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Der Wahlkampf in Hessen geht auf die Zielgerade - auf der Straße und im Internet. CDU-Landeschef Roland Koch und sein SPD-Gegner Thorsten Schäfer-Gümbel haben sich voll ins Netz gestürzt. Der Stimmenfang 2.0 der hessischen Spitzenpolitiker gleicht jedoch eher einem Systemabsturz als einem Update der politischen Kultur.
Er ist der Genosse mit dem Doppelnamen und der dicken Brille. Er muss für die hessische SPD als Spitzenkandidat antreten. Dabei ist klar: Thorsten Schäfer-Gümbel hat keine Chance. Die aber will er nutzen. Von einem der auszog, eine politische Bruchlandung zu überleben.
Aufbruchstimmung ist Pflicht beim Landesparteitag der Hessen-SPD in Alsfeld. Viele halten bei jeder Gelegenheit Schilder hoch: "Alle für Thorsten". Der neue Spitzenkandidat für die hessischen Neuwahlen im Januar wird sogar als Superman verkauft - auf T-Shirts. Der muss selber lachen, ruft den gebeutelten Genossen aber auch zu: "Wir wollen gewinnen!"
50 Prozent. Absolute Mehrheit. Von diesem Ziel ist der Spitzenkandidat der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, meilenweit entfernt. Sein Chauffeur schaffte das Traumergebnis spielend. Allerdings nicht bei der hessischen Landtagswahl, sondern bei der Wahl zum Wettkönig von "Wetten, dass...?"
Die SPD hat mittlerweile Übung in der Trümmerbeseitigung. In Hessen holte sich die Partei demütig ihren Denkzettel ab - doch nicht nur das eigene Ergebnis ist eine Katastrophe für die Sozialdemokraten. Mit dem Aufstieg der FDP steht für die SPD alles auf dem Spiel, wofür sie kämpft.
Andrea Ypsilanti, Chefin der hessischen SPD, zugleich geliebt und gehasst, hat zwei Linksbündnisse konstruiert und gegen die Wand gefahren. Seitdem schwindet ihre Macht. Die Neuwahlen werden ihr politisches Schicksal besiegeln - fürs erste.
Hessen hat ein Chaosjahr hinter sich: Zweimal stand Roland Koch, CDU, vor dem politischen Exitus, zweimal kratzte Andrea Ypsilanti, SPD, an der Tür der Staatskanzlei, zweimal drehte sich alles um die eigene Achse - und Ypsilanti fiel aus. Nun können die Hessen (endlich) wieder selbst entscheiden. Am 18. Januar sind Neuwahlen.
Überraschung in Hessen: Thorsten Schäfer-Gümbel, der von Ypsilanti die zweifelhafte Ehre des SPD-Spitzenkandidats übernommen hat, legt eine ein selbstbewusste Medien-Performance hin. Dabei bedient er sich einfacher, aber effektiver Tricks.
Andrea Ypsilanti hat ihren zweiten Anlauf zur Macht versemmelt, sie hätte zurücktreten müssen. Doch sie bleibt Hessens SPD-Chefin, Thorsten Schäfer-Gümbel wird Spitzenkandidat von ihren Gnaden. Gemeinsam steuern sie auf das Inferno der Neuwahlen zu - was der Bundes-SPD nicht unrecht ist.
Statt der bisherigen Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti ist es nun an Thorsten Schäfer Gümbel, der SPD in Hessen politischen Einfluss zu sichern. Der 39-jährige Politikwissenschaftler ist auch schon für die Bundes-SPD in Erscheinung getreten und gilt als linker Pragmatiker.
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Thorsten Schäfer-Gümbel, geborener Schäfer, ist ein deutscher Politiker. Er ist Fraktionsvorsitzender und Landesvorsitzender der hessischen SPD.
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