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Bundesliga

Bundesliga im stern-Check "Gute Besserung" an die Vollidioten: Der elegante Rassismus-Konter von Khaled Narey

Khaled Narey von Fortuna Düsseldorf im Spiel beim HSV
Khaled Narey von Fortuna Düsseldorf im Spiel beim HSV
© Daniel Reinhardt/DPA / Picture Alliance
Ein Zweitliga-Spieler findet die passende Antwort auf rassistische Beleidigungen. In Leverkusen gibt's Hacke, Spitze, 1 2 3 4 5. Und Christian Streich gibt badische Nachhilfe in Sachen Strafstoßregel. Der stern-Bundesliga-Check.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 8. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Gewinner des Spieltags

Der Gewinner des Spieltags kommt diesmal aus der zweiten Liga. Dort sah sich Khaled Narey von Fortuna Düsseldorf beim Gastspiel in Hamburg rassistischen Beleidigungen einiger HSV-Anhänger ausgesetzt. Auf Instagram fand der Spieler im Anschluss aber genau den passenden Konter. Erst freute er sich über den sportlich erkämpften Punkt und die Unterstützung der mitgereisten eigenen Fans. Dann bedankte er sich bei allen anständigen HSV-Fans, die ihm bei der Rückkehr zum Ex-Klub einen warmen Empfang bereitet hatten. Um dann – zuletzt – an die fehlgeleiteten Köpfe im Publikum noch ein paar treffende Worte zu richten: "Aber allen 'Fans', die mich während des Spiels rassistisch beleidigt und mit Bier beworfen haben wünsche ich vom Herzen eine gute Besserung! #againstracism #vollidioten". 

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Dafür gab es auch vom Hamburger SV volle Unterstützung. "Rassismus hat im Volksparkstadion und unserer Gesellschaft keinen Platz! Den starken Applaus zur Verabschiedung vor dem Spiel hast du dir über deine drei Jahre bei uns verdient und das ist das, was wir uns unter sportlich fair vorgestellt haben", schrieb der Verein auf Nareys Instagram-Seite. Zudem kündigten die Hamburger in einem Statement an, alles Mögliche zu unternehmen, um die Vorfälle aufzuklären und zu ahnden.

Verlierer des Spieltags

Für die Verlierer des Spieltags geht’s an die Spitze des deutschen Profifußballs. Dort – genauer gesagt ganz oben auf Platz 1 – hätte sich das zuletzt stark aufspielende Bayer Leverkusen mit einem Sieg gegen die Bayern wiederfinden können. Doch daraus wurde so gar nichts. Die Leverkusener verloren das Spitzenspiel um die Tabellenführung mit einer blamablen Leistung. Hacke, Spitze, 1 2 3 4 5 Gegentore nach 37 Spielminuten, dabei vier Tore binnen sieben Minuten – das gelingt den Bayern selbst in Pokalspielen gegen unterklassige Vereine nur selten. Immerhin: Die Leverkusener Fans zeigten sich gnädig und stärkten ihren glücklosen Mannen nach dem Schlusspfiff mit Anfeuerungen den Rücken. Genauso übrigens wie die Kölner Anhänger, die ihre Spieler ebenfalls trotz Klatsche (0:5 in Hoffenheim) lautstark feierten. Mal sehen, wie sich die Stimmung im Rheinland in einer Woche darstellt. Dann treffen Köln und Leverkusen direkt aufeinander. 

Aufreger des Spieltags

Bei der Heimspielpremiere des SC Freiburg im neu errichteten Stadion war Trainer Christian Streich gleich auf Betriebstemperatur. Nach einem gegen sein Team verhängten Strafstoß und einem kurz darauf nicht gegebenen für die eigene Mannschaft, musste der 56-jährige Fußballlehrer von seinen eigenen Leuten mit Körpereinsatz davon abgehalten werden, nicht empört auf den Rasen zu stürmen. "Wenn de der erschte net pfeifsch, musch' de der zweide auch net pfeife. Wenn de  der erschte pfeifsch, musch' de der zweide au' pfeife", erläuterte Streich hinterher die korrekte badische Regelauslegung.

Für den Beinahe-Platzsturm erhielt Streich ebenso die gelbe Karte, wie Leipzig-Trainer Jesse Marsch, der sich auch zu doll aufgeregt hatte. Bei der Pressekonferenz nach dem Spiel sorgten beide Trainer aber schon wieder mit lockeren Sprüchen für Lacher. Er habe gehofft, es gehe jetzt noch "um Politik oder so was", erklärte Marsch Richtung Streich in Anspielung auf die berühmten Einlassungen des Freiburger Originals zu gesellschaftlichen Themen.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

In Dortmund sprachen zwar mal wieder alle von Haaland, der beim Comeback zwei Mal netzte. Das schönste schwarz-gelbe Tor erzielte aber Marco Reus. So technisch sauber den Ball im Winkel versenken, das können andere nur auf der Playstation.

Bild des Tages 

Das Bild des Tages schoss dieser junge Mann, der allerdings unerlaubterweise den Dortmunder Rasen betrat, und anschließend von einem gut gelaunten Erling Haaland vom Platz geleitet wurde.
Das Bild des Tages schoss dieser junge Mann, der allerdings unerlaubterweise den Dortmunder Rasen betrat, und anschließend von einem gut gelaunten Erling Haaland vom Platz geleitet wurde.
© Ina Fassbinder / AFP

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