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Kampf gegen den IS IS-Kämpfer erobern drei Stadtteile von Kobane


Mittlerweile hat der Islamische Staat mehrere Stadtteile von Kobane in Syrien erobert. Laut Medienberichten soll die Türkei ihre Geiseln gegen den Tausch von 180 Dschihadisten freibekommen haben.

+++22.49 Uhr: IS erobert drei Stadtteile von Kobane +++

Nach heftigen Kämpfen mit kurdischen Milizionären erobert der Islamische Staat nach Angaben von Aktivisten drei Stadtteile im Osten der syrischen Grenzstadt Kobane. Die IS-Kämpfer hätten eine Industriezone und die Viertel Maktala al-Dschadida und Kani Arabane in ihre Gewalt gebracht, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montagabend mit. Trotz heftiger Gegenwehr der Kurden und Luftangriffen der internationalen Militärallianz rücken die Dschihadisten seit Tagen unaufhaltsam auf Kobane vor.

+++ 21.32 Uhr: Mutmaßlicher IS-Unterstützer am Flughafen von Chicago festgenommen +++

Ein 19 Jahre alter Mann, der laut US-Behörden der dem IS beitreten wollte, wird am Flughafen von Chicago festgenommen. Der Amerikaner geht dem FBI ins Netz, nachdem er die Sicherheitskontrolle passiert hat, wie das Justizministerium mitteilt. Er wollte über Wien nach Istanbul in die Türkei reisen. In seiner Wohnung fanden die Ermittler Reisepläne und Dokumente. Dem Mann wird vorgeworfen, die Sunnitenmiliz materiell unterstützt zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (198 000 Euro).

+++ 19.22 Uhr: Heftige Straßenkämpfe am Ostrand von Kobane +++

Trotz heftiger Gegenwehr kurdischer Kämpfer dringt der Islamische Staat in die nordsyrische Grenzstadt Kobane ein. Die IS-Kämpfer liefern sich "erstmals" Straßenkämpfe mit den Kurden im Ostteil der Stadt, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilt. Kurdische Kämpfer und IS-Milizionäre kämpfen "in den Straßen, zwischen den Gebäuden", sagte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

+++ 17.59 Uhr: Nato sichert Türkei bei Angriff aus Syrien Unterstützung zu +++

Angesichts der Kämpfe an der türkisch-syrischen Grenze sagt der neue Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Ankara im Fall eines Angriffs aus Syrien die Unterstützung des Militärbündnisses zu. "Die Türkei soll wissen, dass die Nato da sein wird, wenn es ein Überschwappen, einen Angriff auf die Türkei infolge der Gewalt gibt, die wir in Syrien erleben", sagt Stoltenberg bei seinem Antrittsbesuch in Polen.

+++ 17.07 Uhr: Türken gegen Dschihadisten ausgetauscht +++

Die im September aus der Geiselhaft des IS freigekommenen Türken könnten Medienberichten zufolge gegen bis zu 180 Dschihadisten ausgetauscht worden sein. Die britische Zeitung "The Times" berichtete unter Berufung auf eine ihr vorliegende Liste, unter den ausgetauschten Extremisten seien auch drei Franzosen, zwei Briten, zwei Schweden, zwei Mazedonier, ein Schweizer und ein Belgier gewesen. Aus britischen Regierungskreisen wurde die Liste als "glaubhaft" bezeichnet, wie die Rundfunkanstalt BBC berichtete.

Die "Times" zitierte den Sprecher einer an dem Gefangenenaustausch beteiligten Gruppe, demzufolge auch Angehörige von Abu Bakr al-Iraki freikamen. Das führende IS-Mitglied war im Januar von syrischen Aufständischen getötet worden.

+++ 16.58 Uhr: Ex-Pentagonchef Panetta warnt vor "Dreißigjährigem Krieg" +++

Der frühere US-Verteidigungsminister Leon Panetta rechnet mit einem womöglich Jahrzehnte dauernden Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Ich denke, wir stehen vor einer Art von Dreißigjährigem Krieg", sagte Panetta der US-Zeitung "USA Today" in einem am Montag veröffentlichten Artikel. Der Kampf könnte sich dabei auch auf Bedrohungen durch islamistische Gruppierungen in Ländern wie Libyen, Nigeria, Somalia und Jemen ausweiten.

+++ 16.20 Uhr: Haftbefehle gegen 15 Dschihadisten nach Mord an Franzosen +++

Nach der Ermordung eines französischen Touristen in Algerien haben die Justizbehörden Haftbefehle gegen 15 Dschihadisten ausgestellt, wie die algerische Zeitung "Liberté" berichtet. Den flüchtigen Verdächtigen wird vorgeworfen, an der Entführung und Enthauptung des 55-Jährigen vor knapp zwei Wochen beteiligt gewesen zu sein. Anführer der Gruppe soll ein 40 Jahre alter Extremist sein, der früher in der islamistischen Terrororganisation Bewaffnete Islamistische Gruppen (GIA) sowie bei der Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) aktiv war und schon mehrmals zum Tode verurteilt wurde. Das algerische Militär sucht derzeit im Norden des Landes nach den Dschihadisten sowie dem Leichnam des Franzosen.

+++ 15.20 Uhr: IS hisst Fahnen in Kobane +++

Im Osten der umkämpften Kurdenstadt Kobane in Syrien werden zwei Fahnen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehisst. Eine Fahne weht auf einem Gebäude im Osten der Stadt und eine weitere auf einem benachbarten Hügel, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP von der türkischen Seite der Grenze aus beobachtet. Ein Kurdenvertreter aus der Region, Idris Nahsen, will das Eindringen des IS in Kobane zunächst nicht bestätigen.

+++ 14.50 Uhr: Bundesregierung äußerst sich nur zögerlich zu weiteren Auslandseinsätzen +++

Nach der Kritik an möglichen weiteren Auslandseinsätzen der Bundeswehr in der Ukraine oder dem Nordirak betont die Bundesregierung, dass entsprechende Pläne noch nicht in einem konkreten Stadium seien. Es gebe "Überlegungen", wie nach dem Anlaufen der ersten Unterstützung "die Ausbildungshilfe im Irak ausgeweitet werden kann", so Regierungssprecher Steffen Seibert. Sprecher von Verteidigungs- und Außenministerium weisen zudem darauf hin, dass für konkrete Beiträge zur Unterstützung des Kampfes gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auch die Regierungsbildung im Irak abgewartet werden müsse. Es sei selbstverständlich, dass auch Deutschland sich "angesichts einer äußerst volatilen Lage" im Irak überlege, wie es weitergehen könne, so Außenamtssprecher Martin Schäfer in Berlin. Diese Überlegungen befänden sich aber "in einem sehr frühen Stadium". In den nächsten Tagen seien nach seiner Kenntnis dazu keine Entscheidungen zu erwarten.

+++ 14.20 Uhr: Deutschsprachiger Islamist ruft zu Gewalt in Heimat auf +++

Islamisten sollen in ihrer Heimat Menschen anderer Religionen töten, das fordert einem Medienbericht zufole ein deutschsprachiger IS-Anhänger in einem Video. Die Botschaft sei am Montag von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Internet veröffentlicht worden, berichtet die "Welt". Es zeigt demnach die Vorbereitungen zum muslimischen Opferfest Eid ul-Adha in der nordsyrischen Stadt Rakka, die als Hochburg der Islamisten gilt. An seine "lieben Geschwister im Glauben" gerichtet sagt er: "Wir haben uns heute hier versammelt, um die Schafe zu schlachten. Und ich will Euch dazu einladen, die Kuffar (Ungläubigen) zu schlachten im Dar ul-Kufr". Damit sind offenbar die nicht-muslimischen Länder gemeint. Zudem seien alle Muslime aufgerufen, sich dem IS anzuschließen, betont der namentlich nicht genannte Dschihadist dem Medienbericht zufolge.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagt, ihm sei das Video bislang nicht bekannt. Er verweist aber darauf, dass es schon zuvor Aufrufe zu Gewalttaten in Deutschland gegeben habe. Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen von mindestens 450 Männern und Frauen aus, die sich den Islamisten angschlossen haben sollen. Mehr als 100 sind bereits zurückgekehrt. Die Behörden sehen in ihnen eine potenzielle Gefahr für die innere Sicherheit Deutschlands.

+++ 13.10 Uhr: Irakischer Bischof kritisiert Tatenlosigkeit der Regierung +++

Die im Irak von der Terrormiliz IS vertriebenen Christen sind immer besorgter um ihre Zukunft in dem Land. "Die Regierung in Bagdad hat nichts, absolut nichts getan, um den 120.000 Christen zu helfen, die vor den Terroristen geflohen sind", zitiert das katholische Hilfswerk "Kirche in Not" den chaldäisch-katholischen Erzbischof der nordirakischen Stadt Erbil, Baschar Warda. Auf der Flucht hätten die Christen all ihren Besitz zurücklassen müssen.

+++ 12.20 Uhr: Reporter und Zivilisten von türkisch-syrischer Grenze zurückgedrängt +++

Mit Tränengas vertreiben türkische Sicherheitskräfte dutzende Journalisten und Zivilisten aus dem unmittelbaren Grenzgebiet zur umkämpften syrischen Stadt Kobane. "Gehen Sie oder wir schreiten ein", rufen die Sicherheitskräfte über Lautsprecher. Sowohl die zahlreichen Journalisten als auch kurdische Zivilisten, die von der türkischen Seite aus die Kämpfe um die syrische Kurdenstadt Kobane beobachten, werden rund 700 Meter von der Grenze zurückgedrängt.

+++ 10.50 Uhr: Libysche Islamisten suchen Nähe zur IS-Miliz +++

Anhänger des islamistischen Schura-Rates der Jugend des Islams in Libyen rufen zur Unterstützung der Terrormiliz IS auf. Bei einer Militärparade in Derna habe sich die Miliz als "Brigade des Kalifenstaates" präsentiert und in Libyen die Errichtung eines Staates ohne "die Grundlagen der Ungläubigkeit" gefordert, berichtet die libysche Nachrichtenseite Al-Wasat.

+++ 10.30 Uhr: Kurden vereiteln Zwei-Fronten-Angriff auf Kobane +++

Kurdische Kämpfer haben in ihrer nordsyrischen Enklave Kobane einen neuen Eroberungsversuch der Terrormiliz IS abgewehrt. Kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) hätten sich dabei in der Nacht heftige Kämpfe mit den Angreifern geliefert. 19 Kurden und 27 IS-Extremisten seien getötet worden, teilt die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die IS-Miliz habe Kobane von Osten und Westen gleichzeitig angegriffen. YPG-Einheiten leisten erbitterten Widerstand. Der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, sagt, mittlerweile würden 5000 Kurden in Kobane kämpfen.

+++ 5 Uhr: IS erhöht Druck auf Kobane +++

An der Grenze zur Türkei weitet der IS seine Angriffe auf die nordsyrische Stadt Kobane aus. Die Dschihadisten ziehen nach Medienberichten im Kampf um die Kurden-Stadt Verstärkung aus den eigenen Reihen hinzu. Am Wochenende waren nach unbestätigten Angaben 86 IS-Extremisten getötet worden. Auf Seiten der kurdischen Einheiten starben demnach 17 Kämpfer. Die USA und ihre arabischen Verbündeten hätten die Kurden mit insgesamt sieben Luftangriffen bei Kobane unterstützt, teilt die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit

ivi/AFP/DPA DPA

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