Waffenruhe soll am Abend in Kraft treten

20. November 2012, 17:18 Uhr

Eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen soll am Abend in Kraft treten. Das gab jetzt ein Hamas-Sprecher in Kairo bekannt. Aktuelle Entwicklungen im stern.de-Newsticker.

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Ein israelischer Mann geht in der Nähe von Beersheba in Deckung. Militante Palästinenser haben am Dienstag wieder mindestens 25 Raketen auf den Süden Israels abgeschossen.©

17.21 Uhr: +++ Waffenruhe soll um Mitternacht beginnen +++

Islamischer Dschihad hat für Dienstagabend eine Erklärung über eine Waffenruhe in Nahost angekündigt. "Die Führungen des Islamischen Dschihad und der Hamas sowie die ägyptischen Vermittler werden am Dienstagabend eine Pressekonferenz abhalten, um eine Waffenruhe mit Israel auszurufen", hieß es auf einer dem Dschihad nahestehenden Nachrichtenseite.

Auch das Zweite Israelische Fernsehen berichtete, um 20.00 Uhr MEZ solle in Kairo eine Waffenruhe ausgerufen werden. Diese werde allerdings erst um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MEZ) in Kraft treten.

17.11 Uhr: +++ Augenzeugen: Sechs Palästinenser im Gazastreifen exekutiert +++

Im Gazastreifen sind nach Angaben von Augenzeugen sechs Palästinenser exekutiert worden, weil sie mit Israel zusammengearbeitet haben sollen. Mehrere Zeugen berichteten, Bewaffnete seien in einem Bezirk der Stadt Gaza in einem Kleinbus vorgefahren, hätten die sechs Männer herausgestoßen und aus dem Bus heraus erschossen. Demnach waren Zettel an den Leichen befestigt, auf denen sich der bewaffnete Arm der regierenden radikalislamischen Hamas, die Al-Kassam-Brigaden, zu der Tat bekannte.

Auf den Zetteln stand nach Angaben eines Zeugen, die Männer seien getötet worden, weil sie "Informationen über die Fähigkeiten des Widerstands" sowie Positionen der Kämpfer weitergegeben hätten. AFP-Reporter beobachteten, wie im Norden der Stadt die Leiche eines Mannes im Unterhemd an die Stoßstange eines Autos gebunden durch die Straßen gezerrt wurde. Dabei handelte es sich offenbar um einen der zuvor Exekutierten.

Die Hamas äußerte sich nicht zu den Vorfällen. In der Vergangenheit hatte aber das Innenministerium der Hamas die Festnahme aller "mutmaßlichen Kollaborateure" angeordnet. Nach palästinensischem Gesetz kann die Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht Israel mit der Todesstrafe geahndet werden.

16.59 Uhr: +++ BBC: Waffenruhe tritt am Abend in Kraft +++

Eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen wird nach Angaben der BBC am Dienstagabend in Kraft treten. Dies habe Hamas-Sprecher Ayman Taha in Kairo bekanntgegeben, berichtete die BBC im Kurznachrichtendienst Twitter.

16.55 Uhr: +++ Hamas und Dschihad: Waffenruhe wird am Abend bekannt gegeben +++

Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad haben die Ausrufung einer Waffenruhe im Gaza-Konflikt für Dienstagabend angekündigt. Wie von Vertretern beider Gruppen verlautete, soll die Ankündigung in der ägyptischen Hauptstadt Kairo erfolgen. Dort verhandeln Vertreter der Hamas und Israels seit Tagen über eine Feuerpause.

Zuvor hatte Ägyptens Präsident Mohammed Mursi gesagt, die "israelische Aggression" werde noch am Dienstag enden. "Die Bemühungen, zu einer Waffenruhe zwischen Palästinensern und Israelis zu kommen, werden in den kommenden Stunden positive Ergebnisse erbringen."

16.32 Uhr: +++ Juristen kritisieren Angriffe auf Zivilisten im Gaza-Konflikt +++

Die Internationale Juristenkommission (ICJ) hat die Luftangriffe Israels im Gazastreifen als "unproportional" hart kritisiert. Die Organisation rief die israelische Regierung in einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Stellungnahme auf, die Militäraktion einzustellen. Zugleich verlangte die ICJ von den bewaffneten palästinensischen Gruppierungen, ihre Raketenattacken gegen die Zivilbevölkerung Israels zu stoppen.

Beide Seiten müssten von Angriffen absehen, die Zivilisten treffen und damit das humanitäre Völkerrecht verletzen, erklärte ICJ-Generalsekretär Wilder Tayler. Wer derartige Angriffe veranlasse, müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden. In der ICJ arbeiten Juristen aus aller Welt zusammen, die zu völkerrechtlichen Fragen und Problemen öffentlich Stellung nehmen, darunter im Fall von bewaffneten Konflikten.

16.15 Uhr: +++ 13 Tote bei heftigen Luftangriffen Israels in Gaza +++

Bei heftigen israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind kurz vor einer möglichen Einigung auf eine Waffenruhe mindestens 13 Palästinenser getötet worden. Nach Angaben von Augenzeugen griff die Luftwaffe am Dienstag drei verschiedene Ziele in Gaza und Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen an. Damit stieg die Zahl der Toten bei der fast einwöchigen israelischen Militäroperation nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums auf 130. Mehr als 900 Menschen seien verletzt worden.

Die Angriffe kamen, als gerade eine Delegation arabischer Außenminister und Diplomaten zu einem Solidaritätsbesuch durch Gaza-Stadt fuhr. Die Delegation traf den Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Ismail Hanija. Außerdem besuchten sie das Haus des am Mittwoch getöteten Hamas-Militärchefs Ahmed al-Dschabari sowie das Haus der Familie Dalu. Elf Menschen waren am Sonntag bei einem Luftangriff auf das Haus der Familie getötet worden, darunter mehrere Kinder.

Nach den neuen Angriffen wurden zahlreiche Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Aus Flugzeugen hatte die israelische Luftwaffe Flugblätter abgeworfen, auf denen die Bürger im Osten von Gaza-Stadt aufgefordert wurden, sich ins Zentrum in Sicherheit zu bringen.

16.04 Uhr: +++ Rotes Kreuz besorgt über Zunahme der zivilen Opfer im Gaza-Konflikt +++

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat sich besorgt über die Zunahme an zivilen Opfern im Gaza-Konflikt geäußert. "Die intensiven Kämpfe der letzten Tage haben schwerwiegende Konsequenzen für Zivilisten im Gaza-Streifen wie auch in Israel", erklärte Juan-Pedro Schaerer, der IKRK-Delegierte für die Region, laut einer am Dienstag in Genf veröffentlichten Mitteilung.

Wegen der vielen Verwundeten in den Krankenhäusern von Gaza würden die Bestände an Medikamenten und medizinischem Material zusehends knapp. Nachlieferungen seien schwierig. Wegen der Zerstörung von Häusern durch Bombardierungen gebe es auch immer mehr Obdachlose, erklärte die Hilfsorganisation.

Das IKRK appellierte an die Konfliktparteien, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und bei ihrem Vorgehen zwischen zivilen und militärischen Zielen zu unterscheiden. Seit Freitag gelang es dem IKRK nach eigenen Angaben acht Lastwagen mit Medikamenten und anderen Hilfsgütern für den Gazastreifen zu organisieren. Nun warte man auf Möglichkeiten, sie zu verteilen.

15.42 Uhr: +++ Ministerdelegation der Arabischen Liga im Gazastreifen eingetroffen +++

Eine Ministerdelegation der Arabischen Liga unter Leitung ihres Generalsekretärs Nabil al-Arabi ist am Dienstag im Gazastreifen eingetroffen. An der Delegation seien Vertreter aus zehn Ländern beteiligt, unter anderem der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sowie seine Kollegen aus Ägypten, Tunesien und Saudi-Arabien, teilte die Regierung der Hamas mit. Auch der palästinensische Außenminister Riad al-Malki war demnach an der Solidaritätsmission im Gazastreifen beteiligt.

Die Delegation wollte nach Angaben der den Gazastreifen regierenden radikalislamischen Hamas Gaza-Stadt besuchen und dort mit Hamas-Vertretern zusammentreffen. Zudem waren ein Besuch des Schifa Krankenhauses sowie Gespräche mit Überlebenden einer Großfamilie geplant, die bei einem Luftangriff am Sonntag acht Mitglieder verloren hatte. Ebenfalls am Dienstag wurde eine Delegation aus Libyen mit ranghohen Politikern sowie Vertretern des libyschen Roten Halbmondes im Gazastreifen erwartet.

15.25 Uhr: +++ Israelische Flugblätter warnen Einwohner von Gaza +++

Von der israelischen Luftwaffe abgeworfene Flugblätter haben die Bewohner der Außenbezirke der Stadt Gaza am Dienstag zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. "Zu ihrer eigenen Sicherheit" sollten die Bewohner ihre Wohnungen "sofort" verlassen und sich ins Zentrum der Stadt begeben, hieß es in den auf Arabisch verfassten Blättern. Dabei wurden Hinweise zur Nutzung bestimmter Routen gegeben.

15.25 Uhr: +++ Israel intensiviert Luftangriffe im Gazastreifen - Sechs Tote +++

Kurz vor einer möglichen Einigung auf eine Waffenruhe hat die israelische Luftwaffe ihre Angriffe im Gazastreifen intensiviert. Im Süden von Gaza-Stadt seien am Dienstag mindestens sechs Menschen bei Angriffen auf zwei Autos getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium in der Enklave am Mittelmeer mit. Der Angriff kam, als gerade eine Delegation arabischer Außenminister und Diplomaten zu einem Solidaritätsbesuch durch Gaza-Stadt fuhr. Aus Flugzeugen warfen die Israelis zudem Flugblätter ab, auf denen die Bürger im Osten von Gaza-Stadt aufgefordert wurden, sich ins Zentrum in Sicherheit zu bringen. Der Grund war zunächst unklar.

14.36 Uhr: +++ Präsident Mursi erwartet Gaza-Waffenruhe binnen weniger Stunden +++

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi rechnet schon in wenigen Stunden mit einer Waffenruhe in Nahost. Mursi sagte am Dienstag nach der Beerdigung seiner Schwester Fatma in der Provinz Al-Scharkija, der "israelische Angriff auf den Gazastreifen wird heute enden, die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen der palästinensischen und der israelischen Seite werden in den nächsten Stunden positive Ergebnisse bringen".

14.28 Uhr: +++ Westerwelle will in Ägypten für Nahost-Waffenruhe werben +++

Westerwelle erklärte, man müsse auch darüber reden, wie sich die internationale Gemeinschaft bei der Verhinderung des Waffenschmuggels helfen könne. Der Gazastreifen leidet seit Jahren unter der Blockade durch Israel. Israel dagegen argumentiert, die Blockade richte sich nicht gegen die palästinensische Wirtschaft, sondern nur gegen Waffenlieferungen aus dem Iran an die radikal-islamische Hamas.

Westerwelle betonte, Voraussetzung für einen tragfähigen Waffenstillstand bleibe ein Ende des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen auf Israel. Eine Station auf dem Weg zu einem förmlichen Waffenstillstand könne auch eine Waffenruhe sein, für die weniger strenge Regeln gelten. Es gehe jetzt um Deeskalation, die Lage sei in den vergangenen Tagen nicht einfacher geworden. "Mein Mitgefühl gilt den unschuldigen Opfern im Süden Israel und in Gaza selbst", sagte der Außenminister.

14.15 Uhr: +++ Oberster Hamas-Militärchef: Sind bereit für Bodenkrieg +++

Der oberste Militärchef der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Mohammed Deif, hat Hoffnungen auf einen baldigen Waffenstillstand einen Dämpfer verpasst. "Wenn sie (die Israelis) eine großangelegte Offensive wollen, sind wir bereit. Dies wird eine großartige Gelegenheit sein, unsere Gefangenen (aus israelischen Gefängnissen) zu befreien", sagte Deif in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Hamas hatte wiederholt angekündigt, sie wolle israelische Soldaten entführen, um Gefangene freizupressen. Deif war 2006 bei einem israelischen Angriff schwer verletzt worden. Faktischer Chef der Kassa-Brigaden war der am vergangenen Mittwoch von Israel getötete Ahmed al-Dschabari.

13.45 Uhr: +++ Raketenangriff auf Jerusalem - Westerwelle in Hotel +++

Militante Palästinenser haben Jerusalem während des Besuchs von Bundesaußenminister Guido Westerwelle mit einer Rakete angegriffen. Das aus dem Gazastreifen abgefeuerte Geschoss schlug nach Polizeiangaben außerhalb der Stadt ein. Zuvor hatten die Sirenen im Großraum Jerusalem geheult. Nach Rundfunkangaben war im Stadtzentrum eine Explosion zu hören. Bereits am Freitag hatte es in Jerusalem Luftalarm gegeben.

Westerwelle hielt sich nach Angaben von mitreisenden Journalisten während des Luftalarms im King-David-Hotel im Stadtzentrum auf. Der militärische Arm der im Gazastreifen herrschenden Hamas bekannte sich nach Rundfunkangaben zu dem Angriff. Der UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sollte am Dienstagnachmittag in Jerusalem zu Gesprächen über einen Waffenstillstand eintreffen.

13.34 Uhr: +++ Westerwelle reist auch nach Ägypten +++

Auf seiner Nahost-Reise macht Außenminister Guido Westerwelle auch noch in Ägypten Station. Dies teilte Westerwelle in Jerusalem nach seinen Gesprächen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mit. Ziel sei es, die Bemühungen um eine einen rasche Waffenruhe voranzubringen. Zugleich forderte er weitere Anstrengungen, um den Waffenschmuggel in den von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen zu unterbinden.

13.24 Uhr: +++ Explosion in Jerusalem +++

In Jerusalem hat es wieder Luftalarm gegeben. Der israelische Rundfunk meldete, im Großraum Jerusalem hätten die Sirenen geheult. Es sei eine Explosion zu hören gewesen. Im Großraum Jerusalem war zwei Tage nach dem Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen am Freitag erstmals eine Rakete eingeschlagen.

12.49 Uhr: +++ Erdogan ätzt gegen Israel +++

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Israel im Gaza-Konflikt aufs Schärfste kritisiert und ihm "ethnische Säuberung" vorgeworfen. "Israel ignoriert den Frieden in dieser Region, tritt das internationale Recht mit Füßen und führt eine Kampagne der ethnischen Säuberung gegen ein Volk", sagte Erdogan in Ankara vor Abgeordneten seiner islamisch-konservativen AK-Partei. "Dieses Land besetzt nach und nach die palästinensischen Gebiete."

Die Palästinensergruppen im Gazastreifen würden Gebrauch von ihrem Recht zur "legitimen Verteidigung" machen, indem sie sich mit ihren Raketen gegen die "wahllosen und illegalen Angriffe" Israels wehren. "Niemand kann behaupten, dass Israel sein Recht zur Selbstverteidigung benutzt, Israel bläst derzeit einen Wind des Terrors über den Nahen Osten", sagte der Regierungschef unter dem Applaus der Abgeordneten. Dem Westen warf Erdogan vor, den "terroristischen Staat" Israel zu unterstützen.

12.25 Uhr: +++ Amnesty fordert Waffen-Embargo +++

Im eskalierenden Nahost-Konflikt hat Amnesty International die Vereinten Nationen aufgefordert, ein sofortiges Waffen-Embargo gegen Israel, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen im Gaza-Streifen zu verhängen.

Zusätzlich müssten sofort internationale Beobachter in die Region geschickt werden, forderte die Menschenrechtsorganisation in London. Beide Konfliktparteien hätten internationales Recht verletzt, hieß es in einer Mitteilung von Amnesty. In dem Konflikt wurden seit dem 14. November mehr als 100 Menschen im Gazastreifen und drei in Israel getötet.

12.13 Uhr: +++ Israel und Hamas stellen Bedingungen +++

Im Nahen Osten ringen Vermittler darum, das Blutvergießen zu beenden und einen Bodenkrieg im Gazastreifen abzuwenden. Doch die Bedingungen der Konfliktparteien sind nur schwer zu vereinbaren. So fordern beide Seiten, dass zuerst der Gegner das Feuer einstellen müsse.

Von der radikalislamischen Hamas sind folgende Forderungen bekanntgeworden: Israel und Ägypten sollen die seit 2007 bestehende Blockade des Gazastreifens beenden. Zudem müssten die gezielten Tötungen militanter Palästinenser durch Israel ein Ende haben. Diese Forderungen soll Hamas-Exilchef Chaled Maschaal dem Leiter des ägyptischen Geheimdienstes, Rafat Schehata, genannt haben.

Israel stellt vor allem eine Hauptforderung: Der Beschuss seines Territoriums aus dem Gazastreifen müsse dauerhaft unterbunden werden, damit seine Bürger in Frieden leben können. Ein Ende der Blockade ist für die Israelis jedoch nur schwer zu akzeptieren. Dann könnten noch mehr Waffen in den Gazastreifen gelangen und Israel erneut bedrohen, heißt es zur Begründung in Jerusalem.

11.38 Uhr: +++ Palästinenser beklagen deutsche Haltung +++

Die Palästinenser haben die deutsche Haltung im Gaza-Konflikt scharf kritisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sehe "zwar ein Recht Israels zu agieren, aber offensichtlich sieht sie nicht die Bilder aus dem Gazastreifen", sagte der Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, Abdallah Frangi, der "Rheinischen Post". Er verwies darauf, dass die Zerstörungen im dem schmalen Küstenstreifen nach mehr als tausend israelischen Luftangriffen "verheerend" seien.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der seit Montagabend in Israel um eine Vermittlung bemüht, habe "kein Gewicht". "Wenn man so einseitig pro-israelisch handelt, bleibt der Einfluss gering", sagte Frangi. Dem Fernsehsender Phoenix sagte er, die Menschen im Gazastreifen lebten in einem "großen Gefängnis" und würden daher teilweise nicht bereit sein, Israel anzuerkennen. Er setze nun auf die internationale Gemeinschaft, dass sie "Truppen dorthin schickt und die Zweistaatenlösung erzwingt".

+++ 10.29 Uhr: Clinton reist in den Nahen Osten +++

US-Außenministerin Hillary Clinton ist am Dienstag in den Nahen Osten aufgebrochen, um Israelis und Palästinenser zu einer Waffenruhe zu bewegen. In Jerusalem soll sie mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zusammenkommen. Zudem sind Gespräche mit Mitgliedern der palästinensischen und ägyptischen Führung geplant, wie das US-Präsidialamt mitteilte. Ägypten könne dazu beitragen, den Konflikt zu lösen. Clinton wolle mit ihrer Reise klar machen, dass eine Eskalation des militärischen Konflikts im Gazastreifen im Interesse von niemandem sei. Eine Zusammenkunft mit Vertretern der radikal-islamischen Hamas sei nicht geplant.

+++ 9.45 Uhr: Heftiger Raketenhagel auf Israel +++

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Dienstag ihre heftigen Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Zahlreiche Raketen seien auf israelische Städte abgefeuert worden, darunter die Küstenstädte Aschdod und Aschkelon, berichtete der israelischer Rundfunk. In Beerscheva sei ein Haus direkt getroffen worden. In der Negev-Wüste sei ein Israeli von Granatsplittern schwer verletzt worden. Ein Hubschrauber brachte ihn den Angaben zufolge in eine Klinik. Eine Armeesprecherin sagte, seit Dienstagmorgen seien etwa 30 Raketen abgefeuert worden, die Medien nannten höhere Zahlen.

+++ 9.37 Uhr: Ban Ki Moon fordert sofortige Waffenruhe +++

N-Generalsekretär Ban Ki Moon hat in der ägyptischen Hauptstadt Kairo alle Konfliktparteien im Gaza-Konflikt zu einer sofortigen Waffenruhe aufgefordert. "Alle Parteien müssen sofort das Feuer einstellen. Jede erneute Eskalation gefährdet die gesamte Region", sagte Ban am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi.

+++ 8.03 Uhr: Wieder Raketen auf Israel: Beerscheva und Ofakim getroffen +++

Militante Palästinenser haben am Dienstag wieder mindestens 25 Raketen auf den Süden Israels abgeschossen. Von Opfern wurde zunächst nichts bekannt. 16 der Geschosse seien auf die Stadt Beerscheva im Süden Israels gerichtet gewesen, teilte der Sprecher der israelischen Polizei, Mickey Rosenfeld, mit. Drei seien in der Stadt eingeschlagen und hätten unter anderem ein Haus beschädigt. Von Opfern wurde zunächst nichts bekannt. Ein Geschoss sei neben einem Bus eingeschlagen. Die Menschen an Bord seien aber rechtzeitig in Schutzräume geflüchtet. In dem Ort Ofakim habe es einen Volltreffer in ein Gebäude gegeben. Aber auch dort habe es keine Opfer gegeben.

+++ 8.54 Uhr: Westerwelle sichert Israel Unterstützung zu +++

Außenminister Guido Westerwelle hat Israel im Gaza-Konflikt weitere deutsche Unterstützung zugesichert. Bei einem Gespräch mit Staatspräsident Schimon Peres am Dienstag in Jerusalem sagte Westerwelle: "Wir stehen an der Seite unserer Freunde in Israel. Israel hat das Recht, sich selbst und seine Bevölkerung zu verteidigen." Zugleich forderte er weitere Bemühungen, um einen raschen Waffenstillstand oder zumindest eine Feuerpause zu erreichen. Zentrale Voraussetzung sei jedoch, dass die radikal-islamische Hamas ihre Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel einstelle.

+++ 7.53 Uhr: Sieben Palästinenser bei Angriff auf Gazastreifen verletzt +++

Bei einem israelischen Angriff auf die Islamische Nationalbank im Gazastreifen sind am Dienstagmorgen sieben Palästinenser verletzt worden. Das Gebäude der Bank in Gaza-Stadt, von der die Angestellten der öffentlichen Verwaltung ihr Gehalt erhalten, wurde durch mindestens zwei von F-16-Kampfflugzeugen abgefeuerte Raketen schwer beschädigt, wie Rettungskräfte mitteilten. Bei weiteren Angriffen auf Wohnhäuser von Militärführern der Hamas und unbewohnte Gebiete gab es demnach keine Verletzten.

+++ 7.10 Uhr: Kairo macht Fortschritte bei Vermittlung zwischen Israel und Hamas +++

Ägypten hat bei seiner Vermittlung zwischen Israel und der Hamas-Bewegung Fortschritte gemacht. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete am Dienstag, in Kairo würden bereits Vorbereitungen für die Unterzeichnung einer Waffenruhe-Vereinbarung getroffen. Danach soll es bei den Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien nicht nur um ein Ende der Raketenangriffe gehen, sondern auch um ein Ende der Blockade des palästinensischen Gazastreifens.

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Palästinensische Feuerwehrkräfte versuchen am Dienstagmorgen nach einem Luftangriff auf die Islamic National Bank in Gaza-Stadt das Feuer zu löschen.

+++ 6.05 Uhr: Angriff auf Hamas-Bank in Gaza-Stadt +++

Nach palästinensischen Angaben griffen israelische Kampfflugzeuge in der Nacht zum Dienstag unter anderem das Gebäude einer Bank in Gaza-Stadt an, über die die in dem Palästinensergebiet herrschende radikalislamische Hamas ihre Gehaltszahlungen abwickelt. Mehrere Verletzte seien anschließend in Krankenhäuser gebracht worden, meldete die Nachrichtenagentur Maan. Auch ein Regierungsgebäude und das Haus eines Milizenführers seien angegriffen worden, hieß es. Angriffe wurden auch aus Chan Junis im Süden und Beit Hanun sowie Beit Lahia im Norden des Gazastreifens gemeldet.

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