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+++Libyen im Liveticker+++: Polizeichefs kehren Gaddafi den Rücken

In östlichen Stadt Bengasi hat es in einem der größten Munitionsdepots mehrere Explosionen gegeben. Die Zahl der Opfer im westlichen Sawija ist unterdessen auf über 30 gestiegen. Die Lage in Libyen im Liveticker.

+++ 20.59 Uhr Polizeichefs kehren Gaddafi den Rücken +++

Während die Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi mit Gewalt gegen die Aufständischen im Land vorgehen, wenden sich immer mehr Funktionäre von seinem Regime ab. Aus gut informierten Kreisen in der Hauptstadt Tripolis hieß es am Freitagabend, inzwischen hätten sich die Sicherheitschefs der Städte Misrata, Sebha, Adschdabija, Bengasi und Tripolis auf die Seite der Aufständischen geschlagen.

Auch mehrere hochrangige Offiziere des Militärgeheimdienstes, der Luftwaffe und diverser Polizei-Spezialeinheiten schlossen sich den Aufständischen an, die den Sturz von Gaddafi fordern. In den ersten Tagen nach Beginn des Aufstandes hatten bereits zwei Minister, ein Staatsminister und rund 20 Diplomaten ihre Ämter aus Protest gegen den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten niedergelegt.

+++ 20.58 Uhr: Wer hat die Macht über Ras Lanuf? +++

Die Rebellen nehmen nach eigener Darstellung die Ölstadt Ras Lanuf im Osten des Landes ein. Die Regierung widerspricht der Darstellung der Rebellen und erklärt, die Ölstadt Ras Lanuf im Osten des Landes werde von Pro-Gaddafi-Kräften kontrolliert.

+++18.55 Uhr: Schwere Explosionen in Bengasi+++

In einem der größten Munitionsdepots in Bengasi hat es nach stern.de-Informationen mehrere schwere Explosionen gegeben. Der Geruch explodierter Munition war noch kilometerweit wahrzunehmen, Sicherheitskräfte der Rebellen haben alle Zugänge zum Flughafen für Journalisten gesperrt, um die Rettungsarbeiten nicht zu behindern. Allein 15 Ambulanzen rasten von dort mit Blaulicht zum Jalla-Krankenhaus in Bengasi, das auf schwerste Verletzungen spezialisiert ist.

Was die Explosionen verursacht hat - ob es ein Luftangriff von Gaddafis verbliebenen Truppen war oder etwas anderes - ist noch unklar. Die Angaben widersprechen sich: Sicherheitsleute vor Ort teilten mit, dass kein Flugzeug angegriffen hätte, während ein Sprecher der Militärrats von Bengasi erklärte, es habe einen Luftangriff auf das Depot gegeben.

+++ 17.42 Uhr: Telefonfirma hetzt gegen Ausländer +++

Die staatliche libysche Telefongesellschaft Libyana hat die Bevölkerung in SMS zu Angriffen auf Ausländer aufgerufen. Ägyptische Flüchtlinge am tunesischen Flughafen Djerba zeigten einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP eine am 19. Februar versandte Nachricht. Darin heißt es, Tunesier, Ägypter und Sudanesen mit Pässen aus dem Golf hätten sich ins Land eingeschmuggelt. Sie seien im Besitz von libyschen und ausländischen Devisen sowie Apparaten zur Kommunikation. Weiter heißt es: "Dies zeigt eindeutig das Ausmaß der Verschwörung gegen uns Libyer. Diese Feinde wollen Unfrieden zwischen uns säen, unser Land Libyen zerstören und unseren Prozess der Reformen und der Entwicklung blockieren."

+++ 17.32 Uhr: Zahl der Toten in Sawija steigt auf 30 +++

Bei einem Angriff libyscher Regierungstruppen in der westlich von Tripolis gelegenen Stadt Sawija sind nach Berichten von Einwohnern mindestens 30 Menschen getötet worden. "Das Krankenhaus war voll. Es gab keinen Platz mehr für die Opfer", sagte ein Einwohner am Freitag nach einem Besuch des Hospitals der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon. "Die Zahl der Opfer steigt." Ein anderer Einwohner sagte, bei den Gefechten seien zwischen 40 und 50 Menschen ums Leben gekommen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

+++ 17.13 Uhr: Interpol warnt vor Gaddafi +++

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat eine weltweite Warnung vor dem libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi und 15 seiner Vertrauten ausgegeben. Mit der "orange notice" (orangefarbene Meldung) wurden die Polizeiorganisationen in der ganzen Welt vor der Gefahr gewarnt, die von Gaddafi, Angehörigen und engen Vertrauten ausgehe.

