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Die Morgenlage: Corona-Ausbreitung eingedämmt? China meldet erstmals keine inländischen Neuinfektionen

EZB startet Notfall-Programm wegen Corona-Krise +++ Österreichische Provinz Tirol unter Quarantäne gestellt +++ Seehofer verbietet Reichsbürger-Gruppe – Razzien in zehn Ländern +++ Starkes Erdbeben auf Bali +++ Die News zum Start in den Tag auf stern.de

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

Sie fragen sich vielleicht auch, wie lange das noch alles dauern soll mit der Corona-Krise. Wir wissen es auch nicht. Doch diese Nachricht macht vielleicht Mut: China, wo die Krankheit vor Wochen ausgebrochen war, meldet erstmals seitdem keine neu infizierten Menschen.

Das Virus könnte dort erfolgreich eingedämmt sein. Wie haben die Chinesen das geschafft? Unter anderem mit einer radikalen und konsequenten Ausgangssperre. Womöglich ein Vorbild für Europa?

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

China meldet erstmals keine inländischen Corona-Neuinfektionen

Zum ersten Mal seit dem Ausbruch des Coronavirus Anfang Januar hat China landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet. Allerdings stieg die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland zurück in die Volksrepublik kamen – was Ängste vor einer möglichen zweiten Ausbreitungswelle schürt.

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Donnerstag mitteilte, wurden 34 neue "importiere Fälle" registriert, also Erkrankungen, die bei Menschen auf der Einreise nach China nachgewiesen wurden. Es war der bisher höchste Anstieg von Erkrankten, die aus dem Ausland eingereist waren. Bei diesen Rückkehrern handelt es sich zu einem großen Teil nicht um Ausländer, sondern um Chinesen, die unter anderem wieder in ihre Heimat kommen, weil sie annehmen, dass dort das Schlimmste nun überstanden sei. 

Eine Frau kommt am Shanghai Pudong International Airport an und wird von Sicherheitskräften auf Anzeichen für Corona gecheckt

Eine Frau kommt am Shanghai Pudong International Airport an und wird von Sicherheitskräften auf Anzeichen für Corona gecheckt. Auch wenn sich in China selbst keiner mehr mit dem Virus angesteckt hat – Probleme bereiten der Regierung die potenziell infizierten Rückkehrer aus anderen Ländern.

AFP

EZB startet Notfall-Programm wegen Corona-Krise

Zur Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise lanciert die Europäische Zentralbank ein Notfallprogramm im Volumen von 750 Milliarden Euro. Damit sollen Staats- und Unternehmensanleihen gekauft werden, wie die Zentralbank in der Nacht mitteilte. Das Programm zur Stabilisierung des Euro solle so lange laufen, bis nach Einschätzung des EZB-Rats die von der Pandemie ausgelöste "Krisenphase" vorüber sei, aber mindestens bis Jahresende. Notfalls solle auch der Umfang der Anleihekäufe aufgestockt werden. EZB-Präsidentin Lagarde erklärte, es gebe "keine Limits bei unserem Einsatz für den Euro". Die Zentralbank sei entschlossen, das "volle Potenzial" ihrer Werkzeuge zu nutzen. 

Österreichische Provinz Tirol unter Quarantäne gestellt

Im Kampf gegen das Coronavirus ist in Österreich das gesamte Bundesland Tirol unter Quarantäne gestellt worden. Alle dortigen 279 Gemeinden werden isoliert, wie Landeshauptmann Platter mitteilte. Die eigene Gemeinde dürfen die Bewohner nur noch aus sehr wichtigen Gründen verlassen, etwa für Arztbesuche oder den Weg zur Arbeit. Auch Einreisen nach Tirol sind weitgehend verboten.

Tirol mit seinen populären Skigebieten ist der größte Herd des neuartigen Virus in Österreich. Zuletzt war im In- und Ausland der Druck auf die Tiroler Behörden gewachsen, rigoroser gegen die Ausbreitung des Erregers vorzugehen. Kritisiert wurde unter anderem, dass die Skigebiete aus wirtschaftlichen Gründen zu spät geschlossen worden seien. 

Merkel drängt Bürger zur Regelbeachtung in Corona-Krise

Bundeskanzlerin Merkel hat an die Bürger appelliert, sich an die Auflagen zur Bekämpfung des Coronavirus zu halten. Es sei "existentiell", das öffentliche Leben so weit es geht herunterzufahren, sagte sie am Abend in einer Fernsehansprache. Die Bewältigung der Corona-Krise beschrieb sie als Aufgabe von historischem Ausmaß. Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es keine Herausforderung an Deutschland mehr gegeben, bei der es derart auf "gemeinsames solidarisches Handeln" ankomme. "Unsere Vorstellung von Normalität, von öffentlichem Leben, von sozialem Miteinander - all das wird auf die Probe gestellt wie nie zuvor", sagte die Kanzlerin.

Angela Merkel zum Coronavirus

US-Autokonzerne schließen Fabriken in Nordamerika

Die Autokonzerne General Motors, Fiat Chrysler und Ford schließen wegen der Corona-Krise ihre Produktion in Nordamerika bis Ende März. Dies teilten die drei Unternehmen sowie die Branchengewerkschaft UAW mit. Die Pandemie hat weltweit große Teile der Automobilbranche zum Erliegen gebracht. Stark betroffen sind inzwischen auch deutsche Unternehmen. So kündigte Porsche gestern an, seine Produktion ab kommender Woche auszusetzen. Zuvor hatten bereits die Porsche-Mutter Volkswagen sowie Daimler mehrwöchige Produktionsstopps beschlossen. BMW begann nach eigenen Angaben bereits damit, seine europäischen Werke herunterzufahren.

Seehofer verbietet Reichsbürger-Gruppe – Razzien in zehn Ländern

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat erstmals eine Reichsbürger-Gruppierung verboten. Polizeibeamte durchsuchten am Donnerstag in den frühen Morgenstunden die Wohnungen führender Mitglieder des Vereins "Geeinte deutsche Völker und Stämme" und seiner Teilorganisation "Osnabrücker Landmark" in zehn Bundesländern. Die Mitglieder des Vereins "bringen durch Rassismus, Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus ihre Intoleranz gegenüber der Demokratie deutlich zum Ausdruck", hieß es aus dem Bundesinnenministerium.

Starkes Erdbeben auf indonesischer Insel Bali

Die indonesische Insel Bali ist am von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Der Erdstoß hatte die Stärke 6,3, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Das Zentrum des Bebens lag den US-Seismologen zufolge 255 Kilometer südlich der Stadt Nusa Dua in einer Tiefe von zehn Kilometern. Das Beben war vielerorts auf der Touristeninsel zu spüren. Über Verletzte oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt. 

Weinstein in Hochsicherheitsgefängnis verlegt

Der wegen Sexualverbrechen zu 23 Jahren Haft verurteilte Ex-Hollywood-Produzent Weinstein ist in ein Gefängnis außerhalb der Stadt New York verlegt worden. Er wurde nach Angaben der Justizbehörden von der Haftanstalt Rikers Island in das Hochsicherheitsgefängnis Wende Correctional Facility gebracht. Die Justizvollzugsanstalt liegt im Nordwesten des Bundesstaates New York. Weinstein, der heute 68 Jahre alt wird, soll dort aber voraussichtlich nicht dauerhaft untergebracht werden. Vielmehr soll er zunächst medizinisch und psychologisch untersucht werden, bevor entschieden wird, wo er seine Haftstrafe absitzen muss.

Der einstige Hollywood-Mogul war vor einer Woche wegen Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und schwerer sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Geschworenengericht hatte ihn schuldig befunden, eine Frau vergewaltigt und einer anderen Frau Oralsex aufgezwungen zu haben. Insgesamt werfen mehr als 80 Frauen dem "Pulp Fiction"-Produzenten sexuelle Belästigung und Gewalt vor. 

Das wird heute wichtig:

Regierungserklärung im bayerischen Landtag

Bayerns Ministerpräsident Söder hält heute (9 Uhr) eine Regierungserklärung zur Corona-Krise vor einem geschrumpften Landtag. Unter anderem wird es dabei auch um die angekündigte Aussetzung der Schuldenbremse zur Abdeckung des Zehn-Milliarden-Euro-Schutzschirms für die heimische Wirtschaft gehen. An der Plenarsitzung nimmt zur Minimierung möglicher Ansteckungsrisiken nur etwa ein Fünftel aller Abgeordneten teil. 

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht zu Corona

Kann die Bundeswehr bei der Eindämmung des Coronavirus helfen? Und wenn ja: wie? AKK erläutert das heute auf einer Pressekonferenz (13 Uhr). Möglich sind zum Beispiel Amtshilfe für Bund, Länder und Kommunen.

Terrorvorwürfe: Prozessbeginn gegen inhaftierten Deutschen Enver Altayli

Dem 75-jährigen Altayli, der auch die türkische Staatsbürgerschaft hat, wird unter anderem Gründung einer Terrororganisation und Spionage vorgeworfen. Er war 2017 in Antalya festgenommen worden und sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Sincan in Ankara in Einzelhaft.

Urteil im Prozess gegen 29-Jährigen wegen Mitgliedschaft in Terror-Vereinigung im Ausland

Der Angeklagte soll sich im 2013 dem IS angeschlossen über die Türkei nach Syrien gereist zu sein, wo er eine Ausbildung zum Kämpfer in einem IS-Ausbildungslager absolvierte. Im April 2014 kehrte er nach Deutschland zurück und nahm nun eine Vermittlerrolle zwischen IS-Mitgliedern in Deutschland und in Syrien ein. Heute wird voraussichtlich das Urteil gesprochen.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag und gute Nerven im Alltag in Coronavirus-Zeiten. Bleiben Sie gesund!
Ihre stern.de-Redaktion

mik / DPA / AFP