg" soll auf Uno-Terrorliste kommen +++

Der Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert - auch bekannt als "Deso Dogg" - soll laut Spiegel Online auf die Terrorliste der Uno kommen. Dem Bericht zufolge lässt die Bundesregierung den IS-Terroristen mit Uno-Sanktionen belegen, um potenzielle Syrien-Kämpfer aus Deutschland abzuschrecken. Denis Cusbert soll zum engeren Kreis der IS-Kämpfer gehören. Der Verfassungsschutz befürchtet, dass er als Deutschsprachiger andere Radikalisierte in Deutschland mobilisieren könnte.

+++ 16.13 Uhr: Türkei evakuiert Grenzdörfer +++

Nach wiederholtem Granatenbeschuss aus Syrien ordnen die türkischen Behörden die Evakuierung von zwei Grenzdörfern an. Journalisten seien zudem aufgefordert worden, sich von der Grenze zum türkischen Ort Suruc zurückzuziehen, berichtet die Zeitung "Hürriyet Daily News". Zuvor waren im Distrikt Suruc erneut Mörsergranaten eingeschlagen. Eines der Geschosse traf ein Wohnhaus, dabei seien vier Menschen verletzt worden. Auf der anderen Seite der Grenze toben die Gefechte um die Stadt Kobane

+++ 15.15 Uhr: IS holt Verstärkung im Kampf um Kobane +++

Trotz neuer Luftschläge erhöht der IS den Druck auf Kobane. Die Dschihadisten hätten Verstärkung aus ihren Hochburgen in Al-Rakka und Deir as-Saur im Kampf um Kobane hinzugezogen, berichtet die PKK-nahe Agentur Firat. Die kurdischen Kämpfer hätten sich tagsüber "Nahkampf-Gefechte" mit der Miliz geliefert. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 86 IS-Extremisten getötet worden, auf Seiten der YPG seien 16 Kämpfer ums Leben gekommen.

+++ 12.27 Uhr: London soll Geldströme aus Golfstaaten unterbinden +++

Die Enthauptung des Briten Alan Henning durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzt die Regierung in London unter Zugzwang. Die Downing Street müsse sich dafür einsetzen, dass der Geldfluss an die Terroristen aus einflussreichen Golfstaaten wie Katar und Saudi-Arabien gestoppt werde, betonten frühere Generäle sowie der Ex-Verteidigungsminister Liam Fox im "Sunday Telegraph". Katar und Saudi-Arabien unterhalten milliardenschwere Geschäftsverbindungen nach London.

Am Freitagabend war ein Video im Internet aufgetaucht, das die Enthauptung des 47 Jahre alten Taxifahrers aus der Nähe von Manchester zeigen soll. Sein Schwager hatte am Samstag der Regierung in London vorgeworfen, nicht genug für die Freilassung der Geisel getan zu haben. Am Sonntagnachmittag ist in der Ortschaft Eccles bei Manchester ein Gottesdienst zu Ehren des Getöteten geplant. 

+++ 11.57 Uhr: IS-Kämpfer nehmen Hügel bei Kobane ein +++

Die IS-Miliz nimmt laut Aktivisten einen strategisch wichtigen Hügel nahe der belagerten syrischen Stadt Kobane teilweise ein. Die Extremisten hätten am Samstagabend die Kontrolle über den südlichen Teil des Hügels Maschtanur südwestlich der Kurdenstadt übernommen, sagt der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Sollten die IS-Kämpfer den gesamten Hügel erobern, könnten sie ganz Kobane unter Beschuss nehmen. Der Vormarsch der IS-Kämpfer auf die Stadt wurde laut Rahman allerdings durch weitere Luftangriffe der internationalen Koalition behindert.

+++ 10.53 Uhr: Emirate weisen US-Vorwurf der Unterstützung von Terroristen zurück +++

Die Vereinigen Arabischen Emirate (VAE) weisen Äußerungen von US-Vizepräsident Joe Biden zurück, denen zufolge sie in der Vergangenheit die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere Extremisten in Syrien und dem Irak unterstützt hätten. Bidens Bemerkungen seien "erstaunlich und ignorieren die Rolle der Emirate im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus", erklärt der Staatsminister im Außenministerium, Anwar Gargasch. Bidens Äußerungen würden einen "falschen Eindruck" vermitteln, kritisiert er. Die Emirate unterstützen ebenso wie Bahrain, Jordanien, Katar und Saudi-Arabien die US-Luftangriffe auf IS-Stellungen in Irak und Syrien.

Biden hatte am Donnerstag an der Harvard-Universität den Verbündeten in der Türkei und in der arabischen Welt vorgeworfen, militante sunnitische Gruppen in Syrien - wie die IS-Miliz oder die Al-Nusra-Front - unterstützt zu haben. Biden entschuldigte sich am Samstag in einer Erklärung bei der Türkei für seine Äußerungen, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Verärgerung ausgedrückt hatte.

Experten kritisieren seit Jahren, dass die Türkei und die Golfstaaten im syrischen Bürgerkrieg nicht nur die gemäßigte Opposition, sondern auch radikale Rebellengruppen im Kampf gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad finanziell und militärisch unterstützen.

+++ 10.50 Uhr: 27 Tote bei Gefechten um Kobane +++

Bei Kämpfen südöstlich der belagerten Kurden-Enklave Kobane sind in der Nacht insgesamt 27 Menschen getötet worden, teilt die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Demnach starben elf Kämpfer auf Seiten der kurdischen Volksschutzeinheiten und 16 auf Seiten der IS-Extremisten.

+++ 10.18 Uhr: Mörsergranate aus Syrien schlägt in Türkei ein +++

Eine Mörsergranate aus Syrien schlägt auf türkischem Boden ein. Ein Polizist wird durch Splitter leicht verletzt. Das teilt der Gouverneur der südtürkischen Provinz Sanliurfa mit. Der Vorfall habe sich in der Nähe des Grenzübergangs Mürsitpinar ereignet.

+++ 9.00 Uhr: IS-Terroristen wollen Flüchtlingsströme nutzen +++

IS-Terroristen wollen laut Geheimdienstinformationen die Flüchtlingsströme nutzen, um nach Westeuropa zu gelangen und dort Anschläge zu verüben. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Hundertausende fliehen derzeit vor dem IS-Terror aus Syrien in die Türkei. Ausgerechnet das Leid dieser Menschen, wolle die Dschihadisten-Miliz für ihre Terror-Pläne nutzen, heißt es.

Getarnt als Flüchtlinge sollen nach Informationen der Sicherheitsbehörden auch Geheimkommandos, bestehend aus jeweils vier Terroristen, die Grenze überqueren, um in die Türkei zu gelangen. Von dort aus sollen die IS-Terroristen mithilfe gefälschter Pässe weiter nach Westeuropa reisen, um Anschläge zu verüben. Den Angaben zufolge auch nach Deutschland.

Von dieser Strategie erfuhren jetzt die US-Geheimdienste. Den Amerikanern ist es laut BAMS-Bericht gelungen, die verschlüsselte Kommunikation der IS-Führung zu knacken. Aus abgehörten Gesprächen erfuhren sie demnach auch, dass die IS-Terroristen auf ihrem Weg nach Westeuropa keine Flugzeuge benutzen sollen. Der Grund seien die strengen Kontrollen an den Flughäfen.

Deutschen Behörden sei das Szenario "grundsätzlich bekannt", schreibt die "Bild am Sonntag". Es gebe jedoch keine Erkenntnisse über konkrete Anschlagsplanungen. Angesichts der chaotischen Zustände an der syrisch-türkischen Grenze sei es beinahe unmöglich, IS-Terroristen im Flüchtlingsstrom zu enttarnen. Terrorismus-Experten rechneten damit, dass der IS den Krieg nach Westeuropa tragen will.

Der Flüchtlingsstrom an der syrisch-türkischen Grenze reißt nicht ab. Vor allem Kurden fliehen vor dem IS-Terror in Richtung Türkei.

Der Flüchtlingsstrom an der syrisch-türkischen Grenze reißt nicht ab. Vor allem Kurden fliehen vor dem IS-Terror in Richtung Türkei.

+++ 05.42 Uhr: Brite nach fünf Monaten Geiselhaft in Libyen wieder frei +++

Nach rund fünf Monaten Geiselhaft in Libyen ist ein britischer Lehrer wieder frei. David Bolam sei "sicher und wohlauf" zu seiner Familie zurückgekehrt, teilt das Außenministerium in London in der Nacht zum Sonntag mit. Der Lehrer einer internationalen Schule war im Mai in Bengasi gekidnappt worden, von wem, wird nicht mitgeteilt. Die Stadt wird zum Großteil von Islamisten kontrolliert. Ein US-Lehrer von der selben Schule Bolam war im Dezember erschossen worden. Über die Hintergründe der Geiselnahme sowie der Freilassung gab es am Sonntag zunächst keine offiziellen Angaben.

+++ 01.52 Uhr: Pakistans Taliban wollen IS-Kämpfer nach Irak und Syrien schicken +++

Die Taliban in Pakistan wollen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) Kämpfer in den Irak und nach Syrien schicken. "Wir werden weiterhin Mudschaheddin senden, damit sie den IS-Kämpfern helfen", sagt ein Sprecher der Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP). "Wir unterstützten sie vollständig, weil wir glauben, diese Organisation wurde zum Dienste des Islam gemacht." Ein formelles Bündnis der Extremisten erklärte er aber nicht.

Die TTP gründeten sich 2007 und haben enge Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida. Bislang hat die pakistanische Regierung alle Mutmaßungen zurückgewiesen, es seien schon Kämpfer aus Pakistan nach Syrien oder in den Irak gereist, um sich dem IS anzuschließen. Experten vermuten überdies, dass der IS versuchen wird, seinen Einfluss in Pakistan zu stärken.

car/lie/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters