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Militär: Ups: Putins "unbesiegbare" Atomrakete ist im Nordmeer verloren gegangen

Der Kreml brüstete sich mit einer Hyperschallwaffe von unbegrenzter Reichweite. Der Grund: Das Geschoss besitzt einen Atomantrieb. US-Medien berichten, dass zumindest eine der Atomraketen über der Barentssee niedergegangen sei.

Bei dieser Präsentation vom 1. März kündigte Putin auch den Atomgleiter an. Diese Abbildung zeigt das Avangard System (Objekt 4202).

Bei dieser Präsentation vom 1. März kündigte Putin auch den Atomgleiter an. Diese Abbildung zeigt das Avangard System (Objekt 4202).

Hersteller

Anfang des Jahres stellte Russlands Präsident Putin sechs verschiedene neue und so Putin "unbesiegbare" Waffensysteme vor, die Russlands Stellung als militärische Supermacht unterstreichen sollten. Allesamt Offensivwaffen, die mit extremer Geschwindigkeit im Hyperschallbereich und hoher Manövrierbarkeit die Abwehrwaffen der USA überwinden können.

Am erstaunlichsten war dabei ein Hyperschallgleiter, dem Putin eine im Prinzip unendliche Reichweite attestierte. Das Besondere an der Gleiter-Rakete: Sie verfügt über einen nuklearen Antrieb. An dem Konzept wurde schon in den 60er-Jahren gearbeitet, danach ruhten die Forschungen.

Atomrakete vier Mal gescheitert

Nun berichtet der amerikanische Nachrichtensender "CNBC" unter Berufung auf anonyme Quellen aus den US-Geheimdiensten, die Versuche mit der neuen Waffe seien nicht vielversprechend verlaufen. Die Rakete wurde zwischen November und Februar viermal getestet, was jeweils zu einem Absturz führte.

Eine nuklearbetriebene Rakete ging, dem Bericht zufolge, nach einem Test Ende letzten Jahres auf See verloren. Nun bereite sich Moskau darauf vor, das Wrack wieder zu bergen. CNBC berichtet, dass drei Schiffe versuchen werden, die Rakete aus der Barentssee zu holen. Eines der Schiffe soll in der Lage sein, mit radioaktivem Material umzugehen.

Bergung der Rakete möglich

Das Portal "The Barents Observer" nimmt an, dass die Bergung nicht schwer sein sollte, wenn die Stelle des Einschlags bekannt. Die Barentssee ist mit einer durchschnittlichen Tiefe von 230 Metern relativ flach, nur einige Gebiete in der Nähe der Küste erreichen 300 Metern Tiefe. Schon im März berichtet das Portal darüber, dass eine mysteriöse Radioaktivität, die über Nordeuropa gemessen wurde, womöglich von Russlands neuen Atomraketen stammen könnte.

Laut US-Angaben soll der längste Testflug nur zwei Minuten gedauert haben, dabei sei die Rakete 35 Kilometer weit geflogen. Dann versagte die Steuerung und die Rakete stürzte ab. Der kürzeste Test soll nur vier Sekunden gedauert haben. Die Waffe soll für den Start einen konventionellen Antrieb verwenden, erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit zündet dann der Nuklearantrieb. Das soll bei den Unfällen nicht gelungen sein. Russland hat Misserfolge des Raketenprogramms bestritten, aber auch keine Filmaufnahmen eines erfolgreichen Tests gezeigt. Bei der neuartigen Kinzahl-Rakete waren sofort Aufnahmen eines Langstreckenkampflugzeugs zu sehen, das mit der Hyperschallwaffe armiert war.

Begrenzte Umweltschäden durch Atomrakete

Die US-Geheimdienste gehen auf die möglichen Umweltschäden nicht ein. Nils Bøhmer, Nuklearphysiker bei der Bellona-Stiftung sprach mit dem "The Barents Observer".

"Zunächst einmal ist es beunruhigend, dass Russland tatsächlich nuklear angetriebene Marschflugkörper testet. Aber hier brauchen wir mehr Fakten auf dem Tisch", so Bøhmer. Er sagte, ein Absturz könnte den Reaktor beschädigen, aber der Schaden für die Umwelt hinge davon ab, ob der Reaktor zum Zeitpunkt des Aufpralls gestartet war. Die norwegische Strahlenschutzbehörde NRPA gab in einer Mitteilung bekannt, dass keine erhöhte Radioaktivität zu diesen Zeiten gemessen wurde. Der Absturz der Rakete allein verursache keine Gesundheitsrisiken, es könne aber ein lokales Kontaminationsproblem geben, so die Behörde.

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