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Kampf gegen Terror: Belgische Islamisten planten "großen Anschlag"

In Belgien sind bei einem Polizeieinsatz nahe der deutschen Grenze zwei Islamisten getötet worden. Die Gruppe soll vor einem "großen Anschlag" gestanden haben. Die Ereignisse des Tages im Rückblick.

Vermummte Polizisten nach ihrem Einsatz in Verviers. Die Verdächtigen eröffneten sofort das Feuer auf die Einsatzkräfte, sagt die Staatsanwaltschaft.

Vermummte Polizisten nach ihrem Einsatz in Verviers. Die Verdächtigen eröffneten sofort das Feuer auf die Einsatzkräfte, sagt die Staatsanwaltschaft.

Mehr als eine Woche ist es her, dass Attentäter in die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" stürmten und elf Mitarbeiter erschossen. Nun wurden bei einem Anti-Terror-Einsatz in Belgien zwei Islamisten getötet.

Die Ereignisse im stern-Nachrichtenticker:

+++ 23.30 Uhr: Einsatz in Verviers offenbar abgeschlossen +++

Wie ein ARD-Korrespondent berichtet, hat die Polizei mehrere Personen aus dem zweiten Haus in Verviers zum Verhör mitgenommen. Es habe diesmal aber keinen Schusswechsel und keine Zwischenfälle gegeben.

Belgische Medien berichten, dass der Einsatz in Verviers nun abgeschlossen sei. Die Polizei zieht aus den Straßen ab. Die Ermittlungen an dem Haus, in dem es zur Schießerei gekommen ist, dauern noch an.

+++ 21.45 Uhr: Polizei stürmt weiteres Haus in Verviers +++

Die Sicherheitskräfte in Verviers setzen ihre Suche nach weiteren mutmaßlichen Terroristen fort. Polizisten seien im Stadtzentrum nahe des ersten Einsatzortes in ein Haus eingedrungen, berichtet die Nachrichtenagentur Belga.

Derweil laufen am ersten Haus weiter Ermittlungen. Einsatzkräfte haben die Straße abgesperrt, Experten untersuchen das Gebäude genau.

+++ 21.20 Uhr: Bisher kein direkter Zusammenhang mit Pariser Anschlägen bekannt +++

Laut Staatsanwaltschaft ist bisher keine direkte Verbindung zu den Terroranschlägen in Paris erkennbar. Die Ermittlungen gegen die belgischen Islamisten hätten bereits vorher begonnen.

Schon vor dem Anti-Terror-Einsatz war jedoch bekannt, dass mindestens einer der Paris-Attentäter Verbindungen nach Belgien hatte. Ein Mann aus dem südbelgischen Charleroi soll mit dem Supermarkt-Geiselnehmer Amedy Coulibaly über den Kauf eines Autos und von Waffen verhandelt haben.

Die belgischen Sicherheitsbehörden waren nach den Anschlägen in Paris besonders alarmiert. In Belgien gibt es eine wachsende Islamisten-Szene, Verviers gilt neben einigen Vororten Brüssels als eine Hochburg.

+++ 20.30 Uhr: Zeitgleich Einsätze in Brüssel und Umgebung +++

Auch in Brüssel und Umgebung hat es laut Staatsanwaltschaft Einsätze gegeben. Die Sicherheitskräfte griffen parallel an mehreren Orten zu. Im ganzen Land habe es rund ein Dutzend Razzien gegeben.

+++ 20.25 Uhr: Gruppe soll kurz vor "großem Anschlag" gestanden haben +++

Bei einer Pressekonferenz bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass der Einsatz sich gegen Dschihadisten gerichtet hat. Einige seien Syrien-Heimkehrer gewesen. Die Verdächtigen hätten kurz vor einem "großen Anschlag" gestanden, es habe eine "unmittelbare Gefahr" bestanden, so der Sprecher. Die Anschlagspläne hätten sich gegen Polizisten gerichtet.

Zu Beginn des Einsatzes in Verviers hätten die Islamisten dann "sofort" mit Sturmgewehren das Feuer auf die Einsatzkräfte eröffnet. Zwei Verdächtige sind tot. Weder Polizisten noch Zeugen wurden verletzt.

