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MH17-Absturz - Der Tag zum Nachlesen: UN-Sicherheitsrat verhandelt über Resolution

Nach dem vermeintlichen Abschuss eines Malaysia-Airlines-Jets über der Ostukraine wächst der politische Druck auf Russland. Die Ereignisse des Tages verfolgen Sie im stern-Nachrichtenticker.

Mit der geplanten UN-Resolution sollen auch Manipulationen an der Absturzstelle unterbunden werden

Mit der geplanten UN-Resolution sollen auch Manipulationen an der Absturzstelle unterbunden werden

+++ 21.25 Uhr: UN-Sicherheitsrat verhandelt über Resolution +++

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verhandelt derzeit über eine Resolution zum Flugzeugabsturz in der Ostukraine. Westlichen Diplomaten zufolge hat Australien einen Entwurf vorgelegt, der von allen Beteiligten, insbesondere den prorussischen Rebellen, eine uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden fordert. Gleichzeitig soll das Papier jede Manipulation an der Absturzstelle verbieten.

Eine rasche Abstimmung über die Resolution im Sicherheitsrat gilt als unwahrscheinlich. Zwar machen die Australier Druck, jedoch ist der Entwurf noch nicht abstimmungsreif. Zudem gilt die Regel, dass dann bis zur Abstimmung 24 Stunden vergehen müssen. Die Russen haben dem Vernehmen nach noch am Sonntag einen Katalog mit Änderungsforderungen vorgelegt. Weil Moskau sein Veto einlegen kann, ist eine rasche Einigung auf ein starkes Votum unwahrscheinlich.

+++ 20.25 Uhr: Niederländisches Königspaar will Opferangehörige treffen +++

Das niederländische Königspaar wird am Montag mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen, wie Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag mitteilt. König Willem-Alexander und Königin Máxima würden an dem nicht-öffentlichen Treffen mit Angehörigen teilnehmen. Auch Mitglieder der Regierung würden persönlich mit den Familien sprechen. Bei dem Treffen sollen die Angehörigen über den Stand der Ermittlungen zum Absturz informiert und psychologisch beraten werden. 

+++ 20.04 Uhr: Niederlande koordiniert Identifizierung der Opfer +++

Die Niederlande werden die internationale Identifizierung der Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine koordinieren. Die Experten sollen am Montag zur Absturzstelle fahren, teilt der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag mit. In der ukrainischen Stadt Charkow werde ein Koordinationszentrum eingerichtet, kündigt Rutte an. Eine Maschine der niederländischen Luftwaffe solle noch am Sonntagabend mit Mitarbeitern und Material aus Eindhoven nach Charkow abfliegen. "Alle Anstrengungen richten sich nun darauf, die Opfer in ein Gebiet zu bringen, das von der Ukraine kontrolliert wird." Er wollte darüber noch am Abend mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefonieren.

+++ 19.49 Uhr: Merkel fordert eindringlich Einflussnahme Putins +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert nach Angaben eines Sprechers Russlands Präsident Wladimir Putin zum wiederholten Mal eindringlich auf, Einfluss auf die Separatisten im Osten der Ukraine zu nehmen. Es müsse so schnell wie möglich ein direktes Treffen der Kontaktgruppe - bestehend aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der OSZE - mit den prorussischen Aufständischen zustande kommen, teilt die Bundesregierung nach einem Telefonat der beiden Politiker mit. Der Umgang der Aufständischen mit den Opfern des Flugzeugabsturzes sei "katastrophal".

+++ 18.57 Uhr: Poroschenko: "Unwiderlegbare" Indizien für Abschuss durch Separatisten +++

Die Ukraine verfügt nach Angaben ihres Präsidenten Petro Poroschenko über Beweise für einen Abschuss des Passagierflugzeugs durch prorussische Separatisten. "Wir haben Satellitenbilder des Abschussortes sowie Fotos und Videos eines Raketenabwehrsystems, was von Waffentransporten aus Russland zeugt", so Poroschenko. Er spricht von "unwiderlegbaren" Indizien. "Die Terroristen behindern die Ermittlungen und haben die Flugschreiber an sich genommen, aber das wird sie nicht retten", sagt der prowestliche Staatschef.

+++ 18.04 Uhr: Kerry fordert schärfere Sanktionen Europas +++

US-Außenminister John Kerry ruft die Europäer in mehreren TV-Talkshows auf, dem Beispiel Washingtons zu folgen und ihre Sanktionen zu verschärfen. Es wäre enorm hilfreich, wenn einige europäische Länder, die bisher "ein wenig abgeneigt" seien, sich den USA anschlössen, sagt Kerry dem Sender CNN. Die Vorgänge um den mutmaßlichen Flugzeugabschuss sollten als "Weckruf" dienen. In einem Interview des Senders ABC fügt Kerry hinzu, dass die USA "absolut darauf vorbereitet" seien, selbst "noch einen Schritt weiter" zu gehen und mehr Strafmaßnahmen zu verfügen, wenn dies nötig würde.

"Das ist Augenblick der Wahrheit für Putin", so Kerry. Es sei an der Zeit, dass Russland "Teil der Lösung und nicht länger Teil des Problems" sei, fügt er bei ABC hinzu. Es gebe eine enorme Menge von Fakten, die die russische Verbindung zu den Separatisten belegten. Dazu gehörten die Ausbildung und die Versorgung der Rebellen mit Waffen.

+++ 17.53 Uhr: USA: Gesprächsmitschnitt ist echt +++

Das vom ukrainischen Geheimdienst veröffentlichte Protokoll eines abgehörten Gesprächs zum mutmaßlichen Abschuss von MH17 ist nach US-Angaben echt. Experten hätten die Authentizität des Audiomitschnitts zwischen "uns bekannten Separatistenführern" bestätigt, teilt die US-Botschaft mit. Die Aufzeichnung sei mit früheren Tondokumenten verglichen worden. Daraus ergebe sich, dass die Passagiermaschine von einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 des Flugabwehrsystems Buk abgeschossen worden sein müsse, die vom Einflussgebiet der Rebellen aus abgefeuert wurde.

+++ 17.49 Uhr: Seehofer fordert härtere Maßnahmen gegen Russland +++

CSU-Chef Horst Seehofer spricht sich für schärfere Sanktionen gegen Russland aus. Es sei richtig gewesen, dass die EU in der Ukraine-Krise nicht mit den schärfsten Maßnahmen begonnen habe, sagt der bayerische Ministerpräsident im ARD-Sommerinterview für die Sendung "Bericht aus Berlin". "Aber offensichtlich reicht dies nicht aus. Und deshalb bin ich schon der Meinung, dass man den Druck auf Putin erhöht, auch verstärkt an seine Verantwortung appelliert", sagt er. "Sicherheitshalber sage ich: Militärische Optionen scheiden für mich aus." Aber Europäer und Amerikaner hätten auch so genug Mittel, gemeinsam Russland und auch Putin "so unter Druck zu setzen, dass er endlich seiner Verantwortung gerecht wird."

+++ 17.15 Uhr: Poroschenko informiert Merkel über Ermittlungen +++

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko informiert Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefonat über den Stand der Ermittlungen. Dabei wirft er den prorussischen Separatisten die Plünderung der Absturzstelle vor. "Der Diebstahl von Kreditkarten und anderer persönlicher Gegenstände - das, was die Terroristen mit den Körpern der Opfer machen - ist außerhalb des Rahmens der menschlichen Moral", sagt Poroschenko einer Mitteilung zufolge bei dem Gespräch. Der prowestliche Staatschef wirft Russland zudem erneut vor, die Aufständischen mit schweren Waffen zu versorgen.

Das russische Raketensystem Buk auf einem Militärtransporter während einer Waffenmesse in der Stadt Nischni Tagil

Das russische Raketensystem Buk auf einem Militärtransporter während einer Waffenmesse in der Stadt Nischni Tagil

+++ 15.31 Uhr: Laut Kerry wurden Raketen von Russland gestellt +++

Das malaysische Verkehrsflugzeug mit der Flugnummer MH17 ist nach Einschätzung von US-Außenminister John Kerry mit einem Raketensystem abgeschossen worden, das den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine von Russland gestellt wurde. "Es ist ziemlich klar, dass dieses System von Russland in die Hände der Separatisten gelangte", sagte Kerry am Sonntag dem US-Nachrichtensender CNN.

+++ 14.57 Uhr: Rebellen wollen Blackbox an internationale Ermittler übergeben +++

Die prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine haben nach eigenen Angaben am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine "Flugzeugteile" gefunden, die "Blackboxen ähneln". Die gefundenen Teile könnten sie nicht selbst untersuchen, weil sie dafür keine Spezialisten hätten, sagte Rebellenführer Alexander Borodaj am Sonntag in Donezk. Ukrainischen Ermittlern brächten die Rebellen "kein Vertrauen" entgegen, das Material könne jedoch "internationalen" Ermittlern übergeben werden.

Derzeit ist nicht bekannt, wo sich der Flugschreiber befindet, der bereits am Freitag gefunden worden sein soll

Derzeit ist nicht bekannt, wo sich der Flugschreiber befindet, der bereits am Freitag gefunden worden sein soll

+++ 14.26 Uhr: Flugschreiber schon am Freitag gefunden +++

Die Agentur Reuters verbreitet Bilder, auf dem ein Mann zu sehen ist, der offenbar einen Flugschreiber der abgeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine in der Hand hält. Die Aufnahmen sollen bereits am Freitag entstanden sein. Es ist derzeit unklar, wo sich die sogenannte Blackbox der Boeing 777 befindet. Prorussische Separatisten hatten angekündigt Datenträger nach Moskau zu senden.

+++ 14.03 Uhr: Europäer drohen Russland mit scharfen Sanktionen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident François Hollande und der britische Premierminister David Cameron drohen Moskau mit einer Verschärfung der Sanktionen. Der russische Präsident Wladimir Putin müsse umgehend Druck auf die moskautreuen Rebellen in der Ostukraine ausüben, damit diese den ungehinderten Zugang zur Absturzstelle von Flug MH17 ermöglichten, erklärten der Élyséepalast und die britische Regierung nach Telefonaten.

+++ 13.42 Uhr: Separatisten sollen Buk-Raketen aus Russland erhalten haben +++

Die Aufständischen im Osten der Ukraine haben nach Informationen der "Washington Post" von Russland das Flugabwehrsystem Buk erhalten, das zum Abschuss der malaysischen Passagiermaschine am Donnerstag genutzt wurde. Nach dem Absturz der Maschine seien die verbliebenen Raketen in der Nacht zum Freitag wieder auf russisches Territorium geschafft worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter.

Die US-Geheimdienste hätten vor gut einer Woche Hinweise darauf erhalten, dass die Boden-Luft-Raketen den prorussischen Rebellen zur Verfügung gestellt worden seien, berichtete das Blatt am späten Samstagabend online. Der ukrainische Geheimdienstchef Witali Najda habe berichtet, dass eine Batterie des Systems mit einer fehlenden Rakete am Freitag früh die Grenze nach Russland überquert habe.

+++ 13.36 Uhr: Niederländer gedenken 193 Toten +++

Die Niederlande beten für die Opfer des Flugzeugabsturzes und trauern mit den Angehörigen. In Kirchen, Rathäusern, Sportvereinen oder Geschäften gedachten am Wochenende Zehntausende der 193 Niederländer, die am Donnerstag bei dem Absturz der Boeing der Malaysia Airlines über der Ostukraine getötet worden waren. Insgesamt starben dabei 298 Menschen.

"Wir bitten um Kraft und Mut für die Angehörigen", sagte Kardinal Wim Eijk, der Vorsitzende der niederländischen katholischen Bischofskonferenz, in Utrecht.

+++ 12.47 Uhr: Russische Medien sollen Wikipedia-Einträge manipuliert haben +++

Die österreichische Tageszeitung "Der Standard" berichtet, dass eine regierungsnahe russische Medienanstalt beim Umschreiben des Wikipedia-Eintrags zum Absturz von Flug MH17 erwischt worden sei. Demnach soll im Text zur Absturzursache der allgemeine Begriff "Terroristen" gelöscht worden sein und das ukrainische Militär für den Abschuss verantwortlich gemacht worden sein. Die IP-Adresse des Computers von dem aus die Änderung vorgenommen wurde, sei von dem Kiewer Büro des russischen Rundfunksenders RTR zugeordnet worden, hieß es auf dem Twitter-Account des Bots RuvGovEdit.

+++ 12.17 Uhr: Schweigeminute bei Welt-Aids-Kongress +++

Mit einer Schweigeminute für die Opfer des abgestürzten MH17-Fluges hat die 20. Welt-Aids-Konferenz am Sonntag in Melbourne begonnen. An Bord des Flugzeugs, das offenbar über der Ukraine abgeschossen wurde, waren sechs Delegierte der Konferenz, darunter der ehemalige Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, Joep Lange aus den Niederlanden.

+++ 12.15 Uhr: Cameron fordert mehr Härte gegen Russland +++

Der britische Premierminister David Cameron fordert einen härteren Kurs westlicher Staaten gegen Russland. "Wenn Präsident Putin seine Haltung zur Ukraine nicht ändert, dann müssen Europa und der Westen ihre Haltung zu Russland grundsätzlich ändern", schrieb Cameron in der "Sunday Times".

Es deute immer mehr darauf hin, dass die Boeing mit fast 300 Menschen an Bord aus einem Gebiet abgeschossen worden sei, das prorussischer Separatisten kontrollieren. "Wenn das der Fall ist, dann müssen wir klar sagen, was es heißt: Es ist eine direkte Folge davon, dass Russland einen souveränen Staat destabilisiert, seine territoriale Integrität verletzt, brutale Milizen unterstützt, trainiert und bewaffnet", so Cameron.

Die russische Führung reagiert mit Sanktionen auf ähnliche Schritte der USA

Die russische Führung reagiert mit Sanktionen auf ähnliche Schritte der USA

+++ 11.34 Uhr: Russland erlässt Sanktionen gegen US-Militärs +++

Wenige Tage nach der Verschärfung der US-Strafmaßnahmen gegen Russland wegen der Ukraine-Krise hat Moskau Sanktionen gegen zwölf US-Militärs verhängt. Die Maßnahmen gelten führenden Verantwortlichen des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba und des früher von den USA im Irak betriebenen Gefängnisses Abu Ghraib, wie aus einer am Samstag auf der Website des russischen Außenministeriums veröffentlichten Liste hervorgeht. Für die zwölf Betroffenen gilt insbesondere ein Einreiseverbot nach Russland.

Die Sanktionen sind offenbar eine Vergeltungsmaßnahme für US-Sanktionen, die Mitte der Woche wegen der Ukraine-Krise von Washington verhängt worden waren.

+++ 10.57 Uhr: Koalitionspolitiker regen Blauhelm-Einsatz an +++

Als Konsequenz aus dem mutmaßlichen Abschuss einer Verkehrsmaschine über der Ostukraine haben mehrere Koalitionspolitiker einen Friedenseinsatz durch Soldaten der UN angeregt. "Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir über einen Blauhelm-Einsatz unter dem Dach der Vereinten Nationen mit einem entsprechenden Mandat nachdenken müssen", sagte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Andreas Schockenhoff der "Rheinische Post". Schockenhoff hält sogar eine Beteiligung der Bundeswehr an einem solchen UN-Einsatz für denkbar: "Wenn eine solche Mission zustande kommen sollte, würde auch Deutschland gefragt sein."

SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich sagte am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters: "Wenn der Sicherheitsrat im Rahmen einer Resolution und mit Zustimmung der Ukraine einen UN-Blauhelmeinsatz zur Überprüfung und Durchsetzung einer Waffenruhe als sinnvoll und durchführbar erachtet, könnte dies ein Beitrag zur diplomatischen Bearbeitung der Ukraine-Krise sein." Allerdings sehe er derzeit keine Möglichkeit dazu, weil Sicherheitsgarantien und eine Unterstützung Moskaus fehlten.

+++ 10.15 Uhr: Kiew meldet Beschuss aus Russland +++

Ukrainische Stellungen sollen nach Angaben der Regierung in Kiew in der Nacht zum Sonntag zwei Mal von Russland aus beschossen worden sein. Mörsergranatenangriffe seien kurz nach Mitternacht verzeichnet worden und dann noch einmal etwa zwei Stunden später, hieß es auf einer von der Regierung eingerichteten Facebook-Seite. In beiden Fällen sei aus Richtung Russland geschossen worden.

+++ 9.26 Uhr: Etwa zwei Drittel der Opfer geborgen +++

Am Absturzort der malaysischen Passagiermaschine MH17 im Osten der Ukraine sind den Rettungskräften zufolge bisher 196 der vermuteten 298 Opfer geborgen worden. Die Sucharbeiten würden von bewaffneten prorussischen Separatisten erheblich behindert, sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums in Kiew am Sonntag.

Die Absturzstelle der Boeing 777 von Malaysia Airlines ist nicht abgesperrt, wie bei ähnlichen Katastrophen üblich

Die Absturzstelle der Boeing 777 von Malaysia Airlines ist nicht abgesperrt, wie bei ähnlichen Katastrophen üblich

+++ 9.05 Uhr: Separatisten stellen Bedinungen für sichere Ermittlungen +++

Die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine wollen die Sicherheit der internationalen Ermittler am Ort des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine unter der Bedingung garantieren, dass Kiew in einen Waffenstillstand einwilligt. Die ukrainische Regierung werde aufgefordert, ein solches Abkommen mit der "Republik Donezk umgehend einzugehen", erklärte der stellvertretende Ministerpräsident der selbstproklamierten Volksrepubik, Andrej Purgin, am Sonntag. Die Waffenruhe müsse "zumindest für die Dauer der Untersuchung" am Absturzort gelten.

+++ 8.36 Uhr: Kerry fordert russische Unterstützung +++

In einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow hat US-Außenminister John Kerry die Zugangsbeschränkungen für internationale Ermittler zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine kritisiert. Kerry sei "zutiefst besorgt", dass Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und anderen Ermittlern "ein angemessener Zugang" verwehrt werde, berichtete sein Ministerium am Samstag aus dem Gespräch mit Lawrow. Zudem kritisierte Kerry demnach, dass Berichten zufolge bereits Leichen und Trümmerteile weggebracht wurden. Russland müsse seinen Einfluss auf die Separatisten geltend machen.

+++ 8.19 Uhr: Rutte entsetzt über Plünderungen von Wrack +++

Der niederländische Regierungschef Mark Rutte sagte am Samstag, er habe mit Russlands Staatschef Wladimir Putin ein "sehr intensives Gespräch" über den Absturz der Maschine mit vorwiegend niederländischen Insassen geführt. Rutte sagte, er habe Putin deutlich gemacht, dass Moskau "jetzt die Verantwortung gegenüber den Rebellen tragen muss". "Ich habe ihm gesagt, dass er der Welt zeigen muss, dass er helfen will", ergänzte er. Der Regierungschef zeigte sich zudem "schockiert" über Bilder von "schamlosen" prorussischen Separatisten, die an der Absturzstelle Habseligkeiten der Opfer in Händen hielten.

mod/ono/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters