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Spekulationen um Rücktritt des FDP-Chefs Rösler will Nerven behalten, Kubicki und Seehofer besorgt


Die Stimmung könnte besser sein: Die FDP steht in der Wählergunst mies da - und Parteichef Philipp Rösler bekommt auch Gegenwind von den Politkollegen. Aufgeben will er trotzdem nicht.

Angesichts interner Debatten und historisch niedriger Umfragewerte - bundesweit lag die FDP beim Wahltrend von stern und RTL zuletzt bei vier Prozent - muss FDP-Parteichef Philipp Rösler viel Kritik einstecken, auch aus den eigenen Reihen. Dennoch hat er vor dem Dreikönigstreffen seiner Partei Spekulationen um einen möglichen Rücktritt zurückgewiesen. "In schwierigen Zeiten" sei es wichtig, die Nerven zu behalten, sagte Rösler der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). In einer Partei gelte dies zuerst für den Vorsitzenden. Die FDP mache derzeit eine schwierige Phase durch. Genau dies sei für ihn der Grund gewesen, Verantwortung zu übernehmen, "und die Partei wieder zum Erfolg zu führen".

Über einen Rücktritt habe er trotz Kritik nie nachgedacht, sagte Rösler. Ob er im Mai erneut für den Bundesvorsitz kandidiert, ließ er erneut offen. Der schleswig-holsteinische FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sagte derweil der "Leipziger Volkszeitung", er halte die Existenz seiner Partei für "gefährdet". Die FDP kämpfe sowohl bei der Landtagswahl in Niedersachsen als auch bei der Bundestagswahl ums parlamentarische Überleben. Rösler werde in den Augen der Öffentlichkeit leider nicht als Krisenmanager wahrgenommen.

Seehofer zollt Respekt, Niebel äußert Zweifel

Auch CSU-Chef Horst Seehofer zeigt sich besorgt um den Koalitionspartner FDP. "Die einzige politische Sorge, die ich ins Jahr 2013 mit herübergenommen habe, ist die FDP", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). "Das Wohlergehen der FDP liegt allein in ihrer Hand. Den einzigen und wichtigsten Rat, den man der FDP geben kann, ist: Schluss mit der Selbstbeschäftigung!" Für den angeschlagenen FDP-Parteichef fand Seehofer anerkennende Worte: "Obwohl Philipp Rösler kein einfacher Partner ist und liberale Positionen mitunter sehr energisch vertritt, komme ich mit ihm sehr gut aus. Gerade weil er nicht einfach ist, hat er meinen Respekt."

Die Liberalen kommen am Sonntag in Stuttgart zu ihrem traditionellen Dreikönigstreffen zusammen. Neben Rösler werden erstmals vier weitere Redner auftreten, darunter Brüderle und der baden-württembergische FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel. Die FDP liegt derzeit in den meisten Umfragen unter der Fünf-Prozent-Hürde. Schafft sie es bis zur Wahl im Herbst nicht aus dem Umfragetief, ist ihr Wiedereinzug in den Bundestag gefährdet. Mehrere FDP-Politiker hatten zuletzt Zweifel erkennen lassen, ob Rösler als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl geeignet sei. Unter anderem hatte Niebel gesagt, der Parteichef müsse nicht zugleich Spitzenkandidat sein.

Der Einschätzung von Niebel, die FDP habe vor der niedersächsischen Landtagswahl am 20. Januar ihre Kampagnenfähigkeit verloren, hielt Rösler entgegen: "Je mehr Termine man in Niedersachsen macht, desto mehr kann man sich auch von der Kampagnenfähigkeit dieser Partei überzeugen." Niebel allerdings nehme dort weniger Termine wahr, "als er Interviews gibt".

nw/DPA/AFP DPA

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