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Was tun, wenn die Währung nicht mehr funktioniert? Zurück zur alten. So denkt die Mehrheit der Deutschen. Trost für Eurofreunde: Die Sehnsucht nach der D-Mark war schon größer.
Der Euro ist ins Gerede gekommen - und das nicht erst, seitdem die Griechen ihn zu ruinieren drohen. Fünf Gründe, weshalb wir Deutschen die Gemeinschaftswährung nicht länger brauchen.
Den großen Einbürgerungstest haben Sie bestanden? Bravo! Doch nun schalten wir einen Gang höher: stern.de startet seine große Sommerschule mit vielen Wissenstests rund ums Thema Deutschland, von Kultur über den Sport bis zur Historie. Den Start macht das Geld der Deutschen - wie gut kennen Sie die gute alte D-Mark?
Die Sehnsucht ist groß, um nicht zu sagen: die Versuchung. Aber: Ein Zurück zur D-Mark gibt es nicht. Der politischen Einigung Europas, deren Zeichen der Euro war, muss eine wirtschaftliche Einigung folgen. Der Euro ist das Vehikel dafür. Es bleibt nicht viel Zeit. Wo ist die D-Mark?! Es gibt da einen Keller in einer Bank, so sagt man, da werden sie gehortet: die alten Scheine, die schönen Münzen. Vor allem die mit der fetten Fünf drauf! Wie selten waren damals die 5-Mark-Scheine. Wir brauchen die D-Mark wieder, weil der Euro alsbald an seinen Geburtsfehlern eingehen wird. So klingt der Cantus firmus des Abgesangs auf unsere Einheitswährung. Um Europa zu beschwören, brauchen wir nicht mehr die Friedensrhetorik. Wir brauchen nicht mehr die Referenz auf den Wohlstand. Beides ist Realität geworden. Die erste Generation, die mit dem Erasmus-Programm über ganz Europa verteilt studiert oder mit Interrail die Alte Welt bereist hat, steht längt im Berufsleben. Für ihre Kinder ist Europa selbstverständlich. Europa hat viel Herz. Was es jetzt braucht, ist Verstand. Die Zeichen der Zeit klug lesen eine neue Vision. Mehr als Krankenversicherung und Louvre Von daher weist der Hinweis, die Bundeskanzlerin sei nicht in dem Sinne Europäerin wie Helmut Kohl, in die falsche Richtung. Wir brauchen heute andere Europäer als vor 20, als vor 30 Jahren. Der Eiserne Vorhang ist gefallen; die EU wird heute nicht militärisch bedroht, sondern von außen durch Finanzspekulanten, die der Union ihre innere Schwäche vorführt: Europa wird durch nationale Ökonomien mit Besonderheiten und verschiedenen Geschwindigkeiten auseinanderdividiert. Die EU Kohls war eine der politischen Einigung, die EU Merkels muss eine der wirtschaftlichen Einigung werden ? wenn man diesen Prozess auf Kohl und Merkel verengen will. Wie unser Kolumnist Stefan Gärtner anmerkte, sei die EU ja mehr als USA plus Krankenversicherung und Louvre . Die EU sei ein Projekt unter der Hegemonie Deutschlands. Wenn dem so ist, dann muss die Bundesrepublik jetzt vorausgehen und die anderen Länder mitnehmen. Das Ende der politischen Trickserei Die Währungsunion muss nun wirtschaftlich rational betrachtet werden, nicht mehr politisch. Wir brauchen in Europa Kontroll- und Sanktionsmechanismen, die Entwicklungen in den einzelnen Ländern im Blick haben. Wir brauchen die Möglichkeit, Defizitsünder zu bestrafen. Entzug des Stimmrechts ist eine feine Sache. Das mag politisch schwierig sein, wirtschaftlich aber macht es Sinn. Wer ? weil er es aus der Ära der politischen Trickserei noch gewohnt ist ? sich diesen Neuerungen entziehen will, für den muss klar sein, dass man aus der Währungsunion auch rausfliegen kann. Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten wird von einigen prognostiziert. Das politische Europa war so, das wirtschaftliche wird genauso sein. Eine gemeinsame Wirtschafts-, Währungs- und Haushaltspolitik kann ja nicht das Ende der Souveränität, der nationalen Partikularität bedeuten. Wirtschaft heißt Wettbewerb. Auch in der Europäischen Union. Wir wollen ja keine UdSSR mit Reise- und Religionsfreiheit werden. Massenarbeitslosigkeit dank der D-Mark Diese Tage entscheiden über das Geschick, über die Zukunft der Europäischen Union. Mehr Integration wagen oder nicht. Die Bereitschaft, den Rettungsschirm auszuweiten, zeigt in die richtige Richtung: Wir wollen das Entstehen eines gemeinsamen Wirtschaftsraums absichern durch umfassende Finanzgarantien. Was nicht gehen wird, ist diese Entwicklung nur anzutäuschen! Darüber müssen sich die Regierenden klar sein. Die Regierten machen das nicht mit! Weder die, die die Rechnung zahlen, noch die, die sich anstrengen. Griechenland spart eisern, Spanien auch, Irland tut es. Die Lahmen gehen in den extraschnellen Gang. Sie wissen, dass der Verlust der Währungsunion für sie nur Negatives bedeuten würde. ?Ja?, sagen die Freunde der Mark, "die Drachme war ja auch eine Schrottwährung. Aber unsere D-Mark!? Wenn der Euro fällt und wir die D-Mark wieder einführen, schießt "unsere? neue alte Währung so was von durch die Decke, dass unsere Exporte unbezahlbar werden und wir ruckzuck zwei Millionen Arbeitslose mehr haben. Wo ist die D-Mark? In irgendeinem Bankkeller? Da kann sie bleiben. Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur des Debatten-Magazins The European .
Auch zehn Jahre nach der Einführung des Euro rechnen fast drei Viertel der Deutschen noch gelegentlich in D-Mark um.
Knapp die Hälfte der Bundesbürger wünscht sich die D-Mark zurück - denn mit ihr war angeblich alles günstiger. Aber wer weiß überhaupt noch, was einzelne Lebensmittel zu D-Mark-Zeiten gekostet haben? Machen Sie den Test.
Der Sportartikel-Hersteller Adidas hat sich für eine Rückkehr zur D-Mark gerüstet.
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Vorschläge zu einer Rückkehr Deutschlands zur D-Mark als "absurd" zurückgewiesen.
Eine klare Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) hält die D-Mark gegenüber dem Euro für das bessere Geld.
Bloß nicht wegwerfen: Ob Euro oder alte D-Mark - auch wenn manche Scheine so beschädigt sind, dass nur der Sicherheitsstreifen übrig ist: Sogar diese Reste lassen sich noch umtauschen.
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