Explosion erschüttert Tel Aviv

18. November 2012, 15:33 Uhr

Stellt die Hamas den Raketenbeschuss ein, kann es eine Waffenruhe gegen, sagte Israels Premier Netanjahu. In Tel Aviv heulen wieder die Sirenen. Die Ereignisse im stern.de-Newsticker.

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Ein Bild der Verwüstung: Durch die israelischen Angriffe sind viele Gebäude im Gazastreifen zerstört oder stark beschädigt.©

+++ 17.47 Uhr: Wieder Luftalarm in Tel Aviv +++

In Tel Aviv haben zum zweiten Mal die Sirenen geheult. Kurz nach Beginn des Luftalarms war im Stadtzentrum eine dumpfe Explosion zu hören. Nach israelischen Medienberichten wurden zwei Geschosse von der Raketenabwehr abgefangen.

+++ 17.35 Uhr: Elf Palästinenser sterben bei Luftangriff +++

Nach einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in Gaza ist die Zahl der Toten auf elf gestiegen. Das Hamas-Gesundheitsministerium teilte mit, unter den Toten seien auch fünf Kinder und zwei Frauen. Etwa 30 weitere Menschen seien bei dem Angriff auf das von einer Familie bewohnte Haus verletzt worden. Das mehrstöckige Gebäude stürzte nach Augenzeugenberichten nach dem Angriff ein.

Israelische Medien berichteten, der Angriff habe einem wichtigen Raketen-Kommandeur der Hamas gegolten. Der Mann, der ebenfalls bei dem Angriff ums Leben gekommen sei, trage die Verantwortung für viele Raketenangriffe der vergangenen Tage. Dafür gab es zunächst weder von der Hamas, noch von der israelischen Armee eine Bestätigung.

Nach palästinensischen Angaben kamen am Sonntag zudem vier militante Palästinenser im Gazastreifen ums Leben. Damit sei die Zahl der Toten auf der palästinensischen Seite seit Beginn der Militäroperation "Säule der Verteidigung" am Mittwoch auf 69 gestiegen.

+++ 16.40 Uhr: Netanjahu stellt Bedingungen +++

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine mögliche Waffenruhe mit der Hamas unter eine Bedingung gestellt. "Erst mal müssen die Raketenangriffe [auf Israel, Red.] aufhören, und dann können wir über den Rest reden", sagte er nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius. "Halb Israel wird beschossen, und das kann nicht so weitergehen." Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hingegen sagte, eine Fortsetzung der Militäroperation sei "selbstverständlich". "Wir werden die Operation notfalls verstärken und auch vor einer Bodenoffensive nicht zurückschrecken, wenn es sein muss."

+++ 14.16 Uhr: DPA meldet 55 Opfer +++

Nach Angaben der Nachrichtenagentur DPA sind mittlerweile 55 Menschen bei den Gefechten zwischen Hamas und israelischem Militär gestorben. Die Agentur beruft sich auf das Hamas-Gesundheitsministerium, das berichtet, seit Mittwoch seien 52 Palästinenser getötet und etwa 540 verletzt worden. 22 der Toten seien Zivilisten - Kinder, Frauen und ältere Männer. Auf der israelischen Seite starben bisher drei Menschen.

+++ 13.30 Uhr: Bewährungsprobe für "Iron Dome" +++

Das seit März 2011 installierte israelische Raketenabwehrsystem "Iron Dome" ("Eisenkuppel") erlebt gerade seine große Bewährungsprobe. In den vergangenen Tagen fing es zahlreiche aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen ab. Um auch die Metropole Tel Aviv zu schützen, nahm Israel am Samstag vorzeitig eine fünfte Einheit in Betrieb. "Iron Dome" kann Kurzstreckenraketen und Mörsergeschosse in Entfernungen von vier bis 70 Kilometern abfangen. Jede Batterie besteht aus einem Radar, einer Feuerleitsoftware und drei Werfervorrichtungen mit je 20 Abwehrraketen. Finanziell unterstützt von den USA, investierte Israel rund eine Milliarde Dollar (über 780 Millionen Euro) in die Entwicklung des Systems, das vom staatlichen Rüstungsunternehmen Rafael Defense Systems hergestellt wird. Nach Medienberichten kostet jeder Schuss etwa 50.000 Dollar. Laut israelischer Armee liegt die Trefferquote bisher zwischen 75 und 90 Prozent. Militärexperten zufolge wären 13 Einheiten nötig, um Israel einen kompletten Schutz zu bieten. Bis so viele im Einsatz sind, dürften noch Jahre vergehen.

+++ 13.01 Uhr: Hacker legen Websites lahm +++

Die Hackergruppe Anonymous hat nach eigenen Angaben aus Protest gegen Israels Militäroffensive im Gazastreifen israelische Internetseiten angegriffen. Wie die Hacker am Samstag mitteilten, waren von der Attacke mehr als 650 private oder öffentliche Einrichtungen betroffen, darunter die Bank of Jerusalem, eines der größten Finanzhäuser des Landes. "Der Datenbestand ist gelöscht", hieß es in einer über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichten Mitteilung neben dem Link zur nicht funktionierenden Website der Bank.

+++ 12.12 Uhr: Iran beschwört Anti-Israel-Front +++

Der Iran hat die arabischen und islamischen Länder aufgefordert, gemeinsam gegen Israel Front zu machen. "Sie sollten sich auf den Hauptfeind konzentrieren, und dieser ist das zionistische Regime" (Israel), sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi am Sonntag auf einer Syrienkonferenz in Teheran. Gleichzeitig rief er dazu auf, den Menschen im Gaza-Streifen zu helfen.

Zu der eintägigen Konferenz unter dem Motto "Demokratie ja, Gewalt nein" reisten rund 200 ausländische Gäste in die iranische Hauptstadt. Darunter waren etwa 130 Vertreter der syrischen Regierung sowie von Oppositionsparteien, die allerdings außerhalb Syriens sitzen. Vertreter der Rebellen aus dem Land selbst nahmen nicht teil. Der Iran ist einer der engsten Verbündeten des Regimes von Baschar al-Assad.

+++ 11.23 Uhr: Netanjahu droht mit Offensive +++

Israel ist nach den Worten seines Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf eine massive Ausweitung seiner Offensive gegen den Gazastreifen vorbereitet. Die radikal-islamische Hamas und andere extremistische Organisationen müssten einen hohen Preis für die Raketenangriffe auf Israel bezahlen, sagte Netanjahu am Sonntag im Kabinett. Die israelischen Streitkräfte träfen die dazu erforderlichen Schritte. Die Möglichkeit einer Bodenoffensive gegen das Palästinenser-Gebiet erwähnte er nicht. Die israelische Luftwaffe fliegt seit Mittwoch verstärkte Angriffe gegen den Gazastreifen.

+++ 10.36 Uhr: Israelische Abwehr fängt Kasam-Rakete ab +++

Militante Palästinenser haben erneut mindestens eine Rakete auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv abgefeuert. Nach Luftalarm in Tel Aviv war am Vormittag im Stadtzentrum eine dumpfe Explosion zu hören. Eine Armeesprecherin sagte später, das Geschoss sei von der Raketenabwehr abgefangen worden. Die Luftwaffe habe sofort das Gebiet angegriffen, von dem aus die Rakete abgefeuert wurde. Die im Gazastreifen herrschende Hamas bekannte sich zu dem Angriff. Es handele sich um eine "verbesserte" Kassam-Rakete des Typs M-75, die eine größere Reichweite habe.

+++ 09.58 Uhr: Steht eine Waffenruhe bevor? +++

Eine Waffenruhe zwischen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas und Israel könnte einem ranghohen Palästinenservertreter zufolge kurz bevorstehen. "Es gibt ernsthafte Gespräche über einen Waffenstillstand, und es ist möglich, dass es heute oder morgen eine Einigung gibt", sagte der Repräsentant am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Zwischen Israel und dem Gazastreifen gibt es seit Mittwoch heftige Luftgefechte.

+++ 09.28 Uhr: Kleinkind in Gaza getötet worden +++

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen ist nach Angaben von Rettungskräften ein 18 Monate altes Kleinkind getötet worden. Zwei vier und fünf Jahre alte Brüder des Kindes seien zudem schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Rettungsdienste, die der Regierung der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas unterstehen, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Demnach beschoss die israelische Luftwaffe ein Ziel östlich des Lagers Bureij im Zentrum des Gazastreifens.

+++ 08.57 Uhr: Feuergefecht an syrischer Grenze +++

Die israelische Armee hat syrische Soldaten im Grenzgebiet unter Artilleriefeuer genommen und dabei vermutlich einige von ihnen getötet. Die Berichte arabischer Medien deuteten darauf hin, dass syrische Soldaten umgekommen seien, teilte die israelische Armee am Sonntag mit. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Israelische Soldaten auf den von Israel kontollierten Golan-Höhen wurden Armeeangaben zufolge von Syrien aus beschossen. Israel habe mit Artilleriebeschuss reagiert. Auf israelischer Seite sei niemand verletzt worden.

Es war der dritte derartige Zwischenfall an der Grenze zwischen Israel und Syrien. Ein Sprecher des israelischen Militärs erklärte, Israel wolle sich nicht in den Konflikt in Syrien hereinziehen lassen. Allerdings werde es auf keinen Fall den Beschuss seines Territoriums akzeptieren.

+++ 08.26 Uhr: 800 israelische Raketen seit Mittwoch +++

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums und Augenzeugen wurden bei den Angriffen in der Nacht zwei Kleinkinder getötet und etwa 25 Menschen verletzt. Im nördlichen Gazastreifen seien mehrere Häuser getroffen worden. Auch das Büro des Al Kuds-Fernsehens, das der im Gazastreifen herrschenden Hamas nahesteht, sei angegriffen worden. Dabei hätten sechs Journalisten Verletzungen erlitten. Der israelische Rundfunk meldete, seit Mittwoch seien 800 Raketen auf Israel abgefeuert worden

+++ 08.20 Uhr: Heftige Luftangriffe in der Nacht +++

Die Eskalation geht weiter: Israels Armee hat in der Nacht zum Sonntag die Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Eine israelische Militärsprecherin bestätigte, es seien Ziele von See und aus der Luft angegriffen worden. Nach israelischen Medienberichten feuerten militante Palästinenser nach Mitternacht zunächst keine Raketen mehr auf Israel ab. Am Morgen heulten allerdings in mehreren Ortschaften in der Nähe des Gazastreifens wieder die Sirenen. Bemühungen um eine Waffenruhe hätten bislang keinen Erfolg gehabt, berichteten israelische Medien.

Verfolgen Sie auf den weiteren Seiten die Geschehnisse der letzten Tage.

 
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