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EM 2012: Rückblick auf die Europameisterschaft 2008

Vom 07. bis 29. Juni 2008 fanden die europäischen Titelkämpfe in Österreich und der Schweiz statt. Dabei gelang dem Team aus Spanien erstmals seit dem EM-Gewinn 1964 wieder ein Triumph.

Vom 07. bis 29. Juni 2008 fanden die europäischen Titelkämpfe in Österreich und der Schweiz statt. Dabei gelang dem Team aus Spanien erstmals seit dem EM-Gewinn 1964 wieder ein Triumph.

Im Endspiel von Wien gewann die Mannschaft von Luis Aragones mit 1:0 gegen Deutschland. Für die DFB-Auswahl stand also ein weiterer Finaleinzug zu Buche, aber knapp vor dem Ziel kam dann die Ernüchterung.

Wie bereits 2000 in Belgien und den Niederlanden wurde dieses Turnier in zwei Ländern ausgetragen. Die gesteigerten Anforderungen mit 16 Teilnehmern seit 1996 machen es kleineren Ländern ansonsten unmöglich, eine solche Veranstaltung auszurichten. Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt waren die Austragungsorte in Österreich, in der Schweiz wurde in Basel, Bern, Zürich und Genf gespielt. In der entscheidenden Abstimmung setzte sich das Alpenduo mit 9:3 Stimmen gegen Ungarn durch.

Die Qualifikation

Da die beiden Ausrichter automatisch für die Endrunde qualifiziert waren, blieben also noch 14 zu vergebende Plätze übrig. In der Qualifikation blieben einige namhafte Teams auf der Strecke, so zum Beispiel Serbien, Belgien, Norwegen oder Dänemark. Das prominenteste Opfer aber war England, das um einen Punkt an Russland scheiterte.

Die deutsche Mannschaft erreichte in ihrer Gruppe Rang Zwei hinter Tschechien, was aber locker langte. Denn Irland als Dritter war schon zehn Zähler dahinter platziert. Die einzige Niederlage kassierte das DFB-Team daheim mit 0:3 gegen die Tschechen. Das kostete zwar den Gruppensieg, richtete aber keinen weiteren Schaden an. Da also aus sieben Gruppen jeweils die beiden Ersten weiterkamen, waren keinerlei weitere Relegationsspiele notwendig.

Die Vorrunde

In der Gruppe A setzte Portugal die ersten Zeichen mit Siegen gegen die Türkei und Tschechien. Da konnte man es auch verschmerzen, im letzten Spiel gegen die Schweiz zu verlieren. Das brachte den Eidgenossen immerhin den ersten und einzigen Sieg, das Ausscheiden des Co-Gastgebers stand dennoch fest. Den zweiten Platz im Viertelfinale sicherten sich die Türken durch einen 3:2-Erfolg gegen das tschechische Team. Erst in den Schlussminuten erzielte Nihat Kahveci die beiden entscheidenden Tore.

Die Gruppe B war da eindeutiger, denn Kroatien gewann alle drei Begegnungen und wurde klar Gruppensieger. Enger war es da schon für die deutsche Auswahl, die zwar das Auftaktmatch gegen Polen durch zwei Tore von Lukas Podolski für sich entschied, dann aber gegen die Kroaten unterlag. So musste das Duell mit Österreich im späteren Finalstadion in Wien die Entscheidung bringen. Ein erfolgreich versenkter Freistoß von Michael Ballack brachte auch dem zweiten Gastgeber das vorzeitige Aus.

Die Gruppe C wurde deutlich beherrscht von den Niederlanden, die mit drei klaren Siegen und 9:1 Toren ins Viertelfinale stürmte. Viel mehr Zittern war da bei anderen Top-Teams angesagt, denn auch Italien und Frankreich waren hier vertreten. Das vierte Team Rumänien hatte nach zwei Unentschieden zu Beginn zwar auch noch Möglichkeiten, verlor das letzte Match aber gegen die niederländische B-Auswahl. So kam es auf das zeitgleich stattfindende Spiel zwischen Frankreich und Italien an und da hatten am Ende doch die Azzurri mit 2:0 die Nase vorn.

Auch in der Gruppe D gab es mit Spanien eine Mannschaft, die mit neun Punkten das Maximum erreichte. Im Gegensatz dazu schied Titelverteidiger Griechenland nach drei Niederlagen sang- und klanglos aus. Somit hatte auch hier das letzte Spiel zwischen Russland und Schweden entscheidende Bedeutung. Das 2:0 der Russen brachte dem Team von Guus Hiddink die Berechtigung für das Viertelfinale.

Das Viertelfinale

An vier aufeinanderfolgenden Tagen fanden die Viertelfinal-Spiele statt. Den Auftakt machte die deutsche Mannschaft in Basel gegen Portugal. Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Michael Ballack sorgten in einer spannenden Partie für die Tore, die am Ende zum 3:2-Erfolg führten. Bundestrainer Joachim Löw musste an diesem Tag eine Sperre absitzen, sah aber aus der Ferne insgesamt eine gute und vor allem erfolgreiche Leistung seiner Mannschaft.

Noch weitaus knapper ging es in den anderen drei Spielen zu. In Wien musste das Elfmeterschießen zwischen Kroatien und der Türkei entscheiden. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden, eine Minute vor Ende der Verlängerung erzielte Ivan Klasnic die Führung für die Kroaten, in der Nachspielzeit gelang dann Semih Sentürk doch noch der Ausgleich. Dann verließ die kroatischen Spieler das Schussglück, den letzten Elfmeter hielt Torhüter Rüstü Recber gegen Mladen Petric.

Wieder in Basel trafen dann die Niederlande und Russland aufeinander. Das nach den Leistungen der Vorrunde favorisierte Oranje-Team konnte sich zwar durch einen Treffer von Ruud van Nistelrooy noch in die Verlängerung retten, da aber setzten sich letztlich die Russen mit 3:1 durch und standen so im Halbfinale.

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Spanien und Italien in Wien blieb dann sogar 120 Minuten torlos, dann schlug die Stunde der Torhüter. Während Gianluigi Buffon immerhin einen Elfmeter von Daniel Güiza halten konnte, parierte Iker Casillas gleich doppelt gegen Daniele de Rossi und Antonio di Natale und brachte sein Team damit eine Runde weiter.

Das Halbfinale

Wieder Basel und Wien waren die Austragungsorte der Vorschlussrundenspiele. Zunächst war der St. Jakob-Park Schauplatz des Aufeinandertreffens Deutschlands und der Türkei. Die Türken gingen durch Ugur Boral zwar in Führung, aber Bastian Schweinsteiger gleich schnell aus. Die deutsche Führung von Miroslav Klose konnte Semih Sentürk wenige Minuten vor dem Ende ausgleichen, so dass alles auf eine Verlängerung hindeutete. Aber in der Schlussminute war es dann Philipp Lahm, der dem Team von Joachim Löw den Finaleinzug ermöglichte.

Das zweite Semifinale in der österreichischen Hauptstadt entwickelte sich dann weniger aufregend. Stand es zur Pause noch 0:0, zogen die Spanier im Verlauf der zweiten Halbzeit bis auf 3:0 davon und wurden damit ihrer Favoritenrolle vollauf gerecht.

Das Finale

Das Endspiel am 29.06.2008 im Wiener Ernst-Happel-Stadion entwickelte sich zu einer Demonstration der spanischen Spielkunst. In der 33. Minute erzielte Fernando Torres das erste Tor, das allerdings bis zum Spielende das einzige bleiben sollte. Dennoch hatten die Spanier in diesem Vergleich die deutlich besseren Gelegenheiten und holten sich schlussendlich verdient den EM-Titel 2008. Mit David Villa stellten die Iberer auch den Torschützenkönig des Turniers, dem dafür vier erzielte Tore genügten. Als bester Spieler der EM wurde schließlich mit Xavi ein weiterer Spieler der Spanier ausgezeichnet.

Thomas Glöy

sportal.de / sportal

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