Wenn andere die Gabel zur Seite legen, ist für den Ess-Süchtigen noch lange nicht Schluss. Das Gefühl für Hunger oder Sättigung hat er verloren. Er hört erst auf, wenn der Bauch schmerzt. Anders als ein Bulimie-Kranker versucht er nach einem Essanfall nicht, die Kalorien wieder los zu werden. Das Ergebnis: Er wird dicker und dicker.
Und damit hat der Ess-Süchtige bald ein körperliches Problem: Bei starkem Übergewicht drohen Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden oder Diabetes.
Hinzu kommt der seelische Schaden: Nach den unkontrollierten Fress-Anfällen ekeln sich die Ess-Süchtigen vor sich selbst und flüchten vor der Realität in Tagträume. Sie empfinden Scham und leiden unter Schuldgefühlen, manche werden auch depressiv. Viele vermeiden den Blick in den Spiegel, um sich den Anblick ihres eigenen Körpers zu ersparen.