+++ 16.43 Uhr: Gaddafis Truppen nehmen Sawija ein +++

Truppen von Muammar al Gaddafi haben nach Angaben des Staatsfernsehens die Stadt Sawija westlich von Tripolis zurückerobert. Die Einwohner der Stadt und die Chefs der Volkskomitees hätten Sawija aus der Hand "bewaffneter terroristischer Kräfte" befreit, meldete das erste Programm am Freitag. Ein Rebellenführer, Hussein Darbuk, und sein Stellvertreter seien getötet worden, weitere führende Aufständische seien gefangen genommen worden.

+++ 16.17 Uhr: Vier Menschen sterben in Ras Lanuf +++

Bei Kämpfen in der libyschen Küstenstadt Ras Lanuf sind nach Angaben von Aufständischen mindestens vier Menschen getötet worden. Truppen von Muammar al Gaddafi hätten Grad-Raketen abgefeuert, sagte ein Rebell. "Ich sah, wie vier Menschen vor mir getötet wurden. Sie wurden von einer Rakete getroffen", berichtete der Mann, der sich rund zehn Kilometer westlich von Ras Lanuf befand. Die Stadt wurde bislang von Gaddafi ergebenen Truppen kontrolliert, jedoch fuhren Lastwagen mit bewaffneten Gaddafi-Gegnern in Richtung des Gebiets. Ras Lanuf ist ein strategisch wichtiger Öl-Hafen, der etwa 600 Kilometer östlich von Tripolis liegt.

+++ 15.43 Uhr: Tote und Verletzte in Sawija +++

Bei Gewalt in der westlich von Tripolis gelegenen Stadt Sawija sind nach einem Bericht des TV-Senders Al Arabija mindestens 13 Menschen getötet worden. Der Sender Al Dschasira berichtet unter Berufung auf Zeugen von mehr als 50 Toten und 300 Verletzten.

+++ 15.32 Uhr: Ölanlage in Bengasi brennt +++

Eine Ölanlage in Sueitina südlich von Benghasi steht einem Bericht des TV-Senders Al-Dschasira zufolge in Flammen.

+++ 14.50 Uhr: Deutschland fliegt Flüchtlinge aus +++

Mit einem ersten Charterflug von der tunesischen Insel Djerba nach Ägypten ist die deutsche Hilfe für Flüchtlinge aus Libyen angelaufen. Die Maschine mit etwa 185 Passagieren an Bord - die meisten davon Ägypter - wird am Abend in Kairo erwartet. Insgesamt will das Auswärtige Amt bis zu 1900 Menschen, die vor den Auseinandersetzungen in Libyen geflüchtet waren, aus Tunesien ausfliegen lassen. Geplant sind nach Auskunft einer Ministeriumssprecherin bis zu zehn Flüge. Ausgeführt werden sie von der Fluggesellschaft Air Berlin.

+++ 14.43 Uhr: Briten stoppen Schiff mit libyschen Millionen +++

Die britische Marine hat ein Schiff mit libyschen Banknoten im Wert von 100 Millionen Pfund (rund 119 Millionen Euro) an Bord gestoppt und in einen britischen Hafen zurückgeleitet. Das Schiff hatte am vergangenen Wochenende vergeblich versucht, den Hafen von Libyens Hauptstadt Tripolis zu erreichen, teilte das Innenministerium in London mit. Die britischen Behörden hätten das Schiff ausfindig gemacht, abgefangen und in den Hafen von Harwich geleitet. Einige der Container seien "an einen sicheren Ort" gebracht worden.

+++ 14.20 Uhr: EU-Luftbrücke für Flüchtlinge +++

An der tunesisch-libyschen Grenze haben mehrere europäische Staaten begonnen, Tausende von Menschen in Sicherheit zu bringen. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Freitag in Brüssel, die Behörde koordiniere eine "Luft- und Seebrücke", an der sich Flugzeuge und Schiffe aus einer Reihe von EU-Staaten beteiligten. Vor allem gehe es darum, Tausende von Ägyptern, die sich aus Libyen über die Grenze nach Tunesien retteten, wieder nach Ägypten zu bringen. Behindert werden die Evakuierungsbemühungen allerdings von Kapazitätsengpässen in Tunesien. Der Flughafen auf der Insel Djerba ist angesichts der Vielzahl von Evakuierungsflügen fast schon überlastet.

+++ 14.11 Uhr: Zusammenstöße zwischen Gaddafi-Gegnern und -Anhängern +++

In der libyschen Hauptstadt Tripolis ist es zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern von Machthaber Muammar al Gaddafi gekommen. Mehrere dutzend Menschen begangen am Nachmittag eine Prügelei auf dem Grünen Platz im Zentrum, wie ein Zeuge sagte. Die eine Seite rief: "Das Volk will den Sturz des Oberst (Gaddafi)." Die andere Seite rief: "Das Volk will Muammar, den Oberst." Gaddafi-treue Milizionäre, die grüne Armbinden trugen, schossen nach Angaben von Augenzeugen in die Luft, um die Regimegegner zu vertreiben.

+++ 13.58 Uhr: Tränengas in Tripolis +++

Sicherheitskräfte setzen Tränengas gegen Demonstranten in Tripolis ein. Auch Schüsse seien zu hören gewesen. Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere hundert Menschen protestierten im Stadtteil Tadschura gegen Muammar al Gaddafi. Mittlerweile sind die Stadtteile Tadschura und Souk al Jumaa von Panzern umstellt, die Sicherheitskräfte sollen Warnschüsse abgefeuert haben. Die Demonstranten waren nach den Freitagsgebeten aus der Murat-Adha-Moschee geströmt und hatten begonnen, Parolen gegen Gaddafi zu skandieren. "Gaddafi ist der Feind Gottes", riefen einige der Regierungsgegner. Wenige Minuten später erschienen Gaddafi-treue Sicherheitskräfte und versuchten, die Proteste aufzulösen.

+++ 13.50 Uhr: Bundeswehrsoldaten kehren zurück +++

Seit Beginn der Unruhen in Libyen hat die Bundeswehr 262 Menschen aus dem krisengeschüttelten nordafrikanischen Staat ausgeflogen - darunter 125 Bundesbürger. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Wunstorf. Dort werden an diesem Samstag insgesamt sechs Transall-Maschinen der Luftwaffe zurück erwartet. Die 150 Soldaten landen am Vormittag auf dem Fliegerhorst in der Nähe von Hannover. Etwa 30 von ihnen waren an den Evakuierungsmaßnahmen in Libyen beteiligt. Sie operierten von einem Stützpunkt auf Kreta aus.

+++ 13.46 Uhr: Gaddafi-Truppen kontrollieren Grenze +++

Die Grenze zwischen Libyen und Tunesien wird nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) auf libyscher Seite von schwerbewaffneten regierungstreuen Truppen bewacht, durch die sich der Flüchtlingsstrom deutlich verlangsamen könnte. "Zuletzt kamen täglich zwischen 10.000 und 15.000 Menschen nach Tunesien, gestern schafften es nur knapp 2000 über die Grenze", sagte eine UNHCR-Sprecherin in Genf. Viele Menschen, die die Grenze passiert hätten, erzählten demnach, dass ihnen Handys und Kameras abgenommen worden seien. Viele seien so verängstigt, dass sie gar nichts hätten erzählen wollen.

+++ 13.40 Uhr: Noch 50 Deutsche in Libyen +++

In Libyen halten sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch etwa 50 Bundesbürger auf. Etwa 40 Deutsche befinden sich in Tripolis, der Rest in anderen Landesteilen, teilte Ministeriumssprecher Andreas Peschke mit. Für ihre Betreuung ist inzwischen direkt der Krisenstab des Auswärtigen Amtes in Berlin zuständig. Die deutsche Botschaft in Tripolis wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen. Darüber hinaus will die Bundesregierung bei der Heimkehr von insgesamt etwa 6000 Libyen-Flüchtlingen helfen, die in Tunesien gestrandet sind. Etwa 500 von ihnen sollen mit Schiffen der Bundeswehr über das Mittelmeer nach Ägypten gebracht werden. Ministeriumssprecher Peschke bezeichnete die Aktion als "rein humanitären Einsatz".

+++ 12.43 Uhr: Schlechte Versorgung in Flüchtlingslagern +++

Deutsche Helfer an der libysch-tunesischen Grenze beklagen die schlechte Versorgung der Flüchtlinge. "Die Lage in den Lagern ist angespannt, es fehlt am Nötigsten. Die hygienischen Bedingungen sind nicht die besten", sagte Stefan Heine von der Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany am Grenzübergang Ras Jedir. Die Flüchtlinge sammelten sich hinter der Grenze, viele von ihnen verbrachten die Nacht im Freien. Manche hätten nicht einmal Decken. Viele der Ankömmlinge seien Gastarbeiter, beispielsweise aus Bangladesch.

+++ 12.23 Uhr: Deutschland entzieht Gaddafi-Sohn Aufenthaltserlaubnis +++

Deutschland hat dem zweitjüngsten Gaddafi-Sohn die Aufenthaltsgenehmigung entzogen. Saif al-Arab Gaddafi habe sich zum 15. Februar in Deutschland abmelden lassen und sei nach "Unbekannt" oder "Libyen" verzogen, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums und bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Focus". "Wir gehen davon aus, dass er Deutschland dauerhaft verlassen hat." Damit erlösche auch das unbefristete Daueraufenthaltsrecht, das der Gaddafi-Sohn gehabt habe. Wenn er nun wieder einreisen wolle, müsse er beim Auswärtigen Amt ein Visum beantragen. Dieses dürfte ihm die Behörde aber wohl verwehren. Die EU-Staaten hatten am Montag im Rahmen ihrer Sanktionen gegen die libysche Führung ein Einreiseverbot für die Gaddafi-Familie verhängt.

+++ 11.45 Uhr: Ausländische Journalisten werden festgehalten +++

Libysche Sicherheitskräfte haben am Freitag ausländische Journalisten in ihrem Hotel festgehalten. Die Reporter wollten in Richtung Stadt-Zentrum aufbrechen, um über mögliche Proteste nach den Freitagsgebeten zu berichten, als sich ihnen die Sicherheitskräfte in den Weg stellten. Die Journalisten würden im Rixos-Hotel festgehalten, weil ihre Anwesenheit Zusammenstöße auslösen könnte, sagte ein Sprecher der libyschen Regierung

+++ 11.39 Uhr: Niederlande verhandeln mit Libyen +++

Die Niederlande bemühen sich in intensiven Verhandlungen um die Freilassung ihrer drei in Libyen festgenommenen Marineflieger. Dazu gebe es Gespräche auf verschiedenen Kanälen, hieß es am Freitag in Regierungskreisen in Den Haag. Laut bislang unbestätigten Medienberichten wurde auch die EU eingeschaltet. Am Vorabend zeigte das libysche Staatsfernsehen Aufnahmen der Niederländer und des Marinehubschraubers, mit dem sie in der von Gaddafi-Truppen gehaltenen Stadt Syrte gelandet waren, um zwei westliche Ausländer auszufliegen

+++ 11.22 Uhr: Gefechte im Westen Libyens +++

Rund um die Stadt Sawija im Westen von Libyen ist es am Freitag zu Kämpfen zwischen Aufständischen und den Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi gekommen. Ein Augenzeuge sagte dem Nachrichtensender Al-Arabija, die Regierungstruppen hätten versucht, Menschen aus den umliegenden Ortschaften daran zu hindern, nach Sawija zu kommen, um sich dort den geplanten Demonstrationen nach dem Freitagsgebet anzuschließen. Junge Männer aus der Stadt hätten die Kontrollposten daraufhin angegriffen. Kämpfe wurden auch aus der Umgebung der Stadt Misrata und aus Ras Lanuf, einer Ölstadt im Osten des Landes, gemeldet.

+++ 10.50 Uhr: Britischer Minister lobt Flüchtlingsrettung +++

Der britische Entwicklungsminister Andrew Mitchell sieht die Rettung der Flüchtlinge an der libysch-tunesischen Grenze auf einem guten Weg. "Wir haben es hier derzeit nicht so sehr mit einer humanitären Krise zu tun als vielmehr mit einer logistischen Krise", sagte der Minister am Freitag bei einem Besuch in einem Flüchtlingslager an der Grenze in einem BBC-Interview. Mitchell versprach, weitere britische Logistikexperten zu schicken. Derzeit werde unter Führung der tunesischen Behörden aber alles getan, was möglich sei.

+++ 10.37 Uhr: Luftwaffe greift Adschdabija an +++

Gaddafi-treue Einheiten haben nach Angaben der libyschen Aufständischen erneut aus der Luft eine Kaserne in der Nähe der Stadt Adschdabija angegriffen. Bei dem kurzen Angriff am Freitagmorgen sei niemand verletzt worden, berichteten mehrere Vertreter der Opposition übereinstimmend. Seit die Gegner des Revolutionsführers die Kontrolle über den Osten des Landes übernommen haben, wurde die Kaserne bereits mehrmals von Einheiten Muammar el Gaddafis angegriffen.

+++ 09.02 Uhr: Gaddafi bietet Rebellen Geld +++

Im Kampf gegen die Aufständischen setzt der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi nicht nur auf militärische Gewalt, sondern auch auf die Macht des Geldes. "Libya al-Youm", eine Nachrichten-Website der Opposition, meldete am Freitag, er habe jeder Familie in der Stadt Sawija, die loyal zu ihm steht, umgerechnet Zehntausende Euro angeboten. Die Bewohner der Stadt, die im Westen von Libyen liegt, hätten dieses Angebot jedoch kollektiv abgelehnt, hieß es.

+++ 07.56 Uhr: Ölpreis steigt nur leicht +++

Die Ölpreise sind am Freitag nur leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostete im frühen Handel 115,40 US-Dollar. Das waren 61 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 38 Cent auf 102,29 Dollar. Am Donnerstag hatten die Ölpreise ihren Höhenflug der vergangenen Tage vorerst unterbrochen und recht deutlich nachgegeben. Ausschlaggebend war laut Händlern eine Friedensinitiative für Libyen seitens des Präsidenten Venezuelas, Hugo Chavez.

+++ 07.00 Uhr: Erneuter Angriff auf Brega +++

Die von libyschen Rebellen gehaltene Ölstadt Brega ist dem TV-Sender Al Arabiya zufolge erneut von Gaddafis Truppen angegriffen worden. Zwei Personen in Brega sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass sie nichts gehört hätten. Sie überprüften den Bericht.

+++ 06.30 Uhr: Bundeswehr-Schiffe helfen Flüchtlingen +++

Die Bundeswehr beteiligt sich ab heute mit drei Schiffen an einem internationalen Hilfseinsatz für in Tunesien festsitzende Libyen-Flüchtlinge. Täglich kommen mehr als 10.000 Menschen aus dem umkämpften Land nach Tunesien, der Großteil stammt aus Ägypten. Schon mehr als 180.000 Menschen haben Libyen nach Schätzungen verlassen. Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz warnen vor einer humanitären Katastrophe und haben um Unterstützung gebeten.

+++ 06.06 Uhr: Obama schließt Militäreinsatz nicht aus +++

US-Präsident Barack Obama hat angesichts der Lage in Libyen einen weitergehenden Einsatz der US-Streitkräfte nicht ausgeschlossen. Im Umgang mit dem Konflikt behalte sich sein Land "die ganze Palette an Optionen" vor, sagte Obama am Donnerstag in Washington. Der US-Präsident kündigte eine Luftbrücke an, um aus Libyen geflohene Ägypter in ihre Heimat zu bringen.

+++ 04.11 Uhr: Gaddafi akzeptiert Vermittlungsvorschlag +++

Muammar al-Gaddafi hat nach Worten von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez den Vorschlag für eine internationale Vermittlungskommission akzeptiert. Gaddafi habe zudem die Entsendung einer Delegation der Vereinten Nationen nach Libyen befürwortet, sagte Chávez am Donnerstag bei einem Treffen der venezolanischen Sozialistischen Einheitspartei (PSUV).

chr/mlr/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters