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KLAUS STÖRTEBEKER: Als in Hamburg die Köpfe rollten

»Aller Welt Feind.und Gottes Freund!« Das war der Schlachtruf des berühmtesten deutschen Seeräubers. Leben und Legende des KLAUS STÖRTEBEKER, der zur Zeit der Hanse die Schiffe reicher Kaufleute ausplünderte und der vor den Toren Hamburgs enthauptet wurde

»Aller Welt Feind.und Gottes Freund!« Das war der Schlachtruf des berühmtesten deutschen Seeräubers. Leben und Legende des KLAUS STÖRTEBEKER, der zur Zeit der Hanse die Schiffe reicher Kaufleute ausplünderte und der vor den Toren Hamburgs enthauptet wurde

Am Mastbaum stand Störtebeker, den Degen in der rechten, die rote Fahne in der linken Hand. Vom Hals tropfte über das schwarze Halstuch Blut... Dröhnend lachte Störtebeker: Dieses Blut ist unsterblich. Ewig wird es in den Venen der Menschheit rasen...» So sieht der Dichter Deutschlands berühmtesten Freibeuter. Und so der Historiker: «Klaus Störtebeker war ein Seeräuberhäuptling, wahrscheinlich aus Wismar gebürtig, der seit 1394 mit Gödeke Michels sein Unwesen trieb und insbesondere den Engländern schädlich war, bis er bei Helgoland von Hamburger Englandsfahrern unter der Anführung der Rathmannen Hermann Langhe und Nikolaus Schoke überwunden, mit seinen Genossen gefangen, nach Hamburg gebracht, und dort gleich nach Feliciani (Okt. 20) auf dem Grasbrook hingerichtet wurde.»

Irgendwo zwischen der dichterischen Fantasie des Literaten Klabund von 1926 und dem historischen Realismus des Hamburger Geschichtsgelehrten Karl Koppmann von 1877 wird sich das Leben des Klaus Störtebeker abgespielt haben. Mal Freiheitskämpfer, mal Salzwassergangster - wie eine Kogge in schwerer See schwankt das Bild des Seeräubers in der Geschichte und in zahllosen Geschichten. »Gottes Freunde und aller Welt Feinde« sei sein Schlachtruf gewesen. Ein todesmutiger Mann, der gegen die Reichen und Mächtigen und für die Armen und Unterdrückten gekämpft hat! Ein Freibeuter, der für Freiheit und gleiche Beute für alle war! So haben die Küstenbewohner ihren Störtebeker am liebsten.

Eines ist jedenfalls sicher: Der Mann hat gelebt. In mittelalterlichen Dokumenten finden sich Hinweise auf einen gewissen Nicolao, Clawes oder Klaus Störtebeker. In Wismar, in London und in Hamburg. Wismar im Jahre 1380. Im Gerichtsprotokoll der Hansestadt, dem »Liber proscriptorum«, wird ein alltäglicher Vorfall festgehalten: Zwei Männer wurden aus der Stadt verbannt, weil sie einen Zechkumpanen vor einer Hafenspelunke übel zugerichtet haben. Der Mann habe mehrere Brüche und zahlreiche Beulen erlitten. Der Name des Opfers: »Nicolao Stortebeker«.

Die Schlägerei ereignet sich zur Blütezeit der Hanse, deren Geschichte Ende des zwölften Jahrhunderts als Verbund deutscher Kaufleute begonnen hat, die im belgischen Brügge, in Nowgorod in Russland und auf der Insel Gotland Kontore eröffnet hatten. Über die Westsee, wie die Nordsee damals hieß, und über die Ostsee transportierten dickbäuchige Koggen wertvolle Waren, Textilien und Gold, Porzellan und Geschmeide, Gewürze und Salz, Wein und Bier. 70 Städte bilden den Kern der Wirtschaftsgemeinschaft. Bremen und Hamburg, die Ostseeanrainer Lübeck, Wismar und Rostock, Stralsund und Danzig gehören dazu, auch Köln, Dortmund und Münster, Stade, Lüneburg und Braunschweig. In den Städten herrschen die Ratsherren und die Kaufleute, die Patrizier, vom gemeinen Volk »Pfeffersäcke« genannt.

Während in den Hansestädten die Reichen immer reicher werden, ballt sich im Schatten der imposanten Rathäuser, Kirchen und Patrizierhäuser Armut und Elend zusammen. Tausende von Leibeigenen strömen vom Land in die Städte. Sie folgen dem Ruf »Stadtluft macht frei«. Doch die meisten finden weder Freiheit noch Arbeit oder Unterkunft. Sie werden zum Lumpenproletariat, ein unterernährtes »Gesindel«, das sich von den Abfällen der Reichen ernährt.

Einer von ihnen soll jener Nicolao Stortebeker gewesen sein, der in Wismar böse zugerichtet worden ist. Alter, Herkunft, Beruf sind nicht zu Gerichtsprotokoll genommen. Er sei ein geflüchteter Leibeigener gewesen, heißt es in manchen Geschichten. Oder der verstoßene Spross eines mecklenburgischen Adelsgeschlechtes. Oder ein Fischersohn von der Insel Rügen. Mal ist er in Wismar geboren, mal in Hamburg, in der Nähe von Verden/Aller oder irgendwo in Ostfriesland. »Störtebeker« wird er genannt, weil er ein gewaltiger Säufer ist, der einen riesigen Becher Bier in einem einzigen Zug hinunterstürzen kann. Ein zwei Meter großer, rotblonder, bärtiger Hüne sei er gewesen. Nur mit dem Spiel seiner mächtigen Muskeln habe er Ketten gesprengt, die man ihm um den Oberkörper gelegt habe. Die Schläge der beiden unbekannten Männer müssen den starken Mann wohl niedergestreckt haben, als er wehrlos im Vollrausch gewesen ist.

Für Nicolao Stortebeker, später Klaus Störtebeker, und für viele Seinesgleichen bietet sich im achten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts endlich die Gelegenheit, aus den stinkigen Gossen von Wismar zu entkommen. Hinaus aufs Meer! Der Herzog von Mecklenburg ruft zum Krieg gegen die Dänen, die am anderen Ostseeufer die Stadt Stockholm belagert haben. Stockholm gehört zum Einflussbereich der Mecklenburger. Der Landesherr macht die gefürchteten Seeräuber zu seinen Verbündeten. Er stellt »allen, die das Reiche Dänemark schädigen wollen«, Kaperbriefe aus - Lizenzen zum offiziellen Seeraub gegen dänische Handelsschiffe. Und: Der Herzog öffnet die mecklenburgischen Häfen Rostock und Wismar für die Schiffe der Piraten, damit die hier ihre Beute verhökern können. Ehrbare hanseatische Kaufleute übernehmen die geraubten Waren der Piraten. Deren Anführer werben in den mecklenburgischen Häfen neue Besatzungen an, starke, trinkfeste, furchtlose Abenteurer, Typen wie Störtebeker und seinen Kumpan Gödeke Michels.

Die wilden Gesellen bekommen keine Heuer, sondern Anteile der Beute. »Likedeeler« - Gleichteiler werden die Piraten erst genannt. Und dann »Vitalienbrüder«, nach den Vitalien oder Viktualien, den Lebensmitteln also, die sie tatsächlich in das belagerte und ausgehungerte Stockholm schaffen, nachdem sie die Blockade der dänischen Flotte durchbrochen haben.

Sechs Jahre lang toben sich die Piraten mit der Lizenz zum Kapern in der Ostsee aus. Dann schließen die Ostsee-Mächte endlich Frieden. Die Vitalienbrüder haben ihre Schuldigkeit getan. Bis zum Juli 1395 sollen sie die Ostsee verlassen. Störtebeker, Michels und Co. kapern, rauben, morden und brandschatzen auf eigene Rechnung. Die Piratenkoggen mit ihren kampferprobten Besatzungen werden zur Plage der ganzen Ostsee. 2000 Seeräuber überfallen Handels- und Frachtschiffe aller Nationen, vor allem die der reichen Hansestädte. Gefangene werden nur gemacht, wenn sich Lösegeld erpressen lässt. Sonst werden die Opfer erschlagen, erstochen, geköpft, gleich über Bord geworfen oder lebend in Tonnen gesteckt, beschwert und im Meer versenkt. Ehrenhafte Freibeuter? »Gottes Freunde und aller Welt Feinde«? Ein leerer Piratenspruch. Störtebeker und Konsorten sind in Wahrheit raffgierige Seeteufel. Auf den Piratenkoggen - 25 Meter lang, acht Meter breit, ein großes Rah-Segel am einzigen Mast - drängen sich oft mehr als hundert Leute. Zusammengepfercht hausen sie bei Kälte und Sturm im Laderaum. Oft fehlt es an Nahrung und Trinkwasser. Ratten und Läuse und ansteckende Krankheiten breiten sich aus. Im Streit und im Suff gehen die Seeräuber aufeinander los, mit ihrem Arbeitsgerät, mit Enterhaken und Beilen, Messern und Schwertern.

London, 1405. In einer verspätet verfassten englischen Klageakte wird dokumentiert, dass in der Zeit von 1394 bis 1399 deutsche Seeräuber, angeführt von zwei Hauptmännern namens »Godeke Michels« und »Claus Stortebeker«, auch mehr als ein Dutzend englische Kaufmannsschiffe ausgeraubt haben. Die Engländer machen die deutschen Hansestädte dafür verantwortlich, weil die Überfälle vor deren Küsten geschahen. Sie verlangen Wiedergutmachung des finanziellen Schadens.

Inzwischen leidet die Hanse selbst am meisten unter den Piraten. Längst haben die Ratsherren ihre Häfen für die einst verbündeten »Freibeuter der Meere« gesperrt. Nun rüsten die knausrigen Pfeffersäcke von Rostock und Wismar der Hanse so genannte Friedeschiffe aus: mit Kanonen bestückte und mit kampferprobten Söldnern besetzte Kriegs-koggen, die Frieden schaffen und die Vitalienbrüder vertreiben sollen.

Störtebeker und Godeke Michels flüchten mit ihren Schiffen und ihren Männern schließlich aus der Ostsee. Sie kreuzen in der »Westsee« wieder auf. Nun machen sie ihre Beutezüge zwischen Jütland und dem Jadebusen vor den Mündungen von Ems, Weser und Elbe. Und sie finden Unterschlupf bei den Feinden der Hanse in Ostfriesland, das von vielen wilden Stämmen bevölkert wird. Störtebeker schließt Freundschaft mit den Häuptlingen Widzel und Keno tom Brok. Die bieten dem Seeräuber das schwer zugängliche Marienhafen als sicheren Ankerplatz an. In Sankt Marien, der mächtigen Wehrkirche des Ortes, sollen Störtebeker und seine Seeräuber mehrmals überwintert haben. Bei dieser Gelegenheit, so die Legende, habe der Freibeuter-Hauptmann eine strohblonde Häuptlingstochter geschwängert.

In der warmen Jahreszeit segeln Störtebeker und seine Spießgesellen wieder aufs weite Meer hinaus, um neue Beute zu machen. Aus einem Bericht des Brügger Kontors der Hanse vom 4. Mai 1398: »Die Vitalienbrüder, denen Witzeld tom Broke in Friesland Aufenthalt gewährte, haben vor kurzem in Norwegen ein Schiff genommen mit wismarischem Bier, vom dem der Schiffer Egghert Schoeff aus Danzig hieß. Mit diesem Schiff segelten dieselben Vitalienbrüder aus Norwegen... in die Straße von Calais, und da nahmen sie 14 oder 15 Schiffe geladen mit allerhand Gütern wie Öl, Wachs, Wein, Reis, Honig, Talg, die man aus Frankreich und Spanien zu bringen pflegt...« Bei einer weiteren Kaperfahrt hätten dieselben Seeräuber »große Mengen an Gold und Gewändern« erbeutet. Den Überfallenen hätten die Vitalienbrüder gesagt, dass sie »Gottes Freunde und aller Welt Feinde« seien.

Noch fast zwei Jahre lang rauben und meucheln Klaus Störtebeker, Godeke Michels und andere Seeräuber beinahe ungestört weiter. Dann beschließen die Hansestädte endlich, dem geschäftsschädigenden Treiben auch in der Westsee ein gewaltsames Ende zu machen. Nach einem Hansetag in Hamburg wird im Frühjahr 1400 eine Kriegsflotte von elf Koggen und 950 Mann nach Ostfriesland geschickt. Aus dem Bericht der Schiffshauptleute: »Am 22. April segelten wir von Hamburg ab und kamen am 5. Mai in die Westerems. Am selben Tag vernahmen wir, dass Vitalienbrüder in der Osterems waren... es half uns Gott, als wir einen Teil von ihnen schnell in unsere Gewalt brachten. 80 von ihnen wurden getötet und über Bord geworfen... dann jagten unsere Freunde 18 Vitalienbrüder bis zu einem Schloss eines Friesen. Außerdem übergab uns ein anderer Friese vier Vitalienbrüder, danach fielen uns noch drei in die Hände. Diese 25 wurden am 11. Mai hingerichtet. Am 18. Mai wurden neun Vitalienbrüder hingerichtet, danach zwei.«

Nach diesem Erfolg jagen die Söldner der Hanse die aufs Land geflüchteten Seeräuber und deren Schutzherren. Sie brennen ein halbes Dutzend friesischer Häuptlings-Schlösser nieder. Sie lassen Störtebekers Unterschlupf, den großen Wehrturm in Marienhafe, abbrechen. Sie zwingen die Häuptlinge zwischen Ems und Weser, eine Verpflichtung zu unterschreiben, nach der sie »niemals wieder« Vitalienbrüder bei sich aufnehmen werden. Störtebeker und Godeke Michels entkommen den Häschern. Michels bringt sich in norwegischen Gewässern in Sicherheit. Störtebeker schafft mit einem Tross von 114 Kampfgenossen die Flucht nach Holland.

Herzog Albrecht von Holland nimmt die Feinde seiner Feinde auf. Holland, dessen Küstenstädte den Hansestädten immer stärker Konkurrenz gemacht haben, führt bereits einen offenen Krieg gegen die Hanse. Da kommen die Seeräuber wie gerufen. Störtebeker führt seine Raubzüge gegen die Hanse wie immer auf eigene Rechnung, aber nun auch mit großem strategischen Gewinn für seinen holländischen Schutzherrn. Der neue Stützpunkt der Piraten wird Helgoland.

Von der windigen Felseninsel aus steuern Störtebeker, sein Komplize Wichmann und ihre wilden Gesellen mit vollen Segeln deutsche und englische Handelsschiffe an, die voll beladen und schwerfällig aus der Elbmündung kommen oder die aus den reichen Hansehäfen Hamburg und Stade mit Kurs auf England auslaufen. Die Piraten rammen und entern die Kaufmannsschiffe, erschlagen und erstechen die Besatzungen und bringen ihre Beute nach Helgoland in Sicherheit. Oft geschehen die Überfälle vor den Augen hanseatischer Beobachter, die von einem mächtigen Backsteinturm auf der Cuxhaven vorgelagerten Watteninsel aus den Schiffahrtsweg überwachen sollen.

Die massive Störung ihres Englandhandels trifft die Hanseaten empfindlich. Im Stil ihrer erfolgreichen Ostfriesland-Expedition rüsten sie nun einen kleinen, aber kampfkräftigen Konvoi zu einem neuen Zug gegen die dreisten Freibeuter aus. »Für die Reise der Herren Hermann Lange und Nikolaus Schoken nach Helgoland im vergangenen Jahr nach Helgoland gegen die Vitalienbrüder: zuammen 57 Pfund«, wird in der aus dem Jahr 1401 stammenden Buchhaltung der Hamburger Stadtkämmerei penibel festgehalten. Was zuvor, im Spätsommer 1400, geschehen ist, handelt die Lübecker Rufus-Chronik so ab: »In demselben Jahr fochten die Englandfahrer der Stadt Hamburg auf der See mit den Seeräubern, die sich Vitalienbrüder nannten, und konnten sie besiegen. Ungefähr 40 von ihnen schlugen sie tot bei Helgoland und 70 fingen sie. Diese brachten sie mit nach Hamburg und ließen ihnen allen die Köpfe abschlagen; ihre Köpfe setzten sie auf eine Wiese an der Elbe als Zeichen dafür, dass sie auf dem Meer geraubt hatten. Die Hauptleute dieser Vitalienbrüder hießen Wichmann und Klaus Störtebeker...«

Bänkelsänger und Jahrmarktschreier, Theaterleute und Geschichtenschreiber haben Störtebekers Leben und Sterben im Laufe der Jahrhunderte ausgesponnen, abenteuerlich dramatisiert und immer wieder variiert. Besonders der Tod des Seeräubers fasziniert Schreiber und Leser, Erzähler und Zuhörer, Schauspieler und Zuschauer bis heute. Nach der populären Legende soll sich das Ende des Seeräubers etwa so abgespielt haben:

Helgoland. Störtebekers Schiff. Nachts. Ein als Kutterfischer getarnter Spion und Saboteur der Hamburger schleicht sich an Bord und gießt flüssiges Blei in das Ruder. Tagesanbruch. Die Kriegskogge »Bunte Kuh«, vom Hamburger Ratsherrn Simon von Utrecht gespendet, rammt mit vollen Segeln das manövrierunfähige Piratenschiff. Störtebeker und seine überrumpelten Männer kämpfen drei Tage und Nächte lang gegen die Übermacht hanseatischer Söldner, bis ihnen das Blut bis zu den Knien steht. Da greifen die Hamburger erneut zu einer List: Sie werfen ein riesiges Netz über die Piraten, sodass die sich hilflos darin verfangen. Störtebeker und seine Leute werden in Ketten gelegt, erst in den Turm der Insel Neuwerk geworfen und dann wochenlang im Keller des Hamburger Rathauses eingekerkert und gefoltert.

Hamburg. Der Grasbrook, eine Elbwiese vor der Stadtmauer. Morgengrauen. Vor einer Tribüne mit den Ratsherren und vor zahlreichem, herbeigeeiltem Volk schwingt der Henker, Meister Rosenfeld, bereits probeweise sein riesiges Schwert. Da tritt Klaus Störtebeker vor die Reihe seiner Mitgefangenen und ruft dem Bürgermeister zu: »Gewährt mir eine letzte Bitte!« Wenn er, mit bereits abgeschlagenem Haupt, noch an der Reihe seiner Männer vorbeilaufen könne, bis er endgültig zusammenbreche, so sollten all jene frei sein, die er bereits passierte habe. So sei es, sagt der Bürgermeister. Der kopflose Störtebeker schafft es bis zum elften Mann. Dann stellt ihm der Henker ein Bein. Und der hartherzige Bürgermeister bricht sein Versprechen. Alle 73 Seeräuber werden enthauptet, ihre Schädel auf Pfähle gespießt und am Hamburger Hafenrand aufgereiht.

Die makabre Prozedur sollte die Seelen der Verdammten an der Rückkehr hindern. Das ist nicht gelungen. Der Name Störtebeker, so der Hamburger Gelehrte Alfred Lichwark, sei der einzige, den das Hamburger Volk aus seiner langen Geschichte in Erinnerung behalten habe.

Jürgen Petschull

Literatur:Matthias Puhle: »Die Vitalienbrüder«, Campus Verlag; »Die Hanse - Lebenswirklichkeit und Mythos«, Hrsg.: Jörgen Bracker, Schmidt-Römhild Verlag.