Finanzbranche
"Handelsblatt": Commerzbank plant weiteren Stellenabbau

Die Commerzbank wird seit langem von der Unicredit umworben (Archivbild) Foto: Michael Brandt/dpa
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Anfang Mai will die Frankfurter Bank neue Finanzziele im Abwehrkampf gegen die Unicredit vorlegen. Dabei könnte es zum nächsten Stellenabbau kommen. Es wäre schon der zweite Einschnitt in kurzer Zeit.

Bei der Commerzbank droht nach einem Medienbericht ein neuer Stellenabbau inmitten des Ringens um eine Übernahme mit der Unicredit. Im Rahmen ihrer aktualisierten Strategie plane die Bank die Streichung weiterer Arbeitsplätze, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem "Handelsblatt". Wie groß der Stellenabbau ausfalle, sei aber nicht entschieden und müsse noch mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert werden.Die Commerzbank hatte angekündigt, am 8. Mai aktualisierte Finanzziele und ihre Strategie bis 2030 vorzustellen. "Zu Spekulationen über Inhalte, die wir noch nicht kommuniziert haben, äußern wir uns nicht", sagte ein Sprecher. "Wir bitten um Verständnis, dass wir Details unseres Strategie-Updates erst am 8. Mai vorstellen werden."

Erst Anfang 2025 hatte die Commerzbank den Abbau von 3.900 Vollzeitstellen angekündigt, den Großteil davon in Deutschland. Zu darüber hinausgehenden Jobstreichungen hat sich die Bank bisher nicht geäußert. Allerdings soll bei dem Geldhaus grundsätzlich Künstliche Intelligenz künftig eine größere Rolle spielen, etwa beim Erledigen von Verwaltungsaufgaben. 

Kahlschlag bei Unicredit-Übernahme?

Erst kürzlich hatte Unicredit-Chef Andrea Orcel die Commerzbank attackiert und ihr strukturelle Schwächen vorgeworfen. Er rechnete in einem Szenario vor, bei einer Übernahme würden in Deutschland rund 7.000 Vollzeitstellen wegfallen. Das wäre aber "weniger als die Hälfte" als die befürchtete Streichung von 15.000 Jobs über fünf Jahre.

Arbeitnehmervertretern kämpfen für Unabhängigkeit

Commerzbank-Betriebsratschef Sascha Uebel zeigte sich im "Handelsblatt" überzeugt, dass die Bank als unabhängiges Geldhaus für die Beschäftigten bessere Perspektiven biete als nach einem Verkauf an Unicredit. "Wir stellen uns darauf ein, dass es im Zuge der Umsetzung unserer Strategie als eigenständiges Institut in den kommenden Jahren weitere Einsparungen und möglicherweise auch einen weiteren Stellenabbau geben wird", sagte Uebel. "Dieser wird nach meiner festen Überzeugung aber deutlich niedriger ausfallen, als dies bei einer Übernahme durch Unicredit der Fall wäre."

Die Commerzbank kämpft seit Monaten gegen eine feindliche Übernahme durch die Unicredit. Die Großbank aus Mailand hatte ihren Anteil zuletzt aufgestockt und kontrolliert nun direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente 29,99 Prozent der Anteile. 

Ab 30 Prozent müsste die Unicredit ein Übernahme-Angebot abgeben. Im März hatten die Italiener ein Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien ankündigt. Die Unicredit-Aktionäre sollen am 4. Mai auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der dazu nötigen Kapitalerhöhung zustimmen.

dpa