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Sommer in Helsinki: Alles muss raus

Finnlands Kapitale zeigt jetzt ihr schönstes Sommergesicht. Helsinki ist mit so viel Natur gesegnet - den Schären, der See, den Hainen -, dass dieser Städtetrip zur Landpartie wird mit einem Picknick unter freiem Himmel.

Luftaufnahme

Fließende Übergänge: City zwischen Land und Wasser. Bis in Helsinkis Mitte (links oben) schwappt die Ostsee. Mehrere Stadtteile liegen auf Halbinseln wie das alte Hafenviertel Katajanokka (am oberen Bildrand).

Erde und Meer umspielen einander, als könnten sie nicht voneinander lassen. Als wüssten sie, dass der eine den anderen nur umso besser aussehen lässt. Die Schönheit der Landschaft müssen die Helsinkier verinnerlicht haben, als sie ihre Stadt gestalteten. Urwüchsige Natur wurde von den Stadtplanern offensichtlich nicht als Hindernis empfunden, parzelliert oder gezähmt. Sie wird umarmt. Da ist die Felsenkirche aus den Sechzigern, halb moderner Tempel und halb Höhle - einfach in den unbehauenen Fels gebaut. Nackt umfängt der Stein die Besucher, wie zu den Urzeiten des Christentums.

An der Finlandia-Halle treten Granitfelsen in Kontrast zu dem geradlinigen, strahlend weißen Konzert- und Kongressbau von Alvar Aalto. Das Zentrum beginnt am Meer. Vom Hafen zum Senatsplatz mit dem Dom, der klassizistischen Universität und dem alten Senatsgebäude sind es weniger als fünf Minuten. Der riesige Platz ist völlig kahl, bis auf das Denkmal von Zar Alexander II., um das Blumen wachsen. Der Wind weht durch die Schneisen. Eine grün-gelbe Straßenbahn juckelt in die angrenzende Aleksanterinkatu, die schmal ist für eine Haupteinkaufsstraße. Nur wenige Menschen schlendern vorbei an den Cafés und Geschäften. Großstadtgewusel gibt es höchstens am Bahnhof, einem langen Jugendstilbau.

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