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+++ Ebola-Newsticker +++: EU will Anreize für Entwicklung von Ebola-Medikamenten schaffen

Die WHO erklärt die Ebola-Epidemie in Nigeria für überwunden. In Liberia ist die Lage weiterhin verheerend, sagt die Botschafterin des Landes. Alle Neuigkeiten lesen Sie im stern-Newsticker.

Ein grundlegender Wirkstoff des Medikaments ZMapp wird aus Tabakpflanzen gewonnen. Es soll Ebola heilen, noch ist es allerdings nicht erprobt.

Ein grundlegender Wirkstoff des Medikaments ZMapp wird aus Tabakpflanzen gewonnen. Es soll Ebola heilen, noch ist es allerdings nicht erprobt.

+++ 19.02 Uhr: Europäische Arzneimittelbehörde schafft Anreize für Pharmaunternehmen +++

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will die Entwicklung von Medikamenten gegen die tödliche Ebola-Seuche durch mehr Anreize für die Pharmabranche beschleunigen. Wirkstoffkandidaten könne der sogenannte "Orphan Drug"-Status verliehen werden, hat die Behörde mitgeteilt. Mit der Auszeichnung fördert sie die Forschung an Arzneien gegen seltene lebensbedrohliche Krankheiten, die nicht mehr als fünf von 10.000 Einwohnern in der EU betreffen. Ebola fällt in diese Rubrik. Der "Orphan-Drug"-Status für ein Präparat ist attraktiv. Den Firmen winkt nicht nur eine teilweise oder vollständige Befreiung von EMA-Gebühren. Die EU-Behörde garantiert für solche Arzneien überdies zehn Jahre Marktexklusivität nach Zulassung. Zwar befinden sich eine Reihe von Substanzen weltweit in der Entwicklung - zugelassen ist aber noch keine.

+++ 18.43 Uhr: Norwegische Ärztin wieder gesund +++

Die an Ebola erkrankte norwegische Ärztin ist wieder gesund: Sie wurde am Montag aus der Isolierstation entlassen. Silje Lehne Michalsen nahm an einer Pressekonferenz des Ullevål Krankenhauses in Oslo teil und sagte, sie habe sich bei ihrer Arbeit für Ärzte ohne Grenzen in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus angesteckt. Vor zwei Wochen war sie nach Norwegen geflogen und unmittelbar isoliert worden. Zu Details ihrer Behandlung äußerten die Ärzte sich nicht.

Michalsen nutzte die Gelegenheit, um auf die Dringlichkeit medizinischer Hilfe für die Menschen in Westafrika aufmerksam zu machen. Sie habe am eigenen Leib erfahren, wie schnell sich Ebola ausbreite. "Die Uhr tickt, die Todeszahlen steigen. Wir müssen handeln und wir müssen jetzt handeln", sagte die Ärztin.

+++ 17.52 Uhr: Kuba schickt weitere Helfer nach Westafrika +++

Die kubanische Regierung sendet weitere 91 Helfer nach Westafrika im Kampf gegen Ebola. Zwei Hilfsmissionen sollen an diesem Dienstag nach Liberia und Guinea aufbrechen, wie Staatschef Raúl Castro am Montag in der Hauptstadt Havanna im Rahmen einer Regionalkonferenz zum Thema Ebola ankündigte. Der sozialistische Karibikstaat hat Anfang Oktober bereits 165 Helfer nach Sierra Leone gesendet. Nach Angaben vom kubanischen Gesundheitsminister Roberto Morales sollen nun 53 Helfer nach Liberia reisen, die übrigen 38 werden in Guinea erwartet.

+++ 17.40 Uhr: Angehörige von verstorbenem Duncan aus Quarantäne entlassen +++

Nach 21 Tagen ohne Symptome sind die Angehörigen des verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan im US-Bundesstaat Texas aus der Quarantäne entlassen worden. Duncans Verlobte, ihr 13-jähriger Sohn und zwei Neffen können ab sofort wieder ein normales Leben führen. Nach Angaben der Behörden standen insgesamt 43 Menschen, die mit Duncan vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus in Dallas möglicherweise in Kontakt geraten waren, nicht mehr unter Beobachtung. Fünf Menschen sollten zudem sehr bald als virenfrei eingestuft werden, berichteten US-Medien.

+++ 15.54 Uhr: EU garantiert Helfern angemessene Versorgung +++

Die EU garantiert europäischen Helfern in den Ebola-Gebieten in Westafrika eine zuverlässige medizinische Versorgung, falls sie sich mit der Krankheit anstecken sollten. Sofern dies im Land selbst nicht in angemessener Weise erfolgen könne, werde "von Fall zu Fall" über einen Rücktransport durch Spezialflugzeuge entschieden, heißt es in einem Beschluss der EU-Außenminister. Bisher verfügt kein EU-Land über Flugzeuge, mit denen hochansteckende Ebola-Kranke sicher transportiert werden können. Sie müssen derzeit noch in den USA gemietet werden. Die Bundesregierung will bis Mitte November aber eigene Flugzeuge zur Verfügung haben, wenn hunderte Freiwillige aus Deutschland in das Krisengebiet geschickt werden sollen.

+++ 14.40 Uhr: Bundeswehr fliegt fast täglich nach Westafrika +++

Die Bundeswehr fliegt nach Angaben des Verteidigungsministeriums mittlerweile fast täglich Hilfsgüter für die von der Ebola-Epidemie betroffenen Gebiete in Westafrika. Über die deutsch-französische Luftbrücke würden Medikamente und Lebensmittel in die am schwersten von der Seuche betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea gebracht. Die Bundesregierung bereite zudem drei Flugzeuge vor, um erkrankte Helfer im Notfall aus Westafrika ausfliegen zu können. Eines soll speziell für Ebola-Infizierte ausgerüstet werden.

+++ 14.20 Uhr: Ebola-Verdachtsfall auf Kreuzfahrtschiff bestätigt sich nicht +++

Laut dem US-amerikanischen christlichen Nachrichtensender CBN hat sich der Ebola-Verdacht bei einer Pflegerin aus Dallas, Texas nicht bestätigt. Die Frau befand sich auf einem Kreuzfahrtschiff als der Verdacht aufkam, sie könne sich infiziert haben.

+++ 13.52 Uhr: Großbritannien will Einsatz ungetesteter Medikamente erleichtern +++

In Großbritannien sollen sterbenskranke Menschen laut "Daily Telegraph" künftig unter bestimmten Umständen ungetestete Medikamente bekommen. Die britische Regierung stehe hinter einem entsprechenden Gesetzentwurf, mit dem sich das Unterhaus in dieser Woche beschäftige, berichtet die Zeitung. Die geplante Änderung würde es Ärzten leichter machen, neue Medikamente etwa an sterbenskranken Krebspatienten auszuprobieren, ohne mit einer Klage rechnen zu müssen. Dafür müssten aber andere Behandlungsmöglichkeiten schon ausgeschöpft sein. Die Patienten müssen der Behandlung laut "Daily Telegraph" zustimmen. Bei der Bekämpfung von Ebola kommen derzeit experimentelle Präparate wie ZMapp zum Einsatz. Den Gesetzentwurf müssen das Ober- und Unterhaus verabschieden.

Intensiv wurden in Nigeria Kontrollen auf Ebola durchgeführt, die nun zum Erfolg geführt haben

Intensiv wurden in Nigeria Kontrollen auf Ebola durchgeführt, die nun zum Erfolg geführt haben

+++ 13.12 Uhr: WHO erklärt Nigeria für Ebola-frei +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass Nigeria frei von Ebola sei.

"Wie Nigeria mit dem Ausbruch umgegangen ist, ist eine spektakuläre Erfolgsgeschichte und zeigt, dass Ebola eingedämmt werden kann", heißt es auf dem Twitterkanal der WHO.

+++ 13.01 Uhr: Erste Ebola-Schulung bei der Bundeswehr +++

Vor ihrem Einsatz im Ebola-Krisengebiet in Westafrika hat die Bundeswehr am Montag mit der Schulung der freiwilligen Helfer begonnen. 15 Teilnehmer - vor allem Ärzte, Pfleger und Laborpersonal - seien bei dem einwöchigen Lehrgang in einer Kaserne in Appen bei Hamburg dabei, sagt ein Sprecher der Streitkräftebasis in Bonn. Die Bundeswehr-Angehörigen seien dem Aufruf von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gefolgt und hätten sich freiwillig gemeldet. Der Ebola-Einsatz soll den Angaben zufolge aller Voraussicht nach Mitte November in Liberia starten.

+++ 12.49 Uhr: Mann von Ebola-Patientin will Behörden verklagen +++

Der Ehemann einer spanischen Ebola-Patientin will die Behörden verklagen. "Ich werde vor Gericht beweisen, dass die Bewältigung der Ebola-Krise ein großes Pfuschwerk war", hat der Mann in einem Video angekündigt, das eine Sprecherin der Familie an die Presse übergeben hat. Die Pflegehelferin hatte sich bei der Behandlung eines Ebola-Kranken, der aus Westafrika nach Spanien ausgeflogen worden war, selbst mit dem Virus angesteckt. Einzelne Politiker hatten nach dem Bekanntwerden der Infektion indirekt der 44-Jährigen eine Mitschuld gegeben.

+++ 11.56 Uhr: UN fordert China zu mehr Anstrengungen auf +++

Die Vereinten Nationen haben von Chinas reichen Bürgern und Konzernen einen größeren Beitrag im Kampf gegen die Ebola in Westafrika verlangt. "Wo bleiben die chinesischen Milliardäre?" fragt der für China zuständige Vertreter des Welternährungsprogramms (WFP) der UN, Brett Rierson. "Das Gleiche könnte man die privaten Unternehmen fragen, gegenwärtig die größten Investoren in Westafrika." China hat 40 Millionen Dollar für den Kampf gegen Ebola bereitgestellt, von denen sechs Millionen an das WFP gingen. Ein Sprecher der chinesischen Gesundheitsbehörden hat erklärt, sein Land bilde zudem Ärzte aus.

+++ 11.36 Uhr: Flughafen Brüssel beginnt Kontrollen +++

Am Brüsseler Flughafen haben Kontrollen von Reisenden auf Ebola begonnen. Das hat eine Sprecherin der Fluggesellschaft SN Brussels Airlines der Nachrichtenagentur DPA bestätigt. Reisende, die aus den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone kommen, müssen ab jetzt ihre Körpertemperatur messen lassen. Falls ein Passagier mehr als 38 Grad Fieber hat, soll er in ein Extrazimmer gebeten werden, um dort einen Fragebogen auszufüllen und mit einem Arzt zu sprechen.

+++ 10.38 Uhr: Von Ebola geheilter Pfleger wieder in Sierra Leone +++

Ein von Ebola geheilter britischer Pfleger ist zurück nach Westafrika gereist, um dort weiter Infizierte zu behandeln. Will Pooley hatte sich als Helfer in Sierra Leone mit dem Virus angesteckt. Er wolle weiter gegen die Epidemie ankämpfen und "alles tun, was ich kann, um so viele unnötige Todesfälle wie möglich zu verhindern", so der 29-Jährige, der bereits am Sonntag in der Hauptstadt Freetown ankam.

+++ 10.35 Uhr: Liberianische Botschafterin bittet um Hilfe +++

Die Botschafterin Liberias in Deutschland, Ethel Davis, bittet angesichts der in ihrem und anderen westafrikanischen Ländern grassierenden Ebola-Seuche eindringlich um Hilfe. "Ebola tötet Menschen schneller als im Bürgerkrieg", so Davis am Montag auf dem Weltgesundheitsgipfel in Berlin. Die Epidemie untergrabe "die Substanz unseres gesellschaftlichen und sozialen Systems". Liberia könne die Bedrohung nicht alleine bewältigen. Die Lage in der liberiansichen Hauptstadt Monrovia beschreibt Davis mit drastischen Worten. Infizierte würden in den überfüllten Krankenhäusern oft zurückgeschickt, vielen Menschen trauten sich aus Angst nicht aus ihren Häusern. Die internationale Hilfe sei inzwischen angelaufen, "aber sie reicht noch nicht aus", sagt Davis.

+++ 10.34 Uhr: Steinmeier fordert einheitliches europäisches Vorgehen +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) fordert im Kampf gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus ein abgestimmtes Vorgehen Europas. Die Antwort der internationalen Gemeinschaft dürfe jetzt aber nicht "hektischer Aktionismus" sein, sondern ein "koordiniertes Vorgehen", sagt Steinmeier vor Beginn eines EU-Außenministertreffens am Montag in Luxemburg. Er spreche sich dafür aus, vorhandene Fähigkeiten zu bündeln, bei der Ausbildung von Helfern zusammenzuarbeiten als auch beim Rücktransport von ausländischem Hilfspersonal, das in Westafrika an dem Virus erkrankt.

+++ 10.00 Uhr: Ärztekammer sieht keine Gefahr für Deutschland +++

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Montgomery, sieht in der in Westafrika grassierenden Ebola-Seuche keine Gefahr für Deutschland. Zwar gebe es keine hundertprozentige Sicherheit vor einer Infektion, so Montgomery im Deutschlandfunk. Deutschland sei jedoch im Gesundheitssystem sehr gut aufgestellt und "maximal vorbereitet". Zudem gebe es in Deutschland eine lange Tradition der Tropenmedizin, sagt Montgomery. "Wir sind eines der wenigen Länder der Welt, das eine große Anzahl an Infektionsbetten hat." Selbst im Falle einer Infektion könne man die Infektionskette "mithilfe unserer epidemiologischen Maßnahmen" schnell aufhalten.

+++ 9.59 Uhr: Steinmeier erhält Unterstützung aus Luxemburg +++

Zu Beginn von EU-Beratungen zur Ebola-Epidemie hat Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn dem Vorschlag von Deutschlands Außenamtschef Frank-Walter Steinmeier (SPD) für eine zivile EU-Mission für Westafrika Unterstützung zugesagt. "Das ist ein Rennen gegen die Zeit", sagt Asselborn vor Beginn eines EU-Außenministertreffens am Montag in Luxemburg. "Wir brauchen Geld, wir brauchen medizinisches Personal vor Ort, wir brauchen Logistik." Die EU müsse schnell handeln. Bei dem Treffen in Luxemburg geht es unter anderem um die Beschaffung von speziell ausgerüsteten Flugzeugen für die Evakuierung von ausländischem Hilfspersonal, das sich beim Einsatz in Westafrika mit der Krankheit angesteckt hat.

+++ 0.01 Uhr: Spanische Krankenpflegerin offenbar geheilt +++

Die spanische Krankenpflegerin, die sich als erster Mensch außerhalb Afrikas mit dem Ebolavirus infizierte, ist offenbar außer Lebensgefahr. Ein Test auf das Virus war gestern negativ, hat die Regierung in Madrid mitgeteilt. Ein weiterer Test werde aber noch vorgenommen, heißt es. Der Gesundheitszustand der Patientin entwickele sich positiv. Die 44 Jahre alte Krankenpflegerin war am 6. Oktober in die Madrider Klinik Carlos III. eingeliefert worden, wo sie selbst arbeitete.

ono/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters