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+++ Newsticker zur Ebola-Epidemie +++: Kreuzfahrtschiff auf Irrfahrt durch Karibik

Panik vor Ansteckungen macht sich breit. Weil eine Frau mit Ebola-Proben in Kontakt gekommen sein könnte, darf ein Kreuzfahrtschiff keinen Hafen anlaufen. Die Ereignisse im Tagesrückblick.

"Ebola gibt es wirklich" ist die Botschaft dieses Plakats. Am schlimmsten ist die Situation nach wie vor in Liberia, wo die WHO  bislang knapp die Hälfte aller Infektionen und mehr als die Hälfte  aller Todesfälle zählte.

"Ebola gibt es wirklich" ist die Botschaft dieses Plakats. Am schlimmsten ist die Situation nach wie vor in Liberia, wo die WHO
bislang knapp die Hälfte aller Infektionen und mehr als die Hälfte
aller Todesfälle zählte.

+++ 21.40 Uhr: Kreuzfahrtschiff auf Irrfahrt durch Karibik +++

Wegen der Angst vor Ebola ist ein Kreuzfahrtschiff auf einer Irrfahrt durch die Karibik. An Bord der "Carnival Magic" befindet sich eine Frau, die als Krankenhausangestellte in den USA mit Ebola-Proben in Kontakt gekommen sein soll. Am Freitag erhielt das Kreuzfahrtschiff keine Erlaubnis, die mexikanische Insel Cozumel nahe dem Badeort Cancún anzulaufen. Am Tag zuvor wiesen bereits die Behörden im benachbarten Belize die "Carnival Magic" ab.

Zuletzt hatte das Kreuzfahrtschiff am 15. Oktober in Honduras festgemacht. Es werde nun direkt in die Vereinigten Staaten zurückkehren, um pünktlich am Sonntag wieder in Galveston im US-Bundesstaat Texas anzukommen, teilt das Unternehmen Carnival Cruise Lines am Freitag mit.

Die Frau zeigt laut dem Unternehmen keine Symptome und steht unter Quarantäne. Die "Carnival Magic" bietet demnach Platz für rund 5000 Passagiere und Besatzungsmitglieder.

+++ 21 Uhr: Weltbankchef Kim kritisiert die Weltgemeinschaft +++

Angesichts der in Westafrika grassierenden Ebola-Epidemie übt Weltbankchef Jim Yong Kim scharfe Kritik an der Weltgemeinschaft. Wegen mangelnder internationaler Solidarität sei die Welt im Begriff, den Kampf gegen das Virus zu verlieren, sagt Kim in Paris. "Einige Länder sorgen sich nur um sich selbst und ihre Grenzen", beklagt er. Dies sei "sehr besorgniserregend". Die Weltbank hat zuletzt geschätzt, dass die Epidemie die afrikanische Wirtschaft mehr als 30 Milliarden Dollar (knapp 25 Milliarden Euro) kosten könnte.

+++ 19.45 Uhr: Zahl der Ebola-Toten steigt auf mehr als 4500 +++

Die Zahl der Ebola-Toten ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf mindestens 4555 gestiegen. Insgesamt habe man mittlerweile 9216 Fälle registriert, teilt die WHO in Genf mit. Der Anstieg war erwartet worden, für die kommenden Wochen wird allerdings mit deutlich wachsenden Fallzahlen gerechnet.

+++ 18 Uhr: David Beckham in Unicef-Appell an Sierra Leone +++

Der frühere britische Starfußballer David Beckham fordert in einer Videobotschaft die Menschen in Sierra Leone auf, mit dem Kinderhilfswerk Unicef zusammenzuarbeiten. Der Kurzfilm solle im nationalen Fernsehen, in Gemeindehallen und Fußballstadien in Sierra Leone gezeigt werden, berichtet die Nachrichtenagentur PA. Er solle die Scham bekämpfen, die im Land mit der Krankheit verbunden sei, und Menschen ermutigen, sich zu schützen und medizinische Hilfe zu suchen.

"Unicef ist da und arbeitet rund um die Uhr daran, Kinder und Familien vor diesem tödlichen Virus zu schützen", sagt Beckham in dem Video. "Bitte gebt Unicef die Hilfe, die es braucht, um gegen diese Krise anzugehen." Unicef zufolge haben mindestens 3700 Kinder ein Elternteil oder beide Eltern wegen Ebola verloren. David Beckham ist Sonderbotschafter für das Kinderhilfswerk.

+++ 17.30 Uhr: Brüsseler Flughafen kontrolliert künftig Gepäck aus Ebola-Ländern +++

Um Flughafen-Mitarbeiter vor dem Ebola-Virus zu schützen führt der Brüsseler Flughafen künftig Gepäckkontrollen durch. Grund sei eine wachsende Furcht des Personals vor Ebola, teilt der Flughafen der belgischen Hauptstadt mit. Neben Paris bietet derzeit nur Brüssel Direktverbindungen aus Europa in die betroffenen westafrikanischen Länder an.

Eine Spezialfirma soll künftig Gepäck aus Sierra Leone, Guinea und Libera auf austretende Flüssigkeiten untersuchen. Koffer und Taschen, aus denen Flüssigkeit austritt, sollen zerstört werden. Eine Flughafensprecherin erklärt, Hintergrund seien Befürchtungen des Personals, Passagiere könnten möglicherweise infiziertes Fleisch aus den betroffenen Ländern einführen.

+++ 17 Uhr: Bundesweit können nur zehn Ebola-Patienten gleichzeitig behandelt werden +++

Nur zehn der insgesamt etwa 50 Betten für Ebola-Patienten in speziellen deutschen Behandlungszentren sind einem Würzburger Experten zufolge gleichzeitig einsetzbar. Es könne derzeit maximal ein Fünftel der Patienten zur selben Zeit behandelt werden, sagt Tropenmediziner August Stich am Freitag. "Und das ist schon mit maximaler Anstrengung."

Es sei aus personellen Gründen nicht möglich, dass "alle sieben Behandlungszentren auf Volldampf laufen und voll belegt sind", sagt der Sprecher des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren. Stich ist Chefarzt an der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg.

+++ 16.20 Uhr: Ebola-Ausbruch in Senegal vorerst vorbei +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Ebola-Ausbruch im Senegal offiziell für beendet erklärt. Allerdings sei weiterhin Wachsamkeit angebracht, heißt es in Genf veröffentlichten Mitteilung. Das Land sei wegen seiner geografischen Lage verwundbar für weitere eingeschleppte Ebola-Fälle.

Die einzige bislang bekannte Ebola-Erkrankung im Senegal war am 29. August diagnostiziert worden. Es handelte sich um einen jungen Mann, der aus dem Nachbarland Guinea in die Hauptstadt Dakar gereist war. Er habe sich von der Krankheit erholt, sei bereits am 5. September negativ auf das Virus getestet worden und am 18. September nach Guinea zurückgekehrt.

+++ 13.15 Uhr: Deutschland stockt Hilfen auf 100 Millionen Euro auf +++

Die Bundesregierung stockt die Hilfen für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie auf. Die Mittel würden um knapp 85 Millionen Euro auf gut 100 Millionen Euro erhöht, kündigt die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin an. Mit dem Geld sollten Maßnahmen der Bundesregierung und von Hilfsorganisationen unterstützt werden.

Kanzlerin Angela Merkel hatte zuvor erklärt, sie sehe die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen die tödliche Krankheit gefordert. "Ebola ist in der globalisierten Welt nur mit einer deutlich engeren internationalen Zusammenarbeit und mit deutlich effektiveren Strukturen einzudämmen."

+++ 12.55 Uhr: Entwarnung bei zwei Verdachtsfällen in Spanien +++

Zwei von sechs in Spanien mit Ebola-Verdacht ins Krankenhaus gebrachte Patienten sind nicht infiziert. Ein Passagier aus Nigeria, der am Donnerstag auf dem Weiterflug von Paris nach Madrid von Schüttelfrost befallen wurde, sei negativ getestet worden, teilen spanischen Behörden mit. Auch ein weiterer Patient, der im selben Krankenwagen wie eine Ebola-infizierte Krankenschwester behandelt worden war, sei negativ getestet worden.

In Spanien werden derzeit noch vier weitere Verdachtsfälle betreut, bei ihnen lagen zunächst noch keine Testergebnisse vor. Die Krankenschwester Teresa Romero hatte sich bei der Behandlung von zwei Ebola-Kranken aus Westafrika angesteckt. Es war die erste bekannte Ansteckung außerhalb Afrikas. Sie befindet sich nach Überwindung der kritischsten Phase inzwischen in stabilem Zustand.

+++ 12.32 Uhr: Großbritannien weitet Screenings an Flughäfen aus +++

Großbritannien will die Kontrollen an seinen Flughäfen ausweiten. Neben Heathrow und Gatwick sollen auch in Manchester und Birmingham Reisende auf Symptome gecheckt und befragt werden. Gleichzeitig fordert Premierminister David Cameron andere europäische Länder auf, ebenfalls Screenings an ihren Flughäfen einzuführen. Die Ausbreitung des tödlichen Virus sei "das größte Gesundheitsproblem der Welt in einer Generation", sagt Cameron.

+++ 12.22 Uhr: Deutsche Ärzteverbände rufen zu freiwilligem Einsatz auf +++

Die Spitzenverbände der Ärzte in Deutschland rufen Mediziner zum freiwilligen Ebola-Einsatz in Westafrika auf. Ärzte mit den erforderlichen Fachkompetenzen und Sprachkenntnissen würden gebeten, sich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder anderen Organisationen zu melden, erklären die Verbände in Berlin nach einem von der Bundesärztekammer initiierten Treffen zum Thema der Ebola-Eindämmung.

Sie fordern Deutschland und andere Staaten zugleich auf, Geld, Ausrüstung und logistische Unterstützung für die Helfer in den betroffenen Ländern bereitzustellen. "Deutschland und die internationale Staatengemeinschaft sind aufgerufen, ihre finanzielle Unterstützung für die Ebola-Bekämpfung vor Ort zu intensivieren", heißt es in dem Appell der Verbände, zu denen unter anderem die Bundesärztekammer, der Marburger Bund, der Hartmannbund und der Bundesverband der Knappschaftsärzte zählen.

Die Mediziner fordern von der Politik darüber hinaus auch Absicherungen für freiwillige Helfer, etwa die Bereitstellung von ausreichenden Versicherungs- und Versorgungsgarantien für den Ansteckungsfall. Die Staatengemeinschaft müsse aufgrund der Erfahrungen mit dem Ebola-Ausbruch zudem ihre Interventionskapazitäten für derartige Krisen verbessern und in die Erforschung von neuen Impfstoffen und Impfstrategien investieren.

+++ 11.19 Uhr: Infizierte US-Krankenschwester meldet sich in Video zu Wort +++

Nina Pham, die erste an Ebola erkrankte Krankenschwester in den USA, meldet sich kurz vor ihrer Überführung in eine Klinik in Maryland mit einem rührenden Video zu Wort. Darin ist zu sehen, wie die 26-Jährige - scheinbar in körperlich guten Zustand - in einem Krankenbett liegt und sich mit Ärzten in Schutzausrüstung unterhält.

Ein Mediziner, der das Video auch dreht, bedankt sich bei Pham unter anderem für deren Einsatz im Fall des kürzlich verstorbenen Thomas Eric Duncan.

+++ 10.55 Uhr: Schon mehr als 500 US-Soldaten in Afrika +++

Die USA haben bisher 540 Soldaten nach Westafrika entsandt. "Jede Woche kommen mehr dazu", sagt der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, in Washington. Insgesamt sollen mindestens 4000 US-Militärs in der Region zum Einsatz kommen. Die US-Seuchenbehörde CDC hat bisher mehr als 100 zivile Ärzte und Sanitäter nach Westafrika entsandt.

Der Militäreinsatz, den US-Präsident Barack Obama am 16. September angeordnet hatte, konzentriert sich auf logistische Unterstützung, Schulung von einheimischem medizinischen Personal, den schnellen Bau von medizinischen Einrichtungen und die Hilfe bei der Koordinierung des Kampfes gegen Ebola. "Kein einziger Militärangehöriger wird dort direkt Patienten behandeln", so Kirby.

Angehörige des Medizinischen Forschungszentrums der Marine betreiben drei mobile Labors, die binnen 24 Stunden Ebola-Test-Ergebnisse liefern können. Sie haben schon mehr als 1200 Proben untersucht. "Wir haben eine Luftbrücke im Senegal zur logistischen Unterstützung eingerichtet", sagt Kirby weiter. In Liberia hat das US-Militär ein 25-Betten-Krankenhaus aufgebaut, das nächste Woche voll funktionsfähig sein soll. Weitere Einheiten sind in Bau.

+++ 9.42 Uhr: Pflegekraft auf Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne gestellt +++

Eine Pflegekraft der texanischen Klinik, in der ein Ebola-Patient kürzlich verstarb, ist auf einem Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne gestellt worden. Wie das US-Außenministerium weiter mitteilt, habe sie keine Ebola-Symptome. Sie sei auch nicht direkt mit dem Patienten in Kontakt gekommen, aber möglicherweise mit dessen Körperflüssigkeiten.

Die Pflegekraft sei am Sonntag in Galveston an Bord eines Kreuzfahrtschiffes gegangen. Dem Ministerium zufolge beobachtet die Person ihre körperliche Verfassung seit Montag und hat bislang keine Anzeichen einer Ebola-Erkrankung. Sie habe sich mit ihrer Reisebegleitung freiwillig in ihrer Kabine isoliert. US-Behörden veranlassten die Rückkehr des Schiffes in die USA.

+++ 9.26 Uhr: Bisher nur 100.000 US-Dollar im UN-Sondertopf +++

Die Zahlungen der UN-Mitgliedstaaten in den Sondertopf zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika sind einem US-Zeitungsbericht zufolge bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Anstatt der von den Vereinten Nationen geforderten eine Milliarde Dollar seien bisher nur 100.000 Dollar (rund 79.000 Euro) eingegangen, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf UN-Mitarbeiter. Das Geld stammt demnach von der kolumbianischen Regierung.

Die Vereinten Nationen wollen mit dem Topf flexibler auf die Anforderungen bei der Bekämpfung der Seuche reagieren können. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die bisherigen Zahlungen in den Fonds zuvor irrtümlich mit 20 Millionen Dollar beziffert. Hierbei handelte es sich aber um Zusagen, nicht um tatsächlich gezahltes Geld.

+++ 8.44 Uhr: Nigerianischer Flugpassagier wohl nicht infiziert +++

Ein in Madrid angekommener Flugpassagier mit Ebola-Verdacht ist wohl nicht infiziert. Wie es aus Regierungskreisen heißt, ergab der erste Test einen negativen Befund. Eine zweite Analyse innerhalb von drei Tagen müsse dies noch bestätigen.

Der Mann aus Nigeria war am Donnerstag mit einer Air-France-Maschine aus Paris kommend in Madrid gelandet. Da er Schüttelfrost und hohes Fieber hatte, wurde das Flugzeug vorübergehend isoliert und der Mann in die Quarantäne-Station der Madrider Carlos-III-Klinik gebracht. 

Sorgen bereitet den spanischen Gesundheitsbehörden allerdings noch der Fall eines Krankenpflegers, der vor einer Woche aus Sierra Leone nach Teneriffa zurückgekehrt war. Er hatte in Westafrika Ebola-Patienten behandelt und liegt mit Fieber in der Isolierstation eines Krankenhauses auf der Kanaren-Insel. Sein Testergebnis lag zunächst noch nicht vor.

+++ 6.01 Uhr: Deutschland beteiligt sich an Impfstoff-Erprobung +++

Deutschland will sich an der Erprobung eines Impfstoffs beteiligen. Es gebe die Hoffnung, Anfang nächsten Jahres mit den Tests einer kanadischen Produktion beginnen zu können, heißt es aus Berliner Regierungskreisen. Denkbar sei, dass dann auch deutsche Helfer im westafrikanischen Seuchengebiet von einem Impfschutz profitieren könnten, wenn sie sich an der Studie beteiligten. Allerdings wird vermutlich weltweit nur eine kleine Impfstoffmengen zur Verfügung stehen. Schätzungen liegen bei rund 10.000 Impfdosen, wovon auf Deutschland nur ein kleiner Teil fallen würde.

Deutschen Experten zufolge sind weltweit zwei erfolgversprechende Impfstoffe in Arbeit. Hinter der kanadischen Produktion stehe ein US-Unternehmen. Allerdings forschen deutlich mehr Firmen an einem Impfmittel gegen die tödliche Krankheit.

+++ 2.32 Uhr: Obama gegen Einreisebeschränkungen +++

US-Präsident Barack Obama spricht sich gegen Einreiseverbote aus. Zwar habe er keine grundsätzlichen Vorbehalte gegen eine solche Maßnahme, die bisherigen Tests an US-Flughäfen bei Reisenden aus den Ebola-Regionen in Westafrika seien aber effektiver. Einreiseverbote würden dagegen eher von Reisenden durch falsche Angaben unterlaufen, sagt Obama nach einem Treffen mit Gesundheitsexperten im Weißen Haus.

Möglicherweise werde er einen "Ebola-Zar" - also einen Top-Koordinator zur Bekämpfung der Seuche - ernennen, fügt Obama hinzu. Bisher ist in den USA ein #link;http://www.stern.de/gesundheit/thomas-eric-duncan-erster-ebola-toter-in-den-usa-2144002.html;Ebola-Kranker aus Westafrika gestorben#. Zwei Krankenschwestern, die ihn an einem Krankenhaus in Dallas behandelt hatten, haben sich infiziert. Eine der Krankenschwestern wurde am Abend in ein Spezialkrankenhaus in der Nähe Washingtons geflogen. 

+++ 1.11 Uhr: Ärzte ohne Grenzen kritisiert EU und WHO +++

Nach dem Treffen der EU-Gesundheitsminister in Brüssel kritisiert die Organisation Ärzte ohne Grenzen den Kampf der Europäischen Union gegen die Ausbreitung der Ebola in Westafrika. "Durch früheres entschiedenes Handeln hätte die Epidemie eingegrenzt werden können", sagt Tankred Stöbe, Vorstandschef der deutschen Sektion, der "Frankfurter Rundschau". Er kritisiert auch die Weltgesundheitsorganisation WHO. "Wir haben schon im März vor der Ausbreitung des Ebola-Virus gewarnt. Spätestens im Juni war die Epidemie außer Kontrolle. Aber selbst die WHO reagierte nur zögerlich."

Die EU-Gesundheitsminister hatten am Donnerstag unter anderem über strengere Ausreisekontrollen in Westafrika beraten. "Wir brauchen tropenmedizinisch geschultes Personal und mehr Bettenplätze in den drei am stärksten betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea", so Stöbe. Auch müsste "endlich" Geld in die Erforschung von Impfstoffen und Medikamenten gegen Ebola investiert werden. Ärzte ohne Grenzen rief die EU-Staaten auch auf, nach US-Vorbild Soldaten nach Afrika zu entsenden. "In der Bekämpfung der Ebola-Epidemie werden alle Kapazitäten benötigt, inklusive das Militär."

mod/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters