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+++ Liveticker zu Libyen +++: Von Gaddafi fehlt jede Spur

Die Rebellen haben das Anwesen von Gaddafi eingenommen, ihre Flagge gehisst. Aber Gaddafi scheint die Residenz verlassen zu haben. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

+++ 19.49 Uhr: Von Gaddafi fehlt jede Spur +++

Die Rebellen haben nach eigenen Angaben die Residenz von Muammar al Gaddafi vollständig eingenommen. Aber von dem Diktator oder seinen Söhnen fehlt jede Spur. Der Militärsprecher der Rebellen, Oberst Ahmed Omar Bani, sagte: "Keiner weiß, wo sie sind". Der Oberst äußerte sich von Bengasi aus, der Hochburg der Rebellen im Osten Libyens.

Nach der Eroberung der Residenz im Komplex Bab el Asisija, wo es auch zahlreiche unterirdische Bunkeranlagen gibt, war Gaddafis Ergreifung dort nicht ausgeschlossen worden. Fathi Terbel, einflussreiches Mitglied des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, äußerte sich überzeugt, dass Gaddafi die Hauptstadt Tripolis mittlerweile verlassen habe. Seine Festnahme sei aber "nur noch eine Frage der Zeit".

Der Militärkommandeur der Rebellen in Tripolis , Abdelhakim Belhadsch, sagte unterdessen, die Aufständischen hätten die "Schlacht gewonnen". Die Gaddafi-Leute seien "wie die Ratten geflohen", sagte er von Bab el Asisija aus dem Fernsehsender al Dschasira.

+++ 19.25 Uhr: Rebellen tragen Waffen aus der Residenz +++

Nach der Eroberung der Gaddafi-Residenz in Tripolis haben Rebellen die Waffenkammern in dem Komplex geöffnet und geplündert. Die Nachrichtensender CNN und al Dschasira zeigten Bilder von Aufständischen, die Waffen und Munition aus der Anlage trugen. Wertsachen seien kaum geplündert worden, meinte eine CNN-Reporterin. Allerdings zeigte al Dschasira Bilder eines Rebellen, der ein vergoldetes Kalaschnikow-Sturmgewehr erbeutet hatte.

+++ 18:15 Uhr: Rebellenkämpfer haben ihre Flagge auf der Residenz +++

Gaddafis in der gestürmten Anlage Bab al Asisija gehisst, wie sie mitteilten. Bei der Erstürmung seien zwölf Aufständische getötet worden

+++ Die Residenz von Muammar al Gaddafi +++

Gerade einmal einen knappen Kilometer entfernt von der Mittelmeerküste haben die Rebellen die Residenz von Libyens Ex-Machthaber Muammar al Gaddafis weitgehend umstellt. Kämpfer seien bis unmittelbar an die Außentore der Anlage Bab al Asisija gelangt, berichteten die Aufständischen. Von zwei Seiten aus rückten Rebelleneinheiten an, um in den kommenden Stunden eine Erstürmung der Residenz zu versuchen. Um den Stützpunkt, der als eines der möglichen Verstecke von Gaddafi gilt, waren schwere Kämpfe entbrannt. Aufnahmen im arabischen Sender Al-Dschasira zeigten dichte Rauchwolken über der Anlage. Es waren Explosionen und Gewehrfeuer zu hören.

+++ 18:08 Uhr: Rebellen feiern Sturm auf Gaddafi-Residenz +++

Die Aufständischen innerhalb der Residenz von Muammar al Gaddafi feierten nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders al Dschasira den Sturm des Anwesens mit Freudenschüssen und riefen: "Gott ist groß". Der Sender zitierte eine Rebellen-Sprecherin, inzwischen seien 70 Prozent der riesigen Anlage Bab al Asisija unter Kontrolle. Von unabhängiger Seite konnten diese Angaben nicht bestätigt werden.

+++ 17:53 Uhr: Rebellen rücken gegen Gaddafis Wohnhaus vor +++

Die Rebellen teilten mit, dass ihre Kämpfer weiter in die Anlage Bab al Asisija vorgedrungen seien und nun ein drittes Tor passiert hätten. Sie seien zu einem Gebäude gelangt, dass als ein Wohnhaus von Gaddafi gilt und im inneren Bereich liege.

+++ 17:41 Uhr: Rebellen erobern Gaddafi-Residenz in Tripolis +++

Die Rebellen in Tripolis haben die Residenz von Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi erobert. Das berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP vor Ort. Zuvor hatten die Rebellen bereits bekannt gegeben, einen der Zugänge zu dem heftig umkämpften Gaddafi-Hauptquartier im Stadtteil Bab al Asisija zu kontrollieren.

+++ 17:27 Uhr: Erste Gaddafi-Kämpfer ergeben sich +++

Im Kampf um die Residenz von Muammar al Gaddafi in Tripolis haben sich nach Rebellenangaben erste Kämpfer der Regierungstruppen ergeben. Die Männer seien abgeführt worden, teilten die Aufständischen mit. Rebellen seien in Teile der Anlage Bab al Asisija eingedrungen und kontrollierten einen der Zugänge zu der Residenz Von unabhängiger Seite konnte diese Angaben nicht bestätigt werden.

+++ 17:05 Uhr: Gaddafi telefoniert mit Weltschachpräsidenten +++

Libyens Machthaber Gaddafi hat in einem Telefonat mit dem Präsidenten des Weltschachverbands Fide erklärt, sich weiter in Tripolis aufzuhalten. "Ich bin lebendig und gesund, ich bin in Tripolis und ich habe keine Absicht, Libyen zu verlassen", sagte Gaddafi nach Angaben von Fide-Chef Kirsan Iljumschinow in dem Gespräch. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete, bat Gaddafi Iljumschinow, den "Lügen" der westlichen Fernsehsender nicht zu glauben. Der Russe hatte Gaddafi im Juni in Tripolis besucht und mit dem Machthaber eine Partie Schach gespielt.

+++ 17:00 Uhr: Enger Verwandter Gaddafis setzt sich nach Italien ab +++

Zwei weitere ranghohe Vertreter der libyschen Armee und ein enger Verwandter Gaddafis haben sich nach Italien abgesetzt, teilte der italienische Außenminister Franco Frattini mit. Einzelheiten sollte der Nationale Übergangsrat der libyschen Rebellen am Dienstagnachmittag in einer Pressekonferenz bekanntgeben. In den vergangenen Wochen hatten immer wieder Vertreter des Gaddafi-Regimes dem Machthaber den Rücken gekehrt.

+++ 16:06 Uhr: Heckenschützen gefährden Journalisten +++

Die Falschmeldung zur angeblichen Verhaftung von Gaddafis Sohn Saif al Islam hat gezeigt, wie wichtig eine unabhängige Berichterstattung aus Kriegsgebieten wie in Libyen ist. Doch auch Journalisten in Tripolis sind gefährdet: Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen befürchtet, Auslandskorrespondenten könnten in Libyen ins Visier von Gaddafi-treuen Heckenschützen geraten. Momentan sei dies eine der größten Gefahren für Journalisten im Kriegsgebiet, sagte die Leiterin des Referats für den Nahen Osten und Nordafrika, Soazig Dollet, am Dienstag in Paris. "Das ist kein Platz für Anfänger." Alle Auslandskorrespondenten in Libyen müssten erfahren und gut ausgebildet sein, so die Menschenrechtlerin, die nach eigenen Angaben mit Journalisten im Krisengebiet in Kontakt steht.

+++ 15:28 Uhr: Nato wird Rebellen nicht unterstützen +++

Die Nato lehnt Luftunterstützung für die libyschen Rebellen im Kampf gegen Muammar al Gaddafi ab. Ein Militärsprecher des Bündnisses sagte im Nato-Hauptquartier in Neapel, Luftunterstützung sei nicht Aufgabe der Nato. "Wir stehen auch nicht in direktem Kontakt mit den Rebellen, um irgendwelche Angriffe zu koordinieren." Dies bedeute nicht, dass es keine Nato-Luftschläge gegen das Anwesen von Gaddafi in Tripolis geben könne. "Wir bombardieren, wenn von einem Ziel eine Gefahr für die Zivilbevölkerung ausgeht." Die Botschafter der 28 Nato-Staaten beraten in Brüssel über die Lage in Libyen. Nato-Sprecherin Oana Lungescu sagte, nach dem Sturz Gaddafis werde es keine Bodentruppen der Nato in Libyen geben. Die Nato sei aber zu Ausbildungshilfe bereit.

+++ 15:24 Uhr: Libyen-Krieg kostet mehr als eine Milliarde Euro +++

Der Kampfeinsatz der Alliierten gegen das Gaddafi-Regime in Libyen hat schon bis heute einen Milliardenbetrag verschlungen. Allein die USA geben die Kosten für ihren Militäreinsatz bis Ende Juli mit 896 Millionen Dollar (618 Millionen Euro) an. Bis Ende September sollen die Kosten der USA auf 1,1 Milliarden Dollar steigen, berichtete der Sender ABC unter Berufung auf das Pentagon. Der britische Verteidigungsminister Liam Fox hatte im Juni von Kosten seiner Streitkräfte in Höhe von 260 Millionen Pfund (rund 300 Millionen Euro) gesprochen. Frankreichs Regierung gab die Zusatzkosten für den Einsatz bislang mit rund 1,2 Millionen Euro pro Tag an. Budgetministerin Valérie Pécresse nannte Anfang Juli einen Betrag von 160 Millionen Euro für rund vier Monate Einsatz. Die USA hatten auch aufgrund der hohen Kosten nur in den ersten Tagen des am 19. März begonnenen Militäreinsatzes die Führungsrolle akzeptiert und diese später an die Nato weitergegeben. Insgesamt waren 25 Länder militärisch beteiligt, die Hauptlast trugen jedoch die USA, Frankreich und Großbritannien.

+++ 15:11 Uhr: Übergangsrat schätzt Zahl der Toten auf 2000 +++

Beim Kampf um Tripolis sind nach unbestätigten Informationen der libyschen Rebellenführung bisher bis zu 2000 Menschen getötet worden. Genaue Angaben zu den Opfern beider Seiten gebe es aber noch nicht, sagte Schamseddin Abdulmola, ein Sprecher des Übergangsrates in Bengasi, telefonisch der Nachrichtenagentur DPA. Von unabhängiger Seite gab es für die Opferangaben keine Bestätigung. Der Sprecher sagte weiter, Kämpfer der Aufständischen hätten viele wichtige Einrichtungen in Tripolis eingenommen, darunter auch den internationalen Flughafen der Hauptstadt sowie fast alle Krankenhäuser.

+++ 15:05 Uhr: Übergangsrat: Gaddafi-Sohn war nie in der Hand der Rebellen +++

Der libysche Übergangsrat geht davon aus, dass sich der Gaddafi-Sohn Saif al Islam nie in den Händen von Rebellen befand, wie es noch am Vortag hieß. Ein Sprecher des Übergangsrates sagte, das Gerücht über die Festnahme sei offenbar von Agenten Gaddafis gestreut worden, die sich in die Reihen der Kämpfer eingeschlichen hätten. Es sei ein Fehler des Übergangsrates gewesen, die Meldung verbreitet zu haben, ohne von den eigenen Kämpfern einen sicheren Beweis zu verlangen.

+++ 14:09 Uhr: Gaddafis Gebäudekomplex eingekreist +++

In der libyschen Hauptstadt Tripolis liefern sich Rebellen und Truppen des einstigen Machthabers Muammar Gaddafi heftige Gefechte. Der Fernsehsender al Dschasira berichtet, der Gebäudekomplexes Bab al Asisija sei von den Rebellen eingekreist worden. Es wird vermutet, dass Gaddafi sich dort aufhält. Eine Reuters-Korrespondentin berichtet aus Tripolis, es sei zu hören, dass es in der Nähe des Rixos-Hotels heftige Gefechte gebe. In dem Hotel sind mehrere ausländische Journalisten untergebracht.

+++ 14:01 Uhr: Exil-Libyer hoffen auf unblutigen Neuanfang +++

Die in Deutschland lebenden Exil-Libyer hoffen auf einen möglichst unblutigen Neuanfang in ihrer Heimat. "Die Hoffnung bleibt, dass es wenig Blutvergießen gibt und vor allem, dass der Diktator keine Chemiewaffen hat", sagte Ramadan Bousabarah von der libyschen Gemeinde in Deutschland. Der Internist lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Berlin. Die derzeitige Lage in seiner Heimat beurteilt er als sehr sensibel. "Es gibt viele Opportunisten und in der Bevölkerung herrscht noch großes Misstrauen. Das ist kein Wunder, nach 42 Jahren Diktatur fangen wir ganz neu an." Die Opposition sei noch nicht formiert, so Bousabarah. "Jetzt dürfen wir nicht von der Gaddafi-Diktatur in eine religiöse Diktatur gelangen." Von Deutschland erwarten die Exil-Libyer für ihr Land mehr Unterstützung als bisher, auch konkrete Hilfe sei gefragt.

+++ 13:40 Uhr: Versorgungsprobleme in Tripolis +++

In den Krankenhäusern in Tripolis und Umgebung spitzt sich die Lage nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zu. "Einigen Krankenhäusern sind lebensrettende Medikamente und medizinisches Material ausgegangen", teilte Nothilfekoordinator Jonathan Whittal mit. "Es gibt Probleme mit der Stromversorgung und zu wenig Treibstoff für Krankenwagen und wichtige medizinische Geräte." Die Kämpfe in der Stadt erhöhten den Druck auf die medizinischen Einrichtungen. In den Krankenhäusern in Jafran und al Sawija südwestlich von Tripolis seien in den vergangenen Tagen deutlich mehr Verwundete eingeliefert worden, berichtete die Organisation weiter. In Misrata versorgten die Teams von Ärzte ohne Grenzen auch die Menschen in den Gefängnissen. In Bengasi würden Mitarbeiter und Patienten auch psychologisch betreut. Aus Slitan seien nach Kämpfen Ende der Woche Verwundete ins Krankenhaus von Misrata gebracht worden.

+++ 13:27 Uhr: Türkei fordert Freigabe libyschen Geldes +++

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hat eine Freigabe der international eingefrorenen libyschen Staatsgelder als Hilfe für das Land gefordert. Eine solche Entscheidung solle noch vor dem Ende des Fastenmonats Ramadan in der kommenden Woche getroffen werden, sagte Davutoglu in Bengasi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden des nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil.

+++ 13:02: Massiver Angriff auf Gaddafi-Residenz+++

Die Rebellen in Tripolis haben am Dienstag einen massiven Angriff auf die Residenz von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi gestartet. Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Rings um das Gelände im Stadtteil Bab el Asisija war andauernder und heftiger Gefechtslärm zu hören. Aufnahmen im arabischen Sender Al-Dschasira zeigten am Dienstag dichte Rauchwolken über dem Stützpunkt. Der britische Sender BBC berichtete von Gefechten auch in anderen Stadtteilen. Unter anderem seien Explosionen und Schießereien in der Nähe des Hotels Rixos zu hören, in dem westliche Journalisten untergebracht sind

+++ 12:48: Nato dementiert Angriff auf Gaddafi+++

Die Nato hat bestritten, dass ihre Flugzeuge in der Nacht das Anwesen des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Stadtteil Bab Al-Asisija in Tripolis angegriffen haben. "Wir haben das Gelände nicht bombardiert", sagte ein Militärsprecher in Neapel am Dienstag. Er bestätigte, das Bündnis habe von Freitag bis Sonntag Flugblätter über Tripolis abgeworfen. Darin seien die Gaddafi-treuen Soldaten aufgefordert worden, die Kämpfe einzustellen. Es habe auch entsprechende Aufrufe gegeben, die auf Radiofrequenzen ausgestrahlt worden seien.

+++12:34: Iran warnt Rebellen vor Einfluss ausländischer Mächte+++

Der Iran hat die libyschen Rebellen davor gewarnt, nach einem Sieg gegen das Gaddafi-Regime ausländische Kräfte ins Land zu lassen. "Iran beglückwünscht das muslimische Volk Libyens zu den jüngsten Entwicklungen, appelliert aber auch an es, die Hegemonial-Mächte davon abzuhalten in das post-revolutionäre Libyen einzugreifen", teilte das iranische Außenministerium am Dienstag nach Angaben des englischsprachigen staatlichen iranischen Senders Press TV mit.Das Ministerium hoffe, dass die Revolution in Libyen zu Unabhängigkeit und nationaler Einigkeit führe. Gleichzeitig sei Teheran bereit, seine eigenen Erfahrungen (mit der Islamischen Revolution von 1979) an das libysche Volk in der post-Gaddafi-Ära weiterzugeben.Teheran hat die libyschen Aufständischen im Kampf gegen Diktator Muammar al-Gaddafi von Anfang an unterstützt, aber die militärische Offensive der Nato verurteilt.

+++ 12:11 Uhr: Heftige Kämpfe um Gaddafi-Residenz +++

In der libyschen Hauptstadt Tripolis toben erneut heftige Kämpfe rund um die Residenz von Gaddafi. Es waren Raketen und schwerer Artilleriebeschuss zu hören, wie ein AFP-Reporter berichtete. Das nahegelegene Rixos-Hotel, in dem die ausländischen Journalisten untergebracht sind, wurde gegen 11.00 Uhr von einer schweren Explosion in der Nähe erschüttert, was Panik unter den Reportern auslöste. Eine Nato-Sprecherin sagte, die Gaddafi-Truppen seien deutlich geschwächt, bedeuteten aber immer noch eine Gefahr. Die Kämpfe in der Hauptstadt hielten an, die Situation sei unübersichtlich.

+++ 12:00 Uhr: Regime feuert Scud-Raketen Richtung Misrata +++

Am Montag hätten die Gaddafi-Truppen drei Scud-Raketen in Richtung der Küstenstadt Misrata abgefeuert. Die Boden-Boden-Raketen seien aus der Umgebung der Stadt Sirte abgeschossen worden, sagte die Sprecherin in Brüssel. Die Raketen seien in der Küstengegend von Misrata eingeschlagen, höchstwahrscheinlich im Meer oder in der Uferzone. Berichte über Todesopfer oder Schäden lagen der Sprecherin zufolge nicht vor. Der Einsatz dieser Raketen bedeute eine Gefahr für Zivilisten, sagte die Sprecherin. Es handle sich um eine "Waffe des Terrors", deren Einsatz "absolut unverantwortlich" sei. Nach Angaben von USA und Nato setzten die libyschen Regierungstruppen erstmals am 15. August eine Scud-Rakete ein, die noch aus sowjetischer Produktion stammte.

+++ 11:47 Uhr: Türkei: Nato-Einsatz in Libyen geht weiter +++

Der türkische Außenminister erklärt, der Einsatz der Nato in Libyen werde fortgesetzt, bis die Lage völlig sicher sei.

+++ 11:43 Uhr: Gaddafi zu Rücktritt bereit? +++

Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi ist nach Angaben des kroatischen Ex-Präsidenten Stipe Mesic unter Bedingungen zu einem Rücktritt bereit. Gaddafi habe ihm in einer "persönlichen mündlichen Botschaft" mitgeteilt, er werde sich komplett aus dem politischen und öffentlichen Leben zurückziehen, wenn die Nato ihre Luftangriffe einstelle, erklärte Mesic laut einem Bericht der staatlichen kroatischen Nachrichtenagentur Hina. Gaddafi habe ihm dies in der vergangenen Woche gesagt, so Mesic, der von 2000 bis 2010 Staatschef Kroatiens war und gute Beziehungen zu Gaddafi unterhält.

+++ 11:23 Uhr: Explosionen in der Nähe von Gaddafi-Residenz +++

In Tripolis liefern sich Rebellen und Truppen des einstigen Machthabers Muammar Gaddafi weiterhin heftige Gefechte. Der Fernsehsender al Arabija berichtet, in der Nähe des Gebäudekomplexes Bab al Asisija seien Explosionen zu hören. Es wird vermutet, dass Gaddafi sich dort aufhält.

+++ 11:11 Uhr: Regime befreite Gaddafi-Sohn Mohammed +++

Der von libyschen Rebellen unter Hausarrest gestellte Gaddafi-Sohn Mohammed ist einem Fernsehbericht zufolge von Truppen des Regimes befreit worden. Regierungseinheiten seien dem am Vortag in seinem Haus in Tripolis umstellten Mohammed al Gaddafi zur Hilfe gekommen, berichtete der arabische Sender al Arabija am Dienstag unter Berufung auf Rebellenkreise in Bengasi. Der Vorsitzende des nationalen Übergangsrates Mustafa Abdul Dschalil hatte am Vortag erklärt, Mohammed al Gaddafi sei festgesetzt worden. "Er wird in seinem Haus bleiben und ich garantiere für seine Sicherheit", sagte er.

+++ 10:59 Uhr: Spanien für neue UN-Resolution zu Libyen +++

Spanien hat sich für eine neue UN-Resolution zu Libyen ausgesprochen. Der UN-Sicherheitsrat müsse möglichst rasch einen neuen Beschluss fassen, der der aktuellen Situation in dem nordafrikanischen Land Rechnung trage, heißt es in einer Stellungnahme der Madrider Regierung. Eine solche Resolution solle der Europäischen Union und der Nato als Grundlage dienen für die künftigen Pläne zur Unterstützung der libyschen Bevölkerung. Ein neuer Beschluss des Weltsicherheitsrats müsse darauf eingehen, was mit den eingefrorenen libyschen Bankguthaben, mit dem - gegen das Gaddafi-Regime verhängten - See-Embargo und mit der Flugverbotszone geschehen soll, heißt es in dem Kommuniqué.

+++ 10:44 Uhr: Auslieferung von libyschem Lockerbie-Attentäter gefordert +++

US-Politiker haben den Nationalen Übergangsrat in Libyen zur Auslieferung des wegen des Lockerbie-Anschlags verurteilten Abdelbaset al Megrahi aufgefordert. Der Drahtzieher des Anschlags auf die Pan-Am-Passagiermaschine über dem schottischen Lockerbie 1988 müsse festgenommen und ausgeliefert werden, damit es "endlich Gerechtigkeit" geben könne, erklärte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney. Eine Auslieferung wäre ein Signal an die Welt, dass das neue Libyen an Gerechtigkeit glaube und die Absicht habe, sich an internationales Recht zu halten, sagte der Senator des US-Bundesstaats New Jersey, Robert Menendez, dem Magazin "Foreign Policy".

+++ 10 Uhr: Wo ist Gaddafi? ++++

Der Aufenthaltsort Gaddafis ist weiter unklar. Nach Angaben des Weißen Hauses in Washington gibt es keine Beweise dafür, dass der Machthaber aus Tripolis geflohen ist. Auch die Rebellen haben nach eigenen Angaben keine Kenntnis über den Aufenthaltsort Gaddafis. Die Rebellen berichteten unterdessen, dass Gaddafis ältester Sohn Mohammed seinen Bewachern entkommen sei.

+++ 9:30 Uhr: Rebellen warten auf Verstärkung +++

Im Kampf um die Hauptstadt warteten die Rebellen derweil auf Verstärkung aus ganz Libyen. Bereits am Montag trafen nach Angaben des Militärrats der Rebellen in Misrata mehrere Schiffe mit rund 500 Kämpfern und Waffen an Bord aus der Hafenstadt in Tripolis ein. Weitere Aufständische seien über die Küstenstraße in die Hauptstadt vorgedrungen. Soldaten Gaddafis hätten den Konvoi auf dem Weg nach Tripolis beschossen und dabei drei Rebellen getötet. Weitere Rebellenkämpfer hätten von Misrata aus ihren Vormarsch auf Gaddafis Geburtsort Sirte fortgesetzt.

+++ 6:40 Uhr: Gefecht westlich von Tripolis +++

Rund 80 Kilometer westlich von Tripolis haben sich libysche Rebellen und Truppen des bedrängten Machthabers Muammar al Gaddafi am Dienstagmorgen heftige Gefechte geliefert. Nach Angaben der Rebellen konzentrierten sich die Kämpfe auf die Stadt al Odschailat. Dort hatte es kürzlich eine Pro-Gaddafi-Demonstration gegeben.

+++ 6:01 Uhr: Nahost-Experte Professor glaubt an Gaddafi-Prozess in Den Haag +++

Der Nahost-Experte Professor Udo Steinbach geht davon aus, dass dem libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi der Prozess vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag gemacht werden wird. Der "Neuen Presse" aus Hannover sagte Steinbach: "Wenn er denn überlebt, wird er sich früher oder später in der Nachbarschaft von Herrn Mladic wiederfinden." Dort würde es auch um Gaddafis Verwicklungen in den internationalen Terrorismus gehen, etwa um den Anschlag auf ein Flugzeug über Lockerbie im Jahre 1988. "Das Sündenregister dieses Mannes ist erheblich", so Steinbach.

+++ 4:05 Uhr: Obama: "Es ist noch nicht vorbei" +++

US-Präsident Barack Obama sagte in einer von den großen amerikanischen TV-Sendern ausgestrahlten Audio-Botschaft zur Lage in Libyen: "Es ist noch nicht vorbei". Noch hätten die Rebellen den Machtkampf in Tripolis nicht endgültig gewonnen. "Doch so viel ist klar: Das Gaddafi-Regime ist am Ende und die Zukunft Libyens liegt in der Hand des Volkes", sagte er. Zugleich warnte der US-Präsident vor Vergeltung und Gewalt: "Wahre Gerechtigkeit kommt nicht durch Vergeltungsmaßnahmen und Gewalt. Sie kommt durch Versöhnung und durch ein Libyen, das seinen Bürgern erlaubt, ihr eigenes Schicksal zu bestimmen."

+++ 1:36 Uhr: Saif el Islam doch nicht festgenommen +++

Der zweitälteste Sohn von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi, Saif el Islam, ist offenbar doch nicht von den Rebellen festgenommen worden. Nach Angaben eines AFP-Korrespondenten hält sich Seif el Islam weiterhin in Tripolis auf. Er und andere Journalisten hätten ihn in der Nacht zum Dienstag in dem Wohnkomplex des libyschen Führers getroffen.

+++ 1:11 Uhr: Rebellen schicken weitere Verstärkung nach Tripolis +++

Bei ihrem Kampf um die Kontrolle der libyschen Hauptstadt Tripolis haben die Rebellen weitere Verstärkung aus der Hafenstadt Misrata erhalten. Mehrere Schiffe mit rund 500 Kämpfern und Waffen an Bord hätten Tripolis erreicht, weitere Aufständische seien über die Küstenstraße in die Hauptstadt vorgedrungen, teilte der Militärrat von Misrata mit. Soldaten von Machthaber Muammar Gaddafi hätten den Konvoi auf dem Weg nach Tripolis beschossen und dabei drei Rebellen getötet. Weitere Kämpfer hätten von Misrata aus ihren Vormarsch auf Sirte, Gaddafis Geburtsort, fortgesetzt.

+++ 00:33 Uhr: Nato-Angriffe auf Gaddafi-Anwesen +++

Kampfflugzeuge des Militärbündnisses bombardieren in den frühen Morgenstunden das Anwesen von Gaddafi, wie der TV-Sender al Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise berichtet. Ob Gaddafi sich in der Festung Bab al Asisija noch aufhält, blieb unklar.

+++ 00:23 Uhr: Rebellen glauben nicht an schnellen Sieg an Gaddafi-Residenz +++

Die libyschen Rebellen stellen sich auf einen längeren Kampf um das Anwesen von Diktator Muammar Gaddafi in Tripolis ein. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Eroberung leicht sein wird", sagte Abdel Hafiz Goga, Sprecher des Nationalen Übergangsrats, in einem Interview mit al Dschasira . Die Bewohner hätten aber nur geringe Chancen, aus Bab al Asisija zu entkommen. Am Stadteingang von Tripolis seien zudem Kontrollpunkte errichtet worden, so dass auch Gaddafis Sohn Mohammed nicht flüchten könne. Der Aufenthaltsort von Gaddafi ist weiterhin unbekannt.

+++ 00:20 Uhr: Weiter Kämpfe in Teilen Libyens +++

Einige Teile Libyens sind weiterhin heftig umkämpft: In der Umgebung von Sirte, der Geburtsstadt von Gaddafi, feuerten regierungstreue Truppen Scud-Raketen in Richtung Misrata, wie die Nato mitteilte. Die Raketen seien aber meist im Meer oder nahe der Küste heruntergekommen, sodass keine größeren Schäden entstanden seien. Berichte über Tote oder Verletzte lägen nicht vor.

nik/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters