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Krieg in der Ukraine Ukraine und Russland tauschen knapp 300 Gefangene aus – Syrien erkennt Unabhängigkeit von Luhansk und Donezk an

Asow-Stahlwerk
Bei einer Demonstration in der polnischen Stadt Krakau für die ehemals eingeschlossenen Soldaten im Asow-Stahlwerk von Mariupol hält eine Frau ein Plakat in die Höhe, das die "Helden" feiert (Archivbild)
© Beata Zawrzel / Picture Alliance
Ukrainer und Russen tauschen knapp 300 Gefangene aus +++ Nato-Staaten beschließen drastische Stärkung der Ostflanke +++ 144.000 ukrainische Schüler an deutschen Schulen +++ Die Nachrichten zu Russlands Krieg in der Ukraine im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Tag 125 des Ukraine-Krieges: Russland setzt seine Angriffe vor allem im Süden und Osten unvermindert fort. Laut ukrainischen Angaben versucht die Armee von Präsident Wladimir Putin, die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk einzukesseln. Derweil wollen die Staats- und Regierungschefs der Nato heute in Madrid über die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine beraten.

Die wichtigsten Entwicklungen im stern-Ticker.

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22.43 Uhr: Selenskyj verkündet Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Syrien

Die Ukraine wird nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj die diplomatischen Beziehungen zu Syrien abbrechen. "Es wird keine Beziehungen zwischen der Ukraine und Syrien mehr geben", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft auf Telegram. Damaskus hatte zuvor die pro-russischen selbsternannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine anerkannt.

21.16 Uhr: Kiewer Symphonieorchster spielt bei Nato-Abendessen

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat den Teilnehmern des Nato-Gipfels in Madrid ein Erlebnis mit Bezügen zur Ukraine geboten. Der Sozialist lud zum Arbeitsessen in den Prado, eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Dazu spielte das Symphonieorchester aus Kiew. Das Menü wurde vom spanischen Starkoch José Andrés entwickelt, Gründer der Organisation World Central Kitchen (WCK), die Opfer von Naturkatastrophen mit gesundem Essen versorgt. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine gab WCK Tausende Portionen warmer Speisen an ukrainische Flüchtlinge an der polnischen Grenze aus.

20.50 Uhr: Weniger Gas aus Russland – Uniper spricht mit Bund über Finanzen

Der Energieversorger Uniper hat seine Ergebnisprognosen für das laufende Jahr wegen der eingeschränkten Gaslieferungen aus Russland kassiert und spricht mit der Bundesregierung über Stabilisierungsmaßnahmen. Das Unternehmen prüfe, wie die Liquidität der Gesellschaft weiter gesichert werden könne, teilte Uniper in Düsseldorf mit. Unter anderem spreche man mit der Bundesregierung über mögliche Maßnahmen wie Garantie- und Sicherheitsleistungen, eine Erhöhung der aktuell noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinien bei der staatlichen Förderbank KfW, aber auch über Beteiligungen in Form von Eigenkapital. Die Uniper-Aktie verlor nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schlusskurs mehr als fünf Prozent.

19.41 Uhr: Indonesiens Präsident Widodo für Friedensmission in Kiew

Der indonesische Präsident Joko Widodo besucht im Rahmen von Vermittlungsbemühungen zwischen Russland und der Ukraine die Hauptstadt Kiew. Dabei traf Widodo am Mittwoch auch Staatschef Wolodymyr Selenskyj. Der erste Besuch eines indonesischen Präsidenten in der Ukraine habe angesichts der russischen Invasion hohen symbolischen Wert, sagte Selenskyj. Widodo erneuerte seine Einladung an den ukrainischen Präsidenten, am G20-Gipfel im November auf Bali teilzunehmen, obwohl die Ukraine kein Mitglied der G20-Gruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer ist. Indonesien führt dort derzeit den Vorsitz.

Am Donnerstag will Widodo zu einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Moskau reisen. Er kündigte bereits an, Putin im Rahmen einer "Friedensmission" auffordern zu wollen, den seit vier Monaten andauernden Krieg zu beenden, um eine weltweite Nahrungsmittelkrise abzuwenden. Indonesien wird im November Gastgeber des G20-Gipfels auf der Urlaubsinsel Bali sein. Widodo hat dazu auch Putin eingeladen. Der Kreml bestätigte mittlerweile dessen Teilnahme. Offen ist noch, ob der Kremlchef nach Bali fliegt oder per Videoschalte teilnimmt.

18.41 Uhr: Ukrainer und Russen tauschen knapp 300 Gefangene aus

Die ukrainische Armee und die russische Seite haben nach eigenen Angaben insgesamt knapp 300 Gefangene ausgetauscht. Das ukrainische Verteidigungsministerium in Kiew berichtet von 144 ukrainischen Soldaten, die wieder frei seien. Es handele sich um den größten Gefangenenaustausch seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Monaten. Der Separatistenführer Denis Puschilin wiederum sprach von ebenfalls 144 prorussischen und russischen Kämpfern, die aus ukrainischer Gefangenschaft entlassen worden seien.

Unter den freigelassenen ukrainischen Soldaten sind nach Angaben aus Kiew auch 95 Kämpfer, die bis vor einigen Wochen das schwer umkämpfte Stahlwerk Azovstal in der mittlerweile von den Russen eroberten Hafenstadt Mariupol verteidigten. Wiederum 43 von ihnen sollen dem Regiment Asow angehören.

17.20 Uhr: Syrien erkennt Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten an

Russlands enger Verbündeter Syrien erkennt die beiden ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk offiziell als unabhängige Staaten an. Das meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus. Es sollten mit beiden "Ländern" Gespräche geführt werden, um diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Syrien ist nach Russland das erste Land, das die Separatistengebiete als Staaten anerkennt. Moskau ist im syrischen Bürgerkrieg neben dem Iran der engste Verbündete der Führung in Damaskus. Nicht zuletzt dank des russischen Militäreinsatzes kontrollieren die Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad wieder rund zwei Drittel des Landes.

16.44 Uhr: Ukraine und Russland tauschen knapp 300 Gefangene aus 

Die ukrainische Armee und die russische Seite tauschen nach eigenen Angaben insgesamt knapp 300 Gefangene aus. Das ukrainische Verteidigungsministerium in Kiew berichtet von 144 ukrainischen Soldaten, die wieder frei seien. Es handele sich um den größten Gefangenenaustausch seit Kriegsbeginn vor mehr als vier Monaten. Der Separatistenführer Denis Puschilin wiederum sprach von ebenfalls 144 prorussischen und russischen Kämpfern, die aus ukrainischer Gefangenschaft entlassen worden seien.

Unter den freigelassenen ukrainischen Soldaten sind nach Angaben aus Kiew auch 95 Kämpfer, die bis vor einigen Wochen das schwer umkämpfte Stahlwerk Azovstal in der mittlerweile von den Russen eroberten Hafenstadt Mariupol verteidigten. Wiederum 43 von ihnen sollen dem Regiment Asow angehören.

16.39 Uhr. 144.000 ukrainische Schüler an deutschen Schulen

Die Zahl ukrainischer Schülerinnen und Schüler, die an Schulen und Berufsschulen in Deutschland aufgenommen wurden, steigt  gestiegen. Wie die Kultusministerkonferenz (KMK) mitteilte, sind es aktuell mittlerweile 144 000 Kinder und Jugendliche - ein Zuwachs um gut 5000 im Vergleich zur Vorwoche. Die meisten sind bisher in Bayern (26.231), Nordrhein-Westfalen (24.662) und Baden-Württemberg (19.198) untergekommen.

15.39 Uhr: EU-Regionen sollen mehr Geld für Flüchtlingsunterbringung bekommen

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine sollen Regionen in der EU mehr Unterstützung bei der Unterbringung von Flüchtlingen bekommen. Dafür schlug die EU-Kommission vor, Gelder aus dem sogenannten Kohäsionsfonds umzuschichten und schneller auszuschütten. So soll etwa lokalen Behörden und Organisationen bis 2023 zusätzlich 3,5 Milliarden bereitgestellt werden, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die EU-Staaten und das EU-Parlament müssen den Änderungen noch zustimmen.

14.56 Uhr: Nato sagt Ukraine bei Gipfel weitere Unterstützung zu

Die Nato hat der Ukraine weitere Unterstützung bei der Verteidigung gegen die russische Invasion zugesagt. Die 30 Mitgliedstaaten hätten ein umfassendes Paket vereinbart, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Gipfel des Bündnisses in Madrid. Dazu gehörten sichere Kommunikationsmittel, Treibstoff, medizinische Versorgung, Schutzwesten und Ausrüstung zur Bekämpfung von Minen sowie chemischen und biologischen Bedrohungen. Auch Hunderte tragbare Drohnenabwehrsysteme seien Teil des Pakets.

"Längerfristig werden wir die Ukraine bei der Umstellung von Ausrüstung aus der Sowjet-Ara auf moderne Nato-Ausrüstung unterstützen", sagte Stoltenberg. "Die Ukraine kann so lange auf uns zählen, wie es nötig ist. Die Verbündeten werden weiterhin umfangreiche militärische und finanzielle Hilfe leisten."

14.46 Uhr: Selenskyj warnt Nato vor weiteren russischen Angriffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt die Nato vor möglichen russischen Angriffen auch auf andere Länder. "Die Frage ist: Wer ist der nächste für Russland? Moldau? Das Baltikum? Oder Polen? Die Antwort: sie alle", sagte Selenskyj in einer per Video übertragenen Rede an den Nato-Gipfel in Madrid. Das wahre Ziel Russlands sei die Nato, meinte der ukrainische Staatschef. Dazu setze Moskau als Instrument auch Hunger zur Verursachung von Migrationswellen ein. Auch Energieressourcen nutze der Kreml, um Europa dazu zu zwingen, "auf Ihre Freiheit, Ihre Demokratie und Ihre Werte" zu verzichten.

14.42 Uhr: Nato lädt Schweden und Finnland offiziell zum Beitritt ein

Die Nato bringt die Aufnahme Finnlands und Schwedens in die Militärallianz auf den Weg. Die Staats- und Regierungschefs sprechen auf ihrem Gipfeltreffen in Madrid die offizielle Beitrittseinladung für die beiden Länder aus, wie aus der Gipfelerklärung hervorgeht. Die Türkei hatte zuvor nach wochenlangen Verhandlungen ihren Widerstand gegen die Norderweiterung der Allianz aufgegeben.

14.37 Uhr: Nato-Staaten beschließen drastische Stärkung der Ostflanke

Die 30 Nato-Staaten beschließen angesichts von Russlands Krieg gegen die Ukraine eine deutliche Verstärkung der Ostflanke. Zudem stimmen die Staats- und Regierungschefs beim Gipfel in Madrid einem neuen Streitkräfte-Modell zu, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Bündniskreisen erfährt. Es sieht vor, künftig mehr als 300.000 Soldaten in hoher Einsatzbereitschaft zu halten. Die bisherige schnelle Nato-Eingreiftruppe NRF soll durch das neue Streitkräfte-Modell ersetzt werden. Sie hat lediglich eine Größe von rund 40.000 Soldaten.

13.21 Uhr: Moskau sieht in Nato-Gipfel westliche Aggressivität gegenüber Russland bestätigt

Russland sieht den derzeit stattfindenden Nato-Gipfel als Bestätigung für die aggressive Haltung des westlichen Militärbündnisses. "Das Gipfeltreffen in Madrid festigt den Kurs einer aggressiven Eindämmung Russlands" durch die Militärallianz, sagt der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow laut russischen Nachrichtenagenturen. Die Erweiterung des Bündnisses um Finnland und Schweden bezeichnete er demnach als "rein destabilisierenden Faktor in den internationalen Angelegenheiten".

13.15 Uhr: Insgesamt 330 Milliarden Dollar im Zuge von Russland-Sanktionen eingefroren

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die USA und ihre Verbündeten im Zuge ihrer Sanktionen gegen Moskau nach eigenen Angaben Vermögenswerte in Höhe von mehr als 330 Milliarden Dollar (313 Milliarden Euro) eingefroren. Ein Großteil davon (300 Milliarden Dollar) entfalle auf Guthaben der russischen Zentralbank, teilt das US-Finanzministerium unter Berufung auf Zahlen der gemeinsamen Task Force Repo mit. Durch Sanktionen gegen russische Oligarchen und Regierungsvertreter seien weitere Finanzmittel in Höhe von 30 Milliarden Dollar blockiert worden. Darüber hinaus seien mindestens fünf Luxusjachten und mehrere Immobilien im Besitz russischer Milliardäre beschlagnahmt worden.

12.45 Uhr: Russland schließt Krim per Bus und Bahn an besetzte ukrainische Gebiete an

Zwischen den von Russland besetzten Gebieten in der Südukraine und der annektierten Krim-Halbinsel sollen ab Freitag wieder Busse und Bahnen verkehren. Das kündigten die von Moskau eingesetzte Verwaltung der ukrainischen Region Cherson an. Die Verkehrsverbindungen mit der Krim waren nach deren Annexion durch Russland im Jahr 2014 eingestellt worden.

12.05 Uhr: Russland: Viele Tote bei Kämpfen auf ukrainischer Seite

Bei Kämpfen im Süden der Stadt Lyssytschansk in der Ostukraine erleiden regierungstreue Truppen nach Darstellung Moskaus deutliche Verluste. Von den 350 Mann einer Gebirgsjägerbrigade seien lediglich noch 30 Soldaten am Leben geblieben, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit und bezog sich dabei auf Kämpfe an einer Ölraffinerie. Das lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Zudem sei eine Ausbildungsbasis für ausländische Söldner in der Nähe der Stadt Mykolajiw im Süden sowie vier Kommandoposten zerstört worden.

11.23 Uhr: Biden kündigt tausende Zusatz-Soldaten für Europa an

Die USA kündigen beim Nato-Gipfel in Madrid tausende zusätzliche Soldaten für Europa an. US-Präsident Joe Biden sagt zum Auftakt des zweitägigen Treffens, angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine werde die Militärallianz "in jedem Bereich verstärkt - zu Land, in der Luft und auf See". Die Nato werde "jeden Zentimeter ihres Territoriums verteidigen", unterstreicht er unter Anspielung auf die östlichen Mitgliedsländer. 

In Deutschland und Italien sollen nach Bidens Angaben zusätzliche Luftwaffenkräfte stationiert werden. Details nennt Biden nicht. Die größte US-Luftwaffenbasis in Deutschland befindet sich im rheinland-pfälzischen Ramstein. Eine Brigade mit 3000 US-Soldaten sowie 2000 weiteren Militärangehörigen ist demnach in Rumänien geplant, das eine mehr als 600 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine hat. Auch in Polen und im Baltikum wollen die USA ihre Kräfte aufstocken. Derzeit haben die USA in Europa rund 100.000 Soldaten stationiert.

10.13 Uhr: Prorussische Separatisten werfen Ukraine Tod von sechs Arbeitern vor

Die prorussischen Separatisten im Gebiet Luhansk in der Ostukraine machen die ukrainische Armee für den Tod von sechs Arbeitern verantwortlich. Sie seien während Reparaturarbeiten unter Beschuss geraten, schreibt die Generalstaatsanwaltschaft der international nicht anerkannten Region auf Telegram. Vier Mitarbeiter seien verletzt worden, eine Person werde noch vermisst. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden. Popasna liegt südlich der zuletzt von Russland eingenommenen Stadt Sjewjerodonezk. Die Stadt war erst im Mai von russischen Truppen erobert worden.

10.01 Uhr: Scholz will Ukraine weitere Waffen liefern

Bundeskanzler Olaf Scholz stellt der Ukraine weitere Waffenlieferungen in Aussicht. Neben der humanitären und finanziellen Hilfe werde man auch "Waffen zur Verfügung stellen, die die Ukraine dringend braucht", kündigt der SPD-Politiker beim Nato-Gipfel in Madrid an. "Die Botschaft ist: Das werden wir so lange fortsetzen und auch so intensiv fortsetzen wie es notwendig ist, damit die Ukraine sich verteidigen kann."

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte gestern in Madrid erklärt, dass Deutschland drei weitere Panzerhaubitzen 2000 in die Ukraine liefern werde. Sieben dieser schweren Artilleriegeschütze mit einer Reichweite bis zu 40 Kilometern aus Beständen der Bundeswehr sind bereits in der Ukraine angekommen.

9.50 Uhr: Ukraine verklagt Russland vor Menschenrechtsgericht

Die Ukraine beschuldigt Russland in einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte schwerer Menschenrechtsverletzungen. Konkret wirft die ukrainische Regierung Russland etwa gezielte und unverhältnismäßige Angriffe auf Zivilisten vor, heißt es in einer Mitteilung des Gerichtshofes. Demnach moniert die Ukraine unter anderem Verstöße gegen das Recht auf Leben und den Schutz vor Folter.

9.40 Uhr: Brite legt offenbar Berufung gegen Todesstrafe in Ostukraine ein

Ein von prorussischen Separatisten in der Ostukraine zum Tode verurteilter Brite geht einem Medienbericht zufolge gegen die Verurteilung vor. Es sei Berufung eingelegt worden, sagte seine Anwältin der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Sollte sie abgelehnt werden, werde ein Gnadengesuch eingereicht. Ihr Mandant habe sie darum gebeten.

9.36 Uhr: Cherson soll in Referendum über Russland-Beitritt entscheiden

Die Militärverwaltung von Cherson bereitet ein Referendum des von Russland besetzten ukrainischen Gebietes über einen Beitritt zu Russland vor. Das erklrte der Vizechef der Militär- und Zivilverwaltung, Kirill Stremoussow, in einem auf Telegram veröffentlichten Video. "Ja, wir bereiten uns auf ein Referendum vor und wir werden es abhalten." Cherson solle "ein vollwertiges Mitglied" Russlands werden. Nach früheren Angaben sollte es im Herbst stattfinden. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gibt es immer wieder Berichte darüber, dass Moskau Referenden über einen Beitritt besetzter Gebiete an die Russische Föderation anstrebt.

8.53 Uhr:  Beschuss von Einkaufszentrum könnte laut britischen Geheimdiensten Versehen gewesen sein

Der russische Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum in Krementschuk mit mindestens 20 Toten könnte nach Einschätzung britischer Geheimdienste unabsichtlich geschehen sein. Es sei durchaus realistisch, dass die Attacke am Montag ein nahe gelegenes Infrastrukturziel habe treffen sollen, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Moskaus Angriffe mit Langstreckenraketen seien auch schon in der Vergangenheit ungenau gewesen, was zu einer hohen Zahl an zivilen Opfern geführt habe — etwa beim Beschuss des Bahnhofs in der Stadt Kramatorsk im April. Moskau sei bereit, "hohe Kollateralschäden" in Kauf zu nehmen, so das Ministerium. Da Russland einen Mangel an moderneren Präzisionswaffen und deutliche Schwächen bei der Planung seiner Ziele habe, müsse man durch weitere Angriffe mit weiteren zivilen Opfern rechnen.

8.43 Uhr: Indonesiens Präsident Widodo reist in Friedensmission nach Kiew

Der indonesische Präsident Joko Widodo ist in seiner weitgehend selbst ernannten Rolle als Friedensvermittler zwischen Russland und der Ukraine zu einer Reise in die Ukraine aufgebrochen. Widodo reiste nach seiner Teilnahme am G7-Gipfel in den bayerischen Alpen nach Polen, von wo er geestern Abend mit dem Zug in die ukrainische Hauptstadt Kiew weiterfuhr, wie er auf Twitter schreibt. Er werde an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj appellieren, Friedensgesprächen zuzustimmen, hatte Widodo zuvor gesagt.

8.15 Uhr: Ukraine meldet Tote und Verletzte bei Angriff auf Stadt Mykolajiw

Mindestens drei Tote und fünf Verletzte hat es nach ukrainischen Angaben bei einem russischen Angriff am Morgen auf die Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine gegeben. Das schreibt der Militärgouverneur des Gebiets Mykolajiw, Witali Kim, auf Telegram. "Die russischen Besatzer flogen einen Raketenangriff auf Mykolajiw." Eine Rakete habe ein Hochhaus getroffen. Die lokalen Behörden riefen die Menschen auf, während des Luftalarms an einem sicheren Ort zu bleiben und keine Bilder vom Ort des Angriffs zu veröffentlichen.

8.10 Uhr: Baerbock sieht Schweden und Finnland als Stärkung der Nato

Außenministerin Annalena Baerbock ist erleichtert über das Ende der türkischen Blockade eines Nato-Beitritts von Schweden und Finnland. Damit werde der Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin durchkreuzt, das Militärbündnis zu spalten, sagt die Grünen-Politikerin im ZDF-"Morgenmagazin" vor Beginn des Nato-Gipfels in Madrid. "Jetzt ist das Wichtigste, dass wir deutlich machen: Wir stehen beieinander, wir stehen miteinander."

7.47 Uhr: Ukraine meldet zwei Tote bei Raketenangriff auf Dnipro

Nach einem Angriff auf die ostukrainische Großstadt Dnipro sind am Morgen die Leichen zweier Menschen gefunden worden. Unter den Trümmern eines von einer feindlichen Rakete zerstörten Unternehmens hätten Retter zwei Tote entdeckt, einen Mann und eine Frau, schreibt der Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, im Nachrichtendienst Telegram. Sechs Raketen seien gestern auf die Stadt abgefeuert worden. Sie hätten ein friedliches Unternehmen getroffen, das nichts mit dem Militär zu tun habe. In Medienberichten ist von einer Autowerkstatt die Rede.

7.29 Uhr: Russische Truppen wollen laut Ukraine Lyssytschansk einkesseln

Im Osten der Ukraine versuchen russische Truppen nach Einschätzung des ukrainischen Militärs, die strategisch wichtige Stadt Lyssytschansk einzukesseln. Das sei eine der Hauptanstrengungen des Feindes, teilt der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht mit. Die Offensive in Richtung der Stadt werde fortgesetzt. Details werde nicht genannt. Russische Truppen stehen bereits am Südrand der Stadt. Vertreter prorussischer Separatisten hatten zudem berichtet, es gebe schon Kämpfe im Stadtgebiet.

5.30 Uhr: Nato-Gipfel berät über Folgen des Ukraine-Krieges

Die Staats- und Regierungschefs der Nato beraten heute ab 10 Uhr in Madrid über die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Auf dem zweitägigen Gipfel werden eine deutliche Aufstockung der schnellen Nato-Einsatzkräfte erwartet sowie weitere Hilfszusagen für die Ukraine. Darüber hinaus wollen die 30 Nato-Länder eine neue Strategie verabschieden, in der Russland als "Bedrohung" bezeichnet wird. Präsident Wolodymyr Selenskyj soll als Gast zu dem Gipfel zugeschaltet werden.

4.10 Uhr: Wehrbeauftragte beklagt Belastung durch Aufstockung der Nato-Einsatztruppe

Die von der Nato angekündigte drastische Aufstockung der schnellen Einsatztruppe wird die Bundeswehr nach Einschätzung der Wehrbeauftragten des Bundestages, Eva Högl, schwer belasten. "Absehbar ist, dass die Anforderungen an Deutschland steigen werden. Für die Bundeswehr bedeutet das eine enorme Herausforderung und erfordert große Anstrengungen hinsichtlich Personal, Material, Ausrüstung und Infrastruktur", zitiert die "Augsburger Allgemeine" Högl.

1.37 Uhr: Litauens Präsident würdigt Deutschlands Ukraine-Politik

Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda lobt die Bundesregierung für die von ihr ausgerufene Zeitenwende und die Waffenlieferungen an die Ukraine. "Wir sehen wirklich, wie groß diese, ich würde sagen, tektonischen Veränderungen in Deutschland sind. Vor allem seit Kriegsbeginn", sagt Nauseda der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview in Vilnius. "Wir sehen Dinge, die man sich vor einigen Monaten noch nicht vorstellen konnte." Besonders deutlich zeige sich dies bei der Beurteilung der Lage, die "sehr ernsthaft, sehr verantwortungsvoll" sei. "Ich denke, die Illusionen sind nun verschwunden. Ich sehe dieses Gerede über ein erneutes Engagement mit Russland nicht, weil jeder versteht, jeder aufgewacht ist und jeder begreift, wie groß diese Bedrohung ist." Auch habe es Änderungen in der Politik Deutschlands gegeben. 

0.06 Uhr: Selenskyj wirft Moskau gezielten Angriff auf Einkaufszentrum vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland nach dem Raketeneinschlag in einem Einkaufszentrum den gezielten Angriff auf das zivile Objekt vor. "Die russische Rakete hat genau dieses Objekt getroffen. Zielgerichtet. Offensichtlich gab es so einen Befehl", sagt Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache und untermauert seine Vorwürfe mit Videoaufnahmen des Einschlags in der Stadt Krementschuk. Ziel sei es gewesen, so viele Menschen wie möglich zu töten. Der Präsident sieht den Angriff als Teil einer Gesamtstrategie Moskaus, die sich gegen das ukrainische Volk richte. "Stand heute Abend liegt die Gesamtzahl der russischen Raketen, die in unseren Städten eingeschlagen sind, schon bei 2811", dazu kämen noch Fliegerbomben und Artilleriegeschosse, so Selenskyj.

mad DPA AFP

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