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+++ Ukraine-Newsticker +++: Putin rechnet mit Freilassung der OSZE-Beobachter

Die Lage in der Ostukraine bleibt brenzlig: Es gab erneut Verletzte bei Ausschreitungen. Die deutschen OSZE-Beobachter sind weiter in Geiselhaft. Der Tagesrückblick im stern.de-Ticker.

+++ 21.44 Uhr: Putin hofft auf Geiselfreilassung +++

Putin äußert sich in Minsk zu den festgehaltenen OSZE-Militärbeobachtern. Er setze darauf, dass die Gruppe die Region ungehindert verlassen könne, zitiert ihn die Agentur Interfax. Der Präsident kritisiert die ukrainische Regierung dafür, dass sie die Militärs ins Land geholt habe. Darüber habe er auch bei seinem Treffen mit Altkanzler Gerhard Schröder am Montag gesprochen.

+++ 19.57 Uhr: Geiselnehmer melden Fortschritte +++

Die Verhandlungen über die Freilassung der festgehaltenen OSZE-Militärbeobachter machen nach den Worten des prorussischen Milizenführers Wjatscheslaw Ponomarjow "bedeutende Fortschritte". Binnen "kürzester Zeit" sei ein "positiver Ausgang" möglich, sagt Ponomarjow bei einer Pressekonferenz in Slawjansk.

+++ 19.17 Uhr: IWF berät Mittwoch über Milliarden-Hilfen +++

Der Exekutivrat des #link;http://www.imf.org/external/index.htm;Internationalen Währungsfonds (IWF)# berät am Mittwoch in Washington über Milliarden-Hilfen für die Ukraine. Es geht um die Freigabe von geplanten Krediten in Höhe von 14 bis 18 Milliarden Dollar (10 bis 13 Mrd Euro) für die kommenden zwei Jahre. Dabei würden die Zusagen über vereinbarte Reformen und Sparmaßnahmen vonseiten der ukrainischen Übergangsregierung überprüft, heißt es in Washington. Der IWF erwarte, dass nach einer Freigabe des Programms weitere Hilfsgelder in Höhe von rund 15 Milliarden Dollar aus anderen internationalen Quellen in das wirtschaftlich und finanziell angeschlagene Land fließen.

+++ 19.05 Uhr: Turtschinow beschimpft Polizisten als "Verräter" +++

Der ukrainische Übergangspräsident Oleksander Turtschinow beschimpft die Polizisten in der Ostukraine als "Verräter" und wirft ihnen Untätigkeit vor. "Die große Mehrheit der Sicherheitskräfte im Osten ist nicht in der Lage , ihre Pflicht zu erfüllen und unsere Bürger zu schützen", sagt Turtschinow. Die Ereignisse im Osten des Landes zeigten die "Machtlosigkeit und in einigen Fällen kriminelle Niedertracht" der Polizei.

Parallel fordert Turtschinow "ukrainische Patrioten" aus den Regionen Donezk und Lugansk dazu auf, sich bei der Polizei als Freiwillige zu melden. Die Regierung werde dafür eine Hotline einrichten, bei der sich vor allem Freiwillige mit militärischer Vorausbildung melden sollten.

+++ 18.58 Uhr: Gespräch zwischen OSZE, Kiew und USA +++

Inmitten der Bemühungen um die Freilassung der sieben OSZE-Militärbeobachtern führt OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier in Kiew Gespräche mit Vertretern der ukrainischen Übergangsregierung und US-Botschafter Geoffrey Pyatt. Im Anschluss fordert der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschyzja die sofortige Freilassung der festgehaltenen Militärbeobachter. Auch Pyatt verlangtderen bedingungslose Freilassung. Über das derzeitige Schicksal der Gruppe äußert sich der OSZE-Chef zunächst nicht. "Im Moment beraten wir was zu tun ist", so Zannier.

