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Islamischer Staat: Münchner Gericht verurteilt Islamisten zu Haftstrafe

In Frankfurt werden drei Mädchen auf dem Weg zum IS gestoppt, Kurdistan will den Verteidigern Kobanes helfen und Erdogan ist sauer auf die USA. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Türkische Kurden an der Grenze zu Syrien: Assad soll Waffen für die Verteidigung von Kobane geliefert haben

Türkische Kurden an der Grenze zu Syrien: Assad soll Waffen für die Verteidigung von Kobane geliefert haben

+++ 19.23 Uhr: Iraks Kurdenparlament stimmt Entsendung von Kämpfern zu +++

Das Parlament der Kurdenregion im Irak hat der Entsendung von Kämpfern nach Syrien zugestimmt. Die Versammlung habe entschieden, die sogenannten Peschmerga-Soldaten nach Kobane zu schicken, sagte Parlamentspräsident Jusef Mohammed Sadek in der Provinzhauptstadt Erbil. Die Peschmerga sollen die kurdischen Kämpfer in Kobane unterstützen und ihnen helfen, die Stadt gegen den IS zu verteidigen.

+++ 17.25 Uhr: Haftstrafe für Münchner Islamisten +++

Das Münchner Amtsgericht verurteilt einen 21-jährigen Türken wegen Verstoßes gegen ein Ausreiseverbot zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung. Der radikale Islamist war im September gemeinsam mit einem 24-jährigen Kosovaren an der deutsch-österreichischen Grenze bei Simbach am Inn in einem Fernbus aufgegriffen worden. Nach Einschätzung der Ermittler wollten die beiden Männer nach Syrien, um sich dem Kampf des Islamischen Staates anzuschließen. Der Türke war wegen "seiner Umtriebe in der salafistischen Szene" von der Stadt München mit einem zwölfmonatigen Ausreiseverbot belegt worden. Er bestritt im Prozess, dass er nach Syrien wollte.

+++ 16.09 Uhr: Erdogan kritisiert US-Waffenlieferung an Kurden +++

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan kritisiert die US-Waffenlieferungen an die syrischen Kurden in Kobane. "Einige der Waffen, von denen sie sagten, dass sie sie aus der Luft für die PYD abgeworfen hätten, sind jetzt in den Händen von Isis", sagt Erdogan in Ankara. Erdogan fügt hinzu: "Jede Hilfe, die der PYD gegeben wird, ist auch Hilfe für die PKK."

+++ 16.02 Uhr: Autonomieregion Kurdistan beschließt Hilfe für Kobane +++

Die kurdische Autonomieregion im Nordirak beschließt militärische Hilfe für Kobane. Wie das kurdische Nachrichtenportal "Rudaw" berichtet, einigten sich alle Fraktionen im Parlament darauf, die kurdischen Volksschutzeinheiten in der Ortschaft zu unterstützen. Die kurdische Gorran-Partei im Nordirak teilt über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass in einer ersten Phase rund 200 Peschmerga-Soldaten mit schweren Waffen an diesem Einsatz teilnehmen sollten.

+++ 15.23 Uhr: Syrien meldet Zerstörung von zwei IS-Kampfflugzeugen +++

Die syrische Luftwaffe hat nach amtlichen Angaben zwei vom IS eroberte Kampfflugzeuge zerstört. Die Maschinen seien bei der Landung auf dem Militärflughafen al-Dscharrah bei Aleppo beschossen worden, sagt Informationsminister Omran Soabi der amtlichen Nachrichtenagentur Sana. Sie seien nicht mehr flugfähig. Die Luftwaffe sei weiter auf der Suche nach einem dritten Kampfjet.

+++ 14.49 Uhr: Iran will Gefährdung Iraks durch IS nicht zulassen +++

Der Iran will den Irak weiter im Kampf gegen den IS unterstützen. Das versichert Irans Parlamentspräsident Ali Laridschani dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi: "Im Kampf gegen die Terroristen stehen wir auf der Seite des Iraks", versichert Laridschani nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA. Al-Abadi bezeichnet die Hilfe des Irans im Kampf gegen den IS als "einmalig". Besonders am Anfang des Konflikts habe der Iran eine "entscheidende Rolle" gespielt, als er als eines der ersten Länder die Kurden mit Waffen beliefert habe.

+++ 14.41 Uhr: Pakistans Taliban feuern Sprecher nach IS-Treueschwur +++

Die pakistanischen Taliban trennen sich von ihrem Sprecher. Nach einem offenbar eigenmächtigen Treueschwur gegenüber dem IS im Namen seiner Gruppierung sei Shahidullah Shahid nicht mehr länger Mitglied, erklärt die radikalislamische Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) auf ihrer Facebook-Seite. Taliban-Kommandeure bestätigten den Rauswurf. Offiziell sind interne Streitigkeiten über die Führung der TTP der Grund für den Schritt. Die Organisation hat enge Verbindungen zu al Kaida und ist für zahlreiche tödliche Anschläge in Pakistan verantwortlich.

+++ 13.24 Uhr: Medien melden Waffenlieferung Syriens an Kurden +++

Das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad soll den kurdischen Verteidigern in Kobane angeblich Waffen geliefert haben. Sie seien von der Armee "militärisch und logistisch sowie mit Munition und Waffen" unterstützt worden. Das sagt der syrische Informationsminister Umran al-Saubi nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur Sana im Staatsfernsehen. Von kurdischer Seite gibt es zunächst keine Bestätigung. Im syrischen Bürgerkrieg war das Regime Gegner der Kurden.

+++ 12.31 Uhr: Kein Giftgas-Angriff in Kobane +++

Gerüchte über einen Giftgasangriff des IS in Kobane haben sich nach Angaben von Menschenrechtlern als falsch erwiesen. Augenzeugen aus der Stadt im Norden Syriens hatten in der Nacht berichtet, zahlreiche Einwohner würden an Atemnot leiden und Symptome eines Giftgasanschlages zeigen. Tatsächlich soll es sich jedoch um eine Einzelperson handeln: "Ein Allergiepatient litt unter dem durch die Bombardierungen verursachten Rauch", sagt Rami Abdel Rahman, Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Er sei in der Nacht stationär mit Sauerstoff behandelt worden und habe das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

+++ 11.48 Uhr: Scotland Yard nimmt Frau unter Terrorverdacht fest +++

Die britische Polizei nimmt eine 25-Jährige in England unter Terrorverdacht fest. Ihr wird vorgeworfen, Aktionen vorbereitet zu haben, die in Verbindung mit dem islamistischen Terror in Syrien stehen. Polizisten haben sie aus der Grafschaft Bedfordshire nördlich von London in die Hauptstadt gebracht, wo sie in Gewahrsam bleibt, teilt Scotland Yard mit. In Zusammenhang mit der Festnahme durchsuchten die Ermittler zwei Adressen in Bedfordshire.

+++ 10.24 Uhr: Beobachter können Giftgasangriff durch IS nicht bestätigen +++

Menschenrechtler zweifeln bisher am Einsatz von Giftgas durch den IS. "Ich werde keine solche Behauptung aufstellen, bevor es keine Bestätigung von Befehlshabern der YPG (kurdischen Volksschutzeinheiten, die Kobane verteidigen) gibt", sagt Rami Abdel Rahman, Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die YPG äußert sich bislang nicht.

+++ 09.58 Uhr: Kurden werfen IS Einsatz chemischer Waffen vor +++

Die Kurden, die derzeit Kobane noch in ihrer Kontrolle haben, werfen dem IS den Einsatz von Giftgas vor, Augenzeugen berichten von Bewohnern mit Ohnmachtsanfällen und Atemnot in der Nacht zuz Mittwoch. Auch Verbrennungen, tränende Augen und geschwollene Lippen werden erwähnt. Diese Symptome sollen auf chemische Waffen hindeuten.

Ein BBC-Journalist und eine Reporterin von Arabic Al Aan TV berichten von einem möglichen Einsatz der chemischen Waffen, sie bemühen sich gerade in Absprache mit einem Arzt vor Ort um Beweise:

An Bildmaterial gab es auf Twitter bislang nur dieses Foto, ob es beweisen kann, dass das Giftgas eingesetzt wurd, bzw. woher es stammt, ist unklar.

+++ 07.28 Uhr: Kanada hebt nach Anschlag Alarmstufe an +++

Nach einem Anschlag in Kanada hebt das Land die Alarmstufe von niedrig auf "mittelhoch" an: Es gehe aber um keine "konkrete Bedrohung", sondern lediglich um Geheimdienstinformationen über "Intentionen und Fähigkeiten von Einzelnen oder Gruppen in Kanada oder dem Ausland, Terrorakte zu begehen". Zuvor hatte der 25-jährige Martin Couture-Rouleau zwei Soldaten auf einem Supermarktparkplatz überfahren, einer starb, Couture-Rouleau wurde bei der anschließenden Verfolgungsjagd erschossen. Er soll zum Islam übergetreten sein und sich radikalisiert haben: Die Behörden sollen ihm bereits den Reisepass weggenommen haben, um zu verhindern, dass er sich dem IS anschließt.

+++ 06.55 Uhr: IS-posieren mit deutschen Handgranaten +++

IS-Kämpfer zeigen in einem Video deutsche Handgranaten älterer Bauart. Unklar ist, aus welchen Beständen die Waffen stammen und wie sie nach Syrien gelangten. In dem Video zeigen Extremisten zunächst eine auf einem Feld niedergegangene Fallschirmladung. Die USA hatten zu Wochenbeginn Waffen für die Verteidiger Kobanes abgeworfen. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle landete mindestens ein Waffenabwurf in den Händen des IS. US-Kampfflugzeuge setzten derweil ihre Luftangriffe nahe Kobane fort.

+++ 02.27 Uhr: Fünf Briten schließen sich jede Woche Dschihadisten an +++

Der britischen Polizei zufolge machen sich jede Woche durchschnittlich fünf Briten auf den Weg nach Syrien oder in den Irak – insgesamt bereits 500 Menschen. Sie würden sich dort dem IS anschließen. Der Vormarsch des IS im Irak und in Syrien sei ein Verbrechen, das nicht nur auf ausländischem Boden verübt werde, sagt Polizeichef Bernard Hogan-Howe. Die mögliche Rückkehr von Kämpfern mit "militärischen Erfahrungen" in ihr Heimatland bezeichnet er als "Risiko".

+++ 02.25 Uhr: Vater von IS-Geisel stirbt +++

Der Vater der britischen IS-Geisel John Cantlie ist gestorben. Wie die Familie mitteilt, erlag der 80-jährige Paul Cantlie den Folgen einer Lungenentzündung. Er hatte kürzlich von seinem Krankenbett aus eine Videobotschaft abgesetzt, in der er die Dschihadistengruppe um die Freilassung seines Sohnes anflehte. Der Reporter wurde bereits Ende 2012 in Syrien gefangen genommen.

Flugzeug am Frankfurter Flughafen: Das FBI stoppte dort drei US-Teenager, die sich offenbar dem IS anschließen wollten

Flugzeug am Frankfurter Flughafen: Das FBI stoppte dort drei US-Teenager, die sich offenbar dem IS anschließen wollten

+++ 02.15 Uhr: FBI stoppt drei Mädchen in Frankfurt auf Reise zu IS-Kämpfern +++

Drei minderjährige Mädchen aus den USA werden am Frankfurter Flughafen aufgegriffen. Sie wollten sich in Syrien offenbar dem IS anschließen. Sie werden nun zurück nach Denver im US-Staat Colorado zu ihren Eltern gebracht, sagt eine FBI-Sprecherin. Laut Berichten von US-Medien handelt es sich um zwei Geschwister im Alter von 15 und 17 Jahren sowie eine 16-Jährige aus einer weiteren Familie. Zwei von ihnen hatten den Berichten zufolge vorgetäuscht, krank zu sein, seien nicht zur Schule gegangen und hätten dann 2000 Dollar von ihren Eltern genommen und sich abgesetzt. Diese alarmierten die Polizei, als sie merkten, dass Geld und Pässe fehlten.

+++ 02.03 Uhr: Uno beschuldigen IS des versuchten Völkermords an Jesiden +++

Das Vorgehen der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) gegen die irakische Volksgruppe der Jesiden könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen als versuchter Völkermord gewertet werden. Dafür sprächen einige Fakten, sagt der für Menschenrechte zuständige UN-Diplomat Ivan Simonovic. Die Islamisten wollten die religiöse Gruppe vernichten: Die Jesiden müssten entweder zum Islam übertreten oder würden getötet, sagt Simonovic. Der IS betrachtet die Jesiden als Teufelsanbeter. Tausende Angehörige der Minderheit sind erschossen, lebendig begraben oder als Sklavinnen verkauft worden.

mia/mka/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters