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Europawahl 2014: Konservative werden stärkste Kraft im EU-Parlament

Die Bürger in 21 Staaten haben abgestimmt: Die Konservativen stellen in Zukunft vor den Sozialdemokraten die größte Fraktion im EU-Parlament. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

+++ 00.43 Uhr: Doch vier Mandate für Wilders-Partei in den Niederlanden +++

Die Anti-Europa-Partei des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders hat vier Mandate für das Europäische Parlament gewonnen. Die Partei verlor zwar rund 3,5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2009, wurde aber mit 13,2 Prozent drittstärkste Kraft, wie aus dem am Sonntagabend veröffentlichten vorläufigen Endergebnis hervorgeht. Stärkste Parteien sind demnach die Christdemokraten mit fünf Mandaten und die linksliberale Partei D66 mit vier Mandate. Die Regierungsparteien - die rechtsliberale VVD und die sozialdemokratische Partei für die Arbeit - werden mit je drei Abgeordneten im Parlament vertreten sein.

+++ 00.31 Uhr: Schulz gibt sich nach Wahlniederlage nicht geschlagen +++

Der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten, Martin Schulz, gibt sich auch nach seiner Wahlniederlage nicht geschlagen. Wahlsieger Jean-Claude Juncker von den Konservativen werde versuchen, eine Mehrheit im Parlament für den Posten des Kommissionspräsidenten zu finden. "Ich werde auch versuchen, dies zu machen", sagte Schulz am frühen Montagmorgen in Brüssel. "Ich werde auch eine Initiative ergreifen, um eine Mehrheit für mein Programm zu finden." Schulz zeigte sich gleichzeitig bereit, mit den Konservativen zu sprechen. "Falls Jean-Claude Juncker bereit sein sollte, mit uns gemeinsam gegen Steuerbetrug und Steuerflucht zu kämpfen, kann er das mit uns diskutieren."

+++ 00.23 Uhr Uhr: Rechtspopulist Farage verkündet Sieg von Ukip in Großbritannien +++

Die nationalistische und EU-feindliche Partei Ukip hat in Großbritannien bei der Europawahl deutlich hinzugewonnen. "Die Ukip wird diese Wahl gewinnen und ja, das wird ein Erdbeben sein", sagte ihr Vorsitzender Nigel Farrage am Sonntagabend vor Journalisten.

Nach ersten Teilergebnissen gewann die Partei mehr Sitze als die Konservative Partei von Premierminister David Cameron. Von den zehn ausgezählten Wahlbezirken konnte die Ukip vier für sich entscheiden. Die Konservative Partei und die oppositionelle Labour-Partei gewannen je drei Mandate. Der Stimmenanteil für die Ukip ist im Vergleich zu der Wahl vor fünf Jahren deutlich gestiegen. Insgesamt hat Großbritannien 73 Sitze im Europäischen Parlament.

+++ 00.19 Uhr: Großparteien in Spanien erleiden heftige Verluste +++

Die regierende konservative Volkspartei hat die Europawahl in Spanien zwar knapp gewonnen, im Vergleich zum Urnengang 2009 aber herbe Verluste erlitten. Sechs Jahre nach Ausbruch der schlimmen Wirtschaftskrise straften die spanischen Wähler am Sonntag allerdings auch die sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Arbeiterpartei ab, die das Land bis Ende 2011 regiert hatte.

+++ 23.57 Uhr: Hochrechnung bestätigt Wahlsieg für europäische Konservative +++

Jetzt ist es amtlich: Die konservative Europäische Volkspartei mit ihrem Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker hat die Europawahl gewonnen. Eine Hochrechnung des Europaparlaments bestätigte am späten Sonntagabend weitgehend eine zuvor veröffentlichte Prognose: Demnach kommt die EVP auf 28,23 Prozent, gefolgt von den Sozialdemokraten mit 24,63 Prozent.

Auf Platz drei liegen die Liberalen mit 9,85 Prozent. Rechtsorientierte und populistische Parteien kamen auf insgesamt rund 19 Prozent, das war rund ein Prozentpunkt mehr als bisher erwartet. Ob es am rechten Rand eine neue Fraktion geben wird, ist noch offen.

Aufgrund des Wahlergebnisses nehmen die Konservativen für sich in Anspruch, mit Juncker den nächsten EU-Kommissionspräsidenten zu stellen.

+++23.40 Uhr: Slowakei mit Minusrekord bei der Wahlbeteiligung +++

In keinem Land haben sich an der Europawahl so wenige Menschen beteiligt wie in der Slowakei. Laut offiziellem Ergebnis waren es nur 13 Prozent der Stimmberechtigten - damit haben die Slowaken sogar noch ihren eigenen bisherigen Negativrekord von 17 Prozent aus dem Jahr 2004 unterboten. Auch 2009 war die Wahlbeteiligung in der Slowakei mit 19,6 Prozent die niedrigste aller EU-Länder gewesen.

+++ 23.30 Uhr: Mitte-Links in Italien vorne - Europaskeptiker stark +++

In Italien ist die Demokratische Partei (PD) von Ministerpräsident Matteo Renzi bei der Europawahl nach ersten Prognosen mit 33 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgt nach Prognosen des TV-Senders La7 die populistische und europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S), die bei ihrer ersten Europawahl auf rund 26,5 Prozent der Stimmen kam. Die konservative Oppositionspartei Forza Italia (FI) des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi landete mit 18 Prozent auf Platz drei. Erneut den Einzug ins Parlament schaffen könnte die rechtspopulistische Lega Nord, die bei 6,0 Prozent stand.

+++ 22.51 Uhr: Konservative wollen Juncker als Kommissionschef +++

Nach ihrem erwarteten Wahlsieg bei der Europawahl beanspruchen die Konservativen den Posten des EU-Kommissionschefs für ihren Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker. "Wir haben gewonnen", sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul, am Sonntagabend in Brüssel. Er fügte hinzu: "Die EVP wird ihren Kandidaten als Kandidaten für die Präsidentschaft der Kommission vorschlagen."

+++ 22.32 Uhr: Konservative werden stärkste Kraft im Europaparlament +++

Im künftigen EU-Parlament wird die konservative EVP einer ersten Prognose zufolge mit 211 Sitzen stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten erreichen demnach 193 Mandate, wie das Europaparlament am Sonntagabend in Brüssel mitteilte. Drittstärkste Kraft werden demnach die Liberalen mit 74 Abgeordneten.

+++ 22.17 Uhr: Hollande will Lehren aus Europawahl ziehen +++

Nach dem historischen Wahlsieg der rechtsextremen Front National in Frankreich will Präsident François Hollande "die Lehren" aus diesem "bedeutenden Ereignis" ziehen. Der Elysée-Palast kündigte am Sonntagabend in Paris an, dass Hollande am Montagmorgen um 8.30 Uhr mit seinem Premierminister Manuel Valls und weiteren Ministern beraten werde. Die regierenden Sozialisten waren mit rund 14 bis 15 Prozent nur drittstärkste Kraft bei der Europawahl am Sonntag in Frankreich geworden.

+++ 22.15 Uhr: Beteiligung nur leicht höher als 2009 +++

Bei der Europawahl ist in Spanien nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte zu den Urnen gegangen. Mit 45,6 Prozent lag die Beteiligung am Sonntag nach amtlichen Angaben nur knapp 0,7 Prozentpunkte über der im Jahr 2009.

+++ 22.14 Uhr: Schweden strafen Regierung bei Europawahl ab, Rechte erfolgreich +++

Wenige Monate vor der Parlamentswahl im September haben die Schweden ihrer Regierung bei der Europawahl einen kräftigen Dämpfer verpasst. Einer Prognose zufolge, die der schwedische Rundfunksender SVT am Sonntag veröffentlichte, erreichten die Konservativen ("Moderate Sammlungspartei") von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt nur 13 Prozent der Stimmen und verschlechterten sich damit im Vergleich zu 2009 um 5,8 Prozentpunkte. Wahlsieger wurden die Sozialdemokraten mit 23,7 Prozent der Stimmen. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten erreichten 7 Prozent und bekommen damit wohl zum ersten Mal einen Sitz im Europaparlament.

+++ 21.59 Uhr: Wahlbeteiligung liegt bei knapp über 43 Prozent +++

Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl hat ersten Schätzungen zufolge EU-weit bei 43,11 Prozent gelegen. Diese Zahl veröffentlichte das Europaparlament in Brüssel. Bei der Europawahl im Jahr 2009 hatte die Beteiligung mit 43 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht, nachdem sie zuvor stetig gesunken war.

+++ 21.58 Uhr: Juncker beansprucht Posten des EU-Kommissionschefs +++

Der europaweite Spitzenkandidat der Konservativen, Jean-Claude Juncker, hat den Posten des EU-Kommissionschefs für seine Europäische Volkspartei beansprucht. "Die EVP ist dabei, die Europawahlen zu gewinnen", teilte Juncker am Sonntagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Sie beansprucht somit die Präsidentschaft der Europäischen Kommission."

+++ 21.24 Uhr: FDP schmiert wieder ab +++

Nach letzten Hochrechnungen landen die Liberalen zwischen 3,0 (ZDF) und 3,3 Prozent (ARD). 2009 bei der Europawahl waren es noch elf Prozent gewesen. Die FDP hat damit nur noch drei Abgeordnete im EU-Parlament - neun müssen ihre Koffer packen.

21.06 Uhr: Auch in Dänemark und Finnland siegen die Konservativen +++

Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei ist stärkste Kraft des Landes geworden. Nach einer Prognose bekam die Partei auf rund 23 Prozent der Stimmen. Mit 20,5 Prozent erreichten die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt die zweitmeisten Stimmen.

In Finnland gewann die zu den europäischen Konservativen gehörende Nationale Koalitionspartei mit 22,7 Prozent. Die rechtspopulistische Partei Wahre Finnen liegt laut Prognosen bei 12,8 Prozent der Stimmen und käme damit auf zwei Sitze im neuen EU-Parlament.

+++ 20.55 Uhr: Konservative siegen in Slowenien, Zypern und Bulgarien

Die bürgerlich GERB, die in Bulgarien die Opposition stellt, erhielt zwischen 27 und 29,6 Prozent der Stimmen, wie aus Nachwahlbefragungen von fünf Meinungsforschungsinstituten hervorgeht. Die regierenden Sozialisten kamen demnach auf höchstens 21,6 Prozent.

In Slowenien hat die koneservative SDS, ebenfalls in der Opposition, drei der acht Europaparlamentssitze des Landes errungen, berichtete der TV-Sender RTV.

In Zypern trug die proeuropäische konservative Partei Demokratische Gesamtbewegung den Sieg davon. Nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen kommt sie auf knapp 38 Prozent.

+++ 20.51 Uhr: Rumäniens Sozialisten gewinnen haushoch +++

Rumäniens regierende Sozialisten haben die Europawahl laut Prognosen klar gewonnen. Die PSD von Ministerpräsident Victor Ponta käme demnach auf 41 bis 43 Prozent der Wählerstimmen. Dies ermittelten vier Meinungsforschungsinstitute unabhängig voneinander bei Wählerbefragungen am Wahltag. Zweitstärktste Kraft würde demnach die oppositionelle Nationalliberale Partei (PNL) mit rund 14 Prozent. Das in zwei Parteien zersplitterte bürgerliche Lager, das der Europäischen Volkspartei (EVP) nahesteht, käme auf die Plätze drei und vier.

+++ 20.18 Uhr: Juncker - Stärkste Kraft muss Kommissionspräsident stellen +++

Der Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), Jean-Claude Juncker, hat unterstrichen, dass die stärkste Kraft im Europaparlament den neuen Kommissionspräsidenten stellen müsse. Ob er dies sein werde, hänge vom Endergebnis ab, sagte Juncker am Sonntagabend in Brüssel bei seiner Ankunft an der EVP-Zentrale in Brüssel. "Bislang habe ich nicht den Eindruck, dass die EVP die Wahlen verloren hätte. Im Gegenteil: Ich habe den Eindruck, dass die EVP die stärkste Kraft im Parlament sein wird." Auch das Wahlergebnis in Deutschland zeige, "dass die CDU die Wahl deutlich gewonnen hat".

+++ 20.03 Uhr: Frankreich-Prognose: Rechtsextreme Front National gewinnt Europawahl +++

Die rechtsextreme Front National (FN) hat die Europawahl in Frankreich mit 24,4 Prozent der Stimmen gewonnen. Das geht aus einer Prognose hervor, die am Sonntag auf einem Nachrichtenblog des Europaparlaments veröffentlicht wurde. Bei der vorangegangenen Wahl 2009 war die FN auf 6,3 Prozent gekommen. Die konservative Oppositionspartei UMP sei mit 21 Prozent (2009: 27,8 Prozent) zweitstärkste Kraft, heißt es auf dem Blog.

+++ 19.46 Uhr: Seehofer sieht geringe Wahlbeteiligung als Grund für CSU-Absturz +++

Die CSU hat nach dem schlechtesten Ergebnis bei einer Europawahl eine Schlappe eingestanden. "Das Wahlergebnis ist für uns eine herbe Enttäuschung", sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Sonntagabend. Eine erste Analyse habe ergeben, dass die Wahlbeteiligung in Bayern deutlich unter der im Bundesgebiet insgesamt gelegen habe. Sehr viele CSU-Wähler hätten sich auf diese Weise wohl diesmal enthalten.

+++ 19.26 Uhr: NPD schafft Sprung ins EU-Parlament +++

Im neuen EU-Parlament sind nach einer ZDF-Hochrechnung wohl sechs Splitterparteien aus Deutschland mit jeweils einem Mandat vertreten - darunter auch die rechtsextreme NPD. Nach den Berechnungen von 19.01 Uhr vom Sonntagabend kommen demnach die Freien Wähler und die Piratenpartei auf je 1,5 Prozent der Stimmen. Die Tierschutzpartei erreicht 1,1 Prozent, die NPD 1,0. Die Familien-Partei kann 0,8 Prozent verbuchen, die ÖDP 0,7 Prozent. Diese Ergebnisses würden nach den Berechnungen ausreichen, um jeweils ein Mandat im Europaparlament in Straßburg zu erringen.

+++ 19.14 Uhr: Analyse - SPD legt legt dank Schulz zu +++

Ihren Zugewinn von rund sieben Prozentpunkten bei der Europawahl hat die SPD einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge offenbar vor allem der Popularität ihres Spitzenkandidaten Martin Schulz zu verdanken. 72 Prozent der SPD-Wähler unter den von der Forschungsgruppe Befragten wollten Schulz als nächsten EU-Kommissionspräsidenten. Dagegen sprachen sich nur 41 Prozent der CDU/CSU-Anhänger für den EVP-Kandidaten Jean-Claude Juncker als neuen Kommissionspräsidenten aus. Insgesamt 41 Prozent der Deutschen waren für keinen von beiden oder wussten es nicht, meist weil sie die Kandidaten nicht kannten.

+++ 19.11 Uhr: In Griechenland siegt laut Prognose die radikale Linke +++

Das oppositionelle Bündnis der radikalen Linken (Syriza) ist ersten Prognosen zufolge bei der Europawahl in Griechenland stärkste Kraft geworden. Es kam demnach auf 26 bis 30 Prozent. Die zusammen mit den Sozialisten regierende konservative Nea Dimokratia landete laut Prognosen mit 23 bis 27 Prozent auf dem zweiten Platz. Drittstärkste Kraft könnte demnach die rechtsradikale und rassistische Goldene Morgenröte mit acht bis zehn Prozent werden, wie das griechische Fernsehen weiter berichtete. Der kleinere Koalitionspartner der Regierung, die Olive Partei (Sozialisten), kommt demnach auf etwa sieben bis neun Prozent.

+++ 19.12 Uhr: Grüne wollen Unterstützung für Juncker oder Schulz prüfen +++

Die Grünen halten sich offen, welchen der Spitzenkandidaten der der stärksten politischen Kräfte für das Amt der EU-Kommissionspräsidenten sie im EU-Parlament unterstützen. Dies werde die neue Fraktion der Grünen entscheiden, erklärte die bisherige Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidaten der Grünen in Deutschland, Rebecca Harms, am Sonntag. Die Kandidaten würden dafür zu einer Anhörung in die Fraktion eingeladen. Als Bedingung für eine Unterstützung nannte sie einen ehrgeizigen Klimaschutz, eine Energiewende in Europa und den Stopp der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA.

+++ 19.01: McAllister erhebt Anspruch für Juncker als Kommissionspräsident +++

Die Union hat das Amt des EU-Kommissionspräsidenten für ihren Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker beansprucht. Ihr deutscher Spitzenkandidat David McAllister sagte in der ARD, die Union habe "einen Baustein dafür gesetzt, dass die Europäische Volkspartei wieder stärkste Fraktion in Straßburg wird und Jean-Claude Juncker Präsident der Europäischen Kommission werden kann".

+++ 18.54 Uhr: Gabriel sieht gute Chancen für Schulz als Kommissionschef +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich nach den deutlichen Stimmgewinnen für seine Partei bei der Europawahl in Deutschland zuversichtlich gezeigt, dass der sozialdemokratische Spitzenkandidat Martin Schulz neuer Präsident der EU-Kommission wird. Schulz habe im Wahlkampf und zuvor als EU-Parlamentspräsident bewiesen, dass er Menschen in europäischen Staaten zusammenführen könne, sagte Gabriel am Sonntag in der Parteizentrale in Berlin: "Nichts braucht unser Kontinent mehr."

+++ 18.53 Uhr: Kubicki - "Hundsmiserables Ergebnis" für die FDP

Die FDP hat sich schwer enttäuscht über ihr schwaches Abschneiden bei der Europawahl gezeigt. "Es ist ein hundsmiserables Ergebnis", sagte Parteivize Wolfgang Kubicki am Sonntagabend im ZDF. Die Liberalen hätten nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag "Probleme, medial in Erscheinung zu treten".

+++ 18.34 Uhr: AfD will nicht mit Rechtsextremen zusammenarbeiten +++

Die europa-skeptische AfD will nach ihrem Wahlerfolg bei den Europawahlen nicht mit rechtsextremen Kräften im Europaparlament zusammenarbeiten. "Wir sind nicht im mindesten eine rechte Partei", sagte Lucke am Sonntag im ZDF. Alle anderen Darstellungen seien eine Diffamierung. Das Wahlergebnis sei ein großer Erfolg. Und ein großer Vertrauensbeweis. Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF konnte die Partei bei ihrer ersten Europawahl aus dem Stand 6,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.

+++ 18.29 Uhr: AfD-Chef Lucke - Junge Partei ist bei Europawahl "aufgeblüht" +++

Die Partei Alternative für Deutschland ist nach den Worten ihres Vorsitzenden Bernd Lucke eine "neue Volkspartei in Deutschland". Die AfD, die nach den ersten Hochrechnungen mehr als sechs Prozent der Wählerstimmen erreichte, sei bei der Europawahl aufgeblüht, während andere Parteien verblühten, sagte Lucke am Sonntag. Sein Mitstreiter Hans-Olaf Henkel kündigte in der ARD an, im Europaparlament nun Verbündete zu suchen - allerdings nicht unter den rechtspopulistischen Parteien, wie das die alteingesessenen Parteien immer wieder behaupteten.

+++ 18.21 Uhr: Dramatische Verluste für die CSU +++

Die CSU muss bei der Europawahl in Bayern mit dramatischen Verlusten rechnen: Nach einer Prognose des Bayerischen Fernsehens sackten die Christsozialen am Sonntag von 48,1 Prozent vor fünf Jahren auf nur noch rund 40 Prozent ab. Die SPD steigert sich nach ihrem historischen 12,9-Prozent-Tief 2009 auf rund 21 Prozent.

+++ 18.18 Uhr: CDU/CSU trotz starker Verluste stärkste Partei, SPD legt zu +++

Die Union ist trotz Verlusten vor allem der CSU als Sieger aus der Europawahl in Deutschland hervorgegangen, die euroskeptische AfD zieht mit einem starken Ergebnis erstmals in das Europaparlament. CDU/CSU erreichten bei der Wahl am Sonntag einer ARD-Hochrechnung zufolge 36,1 Prozent. Die SPD verbesserte sich deutlich auf 27,6 Prozent nach ihrem historischen Tief bei der Europawahl 2009. Die Grünen lagen bei 10,9 Prozent, die Linke erreichte 7,8 Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) erzielte der Hochrechnung zufolge 6,5 Prozent. Die FDP rutschte auf 3,1 Prozent ab.

+++ 18.00 Uhr: CDU gewinnt, SPD legt zu, AFD bei 6,5 Prozent ++++

Die Union ist trotz Verlusten als stärkste Kraft aus der Europawahl in Deutschland hervorgegangen, die euroskeptische AfD zieht mit einem starken Ergebnis erstmals in das Europaparlament. CDU/CSU erreichten bei der Wahl am Sonntag einer ARD-Prognose zufolge 36 Prozent. Die SPD verbesserte sich deutlich auf 27,5 Prozent nach ihrem historischen Tief bei der Europawahl 2009. Die Grünen lagen bei elf Prozent, die Linke erreichte acht Prozent. Die Alternative für Deutschland (AfD) erzielte der Prognose zufolge 6,5 Prozent. Die FDP rutschte auf drei Prozent ab.

+++ 17.26 Uhr: ÖVP in Österreich stärkste Kraft, große Zugewinne für rechte FPÖ +++

In Österreich hat die konservative ÖVP laut ersten Hochrechnungen mit 27,7 Prozent (2009: 30 Prozent) Platz eins bei der Europawahl verteidigt. Die sozialdemokratische SPÖ erreicht mit 23,8 Prozent praktisch das gleiche Ergebnis wie vor fünf Jahren. Deutlich zugelegt hat die rechte FPÖ, die auf 20 Prozent kommt. Sie erzielte damit 7,3 Prozentpunkte mehr als 2009. Die FPÖ hat nach ersten Analysen davon profitiert, dass der unabhängige Kandidat Hans-Peter Martin, der 2009 viele Protestwähler angezogen hatte, dieses Mal nicht wieder angetreten war. Auch die Grünen legen zu. Sie haben 14,3 Prozent (2009: 9,9 Prozent) der Wähler überzeugt. Die liberalen Neos, als neu gegründete Partei erstmals bei einer EU-Wahl dabei, erzielen laut Hochrechnung 8 Prozent.

+++ 17.12 Uhr: Erste Hochrechnung aus Österreich +++

Armin Wolf, stellvertretender Chefredakteur des ORF, teilt per Twitter die erste Hochrechnung aus Österreich mit:

+++ 16.40 Uhr: Minusrekord in Spanien bei Beteiligung in Sicht

In Spanien zeichnet sich bei der Europawahl eine historisch niedrige Beteiligung ab. Bis 14 Uhr gaben nach amtlichen Angaben nur 23,89 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der Europawahl 2009 lag die Beteiligung zur gleichen Zeit bei 24,10 Prozent. Beim dem Urnengang war in Spanien mit einer Beteiligung von 55 Prozent der bis heute geltende nationale Minusrekord verzeichnet worden.

+++ 17.10 Uhr: Sogar Didi Hallervorden twittert für die Europawahl +++

+++ 15.40 Uhr: Deutsche Wahlbeteiligung höher als 2009 +++

Bei der Europawahl zeichnet sich in Deutschland eine höhere Beteiligung als vor fünf Jahren ab. Bis 14.00 Uhr gaben am Sonntag 25,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, teilt der Bundeswahlleiter mit. 2009 lag die Wahlbeteiligung bis zu diesem Zeitpunkt bei 20,2 Prozent. Am Ende betrug sie 43,3 Prozent.

Hierzulande können noch bis 18.00 Uhr rund 64,4 Millionen Menschen abstimmen: 61,4 Millionen Deutsche und fast 3 Millionen Bürger anderer EU-Länder.

+++ 15.30 Uhr: Geringe Wahlbeteiligung in Italien +++

In Italien zeichnet sich eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Bis 12 Uhr hatten nach Angaben des Innenministeriums nur 16,66 Prozent der rund 49,4 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren lag die Beteiligung zur gleichen Zeit bei 30,68 Prozent, allerdings hatten damals die Wahllokale bereits am Samstag geöffnet. In diesem Jahr dürfen die Wähler am Sonntag ab 7 Uhr bis 23 Uhr ihre Stimme für die 73 Sitze Italiens im europäischen Parlament abgeben.

+++ 15.26 Uhr: Polen bleiben Wahlmuffel +++

Zum Auftakt der Wahlen zum Europaparlament bestätigen die Polen ihren Ruf als Wahlmuffel: Bis mittags haben nach Angaben der Staatlichen Wahlkommission lediglich 7,3 Prozent der 30,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Allerdings können die Polen noch bis 21.00 Uhr wählen gehen.

Bei den vorangegangenen Wahlen zum Europaparlament waren die Polen mit einer Beteiligung von weniger als 25 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt geblieben.

+++ 14.53 Uhr: Labour-Partei führt auf Malta +++

Die regierende Labour Partei (PL) liegt in Malta ersten Schätzungen zufolge deutlich vorne. Die Partei von Regierungschef Joseph Muscat kommt auf etwa 53 Prozent der Stimmen, wie aus den am Sonntag veröffentlichten inoffiziellen Schätzungen der Parteien hervorgeht. Für die größte Oppositionspartei, die konservative Nationalistische Partei (PN), stimmen rund 40 Prozent. In dem kleinsten EU-Staat konnten die etwa 330.000 Wahlberechtigten ihre Stimme bereits am Samstag abgeben.

+++ 14.22 Uhr: Martin Schulz gibt seine Stimme ab +++

Auch der zweite Spitzenkandidat, Martin Schulz setzt sein Kreuz und stimmt für ein besseres Europa.

+++ 14.19 Uhr: Wahlbeteiligung in Frankreich leicht gestiegen +++

Die Beteiligung in Frankreich ist bis zum Mittag im Vergleich zur Abstimmung von 2009 leicht gestiegen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums gaben bis 12 Uhr 15,7 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren waren es zum selben Zeitpunkt 14,8 Prozent. Die regierenden Sozialisten von Präsident François Hollande müssen angesichts schlechter Wirtschaftszahlen wie bereits bei den Kommunalwahlen im März mit schmerzhaften Verlusten rechnen. Die rechtsextreme Front National könnte nach einem anti-europäischen Wahlkampf stärkste Partei noch vor der konservativen UMP werden.

+++ 14.01 Uhr: Slowakei droht Minusrekord +++

In der Slowakei haben vermutlich nur knapp 13 Prozent der Stimmberechtigten an der Wahl teilgenommen. Das wäre ein neuer Negativrekord. Die von der staatlichen Nachrichtenagentur TASR veröffentlichten Angaben beruhen auf inoffiziellen Parallelzählungen mehrerer kandidierender Parteien.

+++ 10.55 Uhr: Juncker gibt seine Stimme ab +++

Spitzenkandidat Jean-Claude Juncker setzt in einem Wahllokal in Luxemburg sein Kreuz und lässt sich beim Gang zur Urne fotografieren.

Auch ruft er über Twitter dazu auf, dass jeder wählen sollte.

+++ 10.48 Uhr: Aufruf zum Urnengang bei Twitter+++

Der Hashtag Gewählen ist bei den deutschen Twitter-Trends schon an zweiter Stelle. Viele der Nutzer waren bereits wählen und rufen über den Kurznachrichtendienst dazu auf, an der Europawahl teilzunehmen.

+++ 08.00 Uhr: Wahllokale in Deutschland öffnen +++

Die Europawahl in Deutschland beginnt. Zeitgleich öffnen am vierten und letzten Tag der Mammutabstimmung auch die Wahllokale in Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Luxemburg und Schweden. In elf weiteren EU-Ländern konnten die ersten Bürger sogar noch früher wählen gehen.

+++ 00.01 Uhr: Letzter Tag der Europawahl beginnt +++

In Deutschland und 20 weiteren EU-Ländern wird heute das neue Europaparlament gewählt. Zwischen acht Uhr und 18 Uhr können hierzulande rund 64,4 Millionen Menschen abstimmen. Insgesamt waren in den 28 Mitgliedstaaten rund 400 Millionen Menschen dazu aufgerufen, die 751 EU-Abgeordneten in Straßburg neu zu bestimmen.

In sieben EU-Staaten ist die Wahl bereits gelaufen: In Großbritannien und den Niederlanden, in Irland, Lettland, Tschechien, der Slowakei sowie im kleinsten EU-Land Malta konnten die Bürger bereits an den ersten drei Tagen der Abstimmung wählen gehen.

stb/tkr/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters