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Neues Buch: Die Lieblingswitze der Politiker

Gibt's auch was zu lachen in Berlin? Zwei Autoren haben die Lieblingswitze der politischen Klasse gesammelt und ein Buch daraus gemacht. Manche sind hart an der Kante.

Von Hans-Peter Schütz

Mitunter ist das Witzebuch, das Hans Peter Brugger und Ralph Kappes vorgelegt haben, durchaus lehrreich - auch politisch. Zum Beispiel zeigt sich abermals der überragende Einfluss des großen alten Mannes der FDP, Hans-Dietrich Genscher. Sein Lieblingswitz geht so:

Eva fragt Adam: "Liebst du mich?" Adam: "Wen sonst?"

Cornelia Pieper, Staatsministerin im von der FDP regierten Auswärtigen Amt, hat ihn übernommen. Sie erzählt diesen Witz in einer leicht veränderten Variante. So linientreu sind die Liberalen!

Fragt Eva Adam im Paradies: "Liebst du mich Adam?" Adam überlegt und antwortet: "Na wen denn sonst?"

Bosbachs Witz aus der Heimat

Wolfgang Bosbach (CDU), Chef des Innenausschusses des Bundestags, steuerte einen Witz aus seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen bei, der darauf anspielt, dass sich Düsseldorfer und Kölner in herzlicher Abneigung verbunden sind.

Drei werdende Väter warten auf die Geburt ihrer Kinder: ein Kölner, ein Düsseldorfer und ein Farbiger. Endlich kommt der Arzt und verkündet: Männer, die gute Nachricht ist, sie haben alle einen gesunden Sohn bekommen. Die schlechte Nachricht ist: Wir haben die Kinder nach der Geburt vertauscht!"

Sofort rennt der Kölner los, kommt nach wenigen Minuten mit dem farbigen Baby wieder und ruft voller Inbrunst: "Mein Sohn, mein Sohn, mein Sohn!" Daraufhin der Arzt: "Also eins steht fest, das ist auf keinen Fall Ihr Kind!"

"Ja", sagt daraufhin der Kölner, "das weiß ich selber. Aber es ist auch auf keinen Fall ein Düsseldorfer!"

Sehr viel politischer amüsiert sich Dorothee Bär, stellvertretende Generalsekretärin der CSU. Ihr Lieblingswitz ist ein schmerzhafter Seitenhieb auf den politischen Gegner.

"Wie sind viele Deutsche in sieben Jahren Rot-Grün an ein kleines Vermögen gekommen?"

Antwort: "Sie hatten vorher ein großes!"

Burgbachers Milchmädchen-Rechnung

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, lacht natürlich - das Amt prägt den Menschen und dessen Witze - über eine Milchmädchen-Rechnung.

Der Lehrer trifft seinen einst schlechtesten Mathe-Schüler, der sich als erfolgreicher Unternehmer vorstellt. Auf die Frage, wie dies ohne Mathematikkenntnisse möglich sei, antwortet der Schüler: "Ganz einfach! Ich betreibe einen erfolgreichen Handel. Ich kaufe das Stück zu zwei Euro, verkaufe es für fünf Euro und von den drei Prozent Differenz lebe ich"

So ähnlich, muss man hinzufügen, rechnet sich die FDP ihre Erfolge in der schwarz-gelben Koalition der vergangenen vier Jahre schön.

Dieter Dehms Schmutzelei

Vorzugsweise über Witze aus dem Unterleibsbereich lacht - natürlich? - Dieter Dehm, Linkspartei-Abgeordneter aus Niedersachsen.

Besucht ein Karnevalist den Bundestag und kommt am Büro der Grünen vorbei. Draußen hängt ein Aufkleber: "Erst wenn der letzte Baum gefällt und der letzte Fluss vergiftet ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann."

Daneben steht in Sütterlinschrift: "Für Sexismus-Verbot!"

Da kommt Frau Künast heraus und der Karnevalist sagt zu ihr: "Erst wenn der letzte Chauvi ins Ausland vertrieben ist und der letzte Sexist hinter Gittern sitzt, werdet ihr merken, dass Vibratoren keine Koffer tragen!"

Dass Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen, darüber lachen kann, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Der SPD-Politiker Garrelt Duin bewegt sich nicht weniger hart an der Humorkante wie Dieter Dehm. Sein Lieblingswitz lautet:

Kommen ein Schwuler, eine Ossi, ein Rolli-Fahrer und ein Vietnamese in eine Kneipe.

Fragt der Wirt: "Was seid ihr denn für eine drollige Truppe?"

Antwort: "Die Bundesregierung!"

Otto Fricke erklärt den Sozialismus

Manche Politiker tun sich schwer, die Tücke des Sozialismus zu erklären. Nicht so Otto Fricke, Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Das geht so:

Was passiert, wenn man den Sozialismus in der Sahara einführt?

Lange Zeit gar nichts. Dann wird der Sand knapp.

Wolfgang Gerhardt, lange Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, wagt sich humortechnisch sogar an den Papst ran.

Der Heilige Vater besucht nach langem Zureden durch seine Kardinäle, die öfter einmal in die Saune des Vatikans gehen, diese Sauna. Es gefällt ihm sehr gut und er äußert den Wunsch, nächste Woche noch einmal zu saunieren, Die Kardinäle sagen, das gehe nicht, denn dann sei gemischte Saune vorgesehen. Der Papst antwortet ihnen: "Ein paar Evangelische werden mich nicht stören."

Schon Schopenhauer sagte: "Jedes Lachen ist eine kleine Erleuchtung." Vermutlich deshalb erzählt Gregor Gysi, Fraktionschef der Linkspartei gerne folgenden Witz, weil die Abgeordneten anderer Partei einfach nicht begreifen wollen, was Dialektik ist.

Ein Jude trifft seinen Bruder und erzählt ihm verärgert, dass er einen Rabbiner gefragt habe, ob er beim Beten rauchen dürfe, was ihm dieser untersagt habe.

Daraufhin erklärt der Bruder: "Du Depp, du hättest ihn natürlich fragen müssen, ob du beim Rauchen beten darfst. Das hätte er dir bestimmt erlaubt."

Auch Schröder bekommt sein Fett weg

Auf besonders eindrucksvolle Weise legt sich der Bundestagsabgeordnete Egon Jüttner mit Altkanzler Gerhard Schröder an.

Gerhard Schröder kommt in den Himmel und wird von Petrus begrüßt. Er blickt sich um und sieht eine riesige Zahl von Uhren. Er fragt Petrus, was das bedeuten soll. Der sagt: "Jede Regierung der Welt hat eine Uhr, Wenn die Regierung eine Fehlentscheidung trifft, rücken die Zeiger ein Stück weiter."

Schröder fragt dann: "Und wo ist meine Uhr?"

"Tja", meint Petrus, "die hängt in der Küche als Ventilator!"

Die Piratenpartei propagiert bekanntlich eine andere Art der Politik. Deshalb erzählt Sebastian Nerz gerne folgenden Witz:

In einem Londoner Klub sitzen einige ältere Herren schweigend um einen Tisch. Der erste seufzt. Der zweite tut einen noch tiefen Seufzer. Der dritte stöhnt laut auf. Da sagt der vierte: "Könntet ihr mal aufhören zu politisieren?!"

Nur ein Witz? Nach zuverlässigen politischen Informationen von stern.de verraten wir: Bei den Piraten derzeit viel geseufzt und gestöhnt, aber wenig gelacht.

Daher empfehlen wir: "Die Lieblingswitze Deutscher Politiker" von Hans Peter Brugger und Ralph Kappes, Riva Verlag München, 6.99 Euro.

Peer und Angie

PS: In der Polit-Szene Berlin wird inzwischen ein Witz erzählt, der ursprünglich Winston Churchill und seiner politischen Gegenspielerin Nancy Astor zur Erheiterung diente. In aktueller politischer deutscher Version geht der wie folgt:

Sagt Steinbrück zu Angela Merkel: "Wenn sie meine Ehefrau wären, würde ich Ihren Tee vergiften." Antwortet Merkel: "Peer, wenn ich Ihre Ehefrau wäre, würde ich ihn trinken."

Was darauf schließen lässt: Es wird nach der Wahl kaum eine Große Koalition geben können.