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Video Ermittler sehen keine Hinweise auf Beteiligung von Polizisten bei "NSU 2.0"

Nach der Verhaftung eines 53-jährigen Mannes, der im Verdacht steht, Urheber der seit 2018 verschickten NSU-2.0-Drohschreiben zu sein, nahmen am Mittwoch in Frankfurt am Main die Ermittlungsbehörden Stellung. Oberstaatsanwalt Sinan Akdogan: „Es deutet derzeit nichts darauf hin, dass hessische Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte bei der Fertigung und oder Versendung der Drohschreiben beteiligt waren. Ich habe unverändert ein sehr tiefes Vertrauen zu meinen Kolleginnen und Kollegen, deren Arbeit ich persönlich in den verschiedenen Funktionen auch im Alltag miterlebe.“ Der dringend Tatverdächtige wurde am Dienstag in Berlin festgenommen worden. Da die persönlichen Daten der Betroffenen von einem Polizeicomputer einer Dienststelle in Wiesbaden abgefragt worden waren, bestand der Verdacht eines möglichen rechten Netzwerkes im Polizeiapparat Hessens. Sonderermittler Hanspeter Mener: „Dem Beschuldigten werden, wie bereits aus der schriftlichen Pressemitteilung ersichtlich, diverse Delikte zur Last gelegt. Unter anderem das Verwenden von verfassungswidrigen Kennzeichen, die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, die Volksverhetzung, die Belohnung und Billigung von Straftaten sowie die öffentliche Aufforderung zu Straftaten.“ Dennoch bleiben viele Fragen weiterhin offen. Leitender Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber: „Wir haben jetzt eine neue Verdachtslage hinsichtlich der Urheberschaft der Drohschreiben. Aber es gibt offene Fragen im Bereich zu eventuellen Helfern, Mittätern des Beschuldigten, zu seinem Umfeld und zu den Hintergründen der Beschaffung der Daten auf hessischen Polizei Revieren.“ Die laufenden Ermittlungen dauern noch an. Seit 2018 waren mehrere Drohschreiben, unterzeichnet mit „NSU 2.0“, unter anderem bei einer Frankfurter Anwältin, drei Linken-Politikerinnen sowie einer Kabarettistin eingetroffen.
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In Frankfurt am Main nahmen am Mittwoch die Ermittlungsbehörden zur sogenannten "NSU 2.0-Affäre" Stellung. Es bleiben Fragen offen.

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