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Naturkatastrophe Starkregen: So stark haben schwere Regenfälle zugenommen - und es wird noch schlimmer

Die interaktive stern-Grafik zeigt: Starkregen haben in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Und Experten sind sicher: Durch den Klimawandel wird sich dieser Trend noch deutlich verstärken.

Dieser Artikel erschien erstmals im Mai 2016. Angesichts der aktuellen Hochwasser-Lage in Teilen Deutschlands veröffentlichen wir ihn erneut.

Starkregen ist nicht einfach nur heftiger Regen, Starkregen ist eine Naturgewalt. In kürzester Zeit fällt dann so viel Wasser vom Himmel, dass Flüsse und Bäche über Ihre Ufer treten oder Talsenken volllaufen. Das Ergebnis: Flut- und Schlammwellen, die Autos, Bäume und Menschen einfach mit sich reißen und ganze Städte und Dörfer verwüsten. Menschen in betroffenen Regionen verlieren manchmal innerhalb von Minuten ihre Existenz - oder im schlimmsten Fall sogar ihr Leben.

Was ist das Phänomen Starkregen?

Für den Deutschen Wetterdienstes (DWD) beginnt Starkregen ab einer Niederschlagsmenge von 17 Millimeter pro Stunde (entspricht stündlich 17 Litern pro Quadratmeter). Andere Definitionen legen bereits niedrigere Schwellenwerte an. In Süddeutschland gingen am Wochenende nach DWD-Angaben stellenweise bis zu 67 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde nieder. Das Recherchezentrum correctiv.org hat historische Daten von rund 1000 DWD-Messstationen ausgewertet und dem stern zur Verfügung gestellt.

Die Auswertung des Datensatzes mit dem Fokus auf starke Regenfälle (ab 15 mm/h) zeigt: In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben schwere Niederschläge flächendeckend in Deutschland stark zugenommen. Lage und Anzahl der Messstationen variieren zwar über die Jahre, trotzdem zeichnet die untenstehende Infografik ein deutliches Bild der Entwicklung: 

Infografik: Entwicklung starker Regenfälle in Deutschland

 

Beispiele für Starkregenfälle mit verheerenden Auswirkungen gibt es in der jüngeren Vergangenheit ausreichend. Die Flutkatastrophe von 2002 etwa. Oder das sogenannte Jahrhunderthochwasser von 2013, bei dem Regenfälle im Mai und Juni starke Überschwemmungen in mehreren Bundesländern auslösten und Schäden in Milliardenhöhe verursachten. Vor allem Sachsen und Bayern waren stark betroffen. Oder der 28. Juli 2014 in Münster in Westfalen: Innerhalb weniger Stunden fielen an diesem Tag 292 Liter Regen auf einen Quadratmeter. Einer der höchsten Werte, die je in Deutschland gemessen wurden. Die Bilanz: 140 Millionen Euro Schaden. Im September desselben Jahres verwüsteten durch starke Regenfälle ausgelöste Flutwellen und Schlammlawinen mehrere Orte in Rheinland-Pfalz, unter anderem das  200-Einwohner-Dorf Waldgrehweiler bei Kaiserslautern.

Experten: Schwere Regenfälle werden zunehmen

Und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Die DWD-Experten sind sich sicher, dass das Phänomen Starkregen durch den Klimawandel und die einhergehende Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten um bis zu 50 Prozent zunehmen wird. Der Grund: Wärmere Luft kann mehr Wasser speichern, das könnte künftig zu häufigeren und längeren Regenfällen führen.
Das dürfte besonders für Hausbesitzer unangenehme Folgen haben. Wie Correctiv-Recherchen zeigen, könnte es für sie nämlich in Zukunft schwierig bis unmöglich werden, sich gegen Starkregen zu versichern, besonders wenn Sie in einer Risikozone wohnen. Und davon wird es künftig im Land wohl immer mehr geben. 

Unwetter-Videos: Sehen Sie hier die Augenzeugenvideos von der Wasserwalze in Braunsbach
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?