Da der Einsatz noch läuft, will die Staatsanwaltschaft noch keine weiteren Einzelheiten nennen. Am Freitag um 11 Uhr soll es eine zweite Pressekonferenz geben. In Belgien gilt nun Terrorwarnstufe drei, die höchste Stufe ist vier.

+++ 19.50 Uhr: Keine Einsatzkräfte unter den Opfern +++

War anfangs oft von drei Toten die Rede, korrigieren nun immer mehr Medien die Zahl auf zwei. Eine weitere Person sei schwer verletzt worden. Zur Identität gibt es noch keine Angaben. Einsatzkräfte sollen nicht unter den Opfern sein.

+++ 19.27 Uhr: Youtube-Video zeigt angeblich den Einsatz +++

Auf Twitter wird ein Youtube-Video geteilt, das angeblich den Polizeieinsatz zeigt.

+++ 18.35 Uhr: Tote bei Anti-Terror-Einsatz in Belgien +++

Bei einer Anti-Terror-Aktion im ostbelgischen Verviers hat es nach Informationen des belgischen Senders RTBF mindestens zwei Tote gegeben. Mehrere Personen seien festgenommen worden. Regierungskreise bestätigen einen Einsatz gegen "Dschihadisten". Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft kündigt eine Pressekonferenz für 20 Uhr in Brüssel an.

Verviers liegt an der Grenze zu Deutschland, nach Aachen sind es etwa 30 Kilometer. Die Polizei sei in der Stadt gegen eine mutmaßliche Terroristengruppe vorgegangen, berichtet RTBF. Es habe mehrere Explosionen gegeben. Eine offizielle Bestätigung von den Behörden gibt es noch nicht.

Der belgische TV-Sender RTL-Info berichtet, dass sich die Aktion gegen Syrien-Heimkehrer gerichtet habe. Sie seien vor kurzer Zeit aus dem Nahen Osten zurückgekommen und von den Sicherheitsbehörden überwacht worden. In der Stadt gebe bis zu zehn Personen, die in Syrien gewesen seien.

Laut Sender soll es auch Einsätze in anderen Städten des Landes geben. Der Einsatz in Verviers habe um 17.45 Uhr begonnen. Ob ein Zusammenhang zu dem islamistischen Anschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" besteht, ist noch nicht klar.

In sozialen Medien berichten Augenzeugen von "Explosionen" und Schüssen".

+++ 18.28 Uhr: Slogan "Je suis Charlie" soll geschützt werden +++

Um die zunehmende Geschäftemacherei mit dem Solidaritätsslogan "Je suis Charlie" zu unterbinden, will sich der mutmaßliche Schöpfer jetzt um urheberrechtlichen Schutz bemühen. Ziel sei es, die kommerzielle Ausbeutung des Spruches zu verhindern, sagt der Anwalt des Künstlers und Journalisten Joachim Roncin. Roncin wolle die Verbreitung unter Kontrolle halten und versuchen, die ursprüngliche Bedeutung zu wahren.

Seit einigen Tagen versuchen etliche Geschäftsleute, aus der Bekanntheit des Solidaritätsslogans Profit zu schlagen. Mittlerweile gibt es neben T-Shirts, Tassen und Buttons sogar Baby-Strampler und Hundehalsbänder mit der Aufschrift "Je suis Charlie" zu kaufen.

+++ 18.24 Uhr: Merkel tritt Vorwurf der Islamisierung entgegen +++

Angela Merkel tritt erneut Befürchtungen wegen einer angeblichen Islamisierung in Deutschland entgegen. Sie "sehe keine Islamisierung in Deutschland", sagt Merkel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wenn der Islam derzeit viele Menschen in Deutschland verunsichere, liege das auch daran, dass "wir zu wenig über den Islam wissen". Die Christen hierzulande ruft die Kanzlerin zu mehr Selbstbewusstsein auf.

+++ 18.01 Uhr: Drei weitere Opfer des Anschlags beigesetzt +++

In Paris gibt es weitere Trauerfeiern. Der Zeichner Georges Wolinski wird auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt, der unter dem Pseudonym Tignous zeichnende Bernard Verlhac auf dem berühmten Friedhof Père Lachaise. In Bernay in Nordfrankreich wird der Polizist Franck Brinsolaro beigesetzt. Die zentrale Trauerfeier für alle 17 Opfer der Terroranschläge wird für die kommende Woche vorbereitet.

