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+++ Newsticker zur Gewalt in der Ukraine +++: Regierung und Opposition schließen Waffenstillstand

De EU will die Verursacher der Gewalt auf dem Maidan bestrafen. In Kiew rüsten sich Demonstranten für neue Kämpfe. Dann kommt es doch zum Waffenstillstand. Die Ereignisse in der Ukraine im Newsticker.

+++ 22.05 Uhr: Waffenstillstand vereinbart +++

Das kurze Treffen von Janukowitsch mit den Oppositionsführern am Abend hat doch einen Erfolg gebracht: Die Regierungsgegner Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko teilen mit, dass der Präsident einen Waffenstillstand zugesagt hat. Janukowitsch bestätigt das auf seiner Webseite. Es würden nun Verhandlungen aufgenommen, um das Blutvergießen zu beenden, heißt es dort.

+++ 21.07 Uhr: Treffen der Gegner bereits beendet +++

Das war kurz: Das Gespräch von Präsident Janukowitsch mit Oppositionsführern ist bereits vorbei. Ergebnisse werden zunächst nicht mitgeteilt. Nach dem Treffen seien Klitschko und die anderen beiden Oppositionsführer Arseni Jazenjuk und Oleg Tjagnibok mit einer Arbeitsgruppe zur Lösung der Krise zusammengekommen, heißt es. Von Regierungsseite seien Präsidialamtschef Andrej Kljujew und Justizministerin Jelena Lukasch dabei.

+++ 20.58 Uhr: Obama droht mit Konsequenzen +++

Scharfe Töne der US-Regierung: Präsident Barack Obama verurteilt die Gewalt und droht im Fall einer weiteren Eskalation mit Schritten der internationalen Gemeinschaft. "Es wird Konsequenzen haben, wenn Leute eine Linie überschreiten", sagt Obama. Dazu gehöre, dass sich das ukrainische Militär nicht in Angelegenheiten einmischen dürfe, die von Zivilisten gelöst werden könnten. Die USA erwarteten von der ukrainischen Regierung, im Umgang mit friedlichen Protestanten auf Gewalt zu verzichten. Aber auch die Demonstranten müssten friedlich bleiben.

+++ 20.49 Uhr: Erneutes Treffen der Kontrahenten +++

Präsident Janukowitsch trifft sich erneut mit Oppositionsführern. Auch Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko nimmt laut seiner Sprecherin an dem eilig anberaumten Gespräch teil. Zuvor hatten sich beide Seiten unversöhnlich gezeigt. Die Führung warf ihren Gegnern Nähe zu Terroristen vor, Klitschko kritisierte Janukowitsch als "blutigen Diktator".

+++ 19.35 Uhr: Juri Iljin ist neuer Armeechef +++

Ukraines Präsident Viktor Janukowitsch ernennt Marinechef Admiral Juri Iljin zum neuen Armeechef. Sein Vorgänger, Generaloberst Wolodimir Samana, wurde zum Mitglied des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates ernannt.

+++ 19.15 Uhr: Merkel telefoniert mit Putin +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am Telefon mit Russlands Präsident Wladimir Putin über die Lage in der Ukraine. Sie sei mit Putin einer Meinung, dass alles Notwendige getan werden müsse, um eine Eskalation der Gewalt zu verhindern, sagt Merkel.

+++ 19.05 Uhr: Neuer Armeechef +++

Die Spitze der Armee in der Ukraine ist neu besetzt, twittert die amerikanische Nachrichtenagentur AP.

+++ 19.04 Uhr: Lawrow: Steinmeier soll Kontakte nutzen +++

Russlands Außenminister Sergej Lawrow fordert seinen deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier auf, seine "engen und täglichen" Kontakte zur ukrainischen Opposition für eine Lösung der Krise zu nutzen. Am Telefon sagt Lawrow zu Steinmeier, die Regierungsgegner müssten sich von radikalen Kräften lossagen, die einen Staatsstreich begonnen hätten.

+++ 18.56 Uhr: Regierungsgegner besetzen neue Gebäude in Kiew +++

Ukrainische Regierungsgegner besetzen neue Gebäude in Kiew. Aktivisten stürmen das Hauptpostamt gegenüber ihres Hauptquartiers, das Haus des Rundfunk- und Fernsehkomitees und das Agrarministerium, wie örtlichen Medien berichten. Das Gewerkschaftshaus war durch ein Großfeuer verwüstet worden. Das nah gelegene Michailowski-Kloster stellt Verletzten seine Räume zur Verfügung. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen will Kliniken medizinische Ausrüstung stellen.

+++ 18:22 Uhr: Kredit aus Russland verschoben +++

Die Auszahlung der zweiten russischen Kredit-Tranche an die Ukraine wird bis Freitag verschoben. Der Betrag über zwei Milliarden Dollar könne "aus technischen Gründen" noch nicht gezahlt werden, so die ukrainische Regierung.

+++ 18.01 Uhr: Militär darf gegen Demonstranten vorgehen +++

Das ukrainische Militär darf am landesweiten "Anti-Terror-Einsatz" des Geheimdiensts SBU gegen radikale Regierungsgegner teilnehmen. Soldaten haben etwa das Recht, Schusswaffen einzusetzen und Personen festzunehmen, so das Verteidigungsministerium in Kiew. Geregelt sei die Beteiligung des Militärs in Artikel 15 des Anti-Terror-Gesetzes. Der SBU hatte zuvor Regierungsgegnern "konkrete terroristische Akte" vorgeworfen.

+++ 17.58 Uhr: Polen rufen zu Spenden für die Opfer auf +++

Hilfsorganisationen in Polen rufen zu Spenden für die Opfer in der Ukraine auf. Die polnische Caritas und die Stiftung "Erziehung zur Demokratie" richten Spendenkonten ein. Die Stiftung "Offener Dialog" sammelt Geld für Medikamente für verletzte Demonstranten, berichtet die polnische Nachrichtenagentur PAP. Auch Rechtshilfe ist gefragt: Einige Ukrainer in Polen fürchten sich vor einer Rückkehr in die Heimat und versuchen, ihre Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern.

+++ 16.39 Uhr: Auch Steinmeier und Fabius fliegen nach Kiew +++

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius kündigen an, dass sie am Donnerstag zu Gesprächen nach Kiew fliegen werden.

+++ 16.38 Uhr: Polnisches Außenministerium spricht Reisewarnung aus +++

Das polnische Außenministerium warnt vor Reisen ins Nachbarland. Orte von Massenversammlungen und Regierungsgebäude sollten gemieden werden, heißt es auf der Webseite des Ministeriums. Das Ministerium rät zur Verschiebung von Reiseplänen vor allem nach Kiew und Lemberg. Die Fluggesellschaft LOT sowie der Bahnbetreiber PKP bieten ihren Kunden an, Tickets zu stornieren oder umzubuchen.

+++ 16.35 Uhr: Ungarn bereitet sich auf Flüchtlinge vor +++

Ungarn hält eine Flüchtlingswelle aus der Ukraine für möglich und bereitet sich entsprechend vor. Laut Regierungssprecher Andras Giro-Szasz beobachtet Ungarn die Lage im Nachbarland - auch mit Blick auf die Lage der rund 150.000 ethnischen Ungarn, die dort als Minderheit leben. Bislang hat der Reiseverkehr aus der Ukraine laut dem Außenministerium nicht zugenommen.

+++ 16.30 Uhr: USA annullieren Visa ukrainischer Funktionäre +++

Die USA annullieren Visa für mehrere ukrainische Beamte und kündigen weitere Strafmaßnahmen an. "Was Sanktionen angeht, so haben die USA bereits Visa von Funktionären annulliert, bei denen wir eine direkte Verbindung zur Gewaltanwendung auf dem Maidan sehen", sagt Geoffrey Pyatt, US-Botschafter in Kiew.

+++ 16.24 Uhr: Sikorski reist in die Ukraine +++

Polens Außenminister Radoslaw Sikorski kündigt auf Twitter an, dass er in die Ukraine reisen wird. Am Mittwoch werde er sich im Auftrag der EU auf den Weg machen.

+++ 16.15 Uhr: Gauck verurteilt Gewalt gegen Demonstranten +++

Bundespräsident Joachim Gauck verurteilt das Vorgehen der ukrainischen Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten. Es sei nicht hinnehmbar, "dass gegen friedliche Demonstranten mit dieser Härte vorgegangen wird, dass Todesopfer zu beklagen sind", so Gauck. Er ruft Regierung und Demonstranten auf, den Streit friedlich auszutragen: "Wir stehen an der Seite derer, die für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit dort kämpfen. Unsere Botschaft an die Menschen in der Ukraine lautet: Wir Europäer lassen die Demokraten dort nicht allein."

+++ 16.01 Uhr: Staatssicherheit kündigt "anti-terroristische Operation" an +++

Die ukrainische Staatssicherheit kündigt eine landesweite "anti-terroristische Operation" an, da in den vergangenen Stunden mehrere Verwaltungsgebäude gestürmt worden seien. Dabei seien Waffen und Munitionsdepots "von extremistischen Gruppen" geplündert worden.

+++ 15.55 Uhr: US-Regierung berät sich mit EU +++

Auch die US-Regierung appelliert an die ukrainische Regierung auf, die Bereitschaftspolizei zurückzuziehen und eine Kampfpause auszurufen. Zudem sollen in der Gespräche mit der Opposition geführt werden. Washington betont außerdem, dass auch die amerikanische Regierung Sanktionen erwäge. Mit der EU berate man darüber, welche Personen für die Gewalt in der Ukraine verantwortlich gemacht werden sollten.

+++ 15:02 Uhr: Merkel und Hollande für Sanktionen +++

Deutschland und Frankreich treten gemeinsam für Sanktionen gegen die Urheber der Gewalt ein. Dies teilte Frankreichs Präsident François Hollande bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris mit: "Diejenigen, die sich für diese Taten zu verantworten haben, müssen wissen, dass sie auf jeden Fall sanktioniert werden."

+++ 14.19 Uhr: Blockaden an polnisch-ukrainischer Grenze +++

Aus Solidarität mit den Regierungsgegnern in Kiew haben etwa 300 Menschen den polnisch-ukrainischen Grenzübergang Korczowa-Krakowiec blockiert. Unweit der EU-Außengrenze errichteten sie auf ukrainischer Seite eine Blockade, hieß es in einer Mitteilung der polnischen Grenzschutzbehörde. Auf der Straße und an der Blockade brannten aufgestapelte Reifen. Die ukrainischen Grenzschützer stellten die Grenzabfertigung ein. Reisende in die Ukraine wurden aufgefordert, auf andere Grenzübergänge auszuweichen.

+++ 13.30 Uhr: Schröder will nicht in Ukraine vermitteln +++

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) lehnt eine Vermittlerrolle in der Ukraine ab. "Die Vermittlung im Ukraine-Konflikt kann keine Einzelperson übernehmen", sagte der 69-Jährige dem Nachrichtenportal "Spiegel Online". Stattdessen schlug er vor, die Vereinten Nationen einzuschalten. "Man wird in der jetzigen Situation eine Institution brauchen, die mit beiden Seiten reden kann - und das können nur die Vereinten Nationen sein."

Schröder hält es nicht für möglich, dass die Europäische Union zwischen Präsident Viktor Janukowitsch und der Opposition vermittelnd tätig wird. Die "einseitige Unterstützung der Europäer für die Opposition" mache dies unmöglich. "Europa hat den Fehler gemacht, sich auf eine Seite zu schlagen, es ist nun selbst Partei."

+++ 11.18 Uhr: Regierung holt Soldaten nach Kiew +++

Der kommissarische ukrainische Verteidigungsminister Pawel Lebedew hat angeordnet, Luftlandetruppen zur Verstärkung nach Kiew zu verlegen. Die Soldaten der 25. Brigade aus der Großstadt Dnjepropetrowsk sollten Waffen- und Munitionsdepots sichern, sagte Lebedew am Mittwoch der russischen Staatsagentur Itar-Tass. Ein Einsatz von Soldaten ist erst nach Ausrufung des Ausnahmezustandes per Gesetz erlaubt - dies steht nach Angaben von Regierungsmitgliedern bisher nicht zur Debatte. Zu einer Brigade gehören etwa 500 Einsatzkräfte.

+++ 10.53 Uhr: Klitschko kündigt weiteres Treffen mit Janukowitsch an +++

Oppositionsführer Vitali Klitschko hat für Mittwoch ein weiteres Treffen der Opposition mit Präsident Viktor Janukowitsch angekündigt. "Wir sind dazu bereit", sagte Klitschko zu Bild-Online. Die Opposition fordert ein Ende des Polizeieinsatzes auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz. "Es muss einen Waffenstillstand für Verhandlungen geben."

+++ 9.19 Uhr: Demonstranten rüsten sich für neue Zusammenstöße +++

Ein Ende der Gewalt auf dem Maidan ist derzeit nicht in Sicht: Regierungsgegner bereiten sich auf neue Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften vor. "Bringt alles zu den Barrikaden, das brennt und alles, das sie verstärkt", riefen Redner von einer Bühne. Das berichteten örtliche Medien am Mittwoch.

Auf dem seit Monaten besetzten Platz harrten weiter Tausende aus. Die gewaltsame Gegenwehr sei gesetzlich legitimiert, behaupteten die Redner und riefen zum Durchhalten auf. "Rennt nicht weg, wenn sie (die Polizisten) kommen!"

+++ 8.45 Uhr: Gysi sagt Schröder soll vermitteln +++

Linksfraktionschef Gregor Gysi hat seinen früheren politischen Widersacher, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), als Vermittler in der Ukraine-Krise vorgeschlagen. Man brauche jemanden, der einen guten Draht zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin hat, sagte Gysi am Mittwoch im Deutschlandfunk. "Wie wäre es mit Gerhard Schröder?" Ohne Moskau könne eine Lösung in der Ukraine nicht gefunden werden, sagte Gysi.

+++ 7.47 Uhr: Zahl der Toten steigt auf mindestens 25 +++

Inzwischen ist die Zahl der Toten auf mindestens 25 gestiegen. Das Innenministerium in Kiew teilte mit, dass mindestens neun Polizisten bei den Ausschreitungen starben. Zudem sei mehr als ein Dutzend Demonstranten getötet worden. Ein Journalist der ukrainischen Tageszeitung "Westi" wurde von unbekannten Maskierten erschossen.

+++ 7 Uhr: Janukowitsch verteidigt Einsatz von Gewalt +++

Präsident Viktor Janukowitsch verteidigt die Gewalt gegenüber den Regierungsgegnern. Die Opposition habe die "Grenzen überschritten", als sie ihre Anhänger auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew "zu den Waffen gerufen" hätten, teilte Janukowitsch in der Nacht zum Mittwoch mit. Der Staatschef warf den proeuropäischen Regierungsgegnern den Versuch einer gewaltsamen Machtübernahme vor. Sollten sich die Oppositionsführer nicht von radikalen Kräften distanzieren, werde er "andere Töne anschlagen".

+++ 6.52 Uhr: Mindestens 20 Tote und 1000 Verletzte +++

Die Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 20. Das Innenministerium in Kiew teilte am Mittwoch mit, dass neun Polizisten bei den Ausschreitungen starben. Das Gesundheitsministerium gab die Zahl der getöten Demonstranten mit elf an. Auch mindestens ein Journalist war unter den Todesopfern. Nach unbestätigten Berichten liegen noch zusätzliche Leichen im Michailowski-Kloster der ukrainischen Hauptstadt aufgebahrt, wie Medien berichteten. Insgesamt sprechen die Behörden von bis zu 1000 Verletzten. Ein Ende der Gewalt ist vorerst nicht in Sicht.

+++ 04.26 Uhr: Nächtliches Krisentreffen bleibt ergebnislos +++

Das nächtliche Krisentreffen in der Ukraine bleibt ergebnislos. Die Verhandlungen zwischen dem prorussischen Präsident Viktor Janukowitsch und Oppositionsführern über eine Normalisierung der Lage im Lande seien gescheitert. Das habe der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko nach der Begegnung klar gemacht, berichtete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit). Bei dem Treffen habe man sich nicht auf eine friedliche Lösung verständigen können, sagte Klitschko. Er habe das Gespräch beendet, nachdem Janukowitsch eine bedingungslose Räumung des Maidan gefordert habe.

+++ 01.38 Uhr: Unruhen weiten sich auf Westen der Ukraine aus +++

Die Unruhen weiten sich auf einige Städte im Westen des Landes aus. In Stanislau und Lemberg besetzten Demonstranten nach Angaben der Polizei mehrere Verwaltungsgebäude der Regionalregierung. In Ternopil wurde das Polizeihauptquartier in Brand gesetzt, wie Medien berichteten. Nach Angaben eines Oppositionspolitikers besetzten Demonstranten zudem das Gebäude der Staatsanwaltschaft.

+++ 23.57 Uhr: 18 Tote, Hunderte Verletzte +++

Die Zahl der Toten steigt nach Behördenangaben auf 18. Das ukrainische Innenministerium teilte am Dienstagabend mit, mittlerweile gebe es sieben getötete Polizisten. Zudem bestätigte das Gesundheitsministerium der früheren Sowjetrepublik den Tod von elf Demonstranten. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 500 Menschen verletzt, davon etwa 300 Sicherheitskräfte. Die renommierte ukrainische Ärztin Olga Bogomolez sprach in der Nacht von mehr als 1000 verletzten Demonstranten.

+++ 22.18 Uhr: Klitschko trifft Janukowitsch +++

Vitali Klitschko kommt zu Gesprächen mit Präsident Janukowitsch in dessen Amtssitz an. Das berichtet die Sprecherin des Oppositionsführers. "Klitschko ist in die Bankowaja-Straße gefahren", schreibt Oxana Sinowjewa bei Twitter mit Verweis auf den Amtssitz des Präsidenten. Nähere Angaben macht sie nicht. Unter Berufung auf Oppositionskreise berichten Medien, dass auch der Oppositionspolitiker und frühere Außenminister Arseni Jazenjuk an dem Treffen teilnehmen wird.

+++ 21.33 Uhr: Polizei meldet vier tote Beamte +++

Die Polizei zieht eine Bilanz der Gewalt vom Dienstag. Nach ihren Angaben wurden vier Polizeibeamte getötet und 39 durch Schüsse verwundet. Insgesamt seien mehr als 100 Beamte verletzt worden. Bislang hatten die Behörden von neun Toten gesprochen - sieben Demonstranten und zwei Polizisten.

+++ 20.48 Uhr: USA "entsetzt" über Gewalt +++

USA zeigen sich über die Gewalt in Kiew entsetzt. Regierungssprecher Jay Carney fordert Präsident Janukowitsch auf, den Konflikt umgehend zu entschärfen. "Wir verurteilen weiterhin die Gewalt auf der Straße und den übermäßigen Einsatz von Gewalt auf beiden Seiten", sagt Carney. Gewalt werde die seit Monaten anhaltende Krise nicht beenden.

+++ 20.20 Uhr: Klitschko ruft Westen um Hilfe +++

Klitschko fordert den Westen zur Intervention auf. Die Spitzen demokratischer Staaten dürften nicht tatenlos zusehen, "wie ein blutiger Diktator sein Volk tötet", sagt er laut einer Mitteilung seiner Partei Udar. "Die Regierung hat bewusst eine Provokation organisiert, um den Unabhängigkeitsplatz mit Blut und Gewalt auseinanderzujagen, und die Proteste und die Aktivisten zu vernichten." Der Ex-Boxweltmeister wirft Janukowitsch ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor.

+++ 20.15 Uhr: Regierung ruft Abgeordnete zusammen +++

Das Parlament soll noch am Abend zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Die Abgeordneten seien für 22 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) aufgerufen, sich in der Rada einzufinden, um über einen Ausweg aus der Krise des Landes zu beraten, teilt der Abgeordnete Nikolai Rudkowski von der regierenden Partei der Regionen mit. Er fordert für die Zeit der Debatte eine Waffenruhe.

+++ 20.11 Uhr: Dramatischer Appell der Opposition +++

Die Opposition fordert Janukowitsch zur Beendigung der Gewalt auf: "Lassen Sie nicht zu, dass die Ukraine ein Staat wird, der in Blut versinkt", ruft Ex-Außenminister Arseni Jazenjuk auf dem Unabhängigkeitsplatz. "Unser Aufruf: Ziehen Sie die Polizei zurück und verkünden Sie einen sofortigen Waffenstillstand." Dann sei man zu Verhandlungen bereit.

+++ 19.26 Uhr: Polizei rückt auf Unabhängigkeitsplatz vor +++

Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte haben in Kiew begonnen, auf den von Tausenden Regierungsgegnern besetzten Unabhängigkeitsplatz vorzurücken, wie örtliche Medien berichten. Die Polizei bewegt sich langsam mit Wasserwerfern zum Maidan vor. Vereinzelt marschieren zudem Spezialpolizisten der Berkut-Einheiten auf die brennenden Barrikaden zu. Demonstranten schießen mit Feuerwerkskörpern und versuchen, die Sicherheitskräfte mit starken Laserpointern zu blenden.

Das Innenministerium hatte kurz vor Beginn des Einsatzes die etwa 20.000 versammelten Regierungsgegner zum Verlassen des Platzes aufgefordert. Es folge eine "Anti-Terror-Operation", hieß es.

+++ 19.12 Uhr: Wasserwerfer fahren auf +++

Auf dem Unabhängigkeitsplatz setzen sich die Demonstranten immer wieder mit Brandflaschen, Feuerwerkskörpern und Steinen gegen die sie einkesselnden Polizisten zur Wehr. Die Polizei geht mit Wasserwerfern gegen sie vor.

+++ 18.56 Uhr: Kein Verkehr mehr gen Kiew +++

Die ukrainische Regierung kündigt an, den Autoverkehr in die Hauptstadt ab Mitternacht zu begrenzen, "um eine Ausweitung der Gewalt zu verhindern".

+++ 18.11 Uhr: Neun Menschen sterben +++

Die ukrainische Polizei gibt die Zahl der Todesopfer mit neun an: sieben Zivilisten und zwei Polizisten, wie die Agentur Interfax meldet.

Lesen Sie, was über die Unruhen getwittert wird

Tweets about "#euromaidan"

+++ 16.59 Uhr: Klitschko warnt vor Gewalt +++

Oppositionsführer Vitali Klitschko: "Wir können den Einsatz von Gewalt bei einer Räumung des Maidan nicht ausschließen." Er ruft Frauen und Kinder auf, zur eigenen Sicherheit den Unabhängigkeitsplatz zu verlassen.

+++ 16.46 Uhr: Polizist stirbt durch Nackenschuss +++

Das Innenministerium meldet einen toten Polizisten. Dem Beamten sei in den Nacken geschossen worden. Er sei später seinen Schussverletzungen erlegen.

+++ 16.34 Uhr: Janukowitsch will reden +++

Präsident Janukowitsch plant für Mittwoch ein Treffen mit der Opposition. Dies gibt der Parlaments-Präsident bekannt. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigt sich angesichts der Gewalt "tief besorgt". Ein Fotograf sagt der Nachrichtenagentur Reuters, er habe vor einer U-Bahnstation am Unabhängigkeitsplatz zwei Leichen gesehen.

+++ 15.26 Uhr: Die Lage spitzt sich zu +++

Eine Arbeitsgruppe des Präsidenten fordert per Internet die Opposition auf, einzuschreiten, um die Eskalation des Konflikts und die "bewaffnete Konfrontation" zu beenden.

+++ 15.21 Uhr: Scharmützel auf dem Maidan +++

Bereitschaftspolizei rückt zum Unabhängigkeitsplatz vor. An Barrikaden brechen Scharmützel mit Demonstranten aus.

+++ 15.20 Uhr: Polizei durchbricht Barrikaden +++

Die ukrainische Polizei durchbricht einem TV-Bericht zufolge Barrikaden, die Demonstranten in der Nähe des Stadions des Fußballvereins Dynamo Kiew errichtet haben. Sie rücken demnach auf den Unabhängigkeitsplatz vor.

kis/swd/mad/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters