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Krise in der Ukraine: EU weitet Sanktionen aus

Separatisten in der Ostukraine ignorieren das Ultimatum von Interimspräsident Turtschinow. Die EU weiten ihre Sanktionen gegen Russland aus. Die Ereignisse des Tages in der Rückschau.

+++ 20.12 Uhr: USA bestätigen: CIA-Chef war in Kiew +++

Die USA haben bestätigt, dass sich CIA-Chef John Brennan am vergangenen Wochenende in Kiew aufgehalten hat. "Angesichts der besonderen Umstände in diesem Fall und wegen der von Russland vorgebrachten Unterstellungen hinsichtlich der CIA bestätigen wir, dass der Direktor als Teil seines Europabesuchs in Kiew war", so ein Sprecher des US-Präsidialamtes. Russland hatte Medienberichten zufolge die USA aufgefordert, sie sollten erklären, was Brennan in der Ukraine gemacht habe.

+++ 19.19 Uhr: USA raten Ukraine zur Zurückhaltung +++

Die USA sind besorgt über russische Provokationen im Osten der Ukraine. Die ukrainische Regierung solle Zurückhaltung üben, rät das US-Präsidialamt.

+++ 19.15 Uhr: EU weitet Sanktionen aus +++

Die EU-Außenminister weiten die Liste der Russen aus, gegen die sich die EU-Sanktionen richten. Das teilen der britische Außenminister William Hague und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Luxemburg mit. EU-Experten sollen jetzt Namen vorschlagen, auf die die Sanktionen angewendet werden sollen. Ashton machte keine Angaben zur voraussichtlichen Zahl der Betroffenen.

Bislang hat die EU 33 Ukrainer und Russen mit Einreiseverboten und Kontosperren belegt, die sie für die Destabilisierung der Ukraine und die Annexion der Krim durch Russland verantwortlich macht.

+++ 17.56 Uhr: Russische Jets nähern sich mehrfach US-Schiff +++

Russische Kampfjets nähern sich nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Washington am Samstag mehrfach einem US-Schiff im Schwarzen Meer an. Die Aktion sei "provokativ und unprofessionell" gewesen.

+++ 17.30 Uhr: Umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Russland möglich +++

Die EU wird möglicherweise in der kommenden Woche in einem Sondergipfel neue umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschließen, "wenn es nötig ist". Frankreichs Außenminister Laurent Fabius teilt dies nach einem Treffen seiner EU-Kollegen am Montag in Luxemburg mit. "Sowohl Entschlossenheit als auch Bereitschaft zu Dialog" will die EU so zeigen. "Wir müssen feststellen, dass es im Osten und im Südosten der Ukraine Aktionen von großer Gewalt gibt, die organisiert sind", sagt Fabius. Besonders klar müsse sein, dass Russland eine Verantwortung für diese Gewalt trage. "Davon ausgehend müssen wir handeln."

Am Donnerstag treffen sich in Genf die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und die Außenminister Russlands, der Ukraine und der USA zu Gesprächen über die Krise. Ob nächste Woche ein EU-Sondergipfel zu Russland stattfindet, hänge davon ab, wie das Treffen ausgehe.

+++ 17.15 Uhr: 720 Millionen Euro Kredit aus den USA +++

US-Finanzminister Jacob Lew gibt die US-Kreditbürgschaft für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Dollar (720 Millionen Euro) freigegeben. Lew lobt den ukrainischen Finanzminister Alexander Schlapak für die bisherige Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Kiew im Gegenzug für ein Reformprogramm Hilfskredite im Umfang von 14 bis 18 Milliarden Dollar versprochen hat. Die von den USA übernommene Garantie soll die internationalen Kredite an Kiew mit absichern. Der Kongress in Washington hatte die Ukraine-Hilfen vor zwei Wochen gebilligt. Neben der finanziellen Unterstützung will die US-Regierung auch Experten nach Kiew schicken, um die ukrainische Übergangsregierung bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme und dem Kampf gegen die Korruption zu beraten.

+++ 17.06 Uhr: Turtschinow unterzeichnet Einsatzbefehl für Ostukraine +++

Nach dem Ablauf eines Ultimatums an prorussische Separatisten in der Ostukraine hat Interimspräsident Alexander Turtschinow einen Befehl für einen Spezialeinsatz unterzeichnet. Der Politiker habe einen entsprechenden Beschluss des Sicherheitsrates in Kraft gesetzt, teilte die Präsidialverwaltung am Montag mit. Details des Einsatzes seien geheim. Die Maßnahmen stünden "im Zusammenhang mit der Terrorgefahr und der territorialen Einheit der Ukraine", hieß es lediglich. Die Separatisten ignorierten ein Ultimatum, bis zum Montag besetzte Verwaltungsgebäude wieder freizugeben und die Waffen niederzulegen.

+++ 16.49 Uhr: Schweiz bietet Vermittlung an +++

Die Schweiz bietet im Konflikt im Osten der Ukraine ihre diplomatischen Vermittlerdienste an. Das teilt der Schweizer Außenminister und derzeitige Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Didier Burkhalter, bei einem Besuch in Kiew mit. Die ukrainische Regierung habe die Möglichkeit einer Vermittlung durch die neutrale Eidgenossenschaft am Freitag bei der OSZE ins Spiel gebracht, so Burkhalter nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda.

+++ 16.28 Uhr: Reporter: Bevölkerung sieht Separatisten als"Helden" +++

Im Interview mit n-tv spricht Reporter Dirk Emmerich, der aus der Ostukraine berichtet, über die Zustände vor Ort. Über die Vorgänge in Slawjansk sagt er, dort wolle man ebenso wie vergangene Woche in Donezk eine "Unabhängige Republik" ausrufen und ein Referendum erreichen. "Die Separatisten arbeiten dabei mit einer neuen Strategie. Diesmal haben sie nicht die Administration besetzt, sondern die Polizeizentrale, " so Emmerich. "Die Besatzer haben uns gesagt: 'Wir brauchen Waffen und hier gibt es viele Waffen.'" Die Menschen vor Ort sähen die Separatisten dabei als "Helden": "Die verteidigen unsere Interessen als russischsprachige Bevölkerung gegen die extremistisch-faschistische Regierung in Kiew," zitiert Emmerich ukrainische Gesprächspartner.

Ob es sich bei den Aktivisten um Einheimische oder um Russen handelt, könne er schlecht einschätzen. "Die Belagerer sagen, sie seien aus Slawjansk oder Donezk, und die meisten Menschen vor Ort bestätigen das," so Emmerich. "Dennoch hören wir vereinzelt Stimmen, die sagen, man würde am Akzent hören, dass die Männer nicht aus der Gegend kommen." Klar sei, dass das Ganze im Hintergrund koordiniert sein müsse. "Es ist unvorstellbar, dass zufällig an verschiedenen Orten in der Region Polizeistationen übernommen worden sind."

+++ 16.10 Uhr: Putin zeigt sich "sehr besorgt" +++

Putin zeigt sich angesichts der Lage in der Ost-Ukraine "sehr besorgt". Dies sagte ein Sprecher des Präsidialamtes, den die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Auf die Frage nach einem Hilfsappell der Separatisten dort an die Adresse Putins antwortet Präsidentensprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau ausweichend: "Leider richten sich sehr viele derartige Anfragen aus den Regionen im Osten der Ukraine direkt an Putin, in denen die Absender in der einen oder anderen Form um ein Eingreifen bitten," so Peskow. "Der Präsident beobachtet die Entwicklung in der Ost-Ukraine mit großer Sorge."

+++ 15.58 Uhr: Polens Präsident: Separatisten haben "mächtige Beschützer" +++

Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski warnt vor einer systematischen "Demontage" der Ukraine. Er sei "zutiefst beunruhigt über die offensichtlich manipulierten und gesteuerten separatistischen Prozesse" in dem Nachbarland, so Komorowski nach einem Treffen mit seinem moldauischen Amtskollegen Nicolae Timofti in Warschau. Er habe keinen Zweifel, dass die Separatisten in der Ukraine "mächtige Beschützer" hätten.

+++ 15.32 Uhr: Kiew wünscht sich Uno-Unterstützung +++

Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow hofft auf Hilfe der Vereinten Nationen im Kampf gegen prorussische Milizionäre im Osten des Landes. Beobachter und "Profis" der UNO könnten die "Legitimität unserer Handlungen" bei "Anti-Terror-Einsätzen" bestätigen, regte Turtschinow in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an, wie das ukrainische Präsidialamt am Montag mitteilte.

+++ 15.15 Uhr: Separatistenführer bittet Putin um Hilfe +++

Der Anführer der pro-russischen Separatisten im ostukrainischen Slawjansk wendet sich an Russlands Präsident Wladimir Putin. Putin solle die "Volksrepublik Donezk" unterstützen, fordert er.

+++ 14.49 Uhr: Soziale Medien berichten von russischer Übernahme +++

Augenzeugen berichten in den sozialen Medien, nachdem prorussische Separatisten die Polizeistation im ostukrainischen Horliwka besetzt haben, sei nun ein neuer Polizeichef vorgestellt worden. Dabei soll es sich möglicherweise um einen russischen Oberstleutnant handeln, die Berichte sind jedoch widersprüchlich. Videos zeigen einen Mann in Tarnkleidung, der zu einer Truppe spricht. Er soll sich als russischen Oberstleutnant und einen weiteren Mann als neuen Polizeichef vorgestellt haben. Andere berichten, er selbst sei der neue Polizeichef.

Aus Slawjansk berichten Augenzeugen, die Grenzen seien dicht und der Flughafen besetzt. "Das kennen wir schon. Hier passiert dasselbe wie auf der Krim."

+++ 14.34 Uhr: Timoschenko bittet um militärische Hilfe, USA erwägen Waffenlieferungen +++

Angesichts der unruhigen Lage in der Ostukraine fordert Präsidentenkandidatin Julia Timoschenko die internationale Gemeinschaft zu "direkter militärischer Hilfe" auf. Das ukrainische Volk kämpfe um seine Freiheit, betonte die Ex-Regierungschefin am Montag in einer Mitteilung. "Die Zeit ist gekommen, die Organisation des gesamtnationalen Widerstandes gegen den russischen Aggressor mit allen verfügbaren Methoden auszurufen." Dazu gehöre auch eine allgemeine Mobilmachung.

Kurz darauf wird bekannt, dass die USA Waffenlieferungen an die Ukraine erwägen. "Wir betrachten das als eine Option", sagt der US-Diplomat und Berater von Außenminister John Kerry, Thomas Shannon. "Es ist aber noch nicht klar, ob wir es tun werden oder nicht." Die ukrainische Führung hat die USA nach Angaben aus US-Regierungskreisen bereits vor einiger Zeit um die Lieferung von Waffen gebeten. Dieser Bitte kam die Regierung in Washington zunächst jedoch nicht nach, sondern beschloss lediglich, die ukrainische Armee mit Lebensmitteln zu unterstützen.

+++ 13.23 Uhr: EU gibt eine Milliarde Euro für Ukraine frei +++

Die Außenminister der Europäischen Union geben eine Finanzhilfe in Höhe von einer Milliarde Euro für die vom Staatsbankrott bedrohte Ukraine. Sie stimmen auch einer Streichung fast sämtlicher Zölle für Waren aus der Ukraine zu. Die Finanzhilfe soll zusammen mit bereits früher beschlossenen 610 Millionen Euro in den Haushalt der Ukraine fließen. Voraussetzung dafür ist jedoch die Einleitung politischer und wirtschaftlicher Reformen. Mit dem weitreichenden Verzicht auf Einfuhrzölle wird ein Teil des geplanten Assoziierungsabkommens vorweggenommen. Unter anderem verzichtet die EU auf 95 Prozent der Zölle auf Industrieprodukte und auf 82 Prozent der Zölle auf Agrarerzeugnisse.

+++ 12.55 Uhr: EU-Außenminister beraten über Sanktionen +++

Die Außenminister der Europäischen Union zeigen sich bei ihrem Treffen in Luxemburg besorgt über die immer angespanntere Lage in der Ostukraine. Bei dem Treffen beraten die Minister vor allem über den weiteren Zeitplan möglicher Sanktionen. Der britische Außenminister William Hague macht Russland für die gewaltsamen Besetzungen öffentlicher Gebäude im Osten der Ukraine verantwortlich. Daher müsste die EU nun detailliert planen, wann sie umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängen wolle. Der niederländische Außenminister Frans Timmermans sagt, ein Beschluss über die Verschärfung der Sanktionen sei zwar jetzt noch nicht nötig, müsse aber möglicherweise bald gefasst werden.

+++ 12.32 Uhr: Timoschenko lehnt Gewalt gegen Separatisten ab +++

Die ukrainische Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko lehnt ein gewaltsames Vorgehen gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes ab. Vorrang müsse unbedingt eine Verhandlungslösung haben, fordert die Ex-Regierungschefin.

Timoschenko hofft auf die für Donnerstag geplanten Verhandlungen in Genf zwischen der Ukraine, den USA, Russland und der EU. "Wenn sich in Genf die Chefs der Außenministerien der führenden Weltmächte versammeln, solch bedeutende Akteure, zeugt das davon, dass die gesamte Welt sich gerade auf die Ukraine konzentriert und die ukrainischen Probleme lösen will", sagt sie.

+++ 12.16 Uhr: Augenzeugen berichten aus Horliwka +++

Auf Twitter berichten Augenzeugen und Journalisten wie der niederländische Hans de Vreij, prorussische Aktivisten hätten die Polizeistation in Horliwka besetzt und den Polizeichef der Stadt angegriffen. Der Moskau-Korrespondent des britischen "Telegraph", Roland Oliphant, beschreibt die Stimmung in der Stadt als "hässlich" und empfiehlt anderen Journalisten, besser nicht nach Horliwka zu kommen.

+++ 11.54 Uhr: Hinweise auf russische Hilfe für Separatisten +++

Die Bundesregierung hat Anhaltspunkte dafür, dass Russland Separatistengruppen unterstützt. "Vieles deutet darauf hin, dass die in der Ostukraine aktiven bewaffneten Gruppen Unterstützung aus Russland erhalten", sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz. "Wenn man sich das Auftreten, die Uniformierung und die Bewaffnung einiger dieser Gruppen ansieht, kann es sich kaum um spontan aus Zivilisten gebildete Selbstverteidigungskräfte handeln."

Russland weist die Vorwürfe des Westens zurück, es heize die Gewalt in der Ostukraine an. "Es gibt dort keine Agenten - weder vom (russischen Militärgeheimdienst) GRU noch vom (Inlandsgeheimdienst) FSB", so Außenminister Sergej Lawrow. "Wir mischen uns in die inneren Angelegenheiten der Ukraine nicht ein, das widerspricht unseren Interessen."

Lawrow warf dem Westen vor, unaufrichtig zu sein: "Als es Gewalt auf dem Maidan (in Kiew) gab, die mit vielen Dutzenden Toten endete, wurde das Demokratie genannt. Aber die friedlichen Proteste im Süden und Osten werden jetzt Terrorismus genannt."

+++ 11.50 Uhr: Gabriel mahnt Russland +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel warnt vor einer weiteren Eskalation der Krise in der Ukraine gewarnt. Er wirft Russland am Montag vor, es sei "offenbar bereit, Panzer über europäische Grenzen rollen zu lassen". Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zeige, dass Frieden auf dem europäischen Kontinent nicht selbstverständlich sei. Russland müsse mehr diplomatisches Engagement aufbringen. Säbelrasseln der Nato sei genauso wenig angebracht.

+++ 11.40 Uhr: Separatisten greifen Polizei in Horliwka an +++

Mindestens 100 pro-russische Separatisten greifen das Polizei-Hauptquartier in der ostukrainischen Stadt Horliwka an. Das berichten Augenzeugen. Die ortsansässige Webseite 06242.com.ua zeigt die Bilder im Livestream.

+++ 11.13 Uhr: OSZE beruft Sondersitzung ein +++

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ruft aufgrund der Eskalation in der Ukraine eine Sondersitzung des Ständigen Rats ein. Das Gremium, in dem Vertreter aus 57 Staaten sitzen, solle am Montagnachmittag in Wien zusammenkommen, um die jüngsten Entwicklungen zu beraten, teilt die OSZE via Twitter mit. Konkrete Schritte werden nach Einschätzung westlicher Diplomaten nicht erwartet. Bereits am Sonntag hatte der OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter die Konfliktparteien zur Mäßigung aufgerufen.

+++ 11.07 Uhr: Livestream aus Slawjansk +++

Der in Polen ansässige Fernsehsender für Zuschauer in Weißrussland Belsat TV zeigt einen Livestream aus Slawjansk. Die Kamera befindet sich in an einem Marktplatz in der Nähe des Büros des Ukrainischen Sicherheitsrats (SBU) und einer Polzeistation.

+++ 11.00 Uhr: Lawrow: Ukraine als Ganzes erhalten +++

Russlands Außenminister Sergej Lawrow fordert mehr Informationen über das von der ukrainischen Regierung angedeutete Referendum in der Ostukraine. Es sei im Interesse Russlands, dass die Ukraine als Ganzes erhalten bleibe, sagt Lawrow. Die Bewohner des russisch geprägten Landesteiles müssten bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung einbezogen werden.

+++ 10.51 Uhr: Kiew wechselt Anti-Terror-Chef aus +++

Ukraines Interimspräsident Turtschinow wechselt mitten in den Plänen für eine Anti-Terror-Operation im Osten den Leiter des Einsatzstabs aus. Präsident Turtschinow setzt den unlängst ernannten Witali Zyganok als Anti-Terror-Chef ab und ernannte Wassili Krutow zum Leiter der Einheit. Der Staatschef ordnet zudem weitere Personalveränderungen in einer Kommission des Anti-Terror-Zentrums beim Geheimdienst SBU an, teilt das Präsidialamt in Kiew am Montag mit. Beobachter in Kiew sprachen von chaotischen Zuständen und demoralisierten Sicherheitskräften.

+++ 10.34 Uhr: Kiew gibt Aussicht auf Referendum im Osten +++

Der ukrainische Übergangs-Präsident Alexander Turtschinow zeigt sich offen für die Abhaltung eines Referendums im Osten des Landes. Die von den Separatisten geforderte Abstimmung könnte am selben Tag wie die Präsidentenwahl am 25. Mai abgehalten werden, so Turtschinow.

Gleichzeitig kündigt Turtschinow einen Militäreinsatz gegen Separatisten an. Die Lage in der Region Donbass "wird bald stabilisiert".

+++ 10.15 Uhr: Goldpreis auf Drei-Wochen-Hoch +++

Die erneute Eskalation der Ukraine-Krise treibt Investoren zu Beginn der Woche in sichere Anlagehäfen. Am Montagmorgen steigt der Goldpreis auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Im Vergleich zum Freitag klettert der Preis pro Feinunze (etwa 31,1 Gramm) um fast zehn Dollar bis auf 1329,57 US-Dollar. Seit Beginn des Jahres hat der Goldpreis um mehr als zehn Prozent zugelegt.

+++ 10.13 Uhr: Steinmeier warnt vor Wiederholung der Krim-Vorgänge +++

Die Geschehnisse auf der Krim dürfen sich nach den Worten von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nicht im Osten der Ukraine wiederholen. Er sei sehr besorgt über die Entwicklungen in der Ukraine, so Steinmeier nach einem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen in Peking.

Mit Blick auf den Ukraine-Konflikt und Chinas Insel-Streitigkeiten mit seinen Nachbarn sagt Steinmeier: "Wir haben großen Bedarf, uns in Fragen der internationalen Beziehungen enger abzustimmen." Gemeinsam mahnen die Minister Russland und die Ukraine zu "Deeskalation und Gewaltlosigkeit". Die Hoffnung auf eine klare Festlegung Chinas in der Ukraine-Krise erfüllt sich jedoch nicht. Wang vermeidet es abermals, eindeutig Position zu beziehen. Am Dienstag wird Russlands Außenminister Sergej Lawrow in Peking erwartet.

+++ 9.57 Uhr: Iran bietet sich als zuverlässiger Gaslieferant an +++

Der Iran könnte nach den Worten seines Industrieministers Mohammed Resa Nemazadeh ein neuer Gaslieferant für Europa werden. "Iran kann ein zuverlässiger, sicherer und dauerhafter Partner Europas werden", so der Minister in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Sein Land habe sowohl die Energiereserven als auch Pläne für eine Zusammenarbeit. Sein Land habe inzwischen die größten Erdgasreserven der Welt und verfolge derzeit ein großes Pipelineprojekt, um Erdgas aus dem Süden des Iran in den Nordwesten an die türkische Grenze zu pumpen. Von dort könne Gas in den Westen exportiert werden.

Der Iran wolle Russland aber "keine Konkurrenz machen", so der Minister weiter. Die Krim-Krise befeuert derzeit die Sorgen um Deutschlands Erdgasversorgung. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Europa vergangene Woche wegen des Ukraine-Konflikts vor Engpässen bei den Gaslieferungen gewarnt.

+++ 9.51 Uhr: Angespannte Ruhe in Slawjansk +++

Nach dem Ablauf eines Ultimatums an prorussische Kräfte im Osten der Ukraine herrscht in der Stadt Slawjansk angespannte Ruhe. Von Kämpfen und Unruhen ist bislang nichts zu hören, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP von vor Ort berichtet. Prorussische Gruppen halten mehrere öffentliche Verwaltungsgebäude besetzt. Das Ultimatum ist der ukrainischen Regierung ist um 8.00 Uhr verstrichen.

Der deutsche Reporter Dirk Emmerich zeigt bei Twitter einen Blick auf die Barrikaden in der Stadt.

+++ 9.15 Uhr: Luxemburg: Millardenpaket für Ukraine schon im Mai +++

Die EU könnte nach Aussage von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn noch vor Ende Mai Hilfszahlungen an die Ukraine überweisen. "Da gibt es dieses Paket von 1,6 Milliarden, was wir heute mit großer Wahrscheinlichkeit beschließen, wo sogar eine erste Tranche schon vor den Wahlen am 25. Mai ausgezahlt werden kann", so Asselborn vor dem Treffen der 28 EU-Außenminister im ZDF.

Von Russland fordert Asselborn ein Zeichen: Moskau müsse sich von den "bulligen Menschen in schwarz, die mit Gewehren operieren" distanzieren. Es sei schwer zu verstehen, dass Russland die Aufständischen Demonstranten nennt und die Reaktion der Ukraine als kriminell bezeichnet.

+++ 9.00 Uhr: Weder Anzeichen für Einlenken noch für Militäreinsatz +++

Eine Stunde nach dem Verstreichen des Ultimatums gibt keine Hinweise darauf, dass prorussische Separatisten den Forderungen der ukrainischen Regierung nachkommen. Bis dahin sollten besetzte Verwaltungsgebäude geräumt und Waffen abgegeben worden sein. Andernfalls droht Kiew mit einem "Anti-Terror-Einsatz" unter Beteiligung der Streitkräfte.

Laut dem britischen Fotojournalisten William Sands, der sich zur Zeit im ostukrainischen Donezk aufhält und von dort twittert, gibt es in der Stadt bislang keine Anzeichen auf einen Militäreinsatz.

+++ 8.50 Uhr: Krise wirkt sich auf Märkte aus +++

Die Aktienkurse in Russland geben wegen der zunehmenden Spannungen nach. Kurz nach Handelsbeginn verliert der Leitindex RTS 2,2 Prozent, der MICEX sinkt um 1,1 Prozent. Der Rubel gibt zum Dollar ein Prozent nach. Die US-Währung kostet nunmehr noch 36 Rubel.

+++ 8.22 Uhr: Schäuble: Russland schürt mutwillig Unruhen +++

Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) heizt Russland den Konflikt in der Ostukraine mutwillig an. "Es gibt ja doch viele Anzeichen dafür, dass Russland die Unruhen in der Ukraine schürt", sagt Schäuble am Morgen im Deutschlandfunk vor einem Treffen der 28 EU-Außenminister in Luxemburg. Zum "Arsenal der Auseinandersetzungen" gehörten demnach unter anderem russische Militärbewegungen und die Option, mit dem Gaspreis zu spielen. Schäuble betont die unnachgiebige Haltung des Westens: "Russland muss wissen, der Westen ist nicht zu erpressen." Die EU-Außenminister beraten an diesem Montag über eine gemeinsame Antwort auf Russlands Drohung, Gaslieferungen nach Europa einzustellen.

+++ 8.04 Uhr: Ultimatum ist abgelaufen +++

Um 8.00 Uhr ist das von der ukrainischen Übergangsregierung an die prorussischen Aktivisten gestellte Ultimatum abgelaufen. Bis dahin sollten besetzte Verwaltungsgebäude in der Ostukraine geräumt und die Waffen niedergelegt werden. Wer der Aufforderung nicht nachkomme, dem drohe strafrechtliche Verfolgung, so Übergangspräsident Alexander Turtschinow. Außerdem hat die Regierung in Kiew mit dem Einsatz des Militärs gedroht. In der Stadt Slawjansk gibt es keine Hinweise darauf, dass die Rebellen eingelenkt haben.

+++ 7.22 Uhr: Ölpreis zieht an +++

Öl wird teurer. Die Eskalation in der Ostukraine schüre Sorgen vor Versorgungsengpässen in Europa, sagen Händler. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostet 107,91 Dollar. Das sind 58 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI steigt um 51 Cent auf 104,27 Dollar.

+++ 7.11 Uhr: Nationalgarde wird einberufen +++

Das Innenministerium in Kiew schickt 350 Reservisten der neu gegründeten Nationalgarde in die Ostukraine einberufen. Das Bataillon solle noch am Montag zu "Kontrollaufgaben" in den Raum Slawjansk verlegt werden, teilt die Behörde mit. Kommentatoren sehen dies eher als Drohung in Richtung prorussischer Separatisten und nicht als Vorbereitung von Kämpfen.

+++ 6.58 Uhr: Ultimatum läuft in einer Stunde ab +++

Im Osten der Ukraine droht eine gefährliche Zuspitzung der Lage. Um 8 Uhr MESZ endet das Ultimatum der Übergangsregierung in Kiew an die prorussischen Separatisten, die Waffen niederzulegen und die besetzten Verwaltungsgebäude zu räumen. Nur wer bis Montagmorgen die Waffen niederlege und die besetzten Verwaltungsgebäude verlasse, werde strafrechtlich nicht belangt, hatte Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Sonntag in Kiew erklärt. Zugleich drohte er mit einem "groß angelegten Anti-Terror-Einsatz" unter Beteiligung der Streitkräfte, um die Unruhen zu beenden.

+++ 4.43 Uhr: UN-Sitzung endet erfolglos +++

Die Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates bringt keine Annäherung im Konflikt. Bei der hitzigen Debatte, stellte sich keines der anderen 14 Mitglieder des Rates auf die Seite Moskaus. Auch vom traditionellen Verbündeten China erhielt Russland keine Unterstützung. Der chinesische Vertreter im Sicherheitsrat appellierte lediglich an alle Seiten, Zurückhaltung zu üben.

+++ 3.45 Uhr: Wortgefecht zwischen USA und Russland +++

Die USA werfen Russland vor, für die blutigen Kämpfe verantwortlich zu sein. "Es ist eine Tatsache, dass diese Form der Instabilität die schlimmste ist - sie ist komplett künstlich hergestellt. Diese Instabilität wurde erfunden und entworfen in und von Russland", sagt US-Botschafterin Samantha Power vor dem Sicherheitsrat.

Russlands Botschafter Witali Tschurkin weist die Anschuldigungen zurück. Die Unruhen würden aus der Ukraine selbst befeuert. Er ruft das Nachbarland zudem auf, die Armee nicht einzusetzen. "In nur wenigen Stunden könnten sich die Dinge zum Schlechteren wenden."

+++ 2.00 Uhr: Sicherheitsrat startet Krisensitzung +++

Der UN-Sicherheitsrat kommt wegen der eskalierenden Lage in der Ostukraine zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Nigerias UN-Botschafter Joy Owgu, dessen Land derzeit den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat hat, eröffnet die Sitzung hinter verschlossenen Türen. Russland hatte um die Dringlichkeitssitzung gebeten. Auf dem Weg zu dem Treffen sagte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin, er sei sehr besorgt über die Ankündigung der ukrainischen Regierung, die Armee einzusetzen. Das russische Außenministerium hatte Kiew daraufhin aufgefordert, unverzüglich "den Krieg gegen das eigene Volk" zu stoppen und die Dringlichkeitssitzung beantragt.

+++ 0.35 Uhr: Notenbank sorgt sich um Wirtschaft +++

Weitere russische Interventionen in der Ukraine würden nach Einschätzung des ukrainischen Notenbankchefs Stepan Kubiw schwerwiegende ökonomische Folgen für sein Land haben. Sollte es nach der Krimregion zu weiteren erzwungenen Abtretungen an Russland kommen, bedeute dies einen erheblichen Liquiditätsverlust für die gesamte ukrainische Volkswirtschaft, sagte Kubiw am Sonntag am Rande der Tagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Viele der größten Industriebetriebe und ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Produktion sind in der Ostukraine angesiedelt, wo es seit Tagen sich verstärkende Sezessionsbestrebungen gibt.

Der "politisch-okkupatorische Charakter" sei die Hauptbedrohung für die ukrainische Volkswirtschaft, sagte der Notenbankchef. Zugleich versicherte Kubiw, das Land verfüge über ausreichend Reserven, um all seinen internationalen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

sas/mad/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters