Magersucht ist eine Erkrankung der Seele. Trotzdem wird der Arzt die Patientin wiegen, vermessen, ihr Herz abhören, den Bauch abtasten und Blut abnehmen. Denn nicht jede spindeldürre 16-Jährige ist magersüchtig. Die gründliche körperliche Untersuchung hilft dem Arzt, eine organische Störung auszuschließen, etwa eine Überfunktion der Schilddrüse.
Im Gespräch findet ein Arzt oder ein Psychologe heraus, ob die Patientin oder der Patient magersüchtig ist, ob der Partner oder die Partnerin unter einer Essstörung leidet oder vielleicht die Tochter. Möglicherweise bittet der Arzt darum, einen speziellen Fragebogen auszufüllen. Der Psychologe wird die Betroffenen und ihre Angehörigen zum Essverhalten befragen, sich aber auch nach der Kindheit, den Beziehungen innerhalb der Familie oder besonderen Lebensereignissen erkundigen.