+++ 17.15 Uhr: Türkische Justiz ermittelt gegen "Cumhuriyet" +++

Nach dem Nachdruck der Mohammed-Karikatur aus der jüngsten "Charlie Hebdo"-Ausgabe hat die türkische Zeitung "Cumhuriyet" Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft von Istanbul habe Ermittlungen wegen des Verdachts auf "Anstiftung zum Hass" aufgenommen, melden türkische Medien. "Cumhuriyet" hatte in einer Sonderbeilage als einzige Zeitung der muslimischen Welt das Titelblatt der Satirezeitschrift in Kleinformat zu zwei Kommentaren gestellt. Die Polizei hatte die Ausgabe in der Nacht zum Mittwoch in der Druckerei kontrolliert, aber nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ihre Auslieferung erlaubt.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kritisierte die Karikatur als "schwere Provokation". Pressefreiheit bedeute nicht die "Freiheit zu beleidigen".

+++ 16.24 Uhr: "Held von Paris" soll Staatsbürgerschaft erhalten +++

Lassana Bathily aus Mali, der seit der Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vergangene Woche als "Held von Paris" gefeiert wird, soll am Dienstag bei einer Zeremonie die französische Staatsbürgerschaft verliehen bekommen, teilt Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve mit und lobt dabei den Mut des 24-Jährigen. Bathily, der seit 2006 in Frankreich lebt, hatte zahlreiche Menschen im Kühlraum des koscheren Ladens versteckt und nachdem er selbst entkommen konnte der Polizei mit Zeichnungen des Supermarktes geholfen. Im Juli letzten Jahres hatte er die französische Staatsbürgerschaft beantragt.

+++16.20 Uhr: "Berliner Zeitung" entschuldigt sich für antisemitische Karikatur +++

Die israelische Zeitung "Haaretz" hatte es aufgedeckt: Die "Berliner Zeitung" hat am Tag nach den Anschlägen in Paris versehentlich eine antisemitische Karikatur auf der ersten Seite veröffentlicht. Jetzt entschuldigt sich das Blatt.

"Es handelt sich um einen äußerst bedauernswerten Fehler", schreibt die Zeitung in einer Erklärung. "Die Karikatur erschien auf unserer ersten Seite neben mehreren anderen religionskritischen Karikaturen der Satirezeitschrift 'Charlie Hebdo'. Diese haben wir aus Respekt vor den ermordeten Zeichnern veröffentlicht. Dabei sind wir, und das bedauern wir aufs Äußerste, auf eine Fälschung hereingefallen." Der dazugehörige Text der Karikatur sei nicht ins Deutsche übersetzt worden.

"Wir bedauern unseren Fehler außerordentlich und haben am nächsten Tag eine Korrektur an der in unserer Zeitung üblichen Stelle veröffentlicht", heißt es weiter. "Von unserer Webseite wurde die Karikatur sofort entfernt und die Löschung durch die Veröffentlichung derselben Korrektur transparent gemacht."

+++ 16.11 Uhr: Leiche von geköpftem Franzosen in Algerien gefunden +++

In Algerien ist die Leiche des im September von Dschihadisten enthaupteten Franzosen Hervé Gourdel gefunden worden. Die Leiche ohne Kopf sei nach einem Tipp eines inhaftierten Islamisten in der Region von Akbil vergraben gefunden worden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitsdienste.

Der 55-jährige Bergführer war dort am 21. September bei einer Wanderung in einem Nationalpark von der Extremistengruppe Dschund al-Chilafa entführt und wenige Tage später vor laufender Kamera enthauptet worden. Frankreich hatte es zuvor abgelehnt, wie gefordert ihre Angriffe auf den Islamischen Staat im Irak einzustellen.

+++ 15.17 Uhr: EU sorgt sich um Pressefreiheit in Türkei +++

Das Europaparlament beklagt in einer Resolution eine "abnehmende Toleranz" der türkischen Regierung gegenüber öffentlichem Protest und kritischen Medien. Ein Musterbeispiel dafür seien die Festnahmen mehrerer regierungskritischer Journalisten Mitte Dezember. Sie zeigten, dass die Regierung in Ankara den Druck auf Presse, Medienunternehmen und soziale Foren im Internet erhöhe. Verbote von Webseiten hätten ein "unverhältnismäßiges Ausmaß" angenommen.

Grund zur Sorge gebe auch die große Zahl von Journalisten, die sich derzeit in Untersuchungshaft befänden, stellt die EU-Volksvertretung fest. Zugleich fordern die Abgeordneten eine Reform des türkische Gesetzes zur Bekämpfung "terroristischer Organisationen", das zumeist die Grundlage für strafrechtliche Ermittlungen gegen Journalisten ist. Für Unmut im Europaparlament sorgt auch, dass ein türkisches Gericht gestern die Sperrung von Webseiten angeordnet hat, die das Titelbild der neuen "Charlie Hebdo" zeigen.

+++14.52 Uhr: Polizei stoppt laut "Bild" terrorverdächtige Tschetschenen +++

Die Bundespolizei soll die Einreise von vier terrorverdächtigen Tschetschenen verhindert haben. Die Männer hätten am Freitagabend versucht, bei Hornbach in der Pfalz nach Deutschland einzureisen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Die Bundespolizei habe im Zuge verschärfter Kontrollen nach den Anschlägen von Paris an der deutsch-französischen Grenze festgestellt, dass das Quartett auf der "Fahndungsliste Terror" stehe und die IS-Terrormiliz unterstützt haben soll. Da kein Haftbefehl vorgelegen habe und die Männer keine verdächtigen Unterlagen, Waffen oder Terror-Material bei sich gehabt hätten, seien sie zurück nach Frankreich geschickt worden.

Die Bundespolizei in Potsdam will dies unter Hinweis auf "einsatztaktische Gründe" weder bestätigen noch dementieren. Es gebe eine hohe abstrakte Terrorgefahr und dementsprechend hoch seien die "Schutzmaßnahmen", erklärt ein Sprecher lediglich.

+++ 14.45 Uhr: Papst für Meinungsfreiheit ohne Beleidigung +++

Für Papst Franziskus ist die Meinungsfreiheit ein "Grundrecht", das nicht beschnitten werden darf. Aber, schränkt er mit Blick auf die "Charlie Hebdo"-Karikaturen ein: "Man kann nicht provozieren, man kann den Glauben anderer nicht beleidigen, man kann sich darüber nicht lustig machen." Das französische Satiremagazin hat in der Vergangenheit auch die katholische Kirche verulkt. Die Tat der Terroristen verurteilt der Pontifex allerdings ebenso unumwunden. Niemals dürfe im Namen der Religion getötet werden.

+++ 13.53 Uhr: Senegals Präsident nach Trauermarsch-Teilnahme in der Kritik +++

Im Senegal ist Staatspräsident Macky Sall in die Kritik geraten, weil er am Trauermarsch für die Opfer des Terroranschlags auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" teilgenommen hat. Er unterstütze damit die anti-islamischen Karikaturen der Zeitschrift, lautet der Verwurf. Das Land hat sich unter die Staaten eingereiht, die einen Verkauf von "Charlie Hebdo" verbieten. In das Verbot eingeschlossen ist auch der Verkauf des örtlichen Blattes "Liberation", das die Mohamed-Karikaturen der jüngsten Ausgabe nachgedruckt hat. Rund 99 Prozent der Einwohner der Landes sind Muslime.

+++ 13.52 Uhr: IS-Kämpfer lobt türkische Polizei +++

Ein Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat lobt die türkische Polizei für ihr großes Verständnis. Er und seine Mitgefangenen hätten im Gefängnis per Internet mit dem IS kommunizieren dürfen, schreibt der 19 Jahre alte Brite an die Tageszeitung "Times". "Die Polizisten waren sehr freundlich. Sie verstanden, warum wir in Syrien kämpfen wollten. Sie hassten Assad, Israel etc. Ihre Ideologie war die der Muslimbruderschaft."

Die Muslimbruderschaft ist die größte und traditionsreichste Islamistenorganisation in der arabischen Welt. Der Mann behauptet, im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei gekommen zu sein und heute in der syrischen IS-Hochburg Al-Rakka zu leben. Über einen Austausch von 49 Geiseln aus dem türkischen Konsulat in Mossul gegen IS-Mitglieder hatte im September die Zeitung "Hürriyet" berichtet. Ankara hat dies jedoch nie bestätigt.

+++ 13.09 Uhr: Nürnberger Gotteshäuser hissen Banner gegen Terror +++

Muslime, Christen und Juden in Nürnberg setzen ein gemeinsames Zeichen gegen Terrorismus. An rund 25 Kirchen und Moscheen soll vom Wochenende an gut sichtbar ein Banner mit dem Satz "Im Namen Gottes darf nicht getötet werden" aufgehängt werden. Weitere Gotteshäuser sollen folgen. Ein gemeinsames Manifest "Drei Religionen für den Frieden" wird von Vertretern der drei großen Religionen in den Kirchen, Synagogen und Moscheen verteilt sowie an Schulen und Hochschulen. In dem Manifest heißt es etwa: "Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses".

+++ 12.32 Uhr: Pakistan fordert Ende von Mohammed-Karikaturen +++

Das pakistanische Parlament verurteilt einstimmig die Veröffentlichung der Mohammed-Karikatur in der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe. "Wir drängen die Internationale Gemeinschaft inklusive der Europäischen Union, sicherzustellen, dass solche Vorfälle nicht wiederholt werden", heißt es in einer in Islamabad verabschiedeten Resolution. "Warum machen Menschen im Westen so etwas, wenn sie wissen, dass die Strafe dafür nach unserer Scharia der Tod ist?", so Eisenbahnminister Saad Rafiq bei einem Protestmarsch der Abgeordneten vor dem Parlament.

Islamistische Gruppen kündigten für Freitag Protestmärsche in Pakistan gegen die Veröffentlichung der Karikatur an. Die Organisation Sunni Tehreek, die schätzungsweise 100.000 Moscheen im Land vertritt, plant Demonstrationen in allen großen Städten. "Wir werden der Welt sagen, dass die Karikaturen die Gefühle von mehr als einer Milliarde Muslimen verletzt haben."

+++ 12.00 Uhr: Schwedens Juden melden Anstieg von Drohungen +++

Die Zahl der gegen Juden in Schweden ausgestoßenen Drohungen soll seit den Attentaten von Paris deutlich gestiegen sein. "Die Drohungen haben sich zumindest verdoppelt in Schweden", zitiert die Nachrichtenagentur AFP Lena Posner-Körösi vom Rat der Jüdischen Gemeinden. Laut einem Polizeisprecher wurden die Sicherheitsmaßnahmen um jüdische Einrichtungen insbesondere in der Hauptstadt Stockholm, wo rund die Hälfte der 20.000 Juden im Land lebt, verstärkt.

+++ 11.51 Uhr: Hollande nennt Muslime erste Fanatismus-Opfer +++

Präsident Hollande weist auf die gleichen Rechte und Pflichten von Muslimen in Frankreich hin: "Muslime sind die ersten Opfer von Fanatismus, Fundamentalismus und Intoleranz", sagt er in Paris mit Blick auf die große Zahl in Frankreich lebender Muslime. Der Islam sei mit der Demokratie vereinbar und das laizistische Frankreich sichere den Respekt für alle Religionen.

Frankreich sei aber auch ein Land mit Regeln, Prinzipien und Werten. "Darunter gibt es Werte, die nicht verhandelbar sind und es auch nie sein werden, wie Freiheit und Demokratie", so Hollande bei einem Besuch im Institut der Arabischen Welt in Paris. So wie Frankreich Muslime schütze und achte, müssten diese auch das Land respektieren.

+++ 11.44 Uhr: Ansturm auf "Charlie Hebdo" in Belgien +++

Die neue "Charlie Hebdo"-Ausgabe stößt auch in Belgien auf großes Interesse. 40 000 Exemplare für Belgien seien bereits ausverkauft, berichten belgische Medien. Zeitungshändler vertrösten enttäuschte Kunden, dass nachgedruckt werde. "Wir haben immer noch eine Warteliste mit 150 Namen", sagt ein Kioskbesitzer in Brüssel. Vier Zeitungshändler in der Hauptstadt waren mit anonymen Briefen vor dem Verkauf der Ausgabe von "Charlie Hebdo" gewarnt worden, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

+++ 11.31 Uhr: Coulibaly vor Anschlag in Madrid? +++

Der Pariser Attentäter Amedy Coulibaly soll den Jahreswechsel mit einer zweiten Person in Madrid verbracht haben. Coulibaly habe sich vom 30. Dezember bis zum 2. Januar in der spanischen Hauptstadt aufgehalten, berichtet die Zeitung "La Vanguardia". Die zweite Person sei noch nicht identifiziert. Allerdings war bisher bereits bekannt, dass seine Lebensgefährtin Hayat Boumeddiene in Spanien war. Laut den türkischen Behörden nahm sie von Madrid einen Flug nach Istanbul, wo sie am 2. Januar eintraf. Am 8. Januar überquerte sie dann die Grenze nach Syrien.

Laut "La Vanguardia" prüfen die französischen und spanischen Ermittlungsbehörden, ob Coulibaly in Madrid eine Unterstützerzelle hatte.

+++ 11.30 Uhr: Islamistische Botschaft auf Kirchen-Webseite +++

Unbekannte Hacker haben eine gegen Frankreich gerichtete islamistische Botschaft auf die Webseite der rumänisch-orthodoxen Kirchenzeitung "Lumina" gesetzt. Eine Anti-Terror-Einheit der Polizei untersuche den Fall, erklärt das Patriarchat. Auf der Homepage von "Lumina" war in französischer Sprache unter der Überschrift "Es gibt keinen Gott außer Allah und  Mohammed ist der Gesandte von Allah" ein aus vier Sätzen bestehender Text erschienen. Darin wird Frankreichs jüngstes Vorgehen in Mali kritisiert sowie jenes im Algerienkrieg Mitte des 20. Jahrhunderts. "Heute habt ihr die Grenze überschritten", heißt es, ohne genauen Bezug. Als Autor der Botschaft wird  "FallaGa Team, Tunisian Cyber Resistance" angegeben. Die Hacker nennen sich selbst "darkshadow" und "xWARRIORtn".

+++ 10.40 Uhr: Hamas-Zeitung veröffentlicht eigene Karikatur +++

Die im Gazastreifen herrschende Hamas kritisiert ebenfalls die neue Mohammed-Karikatur von "Charlie Hebdo". Das Bild des weinenden Mohammed gieße nur "Öl auf das Feuer", so Hamas-Führer Isat Rischek. Die offizielle Hamas-Zeitung "Felesteen" veröffentlichte eine eigene Karikatur, die eine Einschränkung der Meinungsfreiheit fordert, wenn sie zur Beleidigung Mohammeds genutzt werde. Auf dem Bild ist eine Hand mit der Aufschrift "Alles außer dem Propheten" zu sehen. Sie stoppt einen Pinsel mit einem Satanskopf. Eine Hand hält den Pinsel und auf dem Ärmel steht "Meinungsfreiheit".

+++ 09.50 Uhr: Merkel nimmt Muslime in Schutz +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt die etwa vier Millionen Muslime in Deutschland gegen Schuldzuweisungen nach den Anschlägen von Paris. "Jede Ausgrenzung von Muslimen in Deutschland, jeder Generalverdacht verbietet sich", sagt Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag. "Die allermeisten Muslime in Deutschland sind rechtschaffene und verfassungstreue Bürger. Wir garantieren, dass der Glaube des Islam im Rahmen unserer Verfassung und der übrigen Gesetze frei ausgeübt werden kann."

Ebenso wie das jüdische Leben gehöre auch der Islam zu Deutschland, so Merkel. "Diskriminierung und Ausgrenzung dürfen bei uns keinen Platz haben." Auch Übergriffe auf Moscheen würden konsequent strafrechtlich verfolgt. Zugleich bekräftigt sie, dass die Bundesregierung jede Form islamistischer Gewalt bekämpfen werde.

+++ 07.55 Uhr: Afghanische Taliban verurteilen neue Mohammed-Karikaturen +++

Die afghanischen Taliban bezeichnen die veröffentlichung einer neuen Mohammed-Karikatur in der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe als "abstoßenden und menschenverachtenden" Vorgang. Sie betrachteten die "Täter" und alle, die die Veröffentlichung der Karikaturen erlaubt und unterstützt hätten, als "Feinde der Menschlichkeit", heißt es in einer Erklärung. Mit dem Anschlag auf die Zeitung hätten die Attentäter die Verantwortlichen "zur Rechenschaft gezogen". Um den "Weltfrieden" nicht zu gefährden, dürften keine weiteren Karikaturen veröffentlicht werden.

Das Titelblatt der ersten Ausgabe der Zeitschrift seit dem islamistischen Angriff auf die Redaktion in Paris zeigt den weinenden Propheten Mohammed unter der Überschrift "Alles ist verziehen" und dem Schild "Ich bin Charlie".

+++ 6.35 Uhr: Unfall mit Polizistin sorgt für Aufregung +++

Ein Verkehrsunfall, bei dem ein Auto vor dem Pariser Präsidentenpalast eine Polizistin anfuhr und leicht verletzte, weckt die Befürchtung eines neuen Anschlags. Ermittler betonen aber, es habe sich um einen "einfachen Verkehrsunfall" gehandelt. "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesem Ereignis und den Angriffen der vergangenen Woche in Paris."

Der 19-jährige Fahrer war laut Ermittlerangaben in der Nacht nahe des Elysée-Palastes falsch in eine Einbahnstraße gefahren und hatte die Nerven verloren. Er fuhr die Polizistin an, fuhr noch einige Minuten weiter und verließ dann zusammen mit dem Beifahrer das Auto. Beide Männer wurden schnell festgenommen. "Der Fahrer hatte keinen Blutalkohol und noch weniger das Profil eines jungen Radikalisierten", sagt ein Ermittler. Seinen Führerschein hatte er erst seit Kurzem. Die Polizistin wurde an einer Schulter und Hand verletzt und zu weiteren Kontrollen in eine Klinik gebracht.

02.11 Uhr: Offenbar Ermittlungen gegen Dschihadisten aus Wolfsburg +++

Die Bundesanwaltschaft ermittelt einem Bericht zufolge gegen einen Dschihadisten aus Wolfsburg wegen der Vorbereitung einer "schweren staatsgefährdenden Gewalttat". Dem Mann werde vorgeworfen, Anschläge in Deutschland zu planen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Er soll zu einer Wolfsburger Zelle von rund 50 Verdächtigen gehören, die mit dem Islamischen Staat sympathisieren.

Der Zeitung zufolge kämpfen fünf Mitglieder der Zelle derzeit im Irak und in Syrien. Zwei Kämpfer kehrten demnach bereits zurück, einer von ihnen wurde festgenommen. Er soll im Irak ein militärisches Ausbildungstraining erhalten haben.

+++ 00.17 Uhr: Geheimdienste fordern rechtliche Absicherung von V-Leuten +++

Die Spitzen der deutschen Geheimdienste verlangen nach Medien-Berichten eine klare rechtliche Basis für den Einsatz ihrer V-Leute. Derzeit hätten sie nach eigener Einschätzung erhebliche Probleme, Mitarbeiter in terroristische und kriminelle Organisationen einzuschleusen, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Schon seit Monaten würden die Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes und des Bundesamtes für Verfassungsschutz bei der Bundesregierung darauf dringen, hierfür eine klare gesetzliche Grundlage zu schaffen.

Nach Recherchen der Zeitung sowie der Sender NDR und WDR ist aus Sicht beider Dienste der Einsatz von V-Leuten derzeit erheblich erschwert, da diese befürchten müssten, für einen Einsatz strafrechtlich belangt zu werden.

+++ 00.13 Uhr: 20-Jähriger soll Anschlag auf Kapitol geplant haben +++

Die US-Justizbehörden haben nach eigenen Angaben einen jungen Mann festgenommen, der einen Anschlag auf das Kapitol in Washington geplant haben soll. Der 20-Jährige sei am Mittwoch festgenommen worden, nachdem Informanten der Bundespolizei FBI mit ihm Kontakt aufgenommen hätten, teilen die Behörden mit. Der Beschuldigte habe ausgesagt, er habe Rohrbomben in der Nähe des Kapitols zur Explosion bringen und dann auf Angestellte des Kongresses schießen wollen.

car/mad/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters