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+++ Ukraine-Newsticker +++: Kiew erwägt Aufrüstung gegen Russland

Die Krisen-Diplomatie läuft auf Hochtouren. Der ukrainische Präsident trifft US-Präsident Obama. Ist das Abspaltungs-Referendum auf der Krim noch zu stoppen? Ein Rückblick auf den Tag im Newsticker.

+++ 19.31 Uhr: Kiew debattiert über Aufrüstung gegen Russland +++

Das ukrainische Parlament berät morgen über eine kurzfristige Verstärkung der Sicherheitskräfte durch mindestens 20.000 Freiwillige. Vorgeschlagen ist die Aufstellung einer Nationalgarde, die den regulären Streitkräften im Falle einer russischen Aggression beistehen soll.

+++ 18.26 Uhr: Paris stellt geplantes Ministertreffen in Frage +++

Die Regierung in Paris macht ein französisch-russisches Spitzentreffen am 18. März von Fortschritten im Ukraine-Konflikt abhängig. Die Gespräche der Außen- und Verteidigungsminister könnten stattfinden, wenn es Hinweise von russischer Seite gebe, "dass dieses Treffen nützlich sein könnte", heißt es aus dem Elysée-Palast. Kurz zuvor hatte Moskau mitgeteilt, dass das Ministertreffen im Rahmen des jährlich tagenden französische-russischen Kooperationsrates zu Sicherheitsfragen am 18. März stattfinden werde.

+++ 17.35 Uhr: Hollande warnt Putin vor gefährlicher Eskalation +++

Frankreichs Präsident François Hollande ruft Wladimir Putin in einem Telefonat zu Besonnenheit auf. Es sei noch genug Zeit, eine "unnütze und gefährliche Eskalation" zu vermeiden, sagt er nach Angaben des Elysée-Palastes. Hollande fordert Putin demnach auf, alles dafür zu tun, um einen Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim an Russland zu verhindern.

Die russische Führung kündigt nach dem Gespräch an, dass Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am kommenden Dienstag gemeinsam mit Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian zu weiteren Gesprächen in Moskau erwartet werde.

+++ 17.14 Uhr: Cameron will Reisebeschränkung für russische Abgeordnete +++

Der britische Premierminister David Cameron fordert Reisebeschränkungen für russische Abgeordnete, die einen Anschluss der Krim an Russland befürworten. "Wir werden dafür eintreten, dass Reisebeschränkungen auch einige prominente russische Abgeordnete einschließen", sagt Cameron zu Journalisten während eines Fluges nach Israel, wie die englische Nachrichtenagentur PA berichtet. Er werde zunächst keine Namen nennen. "Als Kriterium gilt, wer für die nicht akzeptablen Schritte, die gemacht wurden, eingetreten ist."

+++ 17.08 Uhr: Wagenknecht erhebt schwere Vorwürfe gegen Merkel und Steinmeier +++

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel die Unterstützung von ukrainischen Neofaschisten vor. "Eine Putschregierung, der Neofaschisten und Antisemiten angehören, kommt mit dem Segen von Merkel und Steinmeier ins Amt", sagt Wagenknecht zu "Handelsblatt Online". Das Verhältnis zu Russland habe sich dramatisch verschlechtert, in der Region drohe ein Bürgerkrieg, fügt sie hinzu.

Zudem erklärt die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken die Ukraine-Politik der Bundesregierung für gescheitert: "Der neue außenpolitische Kurs demonstrativer Kraftmeierei ist eher peinlich und hat in der Ukraine bereits das erste Mal Schiffbruch erlitten."

+++ 16:43 Uhr: Künstler erklären Ünterstützung für Putin +++

Mehr als 150 russische Künstler erklären öffentlich ihre Unterstützung für Kremlchef Wladimir Putin erklärt. Sie könnten nicht länger "gleichgültige und kaltherzige Beobachter" bleiben, heißt es in dem vom Kulturministerium in Moskau veröffentlichten Schreiben. Zu den Unterzeichnern gehört auch Stardirigent Waleri Gergijew, der 2015 Chef der Münchener Philharmoniker werden soll.

+++ 16:38 Uhr: Weißrussland bittet Russland um Aufklärungsflugzeuge +++

Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko bittet Moskau um die Entsendung von "12 bis 15" Militärflugzeugen zur Verstärkung der Luftraumüberwachung. Er begründet seine Forderung mit den Reaktionen der NATO und der USA. "Wenn die NATO mit den USA ihre Lufteinheiten und Missionen an unseren Grenzen verstärken, was sollen wir machen? Zuschauen?", fragt Lukaschenko bei einer Sitzung seines Sicherheitskabinetts in Minsk.

+++ 15.50 Uhr: Merkel rechnet mit weiteren Sanktionen +++

Kanzlerin Merkel hält eine Verschärfung der EU-Sanktionen gegen Russland für kaum noch vermeidbar. "Wenn es zu keiner Kontaktgruppe kommt, wenn die Gespräche nicht erfolgreich sind, dann sind Sanktionen unabdingbar", erklärt Merkel nach ihrem Treffen mit Polens Regierungschef Tusk. Wenn es keine Deeskalation von russischer Seite gebe, "wovon man Stand heute leider ausgehen muss", würden die EU-Außenminister am Montag die Stufe zwei der Sanktionen mit ersten Beschlüssen umsetzen. In den Gesprächen der vergangenen Tage mit Russland habe es keine Fortschritte gegeben.

+++ 15.33 Uhr: EU-Abkommen mit Kiew schon nächste Woche +++

Der erste Teil des Assoziierungsabkommens der Europäischen Union mit der Ukraine soll bereits kommende Woche unterzeichnet werden, kündigt Polens Ministerpräsident Donald Tusk nach einem Treffen mit Kanzlerin Merkel in Warschau an.

+++ 15.07 Uhr: Hunderte Menschen fliehen laut Kiew von der Krim +++

Die Ukraine gibt an, in den vergangenen Tagen seien knapp 560 Menschen von der Krim geflohen. Wenn die "Separatisten" ihre Aktivitäten fortsetzten, könne die Zahl weiter steigen, sagt der nationale Sicherheitschef Andrij Parubij. Die Ukraine sei bereit, den "Schutz der Flüchtlinge" zu gewährleisten.

+++ 15.04 Uhr: Putin mit Wirtschaftswachstum unzufrieden +++

Putin bezeichnet die Konjunkturentwicklung in Russland als inakzeptabel. "Ich werde erneut betonen, dass die jetzigen Wachstumsraten und die Prognosen der Regierung uns nicht zufriedenstellen können", sagt er in Richtung der Zentralbank, des Finanzministeriums und der Kreml-Wirtschaftsberater. Die Konjunktur hatte sich zuletzt spürbar abgeschwächt. Der Rubel hat dieses Jahr zum Dollar zudem schon mehr als zehn Prozent an Wert verloren. Sanktionen des Westens könnten die geschwächte Wirtschaft noch weiter abwürgen.

+++ 14.42 Uhr: Bundesregierung lässt Gespräche mit Putin offen +++

Die Bundesregierung lässt offen, ob die für April geplanten deutsch-russischen Regierungsgespräche stattfinden werden, teilt die stellvertretende Regierungssprecherin mit. Bislang war geplant, dass Putin mit einem Teil seines Kabinetts im nächsten Monat nach Berlin kommt. Die deutsch-russischen Regierungsgespräche finden normalerweise jedes Jahr statt.

+++ 14.40 Uhr: Deutsch-italienische Konsultationen am Montag +++

Die Regierungen von Deutschland und Italien treffen sich am Montag zu Konsultationen in Berlin. Italiens neuer Regierungschef Matteo Renzi verbinde die Visite mit seinem Antrittsbesuch bei Merkel, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz mitteilt. Als Schwerpunktthemen nannte sie neben den Beziehungen beider Länder europapolitische, internationale und wirtschaftspolitische Fragen. Im Zentrum dürfte nach dem Referendum die Frage stehen, ob die EU die zweite von drei beschlossenen Sanktionsstufen in Kraft setzt.

+++ 14.16 Uhr: Weißrussland bietet Moskau Stationierung von Kampfjets an +++

Das autoritär regierte Weißrussland bietet dem Nachbarn Russland die Stationierung von bis zu 15 Kampfflugzeugen an. Damit wolle die Ex-Sowjetrepublik "angemessen" auf die Verlegung von US-Jets nach Polen und ins Baltikum reagieren, sagt Präsident Alexander Lukaschenko. "Wir beobachten in letzter Zeit eine Eskalation des Konflikts", erklärt Lukaschenko laut Staatsagentur Belta bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Minsk.

+++ 13.52 Uhr: Auch G-7-Staaten drohen Sanktionen an +++

Neben der EU drohen nun auch die G7-Staaten Russland mit Sanktionen, falls sich Moskau die Krim einverleiben sollte. "Sollte die Russische Förderation einen solchen Schritt unternehmen, werden wir weitere Maßnahmen - sowohl einzeln als auch gemeinsam - unternehmen." Bei den G-7-Staaten handelt es sich um Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA. Unterzeichnet haben die Erklärung auch der EU-Ratspräsident und der EU-Kommissionspräsident.

+++ 13.32 Uhr: Bankenpräsident hält wenig von Sanktionen +++

Bankenpräsident Jürgen Fitschen warnt vor Sanktionen gegen Russland. "Eine Neuauflage des Kalten Krieges sollten wir unter allen Umständen vermeiden", so Fitschen in der Wochenzeitung "Die Zeit". Sanktionen bergen "die Gefahr, dass Russland sich noch weiter vom Westen distanziert. Das wäre weder für Deutschland noch Europa gut, politisch wie wirtschaftlich." Mehr als 20 Milliarden US-Dollar hätten deutsche Firmen in Russland investiert, in mehr als 6000 Unternehmen gebe es deutsche Kapitalbeteiligungen.

+++ 12.40 Uhr: EU einigt sich auf Entwurf für Sanktionen +++

Die EU-Staaten einigen sich auf die Ausgestaltung der angedrohten Sanktionen gegen Russland. Laut dem Entwurf sind Reisebeschränkungen und Einfrieren von Konten für jene vorgesehen, die für die Verletzung der Souveränität der Ukraine verantwortlich sind.

+++ 12.33 Uhr: Krim-Führung kann angeblich 7000 Bewaffnete mobilisieren +++

Die pro-russische Führung der Krim kann nach eigenen Angaben in kurzer Zeit bis zu 7000 Bewaffnete mobilisieren. Schon jetzt verfügten die "Selbstverteidigungskräfte" auf Halbinsel über 3000 Mitglieder, sagt Parlamentschef Wladimir Konstantinow. Nach Ansicht von Gegnern der selbst ernannten Regierung handelt es sich bei den Bewaffneten in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen vor allem um reguläre russische Soldaten. Die Kräfte sollen bei dem umstrittenen Referendum über einen Beitritt zu Russland die Wahllokale schützen.

+++ 12.21 Uhr: Dax rutscht deutlich ab +++

Der Dax verbucht aus Sorge um den Krim-Konflikt deutliche Verluste. Nach der kurzen Erholung vom Vortag knüpfte der deutsche Leitindex damit wieder an die negative Tendenz der vergangenen Woche an. Mit einem Minus von 1,33 Prozent bei 9184 Punkten nahm das Börsenbarometer am Mittag wieder Kurs auf die Marke von 9000 Punkten. Ende Februar hatte der Index noch fast die Marke von 9700 Punkten erreicht.

+++ 12.10 Uhr: Cameron für Sanktionen gegen russische Parlamentarier +++

Der britische Ministerpräsident David Cameron spricht sich dafür aus, im Rahmen der weiteren Sanktionen gegen Russland auch Reisebeschränkungen gegen prominente Parlamentarier zu verhängen. Eine Verschärfung der Strafmaßnahmen plant die EU für den Fall, dass Russland die Krim nach der für Sonntag angesetzten Volksabstimmung annektiert.

+++ 12.02 Uhr: Ukrainische Staatsunternehmen sollen Krim-Eigentum werden +++

Die Regionalregierung der Krim kündigt an, die ukrainischen Staatsunternehmen auf der Halbinsel in ihr Eigentum zu überführen.

+++ 11.55 Uhr: OSZE hat Beweise für russische Straßenblockaden +++

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat Beweise dafür, dass das russische Militär für die Straßenblockaden auf der Krim verantwortlich ist. Wie eine Beobachtermission der Staatenorganisation mitteilt, sei die internationale Expertengruppe insgesamt fünfmal an verschiedenen Kontrollpunkten von stark Bewaffneten am Zugang zur ukrainischen Halbinsel abgehalten worden. Die Beobachter hätten während ihrer einwöchigen Mission trotzdem beträchtliche Beweise für die Anwesenheit russischer Soldaten auf der Krim gesichert, hieß es. Als Beispiele nennt ein von der amerikanischen Delegation vorgelegter Bericht die Ausrüstung der "Selbstverteidigungskräfte" sowie Nummernschilder von Lastwagen.

+++ 11.55 Uhr: Handelsverband BGA warnt vor Sanktionen +++

Deutschlands Wirtschaft hat nach Ansicht des Handelsverbands BGA bei Sanktionen gegen Russland am meisten zu verlieren. Russland sei nie ein einfacher Wirtschaftspartner gewesen, sagt BGA-Präsident Anton Börner. "Dennoch: Ohne Russland geht es auch nicht". Die deutsche und russische Wirtschaft seien hochkomplementär. Insgesamt handelten 6200 deutsche Unternehmen mit Russland oder hätten dort investiert. Das bilaterale Handelsvolumen liege bei über 76 Milliarden Euro, Deutschland exportiere Waren im Wert von 36 Millionen Euro nach Russland. Dies seien vor allem hochwertige Konsumgüter, Maschinen und Anlagen. Aus Russland importiere Deutschland vor allem Energie und Rohstoffe.

+++ 11.44 Uhr: UN warnen vor Katastrophe in Syrien wegen Krim-Krise +++

Die Vereinten Nationen (UN) bereiten sich auf einen Flüchtlingsstrom von der Halbinsel Krim vor. Gleichzeitig warnt UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres davor, dass die Krise in der Ukraine den Konflikt in Syrien in den Hintergrund dränge. Seine größte Sorge sei, dass es in dem Bürgerkriegsland eine "totale Katastrophe" gebe, weil sich der Blick der Nationen nun auf die Krim richte. Nach dem erfolglosen Ende der Genfer Syrien-Verhandlungen erschwerten nun die Spannungen zwischen dem Westen und Russland wegen der Krim die Suche nach einer Lösung für Syrien.

+++ 11.19 Uhr: Linkspartei zeigt Verständnis für Krim-Referendum +++

Die Linkspartei ist nach ihrer stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht bereit, eine Abspaltung der Krim von der Ukraine zu tolerieren. Zwar sei das geplante Referendum über eine Abspaltung der Halbinsel formal nicht verfassungskonform, sagt Wagenknecht, doch sie könne angesichts der russen-feindlichen Tendenzen der neuen Regierung in Kiew den Wunsch nach einer Volksbefragung über die Zukunft der Krim verstehen. "Wenn sie stattfindet, dann ist das eine Situation, die man akzeptieren muss." Wer das geplante Referendum kritisiere, müsse auch die neue Regierung in Kiew kritisieren, so Wagenknecht.

+++ 11.13 Uhr: Eon sieht keine Änderungen beim Russland-Geschäft +++

Trotz der Krim-Krise sieht der Strom- und Gasversorger Eon keine Auswirkungen auf sein Geschäft mit Russland. Unabhängig von politischen Krisen unterhalte Eon seit vielen Jahren stabile Geschäftsbeziehungen zu Russland, sagt Vorstandschef Johannes Teyssen bei der Bilanzvorlage des Unternehmens in Düsseldorf. "Und ich sehe auch in der aktuellen Situation keine Anzeichen dafür, dass sich daran etwas ändern wird." Aus der Ukraine liegen dem Konzern bislang keine Anfragen für Gaslieferungen in das Land vor.

+++ 11.04 Uhr: Russland muss Bestrebungen zur Krim-Annexion beenden +++

Die führenden Industriestaaten G7 werden Russland auffordern, seine Bemühungen einzustellen, die Halbinsel Krim gewaltsam in seinen Besitz zu bringen. Über Twitter kündigt Barroso für 14 Uhr eine entsprechende Stellungnahme an.

Vor dem Europaparlament in Straßburg forderte Barroso Russland auf, für eine "Deeskalation" der Lage zu sorgen. Russlands Vorgehen auf der Halbinsel sei eine "unakzeptable Verletzung des Hoheitsgebiets der Ukraine". Eine Annexion der Autonomen Republik Krim werde die EU nicht hinnehmen. Notwendig sei eine politische Lösung unter Einhaltung des Völkerrechts. In der Ukraine sei schon "zu viel Blut geflossen". Die EU sei auch zu weiteren Sanktionen bereit, falls es keine Fortschritte gebe, so Barroso. "Ich hoffe aber, das wir das vermeiden können."

+++ 10.50 Uhr: Barroso warnt Russland vor Konsequenzen +++

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso warnt Russland vor "schwerwiegenden Konsequenzen", wenn sich die Lage in der Krim-Krise weiter verschärfen sollte. Zugleich macht Barroso vor dem EU-Parlament klar, dass die EU keine exklusiven Partnerschaften mit der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern will. Vielmehr könne die Ukraine eine Art Brückenkopf für die EU Richtung Russland sein.

+++ 10.50 Uhr: Zentralrat der Juden besorgt über rechte Kräfte in Regierung +++

Der Zentralrat der Juden zeigt sich beunruhigt angesichts rechter und ultranationalistischer Kräfte in der ukrainischen Übergangsregierung. "Hier muss Europa ganz genau hinsehen, kritisch und ohne Naivität, und darauf achten, dass Rassismus und Antisemitismus in der Ukraine nun nicht etwa salonfähig werden", sagt der Präsident des Zentralrats, Dieter Graumann, dem "Handelsblatt". "Unter keinen Umständen dürfen wir hinnehmen, dass in dieser Zeit der radikalen Umwälzungen radikale und menschenfeindliche Gruppierungen ihren Einfluss ausweiten und Minderheiten bedrohen können." Juden seien in solchen Situationen immer in Gefahr, "als Sündenböcke missbraucht zu werden", so Graumann. Die von dem Juristen Oleg Tjagnibok geführte rechtspopulistische Partei Swoboda (Freiheit) ist in der ukrainischen Regierung vertreten.

+++ 10.13 Uhr: Manöver mit US-Kriegsschiff vor Krim beginnt +++

Im Schwarzen Meer, gegenüber der Halbinsel Krim, beginnt ein gemeinsames Marinemanöver der USA mit Bulgarien und Rumänien mit eintägiger Verspätung. An der mehrtägigen Übung nimmt der US-Lenkwaffenzerstörer "Truxtun" mit einer Besatzung von 300 Marinesoldaten teil. Nach Angaben der bulgarischen Marine gehören auch die bulgarische Fregatte "Drazki" und drei rumänische Schiffe zu dem Übungsverband. Zudem hat die Nato AWACS-Flugzeuge zur Kontrolle des Luftraums rund um die Ukraine entsandt. Ein von der Ukraine geführtes Seemanöver für März/April wurde abgesagt. Das habe ihm der ukrainische Botschafter mitgeteilt, so der bulgarische Verteidigungsminister Angel Naydenow. Die Hafen der ukrainischen Marine auf der Krim wird von der russischen Schwarzmeerflotte blockiert.

+++ 8.13 Uhr: Krim-Führung schränkt Luftraum bis nach Referendum ein +++

Die moskautreue Führung der Krim schränkt den Luftraum über der Halbinsel bis nach dem umstrittenen Referendum über einen Beitritt zu Russland ein. so solle die Ankunft von "Provokateuren" aus Kiew und der Westukraine verhindert werden, sagt der selbst ernannte Vizeregierungschef Rustam Temirgalijew der Agentur Interfax. Die Maßnahme gelte bis zum 17. März, einen Tag nach der Volksbefragung. Bereits am Vortag waren mehrere Verbindungen von Simferopol in die Hauptstadt Kiew sowie nach Istanbul gestrichen worden.

+++ 7.57 Uhr: Russlandbeauftragter findet Pläne des Kreml unvorhersehbar +++

Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen könnten sich nach Ansicht des Russlandbeauftragten der Bundesregierung weiter verschlechtern. "Völlig ausschließen kann man nicht, dass es noch weiter schlechter wird, weil wir nicht wissen, wie die russische Seite weiter agiert", erklärt Gernot Erler (SPD) im ARD-"Morgenmagazin". Die Pläne des Kremls für die Zeit nach dem Referendum auf der Krim seien nicht vorhersehbar. Russland werde möglicherweise versuchen, weitere Teile der Ukraine abzuschneiden, so Erler. Oder es werde doch noch zu der von Deutschland unterstützen Kontaktgruppe kommen.

+++ 7.45 Uhr: Obama wird Jazenjuk empfangen +++

US-Präsident Obama wird heute den ukrainischen Übergangsregierungschef Jazenjuk im Weißen Haus empfangen. Dabei soll es laut US-Regierung um die Suche nach einer friedlichen Lösung des Konflikts mit Russland um die Krim gehen. Auf dem Programm stehen auch Treffen mit US-Vizepräsident Biden, mit Kongressmitgliedern sowie Vertretern des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Die Ukraine benötigt dringend internationale Finanzhilfen, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Morgen reist Jazenjuk weiter nach New York zu den Vereinten Nationen.

+++ 6.28 Uhr: Polens Botschafter will weitere Sanktionen gegen Russland sofort +++

Polens Botschafter in Berlin, Jerzy Marganski, sagt der "Neuen Osnabrücker Zeitung", die EU sei "jetzt an einem Punkt, an dem die zweite Stufe des vom Europäischen Rat verabschiedeten Stufenplans für Sanktionen erreicht zu sein scheint". Die USA und die EU hatten in der vergangenen Woche erste Sanktionen verhängt.

+++ 5.02 Uhr: Bundeswehr bringt verletzte Ukrainer nach Berlin +++

Die Bundeswehr bringt heute 24 verletzte Ukrainer nach Deutschland. Ein Airbus wird am Nachmittag am Flughafen Berlin-Tegel erwartet. Die Patienten kommen zur Behandlung in Berliner Krankenhäuser, aber auch nach Ulm und Koblenz. Nach einer Bitte der prowestlichen neuen Regierung in Kiew hatte ein Ärzteteam der Bundeswehr den Transport vorbereitet. Bei den Ausschreitungen auf dem Maidan in Kiew waren im Februar Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt worden.

+++ 3.29 Uhr: Tusk: Deutschland und EU zu zaghaft +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist nach Warschau, um mit Ministerpräsident Donald Tusk über die Krise zu diskutieren. Tusk befürchtet ein zu zaghaftes Vorgehen Deutschlands und der Europäischen Union gegenüber Moskau aus Rücksicht auf Gas-Geschäfte. Er ist zudem besorgt, eine Eskalation im Nachbarstaat Ukraine könnte auch Polen in Schwierigkeiten bringen.

+++ 1.51 Uhr: US-Kongress fordert härtere Sanktionen +++

Der US-Kongress hat einen umgehenden Abzug russischer Truppen gefordert und härtere Sanktionen gegen Moskau verlangt. In einer einstimmig verabschiedeten Entschließung des Senats hieß es, Russland solle aus der Gruppe der acht weltweit führenden Industrienationen (G-8) ausgeschlossen werden. Zudem wurde der Weltfußballverband Fifa aufgefordert, seine Entscheidung, die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2018 in Russland auszutragen, zu überdenken.

+++ 23.55 Uhr: Keine Militäraktion auf der Krim +++

Die Ukraine wird nach den Worten von Übergangspräsident Turtschinow nicht militärisch auf der Krim eingreifen und will stattdessen ihre Ostgrenze schützen. "Wir können keine militärische Operation auf der Krim starten, weil dann unsere Ostgrenze bloßliegen würde und die Ukraine nicht geschützt wäre", so Turtschinow.

mod/jen/dho/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(