Provokant, unbequem, mächtig. Kaum eine andere Zeitung in Deutschland polarisiert so stark wie die BILD-Zeitung. Kai Diekmann, BILD-Chefredakteur, ist darauf sogar besonders stolz.
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Kai Diekmann, BILD-Chefredakteur, ist darauf sogar besonders stolz. O-Ton: Kai Diekmann, Chefredakteur BILD „Das gehört zum Markenkern von BILD. Wir wollen unbequem sein. Wir wollen aufregen und wenn Sie aufregen wollen, dann müssen Sie eben auch in Kauf nehmen, dass sie mitunter umstritten sind. Aber wie gesagt, das gehört zum Markenkern von BILD und Journalismus ist auch kein Beliebtheitswettbewerb.“ In diesem Jahr feiert das Boulevard-Blatt aus dem Axel-Springer Verlag seinen 60. Geburtstag. Dazu hat BILD Teenie-Schwarm Justin Bieber für ein exklusives Jubiläumskonzert in die Redaktion einfliegen lassen. Folge: Kreischalarm und dicke Tränen vor dem Verlagshaus. Am 23. Juni soll dann der nächste Streich folgen. Eine kostenlose BILD für alle. Einige wollen die allerdings nicht mal geschenkt. Folge: erneuter Menschenauflauf vor dem Springer-Hochhaus. Chefredakteur Diekmann nimmt das aber mit Humor und verteilt Schnittchen an die Protestler. Also doch alles weichgespült im Hause Springer? O-Ton: Kai Diekmann, Chefredakteur BILD „Also wenn Sie mit "entradikalisiert" meinen, dass die BILD-Zeitung langweiliger geworden ist, dann ganz sicherlich nicht. Die BILD-Zeitung hat sich in den letzten 60 Jahren so verändert, wie sich auch die Gesellschaft verändert hat. Und da hat es natürlich große Umbrüche gegeben. Denken Sie beispielsweise an den Fall der Mauer 1989, das Ende des Zeitalters der Ideologien. Das hat natürlich auch Einfluss auf Inhalte von Zeitungen. Vor allem ist BILD, glaube ich, im Kern sich treu geblieben.“ Überraschend wendet Diekmann sich im Geburtstagsjahr allerdings neuen Aufgaben zu. Gemeinsam mit zwei Springer-Kollegen verabschiedet er sich für mindestens ein halbes Jahr in Richtung Silicon Valley. Er betont, dass er weiter Chefredakteur der BILD ist und bleiben wird, aber es „geht ihm darum auf die digitalen Herausforderungen noch stärker zu reagieren.“ O-Ton: Kai Diekmann, Chefredakteur BILD „Jetzt geht es darum, sozusagen die nächste Stufe zu zünden und einmal zu sagen, wir wollen nicht nur Berater mit diesen digitalen Herausforderungen beschäftigen, sondern wir wollen die Ergebnisverantwortlichen direkt dorthin schicken, wo die erfolgreichen digitalen Geschäftsideen entstehen. Und das ist das Silicon Valley, das ist Palo Alto." Aber nicht nur auf geschäftlicher Ebene scheint sich der Chefredakteur auf neue Aufgaben vorzubereiten. Diekmann hat auch seine Optik verändert: eine neue Frisur. Bei Frauen wird das oft als Neuanfang gedeutet. O-Ton: Kai Diekmann, Chefredakteur BILD „Tatsächlich waren die Haare das letzte Mal so kurz, als ich noch bei der Bundeswehr war und ich hatte nach 27 Jahren einfach keine Lust mehr auf lange Haare und deswegen sind sie jetzt ab. Im Übrigen würde ich bei dieser Gelegenheit gerne mit einem Gerücht und einer Legende aufräumen. Ich habe nie in meinem Leben Gel benutzt.“ Mit Gerüchten, persönlichen Anfeindungen und Beschimpfungen hat der 47-Jährige gelernt zu leben. Das muss man laut Diekmann „als BILD-Chefredakteur“ aushalten. Er will den Job so lange machen, wie es im gelingt, sich selbst neu zu erfinden. Schließen