Sie schlingen alles Essbare hinunter. Aber Befriedigung verschafft ihnen das nicht. Deshalb kommt schon bald die nächste Fress-Attacke. Binge-Eater essen unkontrolliert, wie von einem Zwang gesteuert. Danach leiden sie unter Schuldgefühlen.

Ess-Sucht ist eine echte Sucht: Sie hat nichts mit Genuss gemein© Colourbox
Mindestens zweimal in der Woche stopfen sie sich voll. Manchmal essen sie stundenlang. Allein, heimlich. Und sie essen viel mehr, als die meisten Menschen in der gleichen Zeit schaffen würden. Sie spüren weder Hunger noch Sättigung, und können doch nicht aufhören, Wurst, Käse und Kuchen zu verschlingen. Es ist ein großes Fressgelage - "Binge".
Die Binge-Eating-Störung hat nichts mit Genuss oder ungezügelter Lust am Essen zu tun. Im Gegenteil. Die Betroffenen können die Essanfälle nicht kontrollieren. Ess-Süchtige sind zwanghaft aufs Essen fixiert. Nach einer Attacke schämen sie sich, sind deprimiert oder ekeln sich vor sich selbst. Solche Schuldgefühle münden nicht selten direkt in die nächste Fress-Attacke. Ein Teufelskreis, aus dem Ess-Süchtige nur schwer wieder herausfinden.
Wie viele Menschen an einer Binge-Eating-Störung erkrankt sind, ist unklar. Experten schätzen, dass in Deutschland zwischen 800.000 und 2,4 Millionen Menschen unter dieser Ess-Störung leiden. Fettleibige sind besonders häufig betroffen: 40 Prozent der Fettleibigen, die einen Therapeuten aufsuchen, sind ess-süchtig.
Das Risiko zu erkranken ist höher, wenn Menschen schon als Kind übergewichtig waren oder sich falsch ernährt haben. Im übrigen sind etwa ein Drittel der Ess-Süchtigen Männer.