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Ukraine-Krise: Kiew lehnt Putins Friedensplan ab

Möglicher WM-Boykott, gestoppte Kriegsschifflieferung und Putins Friedensplan: Ein Rückblick auf die Ereignisse des Tages in der Ukraine-Krise im stern-Newsticker.

Ukrainische Soldaten beobachten das Gelände in des Donetsk Region.

Ukrainische Soldaten beobachten das Gelände in des Donetsk Region.

+++ 21.07 Uhr: EU-Polizeiberater nehmen Arbeit auf +++

Die Europäische Union hat erste Mitglieder eines Expertenteams in die Ukraine entsandt, um dem zerrütteten Land bei der Reform seines Polizeisystems zu helfen. Damit solle die Bekämpfung von Korruption und Menschenrechtsverstößen sowie das Bekenntnis der Regierung in Kiew zur Rechtsstaatlichkeit unterstützt werden, teilen EU-Beamte mit. Die ersten 57 Experten aus Deutschland, Schweden, Großbritannien, Luxemburg und den baltischen Staaten seien bereits in der Ukraine eingetroffen.

Neben der ukrainischen Polizei sollen auch der Grenzschutz und das Innenministerium von den Reformempfehlungen der EU-Berater profitieren und ihre teils überlappenden Kompetenzbereiche schärfer trennen. Grundlage für die Mission ist ein Abkommen Kiews mit der EU, das Präsident Poroschenko im Juni trotz vehementer Proteste der russischen Regierung unterzeichnet hatte.

+++ 20.30 Uhr: Bewaffnete besetzen Büro von Schachtjor Donezk +++

Das Büro des ukrainischen Fußballmeisters Schachtjor Donezk ist nach Angaben des Clubs von "bewaffneten Männern" besetzt worden. Die Umstände der Geschehnisse würden derzeit untersucht, teilt der Champions-League-Teilnehmer mit. Die Donbass Arena, Stadion von Schachtjor, wurde im August bei den Kämpfen um die Stadt beschädigt. Auf dem Trainingsgelände des Clubs schlugen am Samstag zwei Granaten ein. Schachtjor trägt seine Heimspiele in dieser Saison in der westukrainischen Stadt Lwiw aus.

+++ 19.40 Uhr: Russland enttäuscht über Mistral-Entscheidung +++

Russland reagiert mit Enttäuschung auf die Entscheidung Frankreichs, einen Hubschrauberträger der Mistral-Klasse vorerst nicht ausliefern. "Paris riskiert seinen Ruf als sicherer Lieferant", sagt Vizeregierungschef Dmitri Rogosin in Moskau. Solche Entscheidungen würden die Ukraine-Krise nur weiter verschärfen. Russlands Vize-Verteidigungsminister Juri Borrissow spicht von einem "unangenehmen Schritt", der die Spannungen verstärke. Es handele sich zwar um "keine besondere Tragödie", Russland behalte sich aber vor, von Frankreich die im Vertrag genannte Ersatzzahlung zu fordern.

+++ 19.03 Uhr: Deutschland schickt vier Soldaten zu Manöver

An dem für September geplanten internationalen Militärmanöver in der westlichen Ukraine wird sich die Bundeswehr voraussichtlich mit vier Soldaten beteiligen. Geplant sei, sie in Stabsfunktionen als Übungsauswerter und logistisches Fachpersonal einzusetzen, teilt das Bundesverteidigungsministerium in Berlin mit. Die endgültige Entscheidung über die Teilnahme deutscher Soldaten werde "kurz vor der Verlegung auf Basis der dann aktuellen Bedrohungslage und der politischen Situation getroffen werden".

+++ 18.56 Uhr: Polen fordert mehr Hilfen für Ukraine +++

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski fordert mehr Hilfen für die Ukraine. Damit solle das Nachbarland die Möglichkeit erhalten, sich gegen militärische Bedrohungen zu wehren. Die Unterstützung bedeute aber nicht, dass sich die Nato an Militäreinsätzen beteilige.

+++ 18.41 Uhr: Nato lobt Entscheidung Frankreichs +++

Die Entscheidung der französischen Regierung, kein Kriegsschiff an Russland zu liefern, wird in der Nato gelobt. "Viele Verbündete werden das für einen guten Beschluss halten", sagt ein hochrangiger Nato-Diplomat vor dem Gipfeltreffen der Militärallianz in Newport. Die französische Regierung habe durch das Verhalten Russlands offenbar festgestellt, dass sie an dem Vorhaben nicht festhalten könne.

+++ 18.16 Uhr: Kiew lehnt Putins Friedensplan ab

Die Ukraine lehnt den von Putin vorgelegten Plan zur Lösung des Konflikts ab. Das Sieben-Punkte-Programm sei ein Versuch, den Westen zu täuschen, erklärt der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Kiew. Putins Plan sieht in einem ersten Schritt das Ende der Offensiven der ukrainischen Armee und der Separatisten vor.

+++ 18.10 Uhr: Ukraine dreht Krim Strom ab +++

Die ukrainische Regierung dreht der von Russland annektierten Halbinsel Krim teilweise den Strom ab. Grund sei nicht der politische Streit um das Gebiet, sondern Brennstoffmangel, sagt der Chef des Staatsunternehmens Ukrinterenergo in Kiew, Wladimir Sinewitsch. Durch gesprengte Bahnverbindungen und Brücken komme es zu Lieferengpässen bei der Kohle aus der umkämpften Ostukraine. "Dies kann in Spitzenzeiten zu Stromabschaltungen für die Bevölkerung führen", sagt er. Priorität habe die Versorgung der Bürger im ukrainischen Kernland. Am Sonntag war bereits in Teilen der Krim stundenlang der Strom ausgefallen.

+++ 17.57 Uhr: Kriegsschiff-Lieferung an Russland gestoppt +++

Die französische Regierung stoppt die umstrittene Lieferung des ersten Mistral-Kriegsschiffes an Russland. Die Bedingungen für eine Lieferung seien trotz der Aussicht auf einen Waffenstillstand in der Ukraine "derzeit nicht gegeben", erklärt der Elysée-Palast nach einer Sitzung des Verteidigungsrates in Paris. Die für Oktober geplante Lieferung eines ersten Mistral-Hubschrauberträgers an Russland hatte international Kritik ausgelöst.

+++ 17.40 Uhr: EU befürchtet Schaden durch Russlands Agrarsanktion +++

Die Agrarsanktionen Russlands gegen die EU könnten nach Schätzungen der EU-Kommission einen Schaden von fünf Milliarden Euro im Jahr verursachen.

+++ 17.19 Uhr: Friedensgespräche wohl ab Freitag +++

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko geht davon aus, dass die Friedensgespräche am Freitag in Minsk beginnen werden. Alle Bürger seines Landes wollten Frieden, sagt Poroschenko. Er werde nicht zulassen, dass sich Politiker mit "Kriegsspielen" beschäftigten.

+++ 16.57 Uhr: Russland kritisiert Manöver +++

Das in der Westukraine geplante Manöver mit Nato-Einheiten stößt in Russland auf Kritik. Die für Mitte September vorgesehene Übung "Rapid Trident" sei inmitten des Ostukraine-Konflikts eine "Provokation", sagt Generaloberst Leonid Iwaschow in Moskau. Es bestehe die Gefahr, dass ein begrenztes Nato-Truppenkontingent nach dem Manöver einfach in der Ukraine verbleiben könne.

+++ 16.35 Uhr: Obama fordert Nato-Unterstützung +++

US-Präsident Barack Obama ruft die Nato vor ihrem zweitägigen Gipfel in Wales zu "einer unmissverständlichen Unterstützungsbotschaft" an die Ukraine auf. Bei einer Rede vor Studenten in der estnischen Hauptstadt Tallinn betont Obama zugleich, dass das Militärbündnis zur Aufnahme neuer Mitglieder bereit sei. Die Tür zur Nato bleibe "offen". Zuvor hatte Obama dem Nato-Partner Estland ausdrücklich den Beistand Washingtons zugesichert.

+++ 16.33 Uhr: Militärmanöver mit US-Beteiligung geplant +++

Im Westen der Ukraine soll Mitte September ein internationales Militärmanöver unter Beteiligung von US-Streitkräften und der Bundeswehr stattfinden. Das polnische Verteidigungsministerium teilt mit, an der Übung vom 13. bis 26. September auf einem Truppenübungsplatz in der Nähe von Lwiw würden Soldaten aus zwölf Ländern teilnehmen. Das Manöver "Rapid Trident 14" unter weiterer Beteiligung Polens, Rumäniens, Moldaus, Bulgariens, Spaniens, Estlands, Großbritanniens, Litauens und Norwegens sei seit längerem geplant.

+++ Steinmeier fordert Waffenstillstand +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Russland und die Ukraine zu einem echten Waffenstillstand aufgefordert. "Die Präsidenten Poroschenko und Putin tragen in diesen Tagen große Verantwortung, nicht nur für ihre eigenen Völker, für ihre eigenen Länder, sondern für Europa insgesamt", sagt Steinmeier. Deshalb komme es jetzt darauf an, dass entscheidende Schritte hin zu einem Waffenstillstand getan werden. Deutschland und die internationale Gemeinschaft seien bereit, daran mitzuwirken. Nachrichten über eine Feuerpause nennt Steinmeier ein kleines Zeichen der Hoffnung.

+++ 16.13 Uhr: Russland kritisiert Mauer-Pläne +++

Ukrainische Pläne einer Grenzmauer sind in Moskau auf scharfe Kritik gestoßen. "Das ist antirussische Rhetorik vor der ukrainischen Parlamentswahl am 26. Oktober", meint der kommunistische Parlamentsabgeordnete Leonid Kalaschnikow. "Als nächstes beschließt die Regierung in Kiew vermutlich, über Russland einen Betonsarkophag zu errichten."

+++ 16.03 Uhr: USA erwägen weitere Sanktionen +++

Die USA erwägen als Teil neuer Sanktionen gegen Russland Exporte von Hochtechnologie an die Energiebranche einzuschränken. Insbesondere habe man die Förderung von Öl und Erdgas in der Arktis im Blick, sagt der EU-Botschafter der USA, Anthony Gardner.

+++ 15.50: EU denkt offenbar über WM-Boykott nach +++

Die spanische Zeitung "El País" berichtet, dass die EU als Sanktion gegen Russland einen Boytkott der Fußball-WM 2018 in Erwägung ziehe. "El País" beruft sich auf eine Vorschlagsliste, die die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten unterbreiten wolle. Die Bundesregierung hat Pläne darüber dementiert. Ein WM-Boykott stehe vorerst nicht zur Diskussion. Die Weltmeisterschaft werde schließlich erst 2018 ausgetragen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Fifa-Präsident Sepp Blatter hat Russland unterdessen das volle Vertrauen ausgesprochen. "Wir stellen die WM in Russland nicht infrage. Wir sind in einer Situation, in der wir den Organisatoren der WM 2018 und 2022 unser Vertrauen aussprechen."

+++ 15.35 Uhr: Obama erhebt weiter Vorwürfe gegen Russland +++

Barack Obama will den ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko noch diesen Monat im Weißen Haus empfangen. Das sagt Obama bei einer Rede im Konzertsaal Nordea in Tallinn. Zugleich betont er, dass der "dreiste Angriff auf die Unversehrtheit der Ukraine" von Russland ausgehe. Die Rechte der Ukrainer könnten ihnen nicht einfach mit roher Gewalt genommen werden. Die prorussischen Separatisten würden von Russland ermutigt, finanziert, trainiert, ausgerüstet und bewaffnet. "Dies sind Fakten. Sie sind belegbar und keine Streitfrage", sagt Obama. Russlands Rückgriff auf die "Tage der Zaren" sei kein Weg, um im 19. Jahrhundert "verlorene" Gebiete zurückzubekommen.

+++ 15.25 Uhr: Putin stellt Aktionsplan vor +++

Wladimir Putin legt einen Aktionsplan zur Lösung des Ukraine-Konflikts vor. Der sieben Punkte umfassende Plan sehe unter anderem ein Ende der Offensiven der ukrainischen Armee und der prorussischen Separatisten sowie einen Austausch der Gefangenen vor, sagt Putin im Fernsehsender Rossija 24 während eines Besuchs in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator.

+++ 15.25 Uhr: Putin stellt Plan zur Lösung des Konflikts vor +++

Wladimir Putin legt einen Aktionsplan zur Lösung des Ukraine-Konflikts vor. Der sieben Punkte umfassende Plan sehe unter anderem ein Ende der Offensiven der ukrainischen Armee und der prorussischen Separatisten sowie einen Austausch der Gefangenen vor, sagt Putin im Fernsehsender Rossija 24 während eines Besuchs in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator. Zuvor äußert Putin die Hoffnung, dass Kiew und die Separatisten beim nächsten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe am Freitag eine "endgültige Einigung" finden würden.

Am Stadtrand von Mariupol kontrollieren ukrainische Kämpfer die Straßen. Die Stadt ist etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Am Stadtrand von Mariupol kontrollieren ukrainische Kämpfer die Straßen. Die Stadt ist etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

+++ 14.50 Uhr: Putin will ein "endgültiges Abkommen zementieren"

Wladimir Putin setzt auf eine "endgültige Einigung" zwischen Kiew und den Separatisten am Freitag. Er hoffe, dass beim nächsten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe ein "endgültiges Abkommen zementiert" werde, sagte Putin bei einem Besuch in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator.

+++ 14.30 Uhr: Feuerpause wahrscheinlich nur vorübergehend +++

Die prorussischen Separatisten im Donbass berichten von einem massiven Rückzug der ukrainischen Regierungstruppen. Sie begrüßen Poroschenkos Ankündigung einer Waffenruhe, blieben aber skeptisch. Sollte es Kiew ernst meinen, seien die Aufständischen zu einer politischen Lösung des Konflikts bereit, heißt es.

Beobachter in Kiew vermuten, dass Poroschenko sich angesichts jüngster Niederlagen seines Militärs für eine zeitweilige Feuerpause entschieden habe, um die Kräfte neu zu ordnen. Früher hat es lediglich von Kiew eine einseitig erklärte Feuerpause gegeben.

+++ 14.20 Uhr: Putin hält Lösung in wenigen Tagen für möglich +++

Wladimir Putin hält eine Vereinbarung zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatisten im Osten des Landes noch in dieser Woche für möglich. Ein Abkommen zur Lösung der Krise könnte bis Freitag gefunden werden, sagt Putin. Seine Ansichten und die des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko dazu lägen nahe beieinander. Festgelegt werden müsste, dass die ukrainischen Streitkräfte ihren Einsatz im Osten des Landes beendeten und internationale Beobachter in das Gebiet entsandt würden. Zudem müsse ein Austausch von Gefangenen vereinbart, ein Korridor für Flüchtlinge geschaffen und Hilfslieferungen für die Menschen vor Ort organisiert werden.

+++ 13.45 Uhr: Kiew hat bereits konkrete Mauerbau-Pläne +++

Die ukrainische Regierung plant den Bau einer Mauer entlang der rund 2000 Kilometer langen Staatsgrenze zu Russland. "Wir wollen einen echten Schutz", sagte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Kiew. Denkbar sei auch ein Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht. Das Projekt soll etwa 100 Millionen Euro kosten. In ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten hat die Regierung in Kiew derzeit die Kontrolle über einen Teil der Grenze in der Ostukraine verloren. Die prowestliche Führung wirft Moskau vor, hier Nachschub für die Aufständischen einzuschleusen.

Vor dem Hintergrund des Konflikts spricht sich Jazenjuk auch dafür aus, Russland in der Militärdoktrin der Ukraine als Aggressor zu bezeichnen. "Es ist das einzige Land, das unsere territoriale Integrität bedroht", meint er. Die Ukraine erwarte vom Nato-Gipfel in Wales diese Woche deutlichen Beistand. "Unser Ziel ist ein Sonderstatus in den Beziehungen zur Nato", sagt Jazenjuk.

+++ 13.22 Uhr: Steinmeier warnt vor "neuem Eisernen Vorhang" +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Russland und die Ukraine erneut zu einem Ende der Kampfhandlungen aufgerufen. "Es geht darum, einen neuen Eisernen Vorhang zu verhindern", sagte Steinmeier dem Portal "Spiegel Online". Die Präsidenten beider Staaten hätten in dieser Situation "allergrößte Verantwortung".

"Unendlich viel steht auf dem Spiel: Es geht um Menschenleben in der Ostukraine, es geht um die Einheit der Ukraine, es geht um die europäische Friedensordnung", so Steinmeier.

+++ 13.03 Uhr: Ukraine will Stromzufuhr für die Krim begrenzen +++

Der staatliche ukrainische Stromkonzern Ukrinterenergo ordnet an, die Versorgung der Verbraucher auf der Krim zu begrenzen. Anderenfalls werde man wegen des Elektrizitätsmangels auf dem Festland gezwungen sein, der Krim den Strom ganz abzuschalten.

+++ 12.35 Uhr: Nach Wirtschaftssanktionen - Russischer Ölkonzern Rosneft will Produktion drosseln +++

Der von den westlichen Wirtschaftssanktionen betroffene russische Ölkonzern Rosneft prüft einem Medienbericht zufolge eine Drosselung der Produktion. Es werde erwogen, die Ölförderung in diesem Jahr um zwei Millionen Tonnen zu senken, berichtete die Zeitung "Kommersant" am Mittwoch unter Berufung auf Unternehmenskreise. Wegen des russischen Verhaltens in der Ukraine-Krise haben die USA Rosneft mit Sanktionen belegt. Damit wird es für den Konzern schwieriger, an westliches Kapital zu kommen.

+++ 12.24 Uhr: Obama will zusätzliche Truppen ins Baltikum verlegen +++

US-Präsident Barack Obama hat eine Entsendung weiterer Soldaten der Luftwaffe und Flugzeuge in das Baltikum angekündigt. Diese sollen zu Übungszwecken am estnischen Militärstützpunkt Ämari stationiert werden, sagte Obama nach einem Treffen mit Estlands Präsidenten Toomas Hendrik Ilves am Mittwoch in Tallinn. Der Kongress in Washington muss dem Schritt allerdings noch zustimmen.

Ende April hatten die USA eine Entsendung von rund 600 Soldaten ins östliche Mitteleuropa angekündigt. Im Juni hatte Obama in Warschau außerdem bis zu eine Milliarde Dollar (761 Millionen Euro) zur Stärkung der militärischen Sicherheit in Ostmitteleuropa zugesagt, auch dieses Geld muss der US-Kongress noch freigeben. Obama wird am Abend zum Nato-Gipfel nach Newport (Wales) weiterreisen.

+++ 12.15 Uhr: Kiew will Mauer zu Russland bauen +++

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kündigt die Absicht seines Landes an, eine Mauer zu Russland zu errichten. Damit würde eine "echte Staatsgrenze" entstehen, sagt er.

+++ 11.47: Kiew korrigiert Mitteilung zur Waffenruhe +++

Die ukrainische Präsidialverwaltung mildert eine Mitteilung zur Waffenruhe im Konfliktgebiet Donbass mit einer Korrektur deutlich ab. Die Behörde streicht den Zusatz "dauerhaft" und informiert nur noch von einem vereinbarten "Regime der Feuerpause", wie auf der Internetseite des Präsidentenamtes zu sehen ist.

+++ 11.38 Uhr: Russland nicht zum Abschluss von Waffenruhe befugt +++

Die Moskauer Regierung dementiert Angaben aus Kiew, wonach die Präsidenten Russlands und der Ukraine eine Waffenruhe in der Ostukraine vereinbart hätten. Der russische Staatschef Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko hätten nur über "Schritte" beraten, die zu einem Waffenstillstand zwischen Separatisten und ukrainischen Streitkräften führen sollten, erklärt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die russische Regierung könne aber keinen Waffenstillstand vereinbaren, da sie nicht "Konfliktpartei" sei.

+++ 11 Uhr: Doch keine Waffenruhe +++

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Kremlangaben keinen Waffenstillstand mit dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko im Konfliktgebiet Donbass vereinbart. Russland könne solche Vereinbarungen nicht treffen, weil es keine Konfliktpartei sei, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Staatsagentur Ria Nowosti. Zuvor hatte das ukrainische Präsidialamt mitgeteilt, die beiden Staatschefs hätten sich auf eine "permanente Waffenruhe" im Osten der Ukraine geeinigt.

+++ 10 Uhr: Putin und Poroschenko vereinbaren Waffenruhe +++

Russland und die Ukraine einigen sich nach Angaben des Präsidialamtes in Kiew auf eine permante Waffenruhe für den Osten des Landes. Eine entsprechende Vereinbarung hätten die Präsidenten Wladimir Putin und Petro Poroschenko in einem Telefonat erzielt. "Es wurde ein gegenseitiges Verständnis über die Schritte erreicht, die für die Herstellung von Frieden unternommen werden", teilt die Präsidialverwaltung in Kiew mit.

Sollte Putin tatsächlich mit Poroschenko eine Waffenruhe vereinbart haben, wäre dies das erste offizielle Eingeständnis einer russischen Beteiligung an dem Konflikt.

+++ 9 Uhr: Russland kündigt Großmanöver an +++

Das russische Verteidigungsministerium kündigt einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA zufolge für September ein Großmanöver an. Daran würden Streitkräfte teilnehmen, die für das nukleare Langstreckenraketen-Arsenal Russlands zuständig seien. Im Gespräch sind mehr als 4000 Soldaten und etwa 400 technische Einheiten.

Bei ihrem Treffen am vergangenen Dienstag hatte es noch keine Fortschritte gegeben. Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Tagen sogar noch zugespitzt. Insbesondere wirft die ukrainische Regierung Moskau vor, immer mehr Soldaten in die Region zu schicken, um die prorussischen Separatisten im Kampf gegen die Regierungstruppen zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

Dieses Video soll jedoch reguläre russische Streikräfte zeigen, die in der Nähe der ukrainischen Stadt Lugansk aufmarschieren.

+++ 8.20 Uhr: Annäherung zwischen Putin und Poroschenko +++

Zwischen den Präsidenten Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Petro Poroschenko, gibt es nach russischen Angaben eine weitreichende Annäherung. Die beiden Staatschefs seien sich bei einem Telefonat über Wege aus der Ukraine-Krise weitgehend einig gewesen, teilt Putin-Sprecher Dmitri Peskow mit. "Die Ansichten der Präsidenten beider Länder über mögliche Auswege aus dieser schwierigen Krise überlappen sich in einem beträchtlichen Ausmaß", sagt Peskow. In dem Gespräch hätten beide über notwendige erste Schritte zur Beendigung des Blutvergießens im Südosten der Ukraine beraten.

+++ 7.50 Uhr: Russischer Fotograf ums Leben gekommen +++

Einen Monat nach seinem Verschwinden in der umkämpften Ostukraine gibt die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti den Tod ihres Fotojournalisten Andrej Stenin bekannt. Er sei vor einem Monat ums Leben gekommen, als sein Wagen nahe Donezk beschossen worden sei, erklärt der Chef der Nachrichtenagentur, Dmitri Kiselew, in Moskau. Stenin sei nicht entführt worden.

Das Verschwinden des renommierten Fotografen am 5. August hatte die russischen Medien schockiert. In Moskau war die ukrainische Nationalgarde verdächtigt worden, den 33-Jährigen entführt zu haben. Kiselew erklärt nun, der Fotograf sei kein "Gefangener" gewesen. Sein Wagen sei auf einer Straße nahe der Rebellenhochburg Donezk verbrannt.

Der Konflikt in der Ostukraine ist schon für mehrere Journalisten zur tödlichen Falle geworden. Im Juni waren dort drei russische Reporter getötet worden. Im Mai waren ein italienischer Fotograf und sein Assistent der Gewalt zum Opfer gefallen.

+++ 6.33 Uhr: Obama trifft zu Gesprächen in Tallinn ein +++

US-Präsident Barack Obama trifft zu eintägigen Gesprächen mit den baltischen Staatschefs in der estnischen Hauptstadt Tallinn ein. Nach der Landung empfangen ihn unter anderem der estnische Außenminister Urmas Paet und der US-Botschafter in Estland, Jeff Levine.

Nach einer offiziellen Willkommenszeremonie soll Obama mit Estlands Präsident Toomas Hendrik Ilves sowie dem estnischen Regierungschef Taavi Rõivas zusammenkommen. Geplant ist außerdem ein Treffen zwischen Obama und Ilves mit den Präsidenten Lettlands und Litauens.

Hintergrund sind Sorgen über mögliche Interventionen Russlands an den Landesgrenzen zum Baltikum. Wie in der Ukraine lebt dort eine große russische Minderheit. Am Abend reist Obama weiter zum zweitägigen Nato-Gipfel in Newport (Wales).

+++ 3.19 Uhr: Deutsche befürchten russischen Einmarsch in Ukraine +++

Zwei Drittel der Deutschen befürchten eine russische Invasion in der Ostukraine. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glauben 65 Prozent, dass Moskau nach der Krim weitere Teile des Nachbarlandes besetzen und unter seine Kontrolle bringen werde.

Trotzdem ist die Hälfte der Bundesbürger (51 Prozent) gegen eine Verstärkung der Nato-Präsenz in den östlichen Mitgliedstaaten als Reaktion auf die Ukraine-Krise. Jeder Dritte (33 Prozent) ist dafür.

+++ 2.21 Uhr: Bundesregierung liefert Schutzausrüstung +++

Die Bundesregierung bereitet eine Lieferung mit medizinischer Ausrüstung, Feldlazaretten und Schutzwesten an die Ukraine vor. Eine entsprechende Vorabmeldung der "Nordwest-Zeitung" wurde von der Bundesregierung offiziell bestätigt.

Ihr lägen mehrere Ausfuhranträge für Schutzausrüstung für die ukrainischen Streitkräfte vor, die Prüfung sei von den Ressorts mit positivem Ergebnis abgeschlossen, teilte die Bundesregierung mit. Auch die Lieferung von Lazaretten sei an die Bundesregierung herangetragen worden, zur Umsetzung liefen Gespräche mit der ukrainischen Seite.

amt/ivi/kis/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters