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+++ Newsticker Flüchtlingskrise +++: Serbien sieht "kleinen Schritt vorwärts" bei Balkan-Gipfel

Bei dem kurzfristig angesetzten Balkan-Gipfel beraten die Länder, die am stärksten von der Flüchtlingskrise betroffen sind, in Brüssel über Maßnahmen. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Der serbische Premierminister Alexander Vucic spricht am Rande des Balkan-Gipfels in Brüssel

Der serbische Premierminister Alexander Vucic spricht am Rande des Balkan-Gipfels in Brüssel

Angesichts der Flüchtlingskrise entlang der Balkanroute kommen heute die Staats- und Regierungschefs der betroffenen Länder zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammen. An dem Treffen nehmen neben Deutschland und neun weiteren EU-Staaten auch Serbien, Albanien und Mazedonien teil. Ziel ist es, das Vorgehen abzustimmen und mögliche Sofortmaßnahmen zu beschließen. Zuletzt war Slowenien massiv unter Druck geraten, nachdem Ungarn seine Grenze zu Kroatien geschlossen hatte. Die slowenische Regierung erhofft sich vom Gipfel Finanzhilfen von 140 Millionen Euro sowie logistische und humanitäre Unterstützung. Bulgarien, Rumänien und Serbien drohten mit der Schließung ihrer Grenzen, sollten Deutschland und andere EU-Staaten keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Lesen Sie die Ereignisse des Tages hier nach.

+++ 20.40 Uhr: Serbien sieht "kleinen Schritt vorwärts" bei Balkan-Gipfel +++

Serbien hat sich beim Brüsseler Balkan-Gipfel nur verhalten optimistisch zu Fortschritten gezeigt. Er sehe "einen kleinen Schritt vorwärts" bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise, sagte der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic am Sonntagabend in Brüssel. "Wir hatten zumindest die Möglichkeit, miteinander zu sprechen, uns anzuhören und etwas über die Probleme des anderen zu lernen." Er sei aber "nicht sicher, ob wir etwas verabschieden, das sofort sehr hilfreich sein wird".

+++ 17.24 Uhr: Jusos fordern höhere Steuern für Reiche +++

Die Flüchtlingskrise kostet den deutschen Staat. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung rechnet mit einem Betrag von 10 Milliarden Euro. Die Jusos wollen dieses Problem mit höheren Steuern für Reiche lösen. "Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Da müssen gerade die, die viel haben, mehr beitragen", sagte die Vorsitzende der SPD-Nachwuchsorganisation, Johanna Uekermann, der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Widerspruch kam direkt aus den eigenen Reihen: SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs sagte, er halte das für "ausgeschlossen und schwachsinnig". "So krank kann man im Kopf kaum sein." Mit einem solchen Vorschlag würde man
nur Parteien wie die AfD stärken.


+++ 16.39 Uhr: Slowenien warnt vor Zerfall Europas +++

Beim Sondergipfel zur Flüchtlingskrise auf der Balkanroute hat Slowenien vor einem Auseinanderbrechen Europas gewarnt. Wenn es nicht schnelle und konkrete Lösungen vor Ort gebe, werde "die EU und Europa als Ganzes beginnen auseinanderzubrechen", sagte der slowenische Regierungschef Miro Cerar am Sonntag in Brüssel. Am wichtigsten sei dabei die Sicherung der Außengrenzen der EU.

In seinem Land mit zwei Millionen Einwohnern seien in den vergangenen zehn Tagen 60.000 Menschen eingetroffen - an einem einzigen Tag seien es sogar einmal 13.000 gewesen, sagte Cerar. "Das entspricht einer halben Million, die in Deutschland an einem Tag ankommen." Dies sei "absolut untragbar". Sein Land wolle die Grenzen kontrollieren und menschlich mit den Flüchtlingen umgehen. Es könne diese Situation aber nicht über Wochen durchstehen, wenn es in den kommenden Wochen keine Hilfe bekomme.

+++ 16.36 Uhr: Airbus-Chef will offeneren Arbeitsmarkt für Flüchtlinge +++

Deutschland sollte nach Auffassung von Airbus-Chef Tom Enders seine Regeln am Arbeitsmarkt lockern, um Flüchtlinge schneller in Beschäftigung bringen zu können. In einem vorab veröffentlichten Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) schlägt Enders gezielte Ausnahmen vom Mindestlohn und mehr Flexibilität bei zeitlich befristeten Arbeitsverhältnissen vor. Nur so hätten Flüchtlingen die Chance, schnell Arbeit zu finden. "Wenn die Eintrittsschwelle in den Arbeitsmarkt zu hoch ist, scheitert die Integration von Einwanderern in die Gesellschaft."

+++ 16.25 Uhr: Juso-Chefin will höhere Steuern wegen Flüchtlingen +++

 In der SPD gibt es Streit über Steuererhöhungen zur Finanzierung der Flüchtlingspolitik. Die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann forderte in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" vom Sonntag höhere Steuern für Reiche. Die Aufwendungen für die Flüchtlinge seien eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe", sagte Uekermann. "Da müssen gerade die, die viel haben, mehr beitragen." Der SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs reagierte unwirsch auf diesen Vorschlag aus der SPD-Nachwuchsorganisation. "Ich halte das für ausgeschlossen schwachsinnig", sagte Kahrs im ZDF. Ein solches Vorgehen würde Parteien wie die AfD stärken. "So krank kann man im Kopf kaum sein", sagte Kahrs.

+++ 16.22 Uhr: Schulz bemängelt fehlende Solidarität in Flüchtlingskrise +++

Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), hat den EU-Staaten Tatenlosigkeit und mangelnde Solidarität in der Flüchtlingskrise vorgeworfen. "Der Zustand der Europäischen Union war schon besser", kritisierte Schulz bei einem EU-Krisentreffen am Sonntag in Brüssel. "Und wenn Sie mich nach meiner Beurteilung fragen, ausreichend ist sicher nicht das, was wir als Prädikat im Deutschen verwenden würden, sondern zur Zeit haben wir es mit einer mangelhaften Situation zu tun."

Die beschlossene Verteilung von insgesamt 160 000 Flüchtlingen innerhalb Europas komme nur schleppend voran, "weil sich ein großer Teil dieser Länder an der Verteilung nicht beteiligt". Ebenso schickten die EU-Länder nicht die versprochenen Beamten für die EU-Grenzschutzagentur Frontex. "Wir können beschließen, was wir wollen, wenn die Ankündigungen nicht umgesetzt werden, weder finanziell noch organisatorisch, dann kriegen wir das Problem nicht in den Griff", warnte Schulz.

+++ 16.16 Uhr: Orban wünscht sich Ende der Offene-Grenzen-Politik +++

Kurz vor dem Balkan-Gipfel hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban schwere Vorwürfe gegen EU-Partner erhoben. Hauptgrund der Flüchtlingskrise sei, dass einige Länder ihre Verpflichtungen aus dem Schengen-Abkommen gebrochen hätten. "Wir sind hier nur Zuschauer", sagte Orban mit dem Hinweis darauf, dass Ungarn seit dem umstrittenen Bau eines Zauns an den Grenzen zu Kroatien und Serbien nicht mehr Teil der Balkan-Flüchtlingsroute sei. Seither streben die Migranten allerdings durch Kroatien und Slowenien nach Norden. Mehrere EU-Staaten hatten deshalb zuvor Vorwürfe gegen Ungarns Alleingang erhoben.

"Ich hoffe, dass dieser Nachmittag die Offene-Grenzen-Politik und die Einladungs-Politik beenden wird, die dem Schengen-Vertrag widersprechen", sagte Orban. Er habe auf dem EU-Gipfel bereits betont, dass die Flüchtlingskrise nur durch den Schutz der EU-Außengrenze zwischen der Türkei und Griechenland gelöst werden könne. Aber niemand habe auf ihn hören wollen.

+++ 16.16 Uhr: Zehntausend gegen "Hogesa" in Köln +++

In Köln haben am Sonntag mehr als 10 000 Menschen gegen eine Kundgebung der fremdenfeindlichen Gruppierung "Hooligans gegen Salafisten" demonstriert. An der "Hogesa"-Versammlung selbst beteiligten sich etwa 1000 Teilnehmer. Die Polizei trennte beide Lager mit einem Großaufgebot voneinander. Die "Hogesa"-Kundgebung und die Gegendemonstration fanden auf verschiedenen Seiten des Bahnhofs Köln-Deutz statt. Vereinzelt kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Gegendemonstranten aus dem linken Lager. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen linke Demonstranten ein, die zur Kundgebung von  "Hogesa" vordringen wollten.

+++ 15.54 Uhr: Merkel will gemeinsame Antworten für Balkan-Route +++

Merkel hofft, dass die von hohen Flüchtlingszahlen auf der Balkanroute betroffenen Länder gemeinsame Antworten finden. Vor Beginn des Krisentreffens in Brüssel sagt die Kanzlerin, ein wichtiges Ziel sei es, den im Balkan "umherirrenden Menschen" zu helfen, die zum Teil unter unerträglichen Bedingungen leben müssten. Eine menschenwürdige Behandlung der Flüchtlinge sei "von allergrößter Bedeutung". Da es sich bei dem Treffen um keinen normalen EU-Rat der 28 Mitgliedstaaten handele, könne es keine Verabredungen zu Lastenteilungen in Form von Quoten geben. Das Format sei dennoch wichtig, um auf der Balkanroute die Abläufe besser zu ordnen: "Das heißt, außerordentliche Zeiten erfordern auch außerordentliche Maßnahmen", sagt Merkel.

+++ 15.20 Uhr: Führende CDU-Politiker besorgt über Unmut an Parteibasis +++

Der Ärger an der CDU-Basis über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sorgt an der Parteispitze für Unruhe. Vizeparteichef Thomas Strobl mahnt, die Sorgen der CDU-Basis ernst zu nehmen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble soll zuvor in einer internen Sitzung darauf hingewiesen haben, dass die Stimmung der Parteimitglieder "dramatisch" schlecht sei und der Rückhalt für Kanzlerin Merkel in Frage stehe.

+++ 15.18 Uhr: EU-Kommissar Hahn warnt vor Grenzschließungen +++

EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn warnt Mitgliedstaaten davor, ihre Grenze für Flüchtlinge zu schließen. Dies verursache nur einen Stau der Flüchtlinge in anderen europäischen Staaten, sagt er. Einzelne Länder dürften aber auch keine "Parkplätze" für andere werden, sagt er mit Hinweis auf Ideen, zeitweise Aufnahmelager entlang der Balkanroute zu schaffen, auf der täglich mehrere tausend Menschen Richtung Norden streben.

+++ 14.51 Uhr: 45 Leichen von Flüchtlingen an libyscher Küste angespült +++

An der Küste Libyens werden 45 Leichen von Flüchtlingen angespült. An drei Uferabschnitten östlich der Hauptstadt Tripolis habe der Libysche Rote Halbmond die Toten geborgen, sagt ein Sprecher. Der Osten des Bürgerkriegslandes ist ein Drehkreuz für den Menschenschmuggel von Nordafrika über das Mittelmeer. Unter anderem von der Stadt Suwara aus starten viele - oftmals schrottreife und überfüllte - Boote in Richtung Europa. Ob die gefunden Leichen die Folge eines oder mehrerer gesunkener Schiffe waren und welche Nationalität die Opfer hatten, ist noch unklar. 

+++ 14.36 Uhr: Österreich setzt Busse und Züge für Flüchtlinge an der Grenze ein +++

Drei Sonderzüge bringen rund 1000 Flüchtlinge von der slowenisch-österreichischen Grenze in feste Unterkünfte. Ein vierter Sonderzug werde heute Abend von Graz aus losfahren, sagt ein Sprecher der Landespolizei Steiermark. Außerdem seien etwa 30 Busse im Einsatz, um die Menschen in feste Unterkünfte in mehreren Landesteilen zu bringen. In dem Lager nahe der Ortschaft Spielfeld sind zurzeit 2800 Männer, Frauen und Kinder untergebracht. "Wir erwarten, dass noch mehrere Tausend aus Slowenien kommen", sagt der Polizeisprecher. Die Bedingungen in dem Lager in Spielfeld sind schwierig. Die Menschen übernachten in Zelten auf Holzpaletten. "Es sind viel zu wenig Helfer hier", sagt ein Freiwilliger des Österreichischen Roten Kreuzes.

+++ 14.29 Uhr: Pro Asyl rät von Abschiebungen nach Afghanistan ab +++

Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl fordert die Bundesregierung auf, auf die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan zu verzichten. "Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, in einer Umbruchsituation, wo das Land an den Abgrund rückt, Menschen abzuschieben", sagt Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. "Das Land steht vor dem Zerfall." Aus guten Gründen würden afghanische Flüchtlinge in hohem Maße in Deutschland anerkannt.

+++ 14.11 Uhr: Zahl der Schleuser-Verhaftungen fast verdoppelt +++

An deutschen Grenzen sind bis Ende September fast doppelt so viele mutmaßliche Schleuser festgenommen worden wie im Vergleichszeitraum 2014. In den ersten drei Quartalen seien 2653 Tatverdächtige ergriffen worden, meldet "Die Welt" unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Allein im September wurden demnach 417 Schleuser festgenommen. Mit 335 Personen kämen die meisten Schleuser aus Ungarn, hieß es weiter.

+++ 13.28 Uhr: EU-Staaten wollen Grenzschutz auf dem Balkan ausbauen +++

Mehrere EU-Staaten und die Kommission wollen den Schutz der Außengrenzen auf dem Balkan verstärken. Aus dem Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfel-Treffens zur sogenannten Balkan-Route heute Nachmittag in Brüssel geht hervor, dass der Grenzschutz zwischen Griechenland und der Türkei verstärkt werden soll. Außerdem soll die EU-Grenzschutzagentur Frontex auch die Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien sowie Albanien besser absichern.

Dazu sollten 400 Grenzschützer anderer EU-Staaten zusätzlich auf dem Balkan eingesetzt werden, heißt es in dem Entwurf. Afghanen, Iraker und andere Asiaten ohne Bleiberecht sollen schneller abgeschoben werden. Zudem soll das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stärker einbezogen werden.

+++ 13.14 Uhr: CSU fordert schärfere Kriterien für Bürgerkriegsflüchtlinge +++

Die CSU fordert schärfere Kriterien für die Anerkennung von Bürgerkriegsflüchtlingen, um den Zuzug nach Deutschland zu begrenzen. Asylbewerber aus solchen Staaten dürften nicht mehr pauschal anerkannt werden, sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Die Genfer Flüchtlingskonvention setzt eigentlich eine individuelle Betroffenheit voraus", sagt Herrmann. Diese Einzelprüfung werde derzeit allerdings im Bundesamt für Migration nicht angewandt.

+++ 12.06 Uhr: Religiöse Konflikte führen zu Massenschlägerei +++

Bei einer Schlägerei zwischen rund 100 Asylbewerbern in der Erstaufnahmeeinrichtung in Niederau bei Meißen werden mindestens drei Menschen verletzt. Ein afghanischer Asylbewerber sei als Rädelsführer identifiziert und nach medizinischer Versorgung in Gewahrsam genommen worden, teilt die Polizei in Dresden mit. Religiöse Konflikte sowie das Überschreiten festgelegter Gebetszeiten sollen die tumultartigen Auseinandersetzungen zwischen etwa 40 Afghanen und 50 bis 60 Angehörigen anderer Nationen ausgelöst haben.

+++ 11.39 Uhr: Tausende Flüchtlinge im Grenzort Spielfeld erwartet  +++

Die Polizei rechnete damit, dass heute erneut zwischen 6000 und 7000 Menschen über Slowenien in dem kleinen Grenzort Spielfeld ankommen. Am Vormittag befanden sich etwa 2000 Flüchtlinge in der Sammelstelle direkt an der Grenze. Dort konnten sich die Flüchtlinge in einem beheizten Zelt aufwärmen. Busse und Sonderzüge bringen die Menschen anschließend in Notunterkünfte in ganz Österreich oder an die deutsche Grenze. Einige Menschen versuchen, mit Taxis selbst nach Deutschland zu gelangen. 

+++ 11.35 Uhr: Minister: "Griechenland kann kein riesiges Flüchtlingslager werden" +++

Der für Einwanderung zuständige griechische Minister Giannis Mousalas wehrt sich gegen Überlegungen, künftig auf dem Olympiagelände in Athen rund 50.000 Flüchtlinge unterzubringen. "Sowohl Ministerpräsident Tsipras als auch ich haben immer wieder gesagt, dass wir aus unserem Land kein riesiges Flüchtlingslager machen können", sagt Mousalas. Die Idee sei nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch und gesellschaftlich nicht umzusetzen.

+++ 10.24 Uhr: Von der Leyen verteidigt Merkel gegen Kritik an Flüchtlingspolitik +++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht das Vertrauen der Union in Kanzlerin Angela Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik nicht als erschüttert an. "Bei aller verständlichen Unruhe angesichts der nie dagewesenen Lage weiß die Basis der Union sehr genau, dass niemand Deutschland und Europa besser durch diese schwere Zeit steuern kann als die Kanzlerin", sagt die stellvertretende CDU-Vorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei die Regierung Merkel gewesen, die "in Rekordzeit das Asylrecht reformiert und Abschiebungen erleichtert hat". 

+++ 9.57 Uhr: Situation auf dem Balkan für Kinder gefährlich +++

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children fordert von der EU deutlich mehr Anstrengungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise in Europa. Vor allem für Kinder sei die Situation auf dem Balkan gefährlich, erklärt die Hilfsorganisation. In dem Wirrwarr würden häufig Familien auseinandergerissen. Kinder würden von Wasserwerfern niedergeworfen und von anderen Flüchtlingen überrannt. Neben einer Soforthilfe für die überforderten Balkanstaaten müssten deshalb deshalb sichere und legale Zugangswege für Kinder und ihre Familien nach Europa geschaffen werden.

+++ 9.46 Uhr: Flüchtlingsboot kentert vor Lesbos - drei Tote +++

Bei stürmischem Wetter kentert wenige Kilometer östlich der Ägäisinsel Lesbos erneut ein Flüchtlingsboot. Mindestens drei Menschen - eine Frau und zwei Kleinkinder - kommen im Wasser ums Leben. Wie griechische Medien berichten, konnten 48 der Schiffbrüchigen gerettet werden. Nach Schätzungen werden allerdings noch etwa 15 Menschen vermisst.

+++ 9.37 Uhr: Juncker erhöht vor Gipfel Druck auf Balkanländer +++ 

Vor dem EU-Sondergipfel erhöht EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker den Druck auf die Balkanstaaten, um deren "Politik des Durchleitens" in der Flüchtlingskrise zu beenden. "Die Staaten entlang der West-Balkan-Route müssen geordnete Verfahren und Verhältnisse gewährleisten", sagt Juncker der "Bild am Sonntag". Die EU-Kommission erwarte, "dass sich alle an die geltenden Spielregeln halten, wenn wir Schengen nicht infragestellen wollen".

+++ 9.19 Uhr: Österreichs Innenministerin: "Deutschland übernimmt aktuell einfach zu wenig Flüchtlinge" +++

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner warnt vor einer Eskalation der Flüchtlingskrise in ihrem Land und macht Deutschland für die angespannte Lage verantwortlich. "Deutschland übernimmt aktuell einfach zu wenig Flüchtlinge", sagt sie der "Kronen-Zeitung". "Wir brauchen deshalb eine Dämpfung des Zustroms an der EU-Grenze in Griechenland". Damit kritisiert kritisiert Mikl-Leitner die von Berlin befohlene "Asyl-Bremse" an der bayerisch-österreichischen Grenze. 6500 Flüchtlinge kommen täglich in Österreich an; nur 4500 pro Tag dürfen nach Deutschland weiterreisen. "Wir sind am Limit", sagt Mikl-Leitner.

+++ 8.33 Uhr: Rutte ruft Osteuropäer zu mehr Hilfe in der Flüchtlingskrise auf +++

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte ruft osteuropäische Staaten zu mehr Solidarität auf. Diese Länder täten zu wenig, um die mit dem Zustrom von Flüchtlingen verbundenen Probleme zu lösen, sagte Rutte nach Angaben der Zeitung "De Telegraaf". Bei dem Treffen müsse es um eine bessere Kontrolle der EU-Außengrenzen und eine ehrliche Verteilung von Flüchtlingen auf ganz Europa gehen. "Man kann nicht Menschen einfach so durch ein Land laufen und jeden nach Deutschland, in die Niederlande oder nach Schweden ziehen lassen", sagt Rutte nach einer Unterredung mit EU-Ratspräsident Donald Tusk.

+++ 8.08 Uhr: Tausende Flüchtlinge schlafen in der Kälte am Grenzübergang +++

Slowenien ist weiter Dreh- und Angelpunkt des Flüchtlingsstroms auf der Balkanroute. Allein von Mitternacht bis zum frühen Morgen seien 3900 Flüchtlinge über das Grenzdorf Rigonce aus Kroatien eingereist, berichtet die slowenische Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf die Polizei. 2500 Menschen verbrachten die Nacht bei Temperaturen nur knapp über Null Grad am österreichischen Grenzübergang Spielfeld in Zelten, meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA.

+++ 6.10 Uhr: Bundesregierung will mehr Afghanen abschieben +++

Die Bundesregierung will Flüchtlinge aus Afghanistan einem Zeitungsbericht zufolge künftig verstärkt in ihre Heimat abschieben lassen. Laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" soll die EU-Kommission nach Willen des Kanzleramtes beim heutigen Sondergipfel aufgefordert werden, mit Afghanistan ein Rücknahmeabkommen für abgelehnte Asylbewerber auszuhandeln. Die Zeitung beruft sich auf Regierungskreise und interne Verhandlungsunterlagen. Die Bundesregierung ist demnach in Sorge, weil Afghanen inzwischen nach Syrern die größte und am stärksten wachsende Gruppe von Asylbewerbern sind.

Faktisch bestehe für sie seit Jahren ein Abschiebestopp, obwohl nur knapp die Hälfte von ihnen als schutzbedürftig anerkannt werde. Nach dem Willen der Länderinnenminister dürften Afghanen nur nach "umfassender Einzelfallprüfung" abgeschoben werden. Seit 2012 sei dies in keinem Jahr in mehr als zehn Fällen erfolgt.

+++ 1.03 Uhr: Zweijähriges Flüchtlingskind vor Lesbos im Meer vermisst +++

 Die griechische Küstenwache sucht nach einem zweijährigen Flüchtlingsjungen aus Afghanistan, das bei der Überfahrt von der Türkei zur griechischen Insel Lesbos aus dem Boot gefallen war. Wie die griechische Nachrichtenagentur Ana berichtete, meldeten die Eltern sofort bei der Ankunft in Lesbos das Unglück. Doch trotz der Mithilfe der türkischen Küstenwache blieb die Suche bis zum Abend erfolglos. Das Boot war dem Bericht zufolge mit 50 Flüchtlingen völlig überladen, zudem hatte es bei der Überfahrt mit starkem Wind und Regen zu kämpfen.

jen / AFP / DPA / Reuters