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Jassir Arafat: "Ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen"

Seine Rückkehr aus Frankreich sollte er nicht mehr erleben. Um 03.30 Uhr verstarb Jassir Arafat im Militärhospital Percy bei Paris. Bestürzt reagierte die arabische Welt auf die Nachricht.

Palästinenserpräsident Jassir Arafat ist tot. "Arafat ist am 11. November 2004, um 03.30 Uhr im Militärhospital Percy, Clamart, gestorben", sagte am Donnerstag Christian Estripeau, Chefarzt der Klinik. Rund 13 Stunden nach seinem Tod hat Jassir Arafat seine letzte Heimreise angetreten. Die Leiche des Palästinenserpräsidenten wurde mit einem Hubschrauber vom Militärkrankenhaus Percy bei Paris zum nahen Militärflughafen Villacoublay gebracht. Von dort sollte der mit einer palästinensischen Flagge bedeckte Sarg nach einer Zeremonie mit einem französischen Militärflugzeug nach Kairo geflogen werden.

An der Ehrung in Villacoublay sollten auch Premierminister Jean-Pierre Raffarin, der palästinensische Außenminister Nabil Schaath, Offiziere und Diplomaten teilnehmen. Mehr als 1000 Arafat-Anhänger warteten vor dem Flughafengelände.

Nach einem Besuch von Staatspräsident Jacques Chirac am Totenbett war Arafat gemäß der muslimischen Totenriten gewaschen, in ein weißes Leinentuch gehüllt und in den Sarg gelegt worden. Das wurde aus Diplomatenkreisen in Paris bekannt.

Beisetzung in Ramallah

Arafat soll am Samstag in Ramallah in einem Steinsarg und in Erde aus Jerusalem beerdigt werden, um eine spätere Umbettung nach Jerusalem zu ermöglichen, erklärte der Fatah-Sprecher Assam al Ahmed. Israel hat eine Bestattung in Jerusalem abgelehnt und den Gazastreifen als letzte Ruhestätte des verstorbenen Präsidenten vorgeschlagen. Ramallah gilt als Kompromiss, die Palästinenser haben jedoch erklärt, an ihrem Ziel der Grabstätte in Jerusalem festzuhalten. "Die letzte Ruhestätte wird die Al-Aksa-Moschee sein", sagte Kabinettsminister Sajeb Erakat.

Am Regionalflughafen von Kairo ist nach Bekanntwerden des Todes eine Moschee für das Totengebet hergerichtet worden. In der König-Faisal-Moschee, in der gleichzeitig bis zu 800 Menschen beten können, wurden neue Teppiche ausgelegt. Obwohl die Trauerfeier um 10.00 Uhr Ortszeit auf den Kairoer Flughafen beschränkt werden soll, war schon am Donnerstag an zentralen Plätzen in der ägyptischen Hauptstadt ein großes Sicherheitsaufgebot sichtbar. Nach Ansicht von Beobachtern will die äyptische Regierung spontane Demonstrationen verhindern.

Zu der Trauerfeier haben sich nach palästinensischen Angaben bereits die Staatschefs aus Jordanien, Jemen, Ägypten, Algerien, Südafrika und Brasilien angekündigt. Auch Außenminister Joschka Fischer wird teilnehmen. Bundeskanzler Gerhard Schröder nimmt dagegen nach Angaben eines Regierungssprechers nicht teil.

Rätsel um Todesursache

Der 75-jährige Palästinenserführer war seit dem 29. Oktober in einer französischen Militärklinik bei Paris, die auf Krebs und Blutkrankheiten spezialisiert ist, behandelt worden. Er litt nach Angaben der Palästinenser zuletzt an Gehirnblutung und Organversagen. Der Präsident hatte seit Tagen in einem tiefen Koma gelegen, während sich sein Zustand weiter verschlechterte. Bis zuletzt wurde um seine Krankheit gerätselt. Auch am Tag seines Todes gab es keine offiziellen Angaben über die tödliche Krankheit des palästinensischen Präsidenten. Inzwischen ist das Rätsel, warum aus dem Militärkrankenhaus bei Paris keine Informationen drangen, fast so groß wie das Rätsel über die Todesursache selbst.

Beim heutigen Stand der Technik kann man bei einem lebenden Menschen praktisch eine Autopsie vornehmen", sagt der New Yorker Hirnspezialist Eric Braverman. "Auch Blut- und Urinproben lagen vor. Wir können ziemlich sicher sein, dass die Ärzte eine Diagnose haben, diese aber nicht öffentlich machen." Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Vertraulichkeit glauben einige an eine Taktik der palästinensischen Führung. "Arafats Tod könnte von einer lange bekannten, chronischen Krankheit herrühren", sagt Orient-Experte Rory Miller vom Londoner King's College. "Und nun müssten sich die Politiker aus Ramallah fragen lassen, warum sie nicht früher etwas dagegen unternommen haben."

Nach dem Tod Arafats ist der palästinensische Parlamentspräsident Rauhi Fattuh als Übergangspräsident vereidigt worden. Auf einer Sondersitzung des Parlaments in Ramallah wurde die Zeremonie wenige Stunden nach Bekanntwerden der Nachricht vom Ableben Arafats vollzogen. Die vorläufige Nachfolge ist in der Verfassung geregelt. Auf Fattuh kommt als Hauptaufgabe zu, Wahlen in den Palästinensergebieten binnen 60 Tagen zu organisieren. Der frühere palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas ist zum neuen Vorsitzenden der PLO gewählt worden. Er tritt damit in der wichtigsten Palästinenserorganisation die Nachfolge Arafats an. Ahmed Kureia bleibt Ministerpräsident und Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates, der das Kommando über die Sicherheitskräfte führt.

Arafats langjähriger Kampfgefährte Faruk Kaddumi ist zum Chef der Fatah-Bewegung nominiert worden. Kaddumi hatte die letzten Friedensvereinbarungen mit Israel abgelehnt und gilt als wenig kompromissbereit. Die Fatah ist die größte und einflussreichste Gruppe innerhalb der PLO. Die Nominierung Kaddumis dürfte die politische Entwicklung bei den Palästinensern in der Nach-Arafat-Ära komplizieren. Militante Gruppen innerhalb der Fatah-Fraktion Arafats hatten sich in den vergangenen Monaten immer wieder an Anschlägen in Israel beteiligt. Israel hatte Arafat dafür verantwortlich gemacht, Terror und Gewalt nicht entschieden genug entgegen getreten zu sein.

Flaggen auf Halbmast

Vor Arafats Amtssitz in Ramallah wehten die Flaggen auf Halbmast. "Er hat seine Augen geschlossen, ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen", sagte Tajeb Abdel Rahim, einer der engsten Mitarbeiter Arafats. Er brach in Tränen aus, als er Arafats Tod verkündete. Im Gazastreifen zündeten Kinder Reifen an, der schwarze Rauch verdunkelte den Himmel. Die Palästinenserführung rief 40 Tage Trauer aus.

Die beiden militanten Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad bekundeten ihre Trauer über den Tod des palästinensischen Präsidenten. "Wir haben eines unserer großen Symbole verloren", sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza. Er forderte die Hamas-Anhänger auf, Arafat zu ehren und auf nationale Einheit hinzuarbeiten. Nafes Assam, ein Sprecher des Islamischen Dschihad, würdigte Arafat als "großen Führer des palästinensischen Volkes".

"Schuld Israels"

Ein ranghohes Mitglied der Hamas hat Israel unterdessen vorgeworfen, Arafat vergiftet zu haben. "Ich mache Israel für das Verbrechen des Mordes an Abu Ammar verantwortlich", sagte Chaled Maschaal am Donnerstagmorgen dem Fernsehsender Al Dschasira und benutzte dabei den Namen Arafats aus der Zeit des Guerillakampfes. Die Umstände, die zum Tod des PLO-Vorsitzenden in Clamart bei Paris geführt hätten, wiesen darauf hin, dass dies nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Die Hamas erklärte, sie wolle den Kampf gegen den "zionistischen Feind" Israel fortsetzen.

Maschaal hob hervor, dass israelische Agenten in Jordanien 1997 versucht hätten, auch ihn zu vergiften. Er habe nur überlebt, weil Israel auf Druck des damaligen jordanischen Königs Hussein schließlich das Gegenmittel zur Verfügung gestellt habe. Im Falle Arafats sei Israel sicherlich so geschickt vorgegangen, dass die Mediziner die wahre Todesursache vielleicht niemals feststellen könnten, sagte Maschaal. Gerüchte über eine mögliche Vergiftung Arafats haben unter den Palästinensern seit Beginn seiner schweren Erkrankung vor einigen Wochen die Runde gemacht.

Ein Sprecher der Arafats Fatah-Bewegung nahe stehenden Al-Aksa-Märtyrerbrigaden kündigte eine Bestrafung Israels für den angeblich von Israel verschuldeten Tod Arafats an. "In den nächsten Tagen werden wir überall Zeugen gewaltsamer Auseinandersetzungen mit den Zionisten sein", sagte der Sprecher der Märtyrer-Brigaden, Abu Kusai.

Auch die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat Israel die Schuld an Arafats Tod gegeben. Ministerpräsident Scharon habe sich gegen den Palästinenserpräsidenten verschworen, um ihn loszuwerden, sagte Dschihad-Anführer Chaled al Batesch am Donnerstag in Gaza. Seine Erkrankung sei die Folge einer Verschwörung gewesen, "und Scharon hatte bei der Tötung Arafats eine Hand im Spiel". Die Ärzte im Militärkrankenhaus bei Paris und Vertraute Arafats hatten eine Vergiftung des Palästinenserchefs jedoch ausgeschlossen.

Arafat war für die meisten Palästinenser eine Identifikationsfigur, mit der sie ihre Hoffnung auf einen eigenen Staat verbanden. Viele Palästinenser machten die Bedingungen, unter denen Arafat in Ramallah auf Anordnung Israels über Jahre hin praktisch unter Hausarrest gehalten wurde, mit für die schwere Erkrankung ihres Führers und letztlich auch für seinen Tod mitverantwortlich.

Israel riegelt Grenzen ab

Israel hat die Grenzen zum Westjordanland und Gazastreifen abgeriegelt und seine Truppen in den Gebieten verstärkt. Die Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Siedlungen wurden verschärft. Die Streitkräfte wollten für eine würdevolle Beisetzung Jassir Arafats sorgen, hieß es in einer Erklärung.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon sieht den Tod Arafats als mögliche "historische Wende in Nahost". Scharon sagte nach Angaben der israelischen Zeitung "Jediot Achronot", Israel sei "ein nach Frieden strebendes Land". Man werde sich bemühen, mit der neuen palästinensischen Führung rasch eine friedliche Lösung auszuhandeln. "Ich hoffe, dass die neue Führung verstehen wird, dass Fortschritte in den Beziehungen und eine Lösung der Probleme vor allem von einem Kampf gegen den Terror abhängen", sagte Scharon.

Der Palästinenservertreter in Deutschland, Abdalla Franghi, sieht nach dem Tod Arafats eine neue Chance für den Friedensprozess zwischen Palästinensern und Israel. "Es gibt jetzt eine neue Chance, und ich hoffe, dass die USA, die UNO und die Europäische Gemeinschaft und die arabischen Staaten mit den palästinensischen Führern und mit Israel den Versuch unternehmen, den Friedensprozess voranzutreiben", sagte Franghi am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Mit Arafat hätten sie nicht reden wollen, jetzt hoffe er auf Verhandlungsbereitschaft mit seinen Nachfolgern.

Zur Nachfolge sagte Franghi, es gebe keine Persönlichkeit in den palästinensischen Gebieten, die in der Lage sei, den Platz von Arafat zu besetzen. "Wir haben eine Führung, haben die Aufgaben verteilt." Es gebe einen Präsidenten, einen Ministerpräsidenten, den Parlamentspräsidenten und das Zentralkomitee von Al Fatah. "Alle diese Institutionen haben, seit Arafat im Krankenhaus war, gut funktioniert und gut zusammengearbeitet", sagte Franghi.

Staatstrauer in arabischen Staaten

Mehrere arabische Staaten haben nach dem Tod Arafats eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. In Libyen wurden außerdem bereits geplante Feiern zum islamischen Fest des Fastenbrechens ("Eid al-Fitr") abgesagt, das in den meisten arabischen Staaten auf den Sonntag fällt. Libanesische Fernsehstationen kündigten an, sie wollten in den kommenden Tagen nur Programme zeigen, die die Trauer um Arafat nicht störten. "Wir haben ihn als Verteidiger des Rechts und Kämpfer gegen die Besatzung sowie im Einsatz für Frieden kennen gelernt", sagte Präsident Husni Mubarak über Arafat. Auch der Iran, der in letzten Jahren harsche Kritik an Arafat geübt hatte, fand lobende Worte für ihn und nannte ihn einen Verteidiger des palästinensischen Volkes.

Arafat sei ein "großartiger Mann" gewesen, der immer die Einheit des palästinensischen Volkes im Blick gehabt habe, sagte Ägyptens Präsident Husni Mubarak in einer Rede zur Eröffnung der neuen Sitzungsperiode des Parlaments in Kairo. Die Abgeordneten legten eine Schweigeminute für den PLO-Chef ein.

Der tunesische Staatschef Zine al-Abdin Ben Ali lobte den "langen und heldenhaften Kampf Arafats für die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes". In einer Erklärung aus dem Büro des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih hieß es: "Die palästinensische Sache sowie die arabische und die islamische Nation haben durch den Tod dieses großen nationalen Kämpfers einen ihrer wichtigsten Führer verloren".

Im Flüchtlingslager Jarmuk nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus blieben am Donnerstag Schulen und Geschäfte geschlossen. Rund 1000 Palästinenser gingen auf die Straße und riefen "Der Tag Deines Märtyrertodes, oh Arafat, ist ein Festtag - Gott ist groß".

Bundesregierung würdigt Verdienste Arafats

Die Bundesregierung hat die Verdienste des verstorbenen Palästinenserpräsidenten gewürdigt. Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte, es sei Arafat nicht vergönnt gewesen, "sein Lebenswerk zu vollenden". Schröder hob in einem Beileidsschreiben an den palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia hervor: "Jassir Arafats Streben war zeit seines Lebens darauf gerichtet, die Palästinenser in die Unabhängigkeit zu führen und einen souveränen, lebensfähigen palästinensischen Staat zu errichten."

Außenminister Joschka Fischer mahnte nach dem Tod Arafats, alles für einen geordneten Machtübergang zu tun. "Von zentraler Bedeutung ist dabei eine durch baldige Wahlen legitimierte Führung, die einer gerechten Friedenslösung verpflichtet bleibt", erklärte Fischer am Morgen in Berlin mit. Mit dem Tod Arafats habe das palästinensische Volk seinen historischen Führer verloren. "Eine Ära geht mit ihm zu Ende." Nach den Worten Fischers wünscht die Bundesregierung dem palästinensischen Volk die Kraft, seinen Weg zu einem souveränen, unabhängigen und demokratischen Staat weiter zu gehen, der friedlich und in anerkannten Grenzen Seite an Seite mit Israel lebe.

Bundespräsident Horst Köhler hat dem Übergangspräsidenten Fattuh zum Tod Arafats kondoliert. Köhler schrieb, er wünsche "den verantwortlichen palästinensischen Politikern in diesen schweren Tagen den Mut und die Weitsicht, entschlossene Schritte auf dem Weg des Friedens und der Reformen zu gehen. Die Bundesrepublik Deutschland werde sie dabei begleiten, denn es gebe "nur eine Lösung: ein souveräner, lebensfähiger, und demokratischer Staat, in dem die Palästinenser selbst über ihr Schicksal bestimmen können und der friedlich mit Israel zusammenlebt".

Auch die EU hat den Einsatz Jassir Arafats für die palästinensische Sache gewürdigt. Das palästinensische Volk habe mit dem Tod seines Präsidenten einen historischen Führer verloren, erklärte der niederländische Außenminister Ben Bot, dessen Land derzeit die EU-Präsidentschaft innehat. Er rief die Palästinenser zu Geschlossenheit auf und sicherte anhaltende Unterstützung der EU im Bemühen um Frieden im Nahen Osten zu.

Bush kondoliert

US-Präsident George W. Bush hat zum Tod Arafats kondoliert. Der Tod des 75-Jährigen sei ein bedeutsamer Augenblick für die Palästinenser und deren Streben nach Frieden und einem unabhängigen Staat, der mit seinen Nachbarn in Frieden lebe, erklärte Bush in Washington. "Während der bevorstehenden Übergangszeit rufen wir alle Menschen in der Region und die ganze Welt dazu auf, dabei zu helfen, dass Fortschritte auf dem Weg zu diesen Zielen und zum höchsten Ziel des Friedens gemacht werden können."

Russland hat die internationale Gemeinschaft, Israel und die Palästinenser zu verstärkten Friedensbemühungen aufgerufen. Den Tod des palästinensischen Präsidenten nannte der russische Staatschef Wladimir Putin einen schweren Verlust für alle Palästinenser: Arafat habe sein Leben deren Streben nach einem unabhängigen Staat an der Seite Israels verschrieben.

UN-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich vom Tod des einstigen Guerrilla-Chefs und späteren Friedensnobelpreisträgers "tief berührt". Im Buch der Geschichte werde sich die Welt an Arafat als den Mann erinnern, der die Palästinenser dazu gebracht habe, den Gedanken einer friedlichen Koexistenz mit Israel zu akzeptieren, erklärte Annan in seinem Kondolenz-Schreiben.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac sagte über Arafat: "Mit ihm verschwindet ein Mann des Mutes und der Überzeugung, der 40 Jahre lang den Kampf des palästinensischen Volkes um Anerkennung seiner nationalen Rechte verkörpert hat." Frankreich werde sich weiter für einen unabhängigen palästinensischen Staat an der Seite Israels einsetzen. Der britische Premierminister Tony Blair nannte den Verstorbenen ein Symbol der nationalen palästinensischen Bewegung. "Das Ziel eines lebensfähigen palästinensischen Staates an der Seite eines sicheren Israels ist ein Ziel, an dem wir weiter unermüdlich arbeiten müssen", sagte Blair.

Der Autor Rafael Seligmann hat sich dafür ausgesprochen, den gestorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat in Jerusalem zu begraben. Eine Bestattung in Ramallah oder Gaza sei ohnehin nur eine Zwischenlösung, sagte Seligmann der dpa am Donnerstag in Berlin. Eine würdige Ruhestätte für den "Vater der palästinensischen Nation" in Jerusalem sei Voraussetzung für die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. Seligmann wurde 1948 in Israel geboren, 1957 kehrten seine Eltern mit ihm in ihre Heimat Deutschland zurück. Der promovierte Politologe ist seit 1989 freier Publizist. 1989 erschien "Rubinsteins Versteigerung", der ebenso wie seine Romane "Die jiddische Mamme" und "Der Musterjude" bei der Kritik gespaltene Aufnahme fand.

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