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Krise im Irak Immer mehr Deutsche kämpfen laut Medienbericht im Irak


Bei einem Anschlag in Bagdad sterben mindestens zwölf Menschen, die Terrorgruppe Isis verbreitet Bilder im Internet, die die Hinrichtung hunderter irakischer Soldaten zeigen. Die Ereignisse des Tages.

+++ 18.27 Uhr: Medienbericht: Immer mehr Deutsche kämpfen in Syrien und Irak +++

In den Krisenstaaten Syrien und Irak kämpfen nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" immer mehr deutsche Islamisten. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft hätten auf die Spur einer Kampfeinheit namens "Deutsche Brigade von Millatu Ibrahim" geführt. Ihr Anführer ist den Erkenntnissen zufolge Denis Cuspert aus Deutschland, der einst als Berliner Gangsta-Rapper Deso Dogg auftrat.

Die Mitglieder seiner Zelle kämen mehrheitlich aus dem Rheinland, dem Solinger und Frankfurter Raum. Zu seinen Anhängern gehöre ein Radikaler aus Bonn, dessen Ehefrau seit März in deutscher Untersuchungshaft sitze, weil sie für die Terrorgruppe Isis Spendengelder gesammelt und transferiert haben soll. Die Gruppe stütze sich in Deutschland auf das noch intakte Netzwerk des verbotenen Radikalenvereins "Millatu Ibrahim" aus Solingen.

+++ 18.17 Uhr: Wikileaks-Quelle Manning wirft USA Lügen zum Irak vor +++

Die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning wirft der US-Regierung vor, der Bevölkerung die Wahrheit über die Lage im Irak zu verschweigen. Da der Irak vor einem Bürgerkrieg stehe und die USA "erneut eine Intervention erwägen", stelle sich die Frage umso dringender, "wie die Armee der Vereinigten Staaten die Medienberichte über ihr Engagement dort und in Afghanistan kontrolliert", schreibt Manning in einem Beitrag für die "New York Times".

+++ 16.56 Uhr: Bundespolizei verhaftet mutmaßlichen Islamisten in Berlin +++

Die Bundespolizei verhaftet einen mutmaßlichen Islamisten in Berlin. Der 30 Jahre alte Verdächtige sei am Samstagabend am Flughafen Tegel erkannt worden, sagt ein Polizeisprecher. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sei er nach Syrien gereist, um sich Isis anzuschließen.

Die Generalstaatsanwaltschaft prüft nun eine Auslieferung. Nach dem Mann aus Frankreich wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er soll in Syrien an Kämpfen teilgenommen und mehrfach im Internet mit seinen Schusswunden posiert haben. Die Behörden hegen laut "FAZ" den Verdacht, dass der Mann nach Europa zurückkehrte, um Extremisten zu rekrutieren oder einen Anschlag vorzubereiten.

+++ 14.46 Uhr: Irakische Regierung: Binnen einem Tag fast 280 Extremisten getötet +++

Im Kampf gegen die Dschihadisten töten die irakischen Sicherheitskräfte nach Regierungsangaben binnen 24 Stunden fast 280 Aufständische. Bei der jüngst gestarteten Offensive seien 279 "Terroristen" getötet worden, sagt der Sprecher für sicherheitspolitische Fragen von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, Kassem Atta bei einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

+++ 14.20 Uhr: Irakische Truppen kämpfen bei Mossul gegen Isis +++

Die irakische Armee rückt nach eigenen Angaben näher an die von Isis eroberte Stadt Mossul heran. Wie die irakische Nachrichtenseite "Al-Sumaria News" unter Berufung auf das Militär berichtet, kämpfen irakische Truppen gegen Isis-Milizen in der westirakischen Ortschaft Tall Afar. Tall Afar liegt rund 70 Kilometer westlich von Mossul, auf halber Strecke zur syrischen Grenze.

+++ 13.41 Uhr: Isis veröffentlicht Bilder angeblicher Hinrichtungen im Irak +++

Die Dschihadisten der sunnitischen Extremistengruppe Isis behaupten, hunderte irakische Soldaten hingerichtet zu haben. Im Internet verbreitete Fotos zeigen dutzende Leichen. Die Echtheit der Bilder, die in der Provinz Saleheddin nördlich von Bagdad gemacht worden sein sollen, konnte nicht überprüft werden.

Ein Foto zeigt eine Reihe gefesselter Männer in Zivilkleidung mit auf dem Rücken gefesselten Händen. Auf einem zweiten Bild werden die Männer auf Lastwagen geladen. Auf einem weiteren Foto ist zu sehen, wie die Männer gezwungen werden, sich in einer flachen Grube auf den Boden zu legen, während Kämpfer mit der Isil-Fahne zuschauen. Dann wird gezeigt, wie die mit Sturmgewehren bewaffneten Isil-Kämpfer offenbar in die Grube feuern.

+++ 13.38 Uhr: Mindestens zwölf Tote bei Anschlag in Bagdad +++

Bei einem Selbstmordanschlag in Bagdad sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Das teilt die irakische Nachrichtenseite "Al-Sumaria News" unter Berufung auf Polizeikräfte mit. Der Anschlag erfolgte auf einen sunnitischen Schrein im Zentrum der irakischen Hauptstadt. Mindestens 28 Menschen wurden verletzt.

+++ 12.59 Uhr: Anhänger Saddam Husseins unterstützen Isis-Terroristen +++

Die Terrorgruppe Isis erhält im Irak-Konflikt Unterstützung von Anhängern des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Die vor allem aus der früheren Baath-Partei hervorgegangene Nakschbandi-Miliz habe an der Seite von Isis Mossul erobert, berichtete der britische Sender BBC.

Die Nakschbandi-Miliz kämpfte im Irak-Krieg gegen die US-Truppen, später gegen die irakische und kurdische Armee. In ihrem Logo verbinden sie das Gebiet von Marokko bis Irak mit einer Kalaschnikow und der irakischen Flagge. Mit der Terrorgruppe Isis steht die Miliz in Konkurrenz, ein Nakschbandi-Offizier sagte der BBC, Isis bestehe nur aus "Barbaren". Dennoch scheinen nach Meinung von Terrorismusexperten beide sunnitische Terrorgruppen im aktuellen Konflikt gemeinsame Sache zu machen.

+++ 11:53 Uhr: Isis führt Kampf um den Irak auch im Internet +++

Mit zahlreichen Videos und Fotos grausamer Exekutionen führt die Terrorgruppe Isis ihren Kampf im Irak auch im Internet. Nachdem die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Soldaten den Vormarsch der Islamisten gebietsweise stoppen konnten, verbreiten die Dschihadisten zunehmend Bilder ihrer Gräueltaten in eroberten Regionen. In sozialen Netzwerken wie Twitter und YouTube werden Erschießungen und Auspeitschungen auf der einen Seite gezeigt - auf der anderen Seite jubelnde Iraker, die die Isis-Militärkonvois empfangen. Auch angebliche militärische Erfolge verbreitet Isis.

+++ 9.21 Uhr: Iran warnt vor ausländischer Militärintervention im Irak +++

Der Iran hat vor einer ausländischen Militärintervention gegen die Aufständischen im Irak gewarnt. Dies würde die Krise nur komplizierter machen, sagt Teherans Außenamtssprecher Marsieh Afcham laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Isna. Ein ausländisches Eingreifen sei weder im Interesse des Landes noch der Region. "Die Bevölkerung und die Regierung des Iraks werden in der Lage sein, diese Verschwörung zu stoppen", sagt Afcham.

+++ 8.46 Uhr: Steinmeier schließt deutsche Soldaten im Irak aus +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Nachbarländer des Iraks zu stärkeren Bemühungen um eine Stabilisierung der Lage aufgerufen. "Wir müssen verhindern, dass jetzt auch noch auf irakischem Boden ein Stellvertreterkrieg der regionalen Mächte ausbricht", sagt Steinmeier der Zeitung "Welt am Sonntag". Alle Nachbarn, auch der Iran, könnten "kein Interesse daran haben, dass sich jenseits Syriens in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft ein riesiger herrschaftsloser Raum entwickelt, der zum Tummelplatz für Söldnergruppen, Islamisten jedweder Couleur und Terroristen wird".

Einem militärischen Engagement Deutschlands erteilt der SPD-Politiker eine Absage. "Ich kann mir keine Konstellation vorstellen, in der deutsche Soldaten dort zum Einsatz kommen", sagt er der Zeitung. Der mögliche deutsche Beitrag solle nicht überschätzt werden.

+++ 4.04 Uhr: US-Außenminister Kerry fordert Irak zu Geschlossenheit auf +++

US-Außenminister John Kerry betont in einem Telefonat mit seinem irakischen Kollegen Hoschiar Sebari, die Unterstützung der Vereinigten Staaten könne nur dann erfolgreich sein, wenn die Anführer der verschiedenen Gruppen im Irak ihre Differenzen überwinden. Dies sei unbedingt notwendig, um die Bedrohung durch die Extremisten-Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isis) abzuwehren. Kerry verlangte, die Ergebnisse der jüngsten irakischen Parlamentswahlen nun rasch umzusetzen und eine neue Regierung zu bilden.

Als Reaktion auf das massive Vorrücken der Isis-Terrorbrigaden im Irak haben die USA einen Flugzeugträger in die Region geschickt. Die "USS George H.W. Bush" sei bisher im Arabischen Meer stationiert gewesen und solle den Persischen Golf erreichen, wie das Pentagon in Washington mitteilt. Begleitet werde das Schiff von einem mit Raketen bestückten Kreuzer und einem Zerstörer. Damit solle Präsident Barack Obama zusätzliche Flexibilität gegeben werden, "sollten militärische Optionen nötig werden, um das Leben von Amerikanern, Bürgern und Interessen im Irak zu schützen".

jen/and/AFP/DPA/Reuters DPA Reuters

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