HOME

Rückschau: Der Tag, an dem "Xaver" auf Deutschland traf

Sturmfluten drohten, Flüge, Züge und Unterricht fielen aus, Weihnachtsmärkte blieben geschlossen. Der gefürchtete Orkan "Xaver" fegte über Deutschland. Die Ereignisse in der Nachschau.

Orkantief "Xaver" gilt als einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten. Bis zu einer ungefähren Linie Münster-Hannover-Berlin muss mit orkanartigem Sturm gerechnet werden. Eineinhalb Tage soll "Xaver" toben - und damit länger als "Christian", der erst vor etwa sechs Wochen Chaos verursacht hatte. Hier die Ereignisse mit Informationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Ticker:

+++ 22.01 Uhr +++ Behörde warnt vor sehr schwerer Sturmflut in Hamburg

Die Hamburger Behörde für Inneres warnt vor einer sehr schweren Sturmflut am Freitag um 6:27 Uhr: Das Hochwasser soll mit ca. 5,60 m über Normal Null am Pegel St. Pauli eintreten. Bewohner sollen rechtzeitig tiefliegende Gebiete im Hafen und entlang der Elbe verlassen und ihren Besitz vor dem Hochwasser schützen. Das Info-Telefon der Polizei - 040 / 428 65 65 65 - ist ab 24 Uhr geschaltet.

+++ 21.19 Uhr +++ Sturmspitzen erreichen 185km/h

Die zweite Sturmwelle nimmt an Kraft zu. In List auf Sylt fegt "Xaver" in extremen Böen mit Tempo 185 über die Nordspitze der Insel, twittert der ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke.

+++ 20.58 Uhr +++ Eine Tote durch "Xaver" in Dänemark

Das Orkantief "Xaver" hat in Dänemark einer 72 Jahre alten Frau das Leben gekostet. Laut der Nachrichtenagentur Ritzau war sie Beifahrerin in einem Van, den der heftige Wind von einer Straße bei Holstebro in Jütland geblasen hat.

+++ 20.22 Uhr +++ Küste rüstet sich für weitere Sturmflutwelle

An der deutschen Nordseeküste erwarteten die Behörden in der Nacht weitere Sturmflutwellen. Die Höchststände werden nach Prognosen des Hamburger Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit bis zu drei Metern über dem mittleren Hochwasser an der Nordseeküste und bis zu 3,50 Metern über mittlerem Hochwasser in Hamburg und Bremen erwartet. In Hamburg sind die niedrigen Lagen wie der Bereich um den Fischmarkt inzwischen überflutet.

+++ 19.40 Uhr +++ Seeleute in Schweden vermisst

Auch Skandinavien leidet unter "Xaver": In Dänemark wurden am Nachmittag alle größeren Brücken gesperrt, darunter auch die Öresund-Brücke, die das Land mit Schweden verbindet. An der Westküste Jütlands flogen Dachziegel von den Häusern. Die Polizei riet davon ab, auf die Straße zu gehen. Der Zugverkehr wurde im Laufe des Tages im ganzen Land eingestellt. Auch in Südschweden wurden etwa 20 Bahnstrecken gesperrt, Fähren fuhren nicht mehr, in Oslo fielen Flüge aus.

Vor der Südküste Schwedens gingen zwei Seeleute im Sturm über Bord. Sie gelten auch nach Stunden noch als vermisst.

+++ 18.55 Uhr +++ Wassereinbruch in Bremer Stadion droht

"Xaver" macht auch vor der Bundesliga nicht halt: Das Spiel zwischen Werder Bremen und Bayern München am Samstag ist gefährdet. Werder hat am Donnerstag den Erdgeschossbereich des Bremer Weserstadions evakuiert und technische Geräte wie auch Mobiliar in die nächsthöhere Etage gebracht. Grund ist eine Sturmflutwarnung. Falls die Weser über die Deichhöhe von 5,50 Meter steigt, würde Wasser auch ins unmittelbar in Fluss-Nähe gelegene Weserstadion laufen. "Ob es passiert, können wir noch nicht sagen. Der Krisenstab berechnet die Situation ständig", sagte Werders Mediendirektor.

+++ 18.30 Uhr +++ Am Hamburger Flughafen geht nichts mehr

Der Hamburger Flughafen hat die Abfertigung von Flugzeugen wegen des Orkans "Xaver" eingestellt. Am Donnerstagnachmittag sei die Betankung und das Entladen von Maschinen nicht mehr möglich gewesen, sagte eine Sprecherin. Bis zum Abend wurden fast alle Starts und Landungen gestrichen. Flughafenmitarbeiter schoben geparkte Kleinflieger zur Sicherheit in Hallen und befestigten lose Container. Für den Freitag kündigte der Flughafen weitere Ausfälle an.

+++ 18.05 Uhr +++ Schäden in Berlin

Orkan "Xaver" hat am Donnerstagnachmittag Berlin erreicht und für erste Schäden gesorgt. Die Feuerwehr rückte zwischen 15 und 17 Uhr zu 25 Einsätzen aus, sagte ein Sprecher. Gründe seien etwa abgerissene Äste oder ein angehobenes Flachdach. Für den Abend rechnete die Feuerwehr mit deutlich mehr und schwierigeren Fällen und bereitete sich auf einen Ausnahmezustand vor. Die Schulpflicht wurde wegen des Sturms am Freitag aufgehoben. Die Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken.

+++ 17.25 Uhr +++ Keine Schule am Nikolaustag

Noch ein weiterer Tag Sturm-frei: In Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern bleiben die Schulen auch am Freitag komplett geschlossen. In Niedersachsen fällt der Unterricht an einzelnen Schulen aus.

Die Deutsche Bahn stellte am Donnerstag alle Verbindungen in und durch Schleswig-Holstein ein, auch der Fernverkehr von Hamburg nach Kiel und Kopenhagen kam zum Erliegen. Die Strecke Hannover - Bremen sei ebenfalls gesperrt, teilte der Konzern mit.

+++ 17.02 Uhr +++ Nord-Ostsee-Kanal gesperrt

"Xaver" hat den Verkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal zum Erliegen gebracht. Wegen des extremen Hochwassers wurden die Schleusen am Donnerstag in Brunsbüttel dichtgemacht. Die Schleusen in Kiel Holtenau wurden wegen Überfüllung des Kanals ebenfalls bis auf weiteres gesperrt, wie die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mitteilte. Die Schleusen des Kanals haben bei Sturmflut die Funktion von Deichen und werden ab einem Wasserstand von acht Metern geschlossen.

+++ 16.45 Uhr +++ "Xaver" gewinnt an Kraft

Orkantief "Xaver" nimmt an Stärke zu: Gegen 16 Uhr maß der Deutsche Wetterdienst auf der Nordseeinsel Sylt bereits Windgeschwindigkeiten von rund 126 Stundenkilometern, auf Helgoland 119 und in Kiel 122. Nach Prognosen der Meteorologen ist an den norddeutschen Küsten mit teilweise extremen Orkanböen von mehr als 140 Stundenkilometern zu rechnen, bis weit hinein ins Hinterland droht schwerer Sturm.

+++ 16.25 Uhr +++ Zweites Todesopfer in Großbritannien

In der Grafschaft Nottinghamshire ist ein Mann von einem Baum erschlagen worden. Das meldet die "BBC". Der Mann soll in einem Park bei Retford unterwegs gewesen sein, als ihn der Baum traf. Am Vormittag hatte "Xaver" bereits ein Todesopfer in Schottland gefordert. Ein Lastwagenfahrer starb laut Polizei, nachdem ein Windstoß sein Fahrzeug erfasst hatte und umkippte.

+++ 16.00 Uhr +++ Helmut Schmidt macht sich keine Sorgen

Altkanzler Helmut Schmidt hält die Gefahr von Überschwemmungen und Zerstörungen durch "Xaver" für geringer als bei der Hamburger Sturmflut 1962. "Wenn es beim Ausmaß von 1962 bleibt, ist das nicht sehr schlimm", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Die Flutmauern und Deiche sind seit damals erheblich verstärkt und erhöht worden." Wenn die Vorhersagen stimmten, "können die Menschen beruhigt sein. Dann wird es nicht entfernt so schlimm wie damals". Bei der Sturmflut 1962 brachen an rund 60 Stellen die Deiche. Allein in Hamburg kamen 315 Menschen ums Leben.

Für Hamburg ist die stärkste von vermutlich drei Sturmfluten für den frühen Freitagmorgen angesagt. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte vor Wasserständen um 3,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser. Das ist die untere Grenze einer sehr schweren Sturmflut. "Das ist noch kein Problem für die Deiche", betonte Sylvin Müller-Navarra vom BSH. "Das ist alles im Rahmen dessen, was leicht abgefangen werden kann." Viele Flächen würden aber überflutet - etwa der Fischmarkt, die Speicherstadt und die Promenade der Hafencity.

+++ 15.15 Uhr +++ "Xaver" erreicht NRW

Die Ausläufer des Orkantiefs "Xaver" haben Nordrhein-Westfalen erreicht. In vielen Städten und Gemeinden des Münsterlandes und des Regierungsbezirks Arnsberg wurden Weihnachts- und Nikolausmärkte vorsorglich abgesagt, der Kreis Soest schloss seine Kreisverwaltung. Die Behörden warnten die Menschen, sich im Freien aufzuhalten. Der schwere Sturm wirkt sich auch auf den Betrieb an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf aus. Vor allem Flüge nach oder aus Norden, wo das Unwetter bereits stärker wütete, mussten abgesagt werden. Dazu gehörten Glasgow, Manchester, Kopenhagen, Amsterdam und Hamburg.

+++ 14.00 Uhr +++ Sturmböen wüten an der Küste

"Xaver" nimmt an Stärke zu: Die nordfriesischen Halligen stehen unter Wasser. Die Nordsee überspülte auf der größten Hallig Langeneß zunächst die Nordwestspitze um das Hotel Anker's Hörn. Auch die benachbarte Hallig Hooge melde teils "Land unter", sagte Erco Jacobsen, Leiter des Touristikbüros Hooge. Noch ungefährdet sind die Warften, künstliche Erdhügel, auf denen alle Häuser auf den Halligen gebaut sind. In der Nacht soll das Hochwasser aber mit 3,50 Meter über dem mittleren Hochwasser aber noch höher ausfallen.

Bereits um 13.00 Uhr fegten Sturmböen der Windstärke 11 mit 115 Stundenkilometern über Helgoland hinweg, eine Stunde zuvor waren Spitzenwerte von 104 Stundenkilometern auf der Hochseeinsel gemessen worden. In List auf Sylt und am Leuchtturm Kiel wurden 112 Stundenkilometer erreicht. Auch in anderen Landesteilen wurde der Wind stärker: In Schleswig und auf der Ostseeinsel Fehmarn wurden schwere Sturmböen mit bis zu Tempo 94 gemessen.

+++ 13.00 Uhr +++ Dänemark stellt Zugverkehr ein

Wegen "Xaver" wird der Zugverkehr in ganz Dänemark ab dem frühen Nachmittag eingestellt. Viele Brücken in Dänemark waren am Vormittag schon für Autos gesperrt, auch der Fährverkehr ist beeinträchtigt. In Schweden stellten Fährunternehmen bereits ihren gesamten Betrieb ein. "Xaver" heißt in Schweden übrigens "Sven", die Dänen haben den Sturm "Bodil" getauft.

+++ 12.30 Uhr +++ Todesopfer in Schottland

Der Orkan "Xaver" forderte in Schottland ein Todesopfer. Ein Lastwagenfahrer starb laut Polizei, nachdem ein Windstoß sein Fahrzeug erfasst hatte und umkippte. Vier Menschen wurden leicht verletzt, als der Lastwagen auf Autos stürzte. Die Polizei warnte Autofahrer: Es könne zu weiteren Zwischenfällen kommen, wenn Bäume umstürzen oder Straßen überschwemmt werden.

+++ 12.00 Uhr +++ Bahnverkehr im Norden gestört

Sturm "Xaver" bremst den Bahnverkehr im Norden Deutschlands aus. Auf mehreren Strecken in Schleswig-Holstein wurde die Geschwindigkeit von Dieseltriebwagen gedrosselt, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Züge sollten so im Fall von umgestürzten Bäumen auf den Gleisen noch problemlos bremsen können, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Betroffen waren unter anderem die Verbindungen zwischen Kiel und Flensburg und zwischen Husum und St. Peter Ording. Der "Sylt Shuttle" der Bahn stellte um 10.30 Uhr den Betrieb vollständig ein. Auch Züge zwischen Kiel und Eckernförde fielen komplett aus. Abhängig von der Wetterlage wurden weitere Einschränkungen erwartet.

Der Hamburger Flughafen gab zudem bekannt, ab mittags die meisten Flugverbindungen einzustellen:

+++ 11.45 Uhr +++ Erste Ausläufer erreichen Küste

Die ersten Ausläufer des Orkantiefs "Xaver" erreichten am Vormittag Norddeutschland. Auf Sylt und an der Westküste Schleswig-Holsteins seien bereits Böen mit Windstärke zehn gemessen worden, sagte ein Meteorologe des DWD. Bei schweren Stürmen der Stärke zehn mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern können Bäume brechen und größere Schäden an Häusern entstehen.

+++ 11.30 Uhr +++ Bahnverkehr nach Sylt eingeschränkt

Wegen des nahenden Orkans "Xaver" schränkt die Deutsche Bahn den Zugverkehr nach Sylt ein. Die Züge transportierten keine Wohnwägen, Wohnmobile und leere Anhänger mehr, weil diese besonders empfindlich für Windböen seien, sagte eine Sprecherin des Konzerns in Berlin. Auch Gefahrgut-Transporte würden nicht mehr mitgenommen. Ab Windstärke zwölf müsse der Zugverkehr nach Sylt komplett eingestellt werden. Die Bahn habe zudem Dieselloks in die Regionen gefahren, wo der Sturm besonders stark zuschlagen soll. Die Lokomotiven könnten zum Einsatz kommen, wenn Oberleitungen vereist oder durch Sturmschlag beschädigt seien. Sie könnten auch liegengebliebene Züge abschleppen.

Außerdem sind die Bereitschaftsdienste zur Reparatur von Oberleitungen sowie zur Räumung von Bahnsteigen und Gleisen nach Angaben des Konzerns in Alarmbereitschaft. Zur Information der Kunden an den Bahnhöfen und per Telefon seien zusätzliche Mitarbeiter eingeplant. 64 Schneeräumfahrzeuge und 37 Abtauanlagen für Züge seien bundesweit einsatzbereit. Reisende forderte die Bahn auf, sich vor Zugfahrten über Einschränkungen im Bahnverkehr zu informieren.

+++ 10.15 Uhr +++ Hamburgs Schulen machen dicht

Wie die Stadt Hamburg mitgeteilt hat, sollen ab 11 Uhr die Schulen der Stadt geschlossen werden. Grundschüler können sogar sofort abgeholt werden. Zunächst hatte die Schulbehörde geplant, den Unterricht regulär stattfinden zu lassen. Eltern waren allerdings darauf vorbereitet worden, dass es kurzfristig zu Änderungen kommen könnte.

Die Lufthansa sagte indes wegen des heranziehenden Sturms in Hamburg Flüge ab. Die Airline habe ab 14 Uhr 17 Flüge ab der Hansestadt abgesagt, sagte eine Flughafen-Sprecherin. Insgesamt stünden für Donnerstag 380 Starts und Landungen auf dem Flugplan. Aus dem Takt bringen werden die Ausfälle die Lufthansa nicht: Europas größte Airline verzeichnet täglich im Schnitt 1650 Flüge.

Keine großen Auswirkung erwarte der Frankfurter Flughafen, da der Sturm aus derzeitiger Sicht hauptsächlich den Norden Deutschlands betreffen werde, sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport. "Wir müssen letztlich abwarten, wie sich das Wetter ab Mittag entwickelt." Der Frankfurter Airport ist mit 58 Millionen Passagieren das größte Luftdrehkreuz Deutschlands und Heimatbasis der Lufthansa.

+++ 10.00 Uhr +++ "Xaver" sorgt für Chaos in Schottland

Derzeit gehen die Metreologen davon aus, dass Sturm "Xaver" in Deutschland gegen Nachmittag seinen Höhepunkt erreicht. Schottland hat er dagegen bereits mit voller Wucht getroffen und für Chaos am Morgen gesorgt: Im hohen Norden in den Highlands waren nach heftigem Wind und Regenfällen rund 20.000 Haushalte ohne Strom. Zahlreiche Straßen und Brücken wurden vorsichtshalber geschlossen. Zugverbindungen wurden gestrichen, Bahnen waren mit gedrosseltem Tempo unterwegs.

Die Polizei sprach von "sehr schwierigen" Bedingungen für Autofahrer. Die Küstenwachen in Schottland, England und Wales warnten für den Verlauf des Tages vor möglicherweise schweren Überflutungen.

Derweil müssen sich auch die Berliner auf "Xaver" einstellen. Der DWD hat eine Unwetterwarnung für die Hauptstadt herausgegeben - voraussichtlich immerhin nur für den Zeitraum von 15 bis 22 Uhr.

+++ 9.45 Uhr +++ Drei Sturmfluten unterwegs nach Hamburg

An der nordfriesischen Küste und in Hamburg werden durch Orkantief "Xaver" aller Voraussicht nach mindestens drei Sturmfluten auflaufen. Für den frühen Donnerstagnachmittag erwartete das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Nordfriesland die erste Sturmflut mit bis zu 2,50 Metern über dem Mittleren Hochwasser. In Hamburg könnte es eine Serie von drei oder sogar vier Sturmfluten geben, wie Sylvin Müller-Navarra vom Bundesamt erklärte.

Die höchsten Wasserstände - 2,50 bis 4 Meter über dem Mittleren Hochwasser - werden am Freitagmorgen gegen 6.00 Uhr in der Hansestadt erwartet. Bereits am Donnerstagabend rechnet das Bundesamt mit einem Wasserstand von etwa 1,50 Meter bis 2 Metern über dem Mittleren Hochwasser. "Das ist für Hamburg aber alles noch kein Problem."

+++ 9.00 Uhr +++ Hamburger Flughafen streicht Flüge

Erste Auswirkungen von Sturmtief "Xaver": Der Hamburger Flughafen musste bereits 20 Landungen und Abflüge gestrichen, wie eine Sprecherin am Donnerstagmorgen sagte. Weitere Ausfälle werden erwartet. Betroffen waren vor allem Verbindungen innerhalb Deutschlands, etwa nach München oder Frankfurt am Main.

+++ 8.00 Uhr +++ Sturm kommt früher

"Xaver" kommt - und laut aktuellen Informationen des DWD früher als erwartet. Bereits am Vormittag sei mit extremen Orkanböen von über 140 Kilometern pro Stunde an der Nordsee und Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten um 130 Kilometer pro Stunde an der Ostsee zu rechnen, teilte der DWD am Morgen mit. Ab Mittag rechnet der DWD mit Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Zudem könne es in der Nacht stellenweise zu Glätte durch überfrierende Nässe kommen.

Nützliche Tweets

Updates in Echtzeit bieten mehrere Service-Stellen bei den sozialen Netzwerken. So verpricht die Hamburger Hochbahn, über den aktuellen Stand und Probleme zu informieren.

Auch die

Bahn

und auch

Flughäfen

wollen über die sozialen Netzwerke Verspätungen etc. bekanntgeben.

+++ 6.30 Uhr +++ Flüge in Amsterdam gestrichen

In den Niederlanden wurden zahlreiche Flüge gestrichen. Betroffen seien zunächst 84 Kontinentalflüge vom und zum Amsterdamer Flughafen Schiphol, teilte der Flughafen mit. Interkontinentalflüge seien zunächst nicht betroffen.

+++ 4.30 Uhr +++ Alarmbereitschaft im Norden

In Schleswig-Holstein, wo der Sturm nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD am schlimmsten wüten soll, und in Hamburg stehen die Feuerwehren auf Abruf bereit. Die Bürger wurden aufgefordert, während des Orkans im Haus zu bleiben und Wälder selbst nach dem Sturm zu meiden.

Mehr als eineinhalb Tage soll "Xaver" Meteorologen zufolge über Norddeutschland toben - und damit länger als "Christian", der im Oktober Bäume umgeweht und Dächer abgedeckt und Sandstrände abgetragen hatte.

+++ 3.50 Uhr +++ Nahverkehr eingeschränkt

Wegen der Orkanwarnungen kündigten die Fährbetriebe zu den nordfriesischen Inseln sowie den Halligen im Wattenmeer Behinderungen und Ausfälle an. Der "Sylt Shuttle" der Bahn schränkt sein Angebot ein. Die Helgoland-Schiffe der Reederei Cassen Eils sollen in Cuxhaven bleiben.

Ab Donnerstagnachmittag sei an der Nordseeküste mit Böen der Stärke 12 zu rechnen und im Binnenland mit Stärke 11, sagte der Meteorologe Rüdiger Hartig. An der Nordsee sind laut DWD extrem starke Böen von mehr als 140 Kilometern in der Stunde möglich. An den Küsten könnte es bis einschließlich Freitag zu mehreren schweren Sturmfluten kommen. "Es können drei hintereinander sein", hieß es beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. Auch für Mecklenburg-Vorpommern warnte der DWD am Donnerstagmorgen vor vereinzelten Böen von 120 Stundenkilometern.

+++ 0.10 Uhr +++

Dem Kieler Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele zufolge ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr für den drohenden Orkan gerüstet. Es besteht eine 24-Stunden-Bereitschaft in der Betriebsdienstzentrale in Kiel, außerdem gibt es - über die 26 Meistereien im Land verteilt - 13 örtliche Rufbereitschaften.

Nützliche Links

Wer in Hamburg unterwegs hat, kann sich bei mehreren Adressen erkundigen: Für Bus- und Bahnfahrer gibt es bei der Hochbahn Hamburg und bei der HVV-Info zum Sturm aktuelle Informationen über den Fahrbetrieb. Die Hamburger Hochbahn will auch über die sozialen Netzwerke über die Lage berichten.

Der

Hamburger Hafen

bietet unter dieser Adresse eine Hochwasserinfo. Auch die Leitstelle Nord ist online erreichbar. Über die E-Mailadresse

unwetter@leitstelle-nord.de

können Notrufe abgesetzt werden. So sollen die Notrufleitungen 110 und 112 entlastet werden.

Um über die aktuelle Lage des Sturms zu informieren, bietet der Deutsche Wetterdienst den

Warnlagebericht des Deutschen Wetterdienstes

hier an. Dies dürfte vor allem für Fernreisende wichtig sein.

anb/DPA / DPA