Die Staatsanwaltschaft Kiel hat gegen einen Flensburger Hausverwalter Anklage wegen Untreue in 396 Fällen erhoben. Der Mann soll systematisch insgesamt rund 1,4 Millionen Euro von Hauskonten, die er verwaltete, in die eigene Tasche umgeleitet haben, wie die Anklagebehörde mitteilte. Die Fälle haben sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Januar 2019 bis Dezember 2023 ereignet.
Zuvor hatte shz.de berichtet. Dem Medienbericht zufolge soll das System des Hausverwalters kurz vor Weihnachten 2023 zusammengebrochen sein. Die Firma des 53-Jährigen musste Insolvenz anmelden. Seither warten deren Kunden darauf, ihr verlorenes Geld zurückzuerhalten.
Termin für Hauptverhandlung steht noch nicht fest
Die Staatsanwaltschaft konnte im Ermittlungsverfahren bei dem Mann Vermögen von mehr als einer Million Euro vorläufig sichern. Dieses Geld werde nun verwahrt, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung der Verwalters könne es gegebenenfalls an die Geschädigten ausgezahlt werden.
Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft Kiel ist Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und Korruption, daher übernahm sie die Ermittlungen, in der Folge wird auch in Kiel verhandelt werden.
Weiteres Ermittlungsverfahren anhängig
Gegen den Mann ist darüber hinaus ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Betrugs und Veruntreuung von Mieterkautionen in Höhe von rund 250.000 Euro anhängig. Diese Ermittlungen sind bislang nicht abgeschlossen.