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Manfred Stolpe: Der Unkaputtbare

Er ließ sich mit der Stasi ein, hat Brandenburg abgewirtschaftet und sieht als Verkehrsminister dem Mautdebakel hilflos zu. Aber Manfred Stolpe ist nicht kleinzukriegen. Ein "Dickschädel", sagt seine Frau. Ein Opportunist, sagen seine Gegner.

Es war sechs Uhr früh, als im Schlafzimmer des Ehepaares Stolpe der Radiowecker piepte. Im Halbschlaf hörte Ingrid Stolpe den Nachrichtensprecher sagen: "Manfred Stolpe, der frühere Ministerpräsident Brandenburgs, geht ins Bundeskabinett. Er wird neuer Minister für Verkehr, Bau und den Aufbau Ost." Auf einen Schlag hellwach setzte sie sich im Bett auf und starrte ihren Mann an. "Du bist doch total verrückt geworden", schimpfte sie. "Das kann doch wohl nicht wahr sein. Du bist doch jetzt der Älteste im Kabinett." Stolpe schüttelte den Kopf. "Nee, der Schily ist noch älter als ich."

So schnell kann man bei Gerhard Schröder Minister werden. Über Nacht und wie im Schlaf - wie Manfred Stolpe im Oktober 2002. Das Ganze soll sich so zugetragen haben: Wolfgang Tiefensee, den Schröder viel lieber ins Kabinett geholt hätte, wollte Oberbürgermeister von Leipzig bleiben. Doch der Kanzler brauchte einen prominenten Ober-Ossi in der Regierung. Als Stimmenfänger - und zur Beruhigung ostdeutscher Befindlichkeiten. "Entweder du machst das jetzt, oder es gibt nichts für die Ostdeutschen", habe Schröder ihm daher in jener Nacht gedroht, sagt Stolpe. Da habe er halt genickt, weil er sich "in der Pflicht" fühlte.

Kurz nach zwei Uhr nachts schließlich kam der Mann nach Hause in seine gelb getünchte Villa, war designierter Minister, bleiern müde und weckte seine Frau nicht. So konnte er den Augenblick noch ein wenig hinausschieben, da er seiner Frau sagen musste, dass es wieder nichts werden würde mit dem ruhigen Rentnerleben, auf das sie sich so gefreut hatte.

Geschickt und gezielt eingefädelt

Er sei förmlich ins Amt genötigt worden - das ist Stolpes Version. Abnehmen muss man sie ihm nicht. Insider behaupten, dass er diesen Coup geschickt und gezielt eingefädelt hat. Schließlich war er es, der dem Kanzler Tiefensee fürs Kabinett empfohlen hatte. Stolpe war nach Leipzig gefahren, hatte mit dem Oberbürgermeister und dessen Frau am Kaffeetisch gesessen. Hätte er danach nicht wissen können, dass Tiefensee nicht Minister werden wollte? Dem Kanzler jedenfalls sagte Stolpe nichts. Weil er sich ausrechnete, dass die Wahl dann auf ihn fallen würde? Stolpe weist das von sich wie einen unsittlichen Antrag. "Das war kein cleveres Intrigenspiel. Tiefensee war der Wunschkandidat. Ich bin der Lückenbüßer", versichert er mit arglosem Augenaufschlag.

So kompliziert ist das mit ihm. Stolpe hat viele Gesichter. Er arrangiert sich mit allen und mit jedem System. Er wechselt problemlos die Weltanschauung, geschmeidig bis zur Selbstverleugnung. Als Chamäleon schmähen ihn die Kritiker. Was aber ist authentisch an diesem Manfred Stolpe, dem abrupte Kurswechsel nichts anhaben können und den politische Niederlagen nie daran hinderten, die Karriereleiter immer höher zu steigen?

Schon als Ministerpräsident von Brandenburg, was er von 1990 bis 2002 war, redete Stolpe gern und viel, sagte aber wenig. Um lästige Detailfragen scherte er sich kaum. Stolpe versuchte, in dem kleinen Bundesland rund um Berlin eine Art Mini-DDR zu konservieren ("Wir tragen das Etikett der ,kleinen DDR" mit Stolz."). Doch der von Wirtschaftskenntnissen unbeleckte DDR-Jurist legte eine spektakuläre Millionenpleite nach der nächsten hin, setzte unterm Strich eine viertel Milliarde Euro Steuergelder in den märkischen Sand: Der Cargolifter blieb bankrott am Boden. Auf dem geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg wird nie eine Maschine landen. Die Chipfabrik in Frankfurt/Oder stürzte gerade schon während der Planung ein. Und mit der Rennstrecke am Lausitzring fuhr Stolpe 123 Millionen Euro an die Wand. Nach einer bundesweiten Studie der Bertelsmann Stiftung über die wirtschaftliche Entwicklung ist Brandenburg beim Ländervergleich neben Sachsen-Anhalt Schlusslicht

Ein Moderator, der lieber redet

Im Verkehrsministerium geht das so ähnlich weiter. Wo ein Macher hingehörte, der die Dinge anpackt, sitzt ein Moderator, der lieber redet. "Ich bin ein Preuße, der nur seine Pflicht tut", lobt Stolpe sich gern selbst. Geht etwas schief, übernimmt er nie die Verantwortung. In Brandenburg gab er den Investoren oder der Europäischen Union die Schuld. Bei der Maut sieht sich Stolpe als geplagter Erbe, der die Prügel aushalten muss, die Amtsvorgänger Kurt Bodewig verdient.

Die Schuldzuweisung macht er sich zu einfach. Denn als er zum Verkehrsminister aufgestiegen war, zeigte Stolpe erst einmal wenig Interesse für das wichtigste Großprojekt seines Ressorts. Er überließ das Thema Maut seinem Abteilungsleiter. Der wiederum kümmerte sich lieber um den Metrorapid. Warnungen aus dem Verkehrsausschuss und der Spediteure schlug Stolpe in den Wind.

Viel zu spät machte er die Maut zur Chefsache. Und mittlerweile weitet sich die Liste der Mängel, die verhindern, dass der klamme Staat die Lkw-Maut von den Spediteuren kassieren kann, zum Endloskatalog. Über 100 Systemfehler haben Experten inzwischen geortet. Verkehrspolitiker fürchten, dass sich die Maut nun um ein volles Jahr verzögert. Die Bilanz wäre verheerend: Der Staatskasse entstünde ein Schaden in Milliardenhöhe. Schon jetzt liegen planungsfertige Verkehrsprojekte auf Eis.

Seit der Mautpleite verspotten Bundestagsabgeordnete das Ministerium hinter vorgehaltener Hand als "Invalidenhaus". Der klassizistische Prachtbau steht in der Invalidenstraße. Dort, wo Preußenkönig Friedrich der Zweite ein Invalidenhaus für die Verwundeten der Schlesischen Kriege baute, könne jetzt der Totalschaden rot-grüner Verkehrspolitik besichtigt werden.

Ein Job, den jeder kann

Beschweren darf sich der Kanzler nicht. Verkehrsminister ist in seinen Augen wohl ein Job, den jeder kann. Seine Verkehrsminister wechselt er im Jahrestakt. Stolpe ist schon die Nummer vier, aber wenigstens beliebter als seine Vorgänger Franz Müntefering, Reinhard Klimmt und Kurt Bodewig. Kommt Stolpe morgens in die Invalidenstraße, begrüßt er freundlich die Pförtner - manchmal sogar mit Handschlag. Er läuft durchs "Invalidenhaus", klopft hier an eine Tür, hält da ein Schwätzchen. Zu Fasching führt der Minister die Polonaise seiner Mitarbeiter an. So einen beschützen die Leibwächter des Bundeskriminalamtes gern. "Er ist ein sehr angenehmer Chef", lobt ein Bodyguard. "Der ist mit den Leuten", schwärmt ein Staatssekretär.

Das Wohlwollen hat Gründe. Stolpe ist nicht der Chef, der knallharte Anweisungen erteilt. Er formuliert lieber freundliche Bitten. "Ist es möglich, dass sich jemand darum kümmert", schreibt er auf kleine Zettel an seine Mitarbeiter - inklusive der nachgeordneten Behörden sind es 28000.

Stolpe steht vor dem ehemaligen Grenzbahnhof Friedrichstraße, seinem Lieblingsplatz in Berlin. "Weil man hier spürt, wie Ost und West zusammenwächst", sagt er mit sonorer Stimme. Stolpe klingt wie der legendäre Märchenerzähler Hans Paetsch. Doch die kräftige Stimme und der wache Blick passen nicht zu seiner Körpersprache. Er wirkt müde. Tiefe Furchen haben sich in sein Gesicht gegraben. Der Minister geht langsam, macht kleine Schritte, setzt behutsam einen Fuß vor den anderen. Stolpe ist 67. Sein Tag hat 14 Stunden. So ein Amt zehrt. Doch das würde sich der Minister nie eingestehen. Er steht jeden Morgen um 5 Uhr 30 auf. 40 Kniebeugen, 30 Liegestütze. So beginnt sein Tag. "Meine Planung ist, dass es immer zehn Prozent mehr sein sollten, aber das halte ich selten durch."

Am Bahnhof Friedrichstraße begegnet der Stolpe von heute dem Stolpe von gestern. Schon vor dem Mauerbau weilte er hier gern. "Das war für mich der Inbegriff von Weltstadt. Ein Trubel und Gewusel, dass man die deutsche Teilung gar nicht bemerkte."

Er verteidigte Menschenrechtsverletzungen

Der Stolpe von damals redet ganz anders als der von heute. Als Konsistorialpräsident der evangelischen Kirche in der DDR stichelte er gegen die Wiedervereinigung. "Ich finde, es ist auch eine Ermutigung zu erleben, dass es dieses doppelte Deutschland gibt", sagte er. Noch 1989, kurz bevor die Mauer fiel, warnte Stolpe vor dem "friedensgefährdenden Versuch, unabsehbare Irritation in Gang zu setzen". Der Kirchenmann profilierte sich als eifriger Fürsprecher des SED-Regimes, verteidigte sogar Menschenrechtsverletzungen. Stolpe wollte die Toten an der Mauer nicht gezählt wissen. "Friedensfördernd ist das sicher nicht", schimpfte er über die westdeutsche Erfassungsstelle der DDR-Verbrechen in Salzgitter.

Dieser Stolpe hatte gut reden. Als Kirchenmann genoss er das Privileg, jederzeit in den Westen reisen zu dürfen. Dass seine Mitbürger hinter der Mauer eingesperrt waren, fand Stolpe ganz in Ordnung. Menschen, die ausreisen wollten, verspottete er als "sensible Naturen", die ihre "persönlichen Probleme auf ihre Umwelt projizieren". Stacheldraht und Schießbefehl waren damals für Stolpe offenbar kein Problem, sondern eine sinnvolle Sache. "Die Mauer wurde errichtet, um den Einfluss von Störungen und den Abfluss von Menschen zu verhindern." Nach dem Mauerfall war ein gewendeter Stolpe zu besichtigen. Einer, der "das Wunder der Wiedervereinigung" bejubelte. Dem plötzlich Sätze einfielen wie: "Für mich gab es niemals einen Zweifel, dass die Deutschen zusammengehören."

Sind Sie ein Opportunist, Herr Stolpe? Der Minister lächelt gütig. Solche Fragen können ihn nicht aus der Reserve locken. Im Gegenteil. Er senkt die Stimme, blickt sanft und milde, wird noch freundlicher. "Das sind aber interessante Fragen", schmeichelt er. Er übt Selbstkritik, nicht zu viel natürlich, spricht von sich in der dritten Person. "Man hat vielleicht manchmal ein bisschen zu wenig das Gesicht verzogen", sagt er. An die Wiedervereinigung habe er eben einfach nicht geglaubt. Im Übrigen dürfe man seine Worte von damals nicht so auf die Goldwaage legen. "Bestimmte Anpassungsformen in den Äußerungen" seien in der DDR notwendig gewesen. Aber eines weiß er genau: "Ich habe gleichzeitig mehreren tausend Menschen geholfen, dass sie rausgekommen sind."

Mit der Stasi eingelassen

Für dieses Ziel hat Stolpe sich mit der Stasi eingelassen. 20 Jahre lang saß er regelmäßig mit Stasi-Offizieren in konspirativen Wohnungen zusammen. Und wurde am Ende "für große Verdienste" und "hohe persönliche Einsatzbereitschaft" mit der DDR-Verdienstmedaille belohnt. Nur etwas Nähe zum System? Oder ein Helfershelfer?

Ein Untersuchungsausschuss im Landtag versuchte zu erhellen, ob Stolpe - inzwischen Ministerpräsident von Brandenburg - als Wohltäter oder Spitzel agiert hatte. Seine Akte ist verschwunden. An den Orden von Stasi-Chef Mielke konnte er sich zunächst nicht mehr erinnern. Die Mehrheit von SPD, PDS und FDP glaubte ihm, dass er die Stasi nur als Mittel zum Zweck genutzt hatte, um den Menschen zu helfen. Für die CDU und die Bürgerrechtler von Bündnis 90 war Stolpe dagegen als IM-Sekretär enttarnt.

Stolpe blieb Ministerpräsident, saß die Affäre seelenruhig aus. Geschickt verstand er es, Ossis und Wessis gegeneinander auszuspielen. Die Fragen nach seiner Stasi-Vergangenheit seien eine "Medienkampagne", um "Ostbiografien platt zu machen", ließ er verbreiten. Dass seine schärfsten Kritiker aus der DDR stammten, ignorierte der Ministerpräsident geflissentlich. Lieber schimpfte er auf die Wessis, die sich davor hüten sollten, über "unsere DDR-Geschichte vom warmen Ofen und aus sanften Sesseln" zu urteilen. Das kam an. Stolpe ist im Osten heute noch ein Star.

An die Macht gewöhnt

Als er im Sommer 2002 seinen Stuhl in der Potsdamer Staatskanzlei für Matthias Platzeck räumte, wollte er eigentlich einen Gang runterschalten. "Mit 66 denkt man nach, ob man bis zum Ende im Sattel sitzen will." Doch für Stolpe gab es schon lange kein Leben ohne Politik mehr. Hobbys hatte er nie gepflegt, sein Motorrad längst verkauft. Also half er im Wahlkampf und saß im Kuratorium Fluthilfe rum. Da merkte er schnell, dass ihm das nicht reichte. Zu sehr hatte er sich an die Macht gewöhnt.

Jetzt ist er Minister. Rast von Termin zu Termin. Hat kaum Zeit für seine Frau Ingrid, den Enkel Felix und die erwachsene Tochter Katrin. Die klagte schon vor Jahren: "Meine Freundinnen sehen ihn öfter als ich. Die haben immerhin einen Fernseher." Seine Frau scheint sich damit abgefunden zu haben, dass ihr Mann nicht kürzer treten will. "Dass er nichts mehr macht, das geht bei ihm nicht", sagt sie. Die Ärztin hat erst vor einem halben Jahr ihre Praxis in Potsdam aufgegeben. Nun begleitet sie ihren Mann manchmal. Steht neben ihm in der SPD-Zentrale in Berlin bei der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises, tauscht ein paar Nettigkeiten mit Gästen und Genossen.

Ingrid Stolpe ist ein paar Zentimeter größer als ihr Mann. Aber vielleicht machen das auch nur die schwarzen Pumps, die sie zum Hosenanzug trägt. Die Frau des Ministers hat klare, blaue Augen und einen sehr wachen Blick. Ihr Gesicht ist sonnengebräunt. Sie kommt gerade aus dem Urlaub. Zwei Wochen Kanarische Inseln. Eigentlich wollte ihr Mann mit. Doch dann kam im letzten Moment wieder was dazwischen. Die Maut. Der Gatte kam nach - für zwei Tage. Ingrid Stolpe zuckt mit den Achseln. "Mein Mann ist jetzt halt der Maut-Prügelknabe. Er muss viel aushalten. Aber er kann das ab. Er ist ein pommerscher Dickschädel."

43 Jahre sind die Stolpes verheiratet. Ingrid Stolpe wäre gerne, als es noch möglich war, in den Westen gegangen - nach München oder in die Schweiz. "Aber das war ja mit diesem Mann nicht zu machen." Wenn sich ihr Gatte eines Tages doch noch in den Ruhestand verabschieden sollte, will Ingrid Stolpe endlich mit ihm reisen und sich "die Welt angucken". Ob das klappt, lässt sie offen: "Eigentlich ist er ja noch nie gern in Urlaub gefahren."

Er ist eingenickt - nicht als Einziger

Ein Stolpe fährt lieber dorthin, wo er vor Publikum reden darf. Zum Beispiel in der VIP-Lounge des Bundesligisten VfL Bochum. Der Bundesverkehrsminister soll am Rande des SPD-Parteitags auf einer Podiumsdiskussion über öffentlichen Nahverkehr sprechen. Stolpes Vorgänger Kurt Bodewig gibt den Moderator. Ein paar Verkehrspolitiker harren in quietschroten Ledersesseln der Rede des Ministers. Der schickt einen gütigen Blick in die Runde. Dann bedankt er sich erst mal bei seinem Vorgänger Bodewig für die "gute Arbeit", die der geleistet habe. "Ich stoße ja jeden Tag auf deine Spuren", sagt er ohne jede Ironie. In der dritten Reihe sitzt Klaus Wedemeier, der ehemalige Bürgermeister Bremens, und kämpft gegen seine Müdigkeit. "Der ÖPNV hat eine Schlüsselaufgabe", hat der Minister erkannt. Bodewig rutscht tiefer in seinen Sessel, faltet die Hände wie zum Gebet. "Mobilität hat für mich auch eine emotionale Komponente", fährt Stolpe fort. "Für uns im Osten war Mobilität Freiheit." Etwa 20 Minuten redet Stolpe so daher. Dann kommt er zum Schluss. "Ich bin davon überzeugt, dass der deutsche ÖPNV eine gute Zukunft haben wird." Wedemeier sitzt mit verschränkten Armen zusammengesunken auf seinem Stuhl. Er ist eingenickt - nicht als Einziger.

Stolpe hingegen gibt sich kein bisschen müde. Für ein Interview hat er immer Zeit. Er flirtet mit einer Fernsehjournalistin. "Es wäre doch ein viel schönerer Anblick, wenn Sie hier vor der Kamera stünden." Die Redakteurin errötet, verhaspelt sich. Später wird sie sagen, was Stolpe doch für ein netter Minister ist.

Stolpe bleibt ruhig und gelassen. Auch wenn es immer wieder um dasselbe Thema geht - die Maut. "Je mehr geschossen und gefordert wird, dass ich nun endlich verschwinden soll, weil es mir nicht gelungen ist, die Maut zu bauen - umso mehr sage ich mir: Jetzt erst recht." Stolpe schickt wieder dieses mildtätige Lächeln in die Runde. Dann sagt er: "Ich habe mich um dieses Amt nicht beworben." Und es klingt wie: Seid froh, dass ich diesen Job mache. Und meckert nicht, wenn‘s schief geht.

Kerstin Schneider / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(