1991 Slowenien
Ein Panzer steht vor dem Parlament in Belgrad. Mit dem Zerfall Jugoslawiens 1991 fechtet das Land einen Unabhängigkeitskrieg aus. Es ist der Beginn einer Serie von Konflikten, die als Jugoslawien-Kriege bekannt werden und zu den blutigsten Auseinandersetzungen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs zählen. Parallel zum Zerfall der Sowjetunion zeichnet sich auch das Ende des Vielvölkerstaates ab, auch als "Sozialistische Föderative Volksrepublik Jugoslawien" bekannt. Sie besteht aus den sechs Teilrepubliken Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Slowenien und Montenegro. Auf die ersten freien Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die 1990 in Slowenien stattfinden, folgt ein Referendum, in dem sich 88 Prozent der Bevölkerung für die Unabhängigkeit des Landes aussprechen. 1991 erklärt der Staat seine Unabhängigkeit. Als die slowenischen Streitkräfte die Kontrollen an den Grenzen übernehmen, kommt es zu Kämpfen mit der Jugoslawischen Volksarmee (JVA). Sie dauern zehn Tage an, der Konflikt wird deshalb auch "Zehntagekrieg" genannt. Der Waffenstillstand wird am Ende im Bioni-Abkommen festgehalten. Bei den Kämpfen sollen 74 Menschen gestorben sein, davon 44 Soldaten der JVA, 18 slowenische Soldaten und zwölf Zivilisten. Über 100 Slowenen sollen bei dem Versuch gestorben sein, von den JVA-Einheiten zu desertieren.
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