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Krieg in Syrien: Syrische Armee verkündet Rückeroberung von Ost-Ghuta

USA: Auch Sarin in Syrien eingesetzt +++ Russland scheitert in Sicherheitsrat mit Resolution +++ Russland im UN-Sicherheitsrat: USA und Verbündete verhalten sich wie "Hooligans" +++ News und Entwicklungen zum Krieg in Syrien.

Die USA, Frankreich und Großbritannien haben als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgaseinsatz Ziele in Syrien angegriffen. Russland, Verbündeter und Schutzmacht der syrischen Führung von Präsident Baschar al-Assad, drohte umgehend mit Konsequenzen. Befürchtet wird eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses zwischen den USA und Russland. 

Der stern hält Sie über die wichtigsten Nachrichten und Entwicklungen im Syrien-Krieg auf dem Laufenden:

21.02 Uhr: Syrische Armee verkündet vollständige Rückeroberung von Ost-Ghuta

Die syrische Armee hat nach eigenen Angaben die einstige Rebellenenklave Ost-Ghuta vollständig zurückerobert. "Alle Terroristen haben Duma verlassen, ihre letzte Bastion in Ost-Ghuta", sagte ein Armeesprecher nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana. Die syrische Führung bezeichnet alle Rebellen als "Terroristen".
Die syrische Armee hatte Mitte Februar eine Militäroffensive zur Rückeroberung der vor den Toren von Damaskus gelegenen Rebellenenklave gestartet. Nach Angaben des Staatsfernsehen rückten syrische Sicherheitskräfte am Samstag in die Stadt Duma vor.

Dort waren am 7. April bei einem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff nach Angaben von örtlichen Helfern mehr als 40 Menschen getötet worden. Als Reaktion griffen die USA, Frankreich und Großbritannien in der Nacht auf Samstag syrische Ziele mit Raketen an.

20.17 Uhr: USA: Auch Sarin in Syrien eingesetzt

Die USA haben nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass bei dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien auch das Nervengas Sarin eingesetzt wurde. Es gebe "bedeutsame Informationen", dass in der Stadt Duma neben Chlorgas auch Sarin zum Einsatz gekommen sei, sagte eine US-Regierungsvertreterin in Washington.

19.39 Uhr: Russland scheitert in Sicherheitsrat mit Resolution

Russland ist im UN-Sicherheitsrat wie erwartet mit dem Versuch gescheitert, eine Verurteilung der westlichen Raketenangriffe in Syrien zu erreichen. Bei einer Dringlichkeitssitzung des wichtigsten UN-Gremiums stimmten nur drei von 15 Staaten für einen entsprechenden russischen Resolutionsentwurf. In dem nicht angenommenen Text werden die Raketenangriffe als "Aggression" und als "Verletzung des internationalen Rechts und der UN-Charta" bezeichnet.

17.53 Uhr: Deutschland wird sich laut Maas für politische Lösung in Syrien einsetzen 

Außenminister Heiko Maas hat sich für einen "neuen, kraftvollen Einstieg" in die festgefahrenen Verhandlungen über eine politische Lösung des Syrien-Konfliktes ausgesprochen. Nur eine politische Lösung werde dauerhaften Frieden in dem Land bringen, sagte Maas in Berlin. Die Bundesregierung werde sich an einer politischen Lösung beteiligen und alle diplomatischen Mittel nutzen, um die Verhandlungen voranzubringen. Dazu werde die Bundesregierung auch ihre Kanäle nach Russland nutzen, um dort auf eine konstruktive Haltung zu dringen.

17.44 Uhr: Russland im UN-Sicherheitsrat - USA und Verbündete wie "Hooligans"

Nach dem Militärangriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens in Syrien hat Russland die USA im UN-Sicherheitsrat scharf angegriffen. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja nannte den Angriff eine aggressive Aktion Amerikas und seiner Alliierten. Die USA machten eine bereits katastrophale humanitäre Situation in Syrien noch schlimmer, sagte Tschurkin. Die von Washington betriebene Eskalation destabilisiere den gesamten Nahen Osten. Unverhohlen ignorierten die USA und ihre Verbündeten internationales Recht, sagte Tschurkin. Dies sei neokoloniales Auftreten und erinnere an das Verhalten von "Hooligans". Der Sicherheitsrat werde völlig ignoriert, seine Autorität unterminiert. Tschurkin sagte, es gebe keinerlei Beweise für den Einsatz chemischer Waffen.

UN-Generalsekretär António Guterres wiederholte eingangs der Sitzung an die Adresse der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen seine eindringliche Mahnung zur Zurückhaltung. Es müsse alles vermieden werden, was die Situation in Syrien weiter eskalieren lasse.

16.55 Uhr: Offenbar trafen nicht alle US-Geschosse ihr Ziel

Entgegen der Darstellung des US-Verteidigungsministeriums haben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge nicht alle US-Geschosse ihre Ziele getroffen. Die Einschätzung des Pentagon sei nicht korrekt, sagte der Leiter der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Einige der Geschosse hätten ihre Ziele getroffen, andere nicht. Das russische Verteidigungsministerium hatte gemeldet, dass die syrische Luftabwehr zwölf Geschosse im Anflug auf den Militärflughafen Dumair bei Damaskus abgefangen habe. Die Beobachtungsstelle bestätigte, dass "Raketen" abgefangen worden seien und kein Geschoss in Dumair eingeschlagen sei. Die USA meldeten zunächst nicht, den Flugplatz ins Visier genommen zu haben.

16.06 Uhr: Frankreich legt bei Chemie-Vorwürfen gegen Damaskus nach

Nach den Militärschlägen hat Frankreich seine Chemiewaffen-Vorwürfe gegen die syrische Regierung näher erläutert. "Die von Frankreich und seinen Alliierten zusammengetragenen Elemente stellen ein ausreichendes Bündel an Beweisen dar, um die Verantwortung für die Chemieattacken vom 7. April dem syrischen Regime zuzuschreiben", heißt es in einer Analyse, die das Pariser Außenministerium veröffentlichte. Das Dokument stütze sich ausdrücklich nicht auf Laboruntersuchungen von Proben aus dem Ort des mutmaßlichen Angriffs, hieß es. Die französischen Geheimdienste hätten Zeugenaussagen und öffentlich verbreitete Fotos und Videos analysiert. Die dort sichtbaren Symptome der Opfer seien charakteristisch für einen Angriff mit chemischen Waffen.

15.30 Uhr: Pentagon: Strategie in Syrien unverändert - Fokus auf Kampf gegen IS

Die Luftangriffe der USA in Syrien bedeuten nach Darstellung des Pentagons keine Änderung der allgemeinen Strategie Washingtons in dem Bürgerkriegsland. Ziel bleibe es, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu besiegen, sagte Dana White, Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums, am Samstag. Der Einsatz in der Nacht zu Samstag stelle keine Veränderung der US-Strategie dar. Es sei auch kein Versuch gewesen, die syrische Regierung abzusetzen, fügte sie hinzu. Aber man könne nicht untätig zusehen, wenn es schwerwiegende Verletzungen des internationalen Rechts gebe.

15.10 Uhr: Moskau will "angemessene Bewertung" auf Angriff durch UN-Gremium

Russland erhofft sich durch den UN-Sicherheitsrat eine "angemessene Bewertung" des Militärangriffs auf syrische Ziele durch die Westmächte. Es solle alles getan werden, um solche rücksichtslose, aggressive Handlungen nicht zu mehr ermöglichen, teilte das russischen Außenministerium am Samstag in Moskau mit. Niemand dürfe "die Sicherheit in der Region bedrohen, die bereits durch die kriminellen Abenteuer der USA und ihrer Verbündeten im Irak und in Libyen stark destabilisiert ist", hieß es.

15.01 Uhr: Kriegsgegner demonstrieren gegen Militärschlag auf Syrien

Nach den Angriffen auf Ziele in Syrien haben in Frankfurt am Main Dutzende Kriegsgegner gegen den Militärschlag demonstriert. Nach Angaben der Polizei zogen am Samstag rund 200 Menschen friedlich vom Hauptbahnhof zur Paulskirche. Unter dem Motto "Nein zum Krieg. Die Waffen nieder." warnten sie vor einer Eskalation des Konflikts. Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien angegriffen. Dies wird mit Vergeltung für den Einsatz von Chemiewaffen begründet, für den der Westen Syriens Regierung unter Baschar al-Assad verantwortlich macht.

14.55 Uhr: UN-Sicherheitsrat tagt nach Angriff in Syrien

Nach dem Militärangriff der USA, Frankreichs und Großbritanniens in Syrien wird der UN-Sicherheitsrat noch am Samstag zusammenkommen. Die Sitzung sei auf Bitten Russlands einberufen worden, teilte die peruanische Ratspräsidentschaft mit. Das Treffen soll demnach um 11.00 Uhr (Ortszeit/17.00 Uhr MESZ) beginnen. 

14.45 Uhr: Erdogan warnt vor weiterer Eskalation in Syrien

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach den westlichen Luftangriffen auf syrische Einrichtungen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts gewarnt. Es sei wichtig, dass sich die Spannungen nicht noch ausweiteten, sagte er laut Nachrichtenagentur Anadolou am Samstag bei einem Telefongespräch mit der britischen Premierminister Theresa May. Nur eine politische Lösung könne zu einem dauerhaften Frieden in dem Land führen.

14.25 Uhr: Trump: "Perfekt ausgeführter Angriff. Mission erfüllt!"

US-Präsident Donald Trump hat die westlichen Raketenangriffe in Syrien als "perfekt ausgeführte Angriffe" gelobt. "Mission erfüllt!", schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Angriffe "hätten kein besseres Ergebnis haben können". Er betonte: "Danke an Frankreich und das Vereinigte Königreich für ihre Klugheit und die Stärke ihres ausgezeichneten Militärs." 

13.30 Uhr: Experten der OPCW setzen Arbeit in Syrien fort

Die Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) setzen ihren Einsatz zur Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffs im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus ungeachtet der nächtlichen Luftangriffe auf Ziele in Syrien fort. Dass teilte die Organisation am Samstag in Den Haag mit. Es gehe darum, die Behauptungen über den Einsatz von Chemiewaffen vor einer Woche in der damals noch von Rebellen kontrollierten Stadt Duma in der Region Ost-Ghuta zu überprüfen.

13.01 Uhr: Mogherini: Eskalation mit weltweiten Folgen vermeiden

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat vor einer Eskalation der Syrienkrise mit unabsehbaren Folgen gewarnt.
"Wir haben ein gemeinsames Ziel, jede Gewalteskalation zu vermeiden, die die Syrienkrise in einen größeren regionalen Konflikt verwandeln könnte - mit unkalkulierbaren Folgen für den Nahen Osten und sogar die ganze Welt", sagte Mogherini am Samstag im Namen der 28 EU-Staaten. Der Konflikt könne nur auf politischem Wege gelöst werden.

12.50 Uhr: Experte: Militärschlag bringt Syrien dem Frieden keinen Schritt näher

Der westliche Militärschlag gegen Syrien hat die strategische Lage in dem Bürgerkriegsland nach Einschätzung eines Experten nicht geändert. "Einem Ende des Krieges, geschweige denn einem echten Frieden, sind wir keinen Schritt näher", sagte Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei man von diesem Ziel "auch nicht weiter weg als zuvor".

Der syrische Präsident Baschar al-Assad und seine Regierung würden in den nächsten Tagen und Wochen sicher zeigen wollen, dass sie durch die Militärschläge nicht geschwächt seien. "Und einige der verbliebenen Rebellenverbände könnten sich ermutigt fühlen, jetzt noch einmal an einzelnen Orten in die Offensive zu gehen", sagte Perthes. "Und sei es nur um zu zeigen, dass auch sie nicht besiegt sind." Hieraus ergebe sich die Gefahr einer neuen Eskalation, nicht zuletzt im Norden und im Südwesten des Landes.

12.37 Uhr: Paris warnt: Bei neuem Chemiewaffeneinsatz neue Intervention

Nach den Luftschlägen in Syrien hat Frankreich für den Fall eines neuen Einsatzes von Chemiewaffen eine weitere Intervention angedroht. "In der Chemiewaffen-Frage gibt es eine rote Linie, die man nicht überschreiten darf", sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstag im Sender BFMTV, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete. Falls diese Linie erneut überschritten werde, "würde es eine weitere Intervention geben". Er fügte hinzu: "Aber ich denke, dass die Lektion verstanden wird."

12.35 Uhr: Assad: "Aggression" wird Syrer nur noch entschlossener machen

Der Angriff wird den Zusammenhalt im Land nach Ansicht von Präsident Baschar al-Assad weiter stärken. "Die Aggression wird Syrien und die Syrer noch entschlossener machen, weiterzukämpfen und den Terror in jedem Teil des Landes zu zerschlagen", ließ Al-Assad am Samstag über die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichten. Er spielte damit auf den Kampf gegen Rebellen in dem Land an.

12.28 Uhr: China kritisiert Luftangriffe des Westens in Syrien

China hat die westlichen Luftangriffe in Syrien als Verstoß gegen internationales Recht kritisiert. "Wir lehnen den Einsatz von Gewalt in den internationalen Beziehungen stets ab und setzen uns dafür ein, die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität aller Länder zu respektieren", erklärte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Samstag. Jede einseitige militärische Maßnahmen ohne Mandat des UN-Sicherheitsrats verkompliziere den Syrien-Konflikt.

Peking rief alle Konfliktparteien auf, sich wieder an internationales Recht zu halten und nach einer "politischen Lösung" zu suchen. Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 legte China allerdings mehrfach sein Veto gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu Syrien ein.

12.20 Uhr: Trotz Syrien-Angriff: Macron reist nach Russland

Trotz der Luftschläge gegen syrische Einrichtungen bleibt es bei der geplanten Reise des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron nach Russland Ende Mai. Der Besuch des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Peterburg sei davon nicht in Frage gestellt, sagte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstag dem Fernsehsender BFMTV. Macron wurde von Präsident Wladimir Putin zu dem Wirtschaftsform geladen, das am 24. und 25. Mai stattfindet.  

11.43 Uhr: USA, Frankreich, Großbritannien wollen Nato über Syrien informieren

Die USA, Frankreich und Großbritannien wollen nach den Angriffen in Syrien ihre Nato-Partner am Samstag in einer Sondersitzung informieren. Der Nordatlantikrat - das oberste Entscheidungsgremium der Nato - werde am Nachmittag zusammenkommen, verlautete aus Nato-Kreisen in Brüssel. Das Gremium trifft sich in der Regel einmal pro Woche auf Ebene der Botschafter und etwa halbjährlich auf Ebene der Außen- und Verteidigungsminister.

11.58 Uhr: Frankreich stützt Vorwurf gegen Damaskus nicht auf Proben

Frankreich hat seine Chemiewaffen-Vorwürfe gegen die syrische Regierung näher erläutert. "Die von Frankreich und seinen Alliierten zusammengetragenen Elemente stellen ein ausreichendes Bündel an Beweisen dar, um die Verantwortung für die Chemieattacken vom 7. April dem syrischen Regime zuzuschreiben", heißt es in einer Analyse, die das Pariser Außenministerium am Samstag veröffentlichte. Bei dem Giftgasangriff auf die Stadt Duma in der Region Ost-Ghuta waren nach Angaben der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme mindestens 42 Menschen getötet worden.

11.36 Uhr: Paris: Chemiewaffen-Arsenal in Syrien zu "großem Teil" zerstört

Bei den westlichen Luftangriffe ist das syrische Chemiewaffen-Arsenal nach Angaben der französischen Regierung "zu einem großen Teil" zerstört worden. Das gab Außenminister Jean-Yves Le Drian am Samstagvormittag in Paris bekannt, nachdem die Streitkräfte Frankreichs, der USA und Großbritanniens in der Nacht Ziele in Syrien mit Raketen angegriffen hatten. Er führte weiter aus, Frankreich verfüge über "verlässliche Informationen", dass die syrische Staatsführung hinter dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff vom 7. April in der Stadt Duma stecke.

11.34 Uhr: Syrische Regierung übernimmt volle Kontrolle von Duma in Ost-Ghuta

Nach wochenlangen Kämpfen hat die syrische Regierung die volle Kontrolle über die einstige Rebellenhochburg Duma im Gebiet Ost-Ghuta übernommen. Der letzte Konvoi mit islamistischen Rebellen habe die Stadt östlich von Damaskus am Samstagmorgen verlassen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Damit ist Ost-Ghuta nach etwa fünfjähriger Belagerung von der syrischen Armee zurückerobert worden.

11.21 Uhr: Frankreich: Angriffe in enger Zusammenarbeit geflogen

Die Angriffe sind nach Angaben aus Paris in schneller und enger Zusammenarbeit beschlossen worden. Man sei sich sehr schnell über die Ziele einig gewesen, hieß es am Samstag aus Diplomatenkreisen. Man habe sich auf Lager- und Produktionsstätten chemischer Waffen konzentriert, andere Ziele wie Flughäfen habe man nicht in Erwägung gezogen.

Französische Diplomaten sprachen von einer komplexen Operation. Sie habe eine intensive Koordination verlangt, denn die Raketen seien von verschiedenen Standorten abgefeuert worden. Die französischen Streitkräfte feuerten demnach zwölf Raketen auf zwei Ziele in Homs.

11.19 Uhr: Russland: Großteil der eingesetzten Geschosse abgefangen

Bei dem Angriff auf Ziele in Syrien ist nach russischen Angaben ein Großteil der Geschosse abgefangen worden. Die syrische Luftabwehr habe 71 der 103 Marschflugkörper abgeschossen, teilte Generaloberst Sergej Rudskoj vom russischen Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Es habe keine Todesopfer gegeben, einige Menschen seien leicht verletzt worden.

Die USA, Großbritannien und Frankreich hatten in der Nacht zum Samstag Ziele in Syrien angegriffen. Dies wird mit Vergeltung für den Einsatz von Chemiewaffen begründet, für den der Westen Syriens Regierung unter Baschar al-Assad verantwortlich macht und bei dem zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Russland ist einer der engsten Verbündeten der syrischen Regierung.

11.15 Uhr: Theresa May: Angriffe auf Syrien waren "richtig und legal"

Die britische Premierministerin Theresa May hat die Luftangriffe auf Ziele in Syrien als "begrenzt, gezielt und effektiv" bezeichnet. Die Angriffe sollten die Fähigkeit des dortigen Regimes schwächen, Chemiewaffen zu entwickeln und zu nutzen, sagte May am Samstag vor Journalisten in London. Sie sei vom Erfolg des gemeinsam mit den USA und Frankreich vorgenommenen Militärschlags überzeugt. Der Gebrauch von Chemiewaffen müsse gestoppt werden.

"Wir haben keine Wahl", betonte May in der Downing Street. Der Vergeltungsschlag sei "richtig und legal" gewesen. Der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, hatte zuvor die Angriffe als rechtlich fragwürdig bezeichnet. Er hatte ein Mitspracherecht des Parlaments an der Entscheidung gefordert. "Bomben retten keine Leben und bringen keinen Frieden", sagte Corbyn.

10.15 Uhr: Merkel: Bundesregierung unterstützt Militäreinsatz gegen Syrien

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Angriffe der drei Westmächte auf Ziele in Syrien unterstützt. "Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen", erklärte die Kanzlerin am Samstag.

Ziel der gezielten Luftschläge sei es gewesen, "die Fähigkeit des Regimes zum Chemiewaffeneinsatz zu beschneiden und es von weiteren Verstößen gegen die Chemiewaffenkonvention abzuhalten". Die Kanzlerin weiter: "Wir unterstützen es, dass unsere amerikanischen, britischen und französischen Verbündeten als ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in dieser Weise Verantwortung übernommen haben."

Merkel rief dazu auf, "einer Erosion der Chemiewaffenkonvention"
entgegenzuwirken. "Deutschland wird alle diplomatischen Schritte in diese Richtung entschlossen unterstützen."  

10.00 Uhr: Britischer Verteidigungsminister: Militärschlag war sehr erfolgreich

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson hat den Angriff auf syrische Einrichtungen als "sehr erfolgreiche Mission" bezeichnet. Angesichts der leidenden unschuldigen Männer, Frauen und Kinder habe gehandelt werden müssen, sagte Williamson am Samstag dem Sender BBC. Alle an dem Militärschlag beteiligten Soldaten seien gesund zurückgekommen.

Großbritannien, die USA und Frankreich hatten den Angriff wenige Stunden zuvor gemeinsam vorgenommen. Vier britische Kampfflugzeuge beschossen eine Militäreinrichtung nahe Homs mit Marschflugkörpern. Es soll sich dabei um ein Lager für Chemiewaffen handeln. 

9.55 Uhr: Putin fordert wegen Syrien Sitzung des UN-Sicherheitsrates

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach dem militärischen Angriff der Westmächte auf syrische Einrichtungen eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Der Angriff werde auf das Schärfste verurteilt, teilte der Kreml am Samstag in Moskau mit.

9.20 Uhr: Israel äußert Verständnis für Angriff der Westmächte in Syrien

Israel hat Verständnis für den Angriff der Westmächte auf Syrien geäußert. "Im vergangenen Jahr hat US-Präsident (Donald) Trump klargemacht, dass der Einsatz von Chemiewaffen das Überschreiten einer roten Linie bedeutet", sagte ein ranghoher israelischer Repräsentant am Samstag.

"Heute Nacht sind die USA, Frankreich und Großbritannien unter US-Führung entsprechend vorgegangen. Syrien begeht weiterhin mörderische Taten und bietet die Basis für andere Aktionen auch des Irans, die sein Land, seine Truppen und seine Führung in Gefahr bringen", sagte er.

8.50 Uhr: Russland droht mit Konsequenzen

"Wir sind wieder bedroht worden", hieß es in einer Erklärung des russischen Botschafters in Washington, Anatoli Antonow, auf Twitter. "Wir haben gewarnt, dass solche Aktionen nicht ohne Konsequenzen sein werden." Alle Verantwortung dafür hätten nun die Regierungen in Washington, London und Paris zu tragen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, schrieb auf Facebook, es gebe weiterhin keine Beweise für den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Duma. 

8.33 Uhr: Syriens Armeeführung: Rund 110 Raketen bei Angriff abgefeuert

Bei dem Angriff auf Syrien sind nach Angaben der syrischen Armee rund 110 Raketen abgefeuert worden. Die meisten von ihnen seien abgefangen worden, teilte ein Sprecher der Armeeführung am Samstag in Damaskus mimt. Der Angriff begann demnach um 3.55 Uhr Ortszeit (2.55 MESZ) und richtete sich gegen Ziele in der Hauptstadt Damaskus und anderenorts.

Beschädigt worden sei unter anderem eines der Gebäude eines Forschungszentrums in Barsah nördlich von Damaskus, hieß es weiter. Bei der Explosion in der Nähe der Stadt Homs seien drei Zivilisten verletzt worden. Derartige Angriffe hielten die syrische Armee und ihre Verbündeten nicht davon ab, weiter das zu vernichten, was von "bewaffneten Terrorgruppen" übrig geblieben sei. Die "Aggression" steigere die Entschlossenheit der Armee zur Verteidigung.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde auch der Militärflughafen Dumair östlich von Damaskus angegriffen. Die syrische Luftabwehr habe alle zwölf Geschosse abgefangen, hieß es in Moskau. Russland ist ein enger Verbündeter der syrischen Regierung. 

7.48 Uhr: Damaskus verurteilt "barbarische und brutale Aggression"

In einer ersten Reaktion auf die westlichen Raketen-Angriffe hat die syrische Führung eine "barbarische und brutale Aggression" angeprangert. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana zitierte am Samstagmorgen eine Quelle im Außenministerium in Damaskus, die dem Westen vorwarf, mit den Angriffen die für Samstag geplant Untersuchungsmission der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) zu verhindern. Auf diese Weise wolle der Westen "seine Lügen" hinsichtlich eines angeblichen Chemiewaffenangriffs in der Stadt Duma kaschieren.

7.36 Uhr: Moskau: Mehr als hundert Raketen auf Syrien abgefeuert

Bei ihren Angriffen auf Ziele in Syrien haben die USA, Großbritannien und Frankreich nach russischen Angaben mehr als hundert Raketen abgefeuert. Mehr als hundert Marschflugkörper und Luft-Boden-Raketen seien "vom Meer und aus der Luft auf syrische militärische und zivile Ziele" geschossen worden, zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Samstag eine Erklärung des Verteidigungsministeriums in Moskau. Eine "bedeutende Zahl" dieser Raketen sei von der syrischen Luftabwehr abgeschossen worden.

7.06 Uhr: Iran warnt vor "regionalen Konsequenzen" der westlichen Angriffe in Syrien

Der Iran hat vor "regionalen Konsequenzen" der westlichen Angriffe in Syrien gewarnt. "Die USA und ihre Verbündeten haben keinerlei Beweise und haben ohne überhaupt die Stellungnahme der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) abzuwarten, diesen Militärschlag ausgeführt", teilte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Samstag über den Kurzbotschaftendienst Telegram mit. OPCW-Experten wollten am Samstag in Syrien mit den Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff der Regierungstruppen auf die Stadt Duma am 7. April beginnen.

6.59 Uhr: Moskau: Keine westlichen Angriffe in der Nähe russischer Stützpunkte

Die westlichen Angriffe in Syrien haben nach Angaben aus Moskau keine Ziele in der Nähe der russischen Stützpunkte getroffen. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Samstag mit, es seien keine Raketen der USA und ihrer Verbündeten in den "Verantwortungsbereich" der russischen Luftabwehr an den Stützpunkten Tartus und Hmeimim eingedrungen. Die russischen Streitkräfte unterhalten in Tartus einen Marinestützpunkt und in Hmeimim einen Stützpunkt für die Luftwaffe.

5.02 Uhr: Moskau droht Westen nach Syrien-Angriffen mit "Konsequenzen"

Moskau hat nach den westlichen Angriffen in Syrien mit "Konsequenzen" gedroht. Die Verantwortung dafür liege bei Washington, London und Paris, teilte der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Russland unterstützt im syrischen Bürgerkrieg Machthaber Baschar al-Assad.

4.55 Uhr: Mattis: Luftangriffe in Syrien vorerst beendet

Die gemeinsamen Luftangriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens in Syrien sind nach US-Angaben vorerst beendet. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte am Freitagabend (Ortszeit) vor Journalisten im Pentagon, "derzeit" seinen keine weiteren Angriffe geplant. Sollte der syrische Machthaber Baschar al-Assad erneut Chemiewaffen einsetzen, seien weitere Angriffe möglich.

4.39 Uhr: Pentagon: Angriff des Westens in Syrien war begrenzt auf drei Ziele

Die Militärschläge gegen Syrien haben sich nach Angaben des US Verteidigungsministeriums gegen drei Ziele gerichtet. Es habe sich um eine begrenzte Aktion gehandelt und es sei kein zusätzlicher Schlag geplant, sagte US-Verteidigungsminister James Mattis in der Nacht zu Samstag im Pentagon.

4.02 Uhr: Militäreinrichtungen und Forschungszentren in Syrien getroffen

Die westlichen Angriffe in Syrien haben nach Angaben von Aktivisten mehrere Militäreinrichtungen und chemische Forschungszentren in der Hauptstadt Damaskus und der näheren Umgebung getroffen. Darüber hinaus hätten die USA, Frankreich und Großbritannien die Basis der Republikanischen Garde angegriffen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstagmorgen mit. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor Angriffe als Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Regierung angekündigt.

3.20 Uhr: US-Präsident: Angriffe auf Syrien haben begonnen

Die USA haben zusammen mit Großbritannien und Frankreich einen Angriff in Syrien gestartet. Die US-Streitkräfte würden "Präzisionsschläge" gegen Ziele vornehmen, die mit den Chemiewaffen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad in Zusammenhang stünden, sagte Präsident Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) in Washington. AFP-Reporter berichteten kurz darauf von mehreren schweren Explosionen in der syrischen Hauptstadt Damaskus.

13. April: Moskau : Großbritannien an Inszenierung von Giftgasangriff maßgeblich beteiligt

Nach russischer Darstellung soll London den mutmaßlichen Giftgasangriff in der syrischen Stadt Duma inszeniert haben. "Wir haben Beweise, dass Großbritannien an der Organisation dieser Provokation in Ost-Ghuta direkt beteiligt ist", sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, in Moskau. London habe bei der Inszenierung des mutmaßlichen Giftgasangriffs "starken Druck" auf die Zivilschutzorganisation der Weißhelme ausgeübt. Es gebe Material, das dies bestätigen würde, sagte er der Agentur Tass zufolge. Weitere Details nannte er nicht. Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow bereits allgemeiner formuliert, der Geheimdienst eines "bestimmten Staates, der jetzt an vorderster Front einer antirussischen Kampagne" stehe, sei in die Inszenierung verwickelt.

Die britische UN-Botschaftertin Karen Pierce kommentierte die Vorwürfe am Freitag mit den Worten: "Es ist die schlimmste Fakenews, die wir bisher von der russischen Propagandamaschine gesehen haben."

13. April: Lawrow: Chemiewaffeneinsatz in Syrien war inszeniert

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien erneut als Inszenierung bezeichnet. "Wir haben unwiderlegbare Informationen, dass dies eine neuerliche Inszenierung von Geheimdiensten eines Staates war, der sich darum reißt, in der ersten Reihe der russophoben Kampagne zu stehen", sagte Lawrow in Moskau. Russland wirft vor allem den USA immer wieder vor, eine antirussische Stimmung zu schüren. Washington beschuldigt die syrische Armee, beim Kampf um die Stadt Duma Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Lawrow rief die USA angesichts ihrer Drohung mit einem Militäreinsatz auf, keine Ultimaten zu stellen.

13. April: Syrien stellt sich auf Angriff ein - Damaskus in Alarmbereitschaft

Nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einem Militärschlag stellt sich Syrien auf einen eventuellen Luftangriff ein. Aus regierungsnahen Kreisen hieß es, zahlreiche staatliche und militärische Einrichtungen in der Hauptstadt Damaskus seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. In vielen Behörden sei die Zahl der anwesenden Mitarbeiter verringert worden. Ein DPA-Reporter meldete, in den vergangenen Tagen habe der Verkehr auf den Straßen der Hauptstadt deutlich abgenommen.

Das Weiße Haus hatte am Donnerstag erklärt, eine Entscheidung über einen Militäreinsatz als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff der syrischen Regierung sei noch nicht gefallen. Zunächst sollten weitere Geheimdiensterkenntnisse ausgewertet werden. Ermittler der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sollen ab Samstag in Syrien mit Untersuchungen beginnen.

13. April: Paris will Beschluss über mögliche Militärschläge geheim halten

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will nach den Worten eines engen Vertrauten eine mögliche Entscheidung über Militärschläge in Syrien geheim halten. "Falls die Schläge beschlossen werden, werde ich es Ihnen nicht sagen", sagte der Chef der Präsidentenpartei La République en Marche, Christophe Castaner, am Freitag den Sendern BFMTV und RMC. "Und der Präsident der Republik (Macron) wird es Ihnen nicht sagen", fügte er hinzu.

Macron hatte am Donnerstag in einem TV-Interview gesagt, Frankreich habe den Beweis für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung. Er nannte dabei keinen Zeitpunkt für eine Entscheidung über einen möglichen Militärschlag und wies auf Kontakte mit seinem US-Amtskollegen Donald Trump hin. Macron hatte den Einsatz von Chemiewaffen mehrfach als "rote Linie" bezeichnet.

Ein möglicher Beschluss solle nicht öffentlich gemacht werden, um die "Qualität des Einsatzes" und die beteiligten Menschen nicht zu gefährden, sagte Castaner, der in der Mitte-Regierung Staatssekretär für die Beziehungen zum Parlament ist. Die Interessen Frankreichs müssten geschützt werden.

12. April: Erste Chemiewaffen-Experten in Duma erwartet

Nach dem mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf die syrische Stadt Duma sollen erste Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) nach syrischen Angaben bereits am Donnerstag zu Ermittlungen in Syrien eintreffen. Zwei Gruppen von Experten würden am Donnerstag und Freitag im Land erwartet, sagte der syrische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Baschar Dschaafari, in New York. Bei einem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz der syrischen Truppen waren am Samstag in Duma in der Region Ost-Ghuta dutzende Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden.

12. April: Merkel schließt Beteiligung an Militärschlag gegen Syrien aus

Bundeskanzlerin (CDU) hat eine deutsche Beteiligung an einem Militärschlag in Syrien ausgeschlossen. "Aber wir sehen und unterstützen, dass alles getan wird, um Zeichen zu setzen, damit dieser Einsatz von Chemiewaffen nicht akzeptabel ist", sagte sie bei einem Besuch des dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen in Berlin.

12. April: Erdogan nennt Assad "Mörder" - Beratungen mit Trump und Putin

Nach der US-Drohung mit einem Angriff auf Syrien hat sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in die Krise eingeschaltet und vor einer weiteren Eskalation gewarnt. Erdogan sagte in Ankara, nach einem Telefonat mit US-Präsident wolle er auch mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin beraten. Dabei gehe es darum, "wie wir dieses chemische Massaker gemeinsam stoppen können". Erdogan griff erneut Syriens Präsidenten Baschar al-Assad an, den er für Chemiewaffenangriffe verantwortlich machte und erneut einen "Mörder" nannte.

Erdogan kritisierte, "dass manche Länder Syrien regelrecht in ein Gebiet fürs Armdrücken verwandeln". Wegen dieses "Theaters", das in Syrien gespielt werde, sei die Welt "der größten Bedrohung der jüngsten Zeit" ausgesetzt. Die Türkei unterstützt in Syrien Rebellen, und der Iran die Assad-Regierung. Trotz der gegensätzlichen Positionen engagiert sich Erdogan gemeinsam mit Putin und dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani für eine Lösung in Syrien.

12. April: Frankreich will über Beweis für Einsatz von Chemiewaffen verfügen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den syrischen Machthaber für den jüngsten mutmaßlichen Giftgasangriff verantwortlich gemacht: Für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung gebe es einen "Beweis", sagte Macron in einem Interview mit dem Fernsehsender TF1. Er kündigte erneut eine Reaktion an, ohne sich auf einen Zeitraum festzulegen.

Macron sagte: "Wir haben den Beweis, dass in der vergangenen Woche (...) Chemiewaffen eingesetzt wurden, mindestens Chlorgas, und dass sie von dem Regime Baschar al-Assads eingesetzt wurden." Frankreich werde dann reagieren, "wenn wir es für am sinnvollsten und wirkungsvollsten halten".

12. April: Donald Trump: "Habe nie gesagt, dass ich Syrien schnell angreife"

Der US-Präsident hat sich erneut via Twitter zu einem möglichen US-Raketenangriff in Syrien geäußert. "Ich habe nie gesagt, wann der Angriff stattfinden wird. Könnte bald sein, könnte nicht so bald sein. Abgesehen davon hat die Regierung unter meiner Führung einen großartigen Job in Syrien gemacht, indem sie den IS aus der Region vertrieben hat. Wo bleibt ein 'Danke schön Amerika'?", schrieb Trump in dem Kurznachrichtendienst. Noch vor rund 24 Stunden hatte Trump in einen Tweet mit harschen Worten einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt und dabei auch indirekt Russland gedroht, das auf Seiten von Syriens Machthaber Baschar al Assad kämpft.

12. April: Russischer Politiker rechnet nicht mit US-Angriff in Syrien

Ein russischer Verteidigungspolitiker rechnet nicht mit einem Angriff der USA in Syrien. "Dazu wird es nicht kommen. Bislang gibt es dafür keine Voraussetzungen", sagte der Vorsitzendes des Verteidigungsausschusses in der Staatsduma, Wladimir Schamanow, in St. Petersburg. Die Lage sei nicht einfach, aber bislang stabil, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Schamanow betonte, er erwarte, dass alles zivilisiert ablaufe.

12. April: Rebellen in Duma geben schwere Waffen ab

Die letzten in der syrischen Stadt Duma verbliebenen Rebellen haben nach Angaben von Aktivisten ihre schweren Waffen an die russische Militärpolizei abgegeben. Das teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Der Anführer der Gruppe Dschaisch al Islam, Issam Buwaidani, habe die Enklave in Richtung Norden verlassen.

12. April: Russische Armee: Syrische Regierung kontrolliert ganz Ost-Ghuta

Syrische Regierungstruppen haben die Rebellenhochburg Ost-Ghuta bei Damaskus nach russischen Angaben vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Fahne der syrischen Regierung sei auf einem Gebäude der Stadt Duma gehisst worden, erklärte der russische General Juri Jewtuschenko nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Dies bedeute, dass die syrische Regierung "die Kontrolle über diese Stadt und folglich über ganz Ost-Ghuta hat".  

12. April: Airlines ändern wegen Sicherheitsbedenken Flugplan im Nahen Osten

Angesichts der Spannungen wegen eines möglichen Militäreinsatzes der USA und anderer Staaten gegen Syrien haben mehrere Airlines in der Region ihre Flüge vorübergehend umgeleitet. Die libanesische Middle East Airlines änderte ihre Flugrouten zunächst bis Freitagabend. Kuwait Airways strich von Donnerstag an bis auf weiteres alle Flüge zwischen Kuwait-Stadt und der libanesischen Hauptstadt Beirut.  Zuvor hatte die Luftraumüberwachung Eurocontrol alle Airlines auf mögliche Probleme im östlichen Mittelmeer hingewiesen. Wegen des andauernden Bürgerkriegs meiden die meisten Fluglinien seit geraumer Zeit den syrischen Luftraum.

12. April: UN-Sicherheitsrat muss Kontrollverlust in Syrienkonflikt verhindern

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, hat den UN-Sicherheitsrat aufgefordert, zu verhindern, dass der Syrienkrieg unkontrollierbar wird. Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates müssten dafür sorgen, dass die "Situation nicht außer Kontrolle" gerate, warnte Guterres. Er zeigte sich "tief beunruhigt" über die derzeitige Spaltung des Sicherheitsrates in der Syrien-Frage.

12. April: Dringlichkeitssitzung des britischen Kabinetts zu Syrien angesetzt

Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat eine Dringlichkeitssitzung ihres Kabinetts zum Syrienkonflikt einberufen. Dabei werde Großbritanniens Reaktion auf den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Syrien diskutiert, teilte ihr Büro mit.

UN-Botschafter Haley und Nebensia: Erst Küsschen, dann Veto: Hier kommen sich Russland und die USA ziemlich nah

11. April: Weißes Haus: Militärschlag in Syrien nicht die einzige Option

Ein Militärschlag der USA gegen Syrien ist nach Aussage des Weißen Hauses nicht die einzige US-Option zur Lösung der Syrien-Krise. "Es ist sicher eine Option, aber das heißt nicht, dass es die alleinige Option ist", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Zunächst sollten die Gespräche mit den Partnern Israel, Saudi-Arabien, Frankreich und Großbritannien fortgeführt werden. Es gebe keinen Zeitplan, sagte Sanders.

11. April: USA werten Informationen zu mutmaßlichen Giftgasangriff noch aus

Die USA arbeiten nach Darstellung von Verteidigungsminister James Mattis noch daran, Informationen zu dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien zu prüfen. Als Mattis gefragt wurde, ob er genügend Beweise dafür gesehen habe, um die syrische Regierung für den Angriff zu beschuldigen, sagte er: "Wir sind noch dabei, die Geheimdienstinformationen auszuwerten, wir selbst und unsere Verbündeten. Wir arbeiten noch daran." Das Pentagon sei bereit, Trump militärische Optionen zur Verfügung zu stellen, erklärte er.

11. April: Russland bezeichnet Trump-Drohung als kontraproduktiv

Russland hat die Drohung von US-Präsident Donald Trump nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff im Syrienkrieg als kontraproduktiv bezeichnet. "Die Raketen sollten in Richtung der Terroristen fliegen und nicht in die der legitimen Regierung", schrieb die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, auf Facebook.

11. April: Donald Trump droht Russland: Die Raketen werden kommen

Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinangriff in Syrien hat US-Präsident Donald Trump Russland damit gedroht, dass ein Militärschlag unmittelbar bevorstehe. "Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach' Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (...)", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

11. April: Kreml: USA dürfen Situation in Syrien nicht destabilisieren

Der Kreml hat die USA zur Besonnenheit nach den Giftgasvorwürfen in Syrien aufgerufen. "Hoffentlich vermeiden alle Länder Schritte", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow  der Agentur Tass zufolge. Dies gelte vor allem für Maßnahmen, die die ohnehin fragile Situation in der Region weiter destabilisieren könnten. Die USA hatten zuvor militärische Schritte als Antwort auf einen mutmaßlichen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta nicht ausgeschlossen. Washington macht die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad dafür verantwortlich. Russland erklärte hingegen, die Rebellen hätten den Angriff lediglich inszeniert. Moskau ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

11. April: Merkel sieht "schwere Indizien" für Giftgas-Einsatz durch Assad

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der syrischen Regierung von Präsident Baschar al Assad erstmals eine mögliche Verantwortung für den mutmaßlichen Giftgas-Einsatz in der syrischen Stadt Duma zugewiesen. "Es gibt schwere Indizien, die in Richtung des syrischen Regimes zeigen. Auf der Grundlage werden dann auch die weiteren Bewertungen durchgeführt werden", sagte Merkel im brandenburgischen Meseberg. Bisher hatte sie auf eine Schuldzuweisung verzichtet.

11. April: Russland warnt vor westlichen Vergeltungsangriffen in Syrien

Nach dem mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien hat Russland den Westen vor einem Vergeltungsangriff gewarnt. Es müsse alles vermieden werden, "was die bereits instabile Lage in der Region destabilisieren würde", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. "Alle Seiten" müssten Schritte unterlassen, die in Wirklichkeit "durch nichts gerechtfertigt" seien. Die Lage sei bereits "sehr angespannt". Die USA und andere westliche Staaten machen die Truppen von Syriens Machthaber Baschar al Assad für mutmaßliche Giftgasangriffe in der syrischen Stadt Duma Anfang April verantwortlich. Derzeit wird über einen möglichen Vergeltungsangriff der USA und ihrer Verbündeten, insbesondere Frankreich, spekuliert. Das mit Assad verbündete Russland bestreitet, dass es einen Giftgasangriff gegeben hat.

nik/fs/wue/DPA/AFP