+++ 18.34 Uhr: Separatisten greifen Luhansker Polizeigebäude an +++

Die prorussische Separatisten gehen im ostukrainischen Luhansk nach Angaben eines Augenzeugen mit Waffengewalt gegen die örtlichen Sicherheitskräfte vor. Etwa 20 Rebellen seien unter dem Einsatz von Schusswaffen und Blendgranaten zum Luhansker Polizeigebäude vorgerückt, sagt ein Reuters-Fotograf am Ort des Geschehens. Sie würden verlangen, dass die Polizisten ihre Waffen herausgäben. Ein Journalist der der Nachrichtenagentur AFP berichtet sogar von Schüssen auf die Fenster des Gebäudes.

Hunderte Gegner der ukrainischen Regierung hatten zuvor den Sitz des Gouverneurs der 400.000-Einwohner-Stadt gestürmt. Die Polizei griff nicht ein.

+++ 18.24 Uhr: Merkel verteidigt Sanktionen gegen Russland +++

Kanzlerin Angela Merkel verteidigt die Sanktionen gegen Russland. Russland habe kein Recht, sich in die Entscheidungen der Ukraine einzumischen, sagt sie bei einer Europawahlkampf-Veranstaltung in Bremerhaven. "Die Ukraine ist ein freies Land." Die Menschen dort müssten sich frei entscheiden können, wie sie leben wollten.

Deutschland strebe zwar gute Beziehung zu Russland an. Wenn sich Moskau aber nicht an die internationalen Regeln halte, müsse die internationale Gemeinschaft gegebenenfalls mit Sanktionen antworten. In Anbetracht der eigenen Geschichte Deutschlands als einst geteiltes Land könne nicht vergessen werden, dass die Annektierung der Krim Unrecht gewesen sei.

+++ 17.49 Uhr: Lawrow bezeichnet Sanktionen als Verstoß gegen die Vernunft +++

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisiert die neuen EU- und US-Sanktionen gegen Moskau scharf. Diese verstießen gegen jegliche Vernunft, sagt Lawrow bei einem Treffen mit seinem kubanischen Kollegen Bruno Rodríguez in Havanna. Der einzige Weg zur Lösung der Krise in der Ukraine sei ein "nationaler Dialog", der die Auffassung aller Regionen berücksichtige. Gleichzeitig dankt Lawrow Kuba für die "entschiedene Unterstützung" für die russische Haltung in dem Konflikt.

+++ 17.42 Uhr: EU-Politiker für Gemeinschafts-Vertrag mit Gazprom +++

Die Idee des polnischen Regierungschef Donald Tusk für einen gemeinsamen EU-Liefervertrag mit dem russischen Energiegiganten Gazprom gewinnt in Brüssel an Fahrt. Die Spitzenkandidaten der Konservativen und Sozialdemokraten für Europawahl, Jean-Claude Juncker und Martin Schulz, sprechen sich jedenfalls dafür aus.

"Ich denke, wir hätten eine andere Verhandlungsmacht, falls wir unsere Energienachfragen bündeln würden", so der frühere luxemburgische Premier Juncker. "Wir müssen unsere Abhängigkeit von Russland verringern." Der SPD-Europapolitiker Schulz stimmt zu: "Das sind gemeinsame und geteilte Interessen, die uns helfen würden, die Spannung um die Ukraine zu verringern."

Die EU bezieht etwa ein Drittel ihres Gases aus Russland. Da die Ukraine ein wichtiges Transitland für russisches Gas in Richtung Westen ist, gibt es die Befürchtung, das im Zuge des Konflikts - wie schon 2009 - auch Lieferungen in die EU betroffen sein könnten.

+++16.53 Uhr: US-Sanktionen könnten Raumfahrt negativ beeinflussen +++ +++

Die von den USA verhängten Strafmaßnahmen gegen Russland könnten sich Moskau zufolge als Eigentor erweisen: Sollte Washington den russischen Raketensektor ins Visier nehen, würde dies automatisch die US-Astronauten in der Internationalen Raumstation ISS treffen, sagt Russlands stellvertretender Regierungschef Dmitri Rogosin laut der Nachrichtenagentur Interfax. Die Agentur Itar-Tass zitiert Rogosin mit den Worten: "Ehrlich gesagt, sie fangen an, uns mit ihren Sanktionen auf die Nerven zu gehen. Und sie verstehen nicht einmal, dass sie für sie zum Bumerang werden."

Seit dem letzten Flug eines Space Shuttles im Sommer 2011 sind die USA für bemannte Flüge zur ISS auf die russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen. Die neue US-Raumkapsel "Orion" wird erst in einiger Zeit vollständig einsatzbereit sein. Derzeit befinden sich außer dem japanischen ISS-Kommandanten drei russische Kosmonauten und zwei US-Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation.

+++ 15.43 Uhr: Kein Vorankommen bei Verhandlungen um OSZE-Beobachter +++

Die Bemühungen zur Freilassung der in der Ostukraine festgehaltenen Militärbeobachter sind nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nicht vorangekommen. "Es haben bisher zwei Verhandlungsrunden stattgefunden, ohne dass wir von substanziellen Fortschritten sprechen können", sagt der SPD-Politiker am Dienstag nach einem Treffen mit seinem dänischen Amtskollegen Martin Lidegaard in Kopenhagen. Die Bundesregierung habe mehrfach darauf gedrängt, dass Russland seinen Einfluss auf die Geiselnehmer geltend mache. "Das ist zugesagt worden; in welchem Umfang es geschehen ist, können wir nicht beurteilen."

Mit Kritik an der Geburtstagsparty von Altkanzler Gerhard Schröder mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg inmitten der Ukraine-Krise hält sich Steinmeier indes zurück. "Herr Schröder steht in keiner Regierungsverantwortung, und deshalb steht es ihm frei, zu entscheiden, wann und wo er entweder seinen Geburtstag feiert oder an Empfängen aus Anlass seines Geburtstages teilnimmt."

+++ 15.05 Uhr: OSZE-Generalsekretär in Kiew eingetroffen +++

Zu Gesprächen über das Schicksal der festgesetzten OSZE-Militärbeobachter, darunter vier Deutsche, ist OSZE-Generalsekretär Lamberto Zannier in Kiew eingetroffen. Zannier wolle mit Außenminister Andrej Deschtschiza über die Lage der von prorussischen Separatisten festgehaltenen Männer sprechen, teilt das Außenministerium in Kiew mit. Die Führung der früheren Sowjetrepublik habe einen "konkreten Plan" zur Befreiung der Beobachter, sagt Vize-Außenminister Daniil Lubkowski.

+++ 14.43 Uhr: Slowakei lehnt harte Sanktionen gegen Russland ab +++

Die Slowakei lehnt harte Sanktionen der EU gegen Russland ab, weil sie dem Land und der ganzen EU selbst schaden würden. Derzeit sei Europa auf gutem Weg, die wirtschaftliche Krise zu überwinden, das spüre auch die Slowakei, so Regierungschef Robert Fico gegenüber der Nachrichtenagentur TASR. "Wenn aber jetzt wieder irgendein geopolitischer Kampf gegen den gesunden Verstand die Oberhand gewinnt und auch die Slowakei unter Druck gesetzt wird, sich an Sanktionen gegen Russland zu beteiligen, dann können wir unser Wirtschaftswachstum wieder vergessen."

+++ 14.31 Uhr: Separatisten stürmen Verwaltungsgebäude +++

Prorussische Separatisten stürmen nach Polizeiangaben im ostukrainischen Luhansk den Sitz des Gouverneurs der gleichnamigen Region.

+++ 14.21 Uhr: Ukrainische Wirtschaft überraschend stabil +++

Die Wirtschaft der Ukraine steckt die Krise unerwartet gut weg. Das Bruttoinlandsprodukt sei im ersten Quartal 2014 um lediglich ein Prozent verglichen mit dem Vorjahr geschrumpft, so der stellvertretende Wirtschaftsminister Anatoli Maxjuta in Kiew. "Das Ergebnis ist besser als wir es erwartet hatten."

+++ 14.06 Uhr: Staaten beraten über Rückführung ukrainischen Staatsvermögens +++

Vertreter aus rund 35 Ländern beraten seit Dienstag, wie illegal außer Landes geschafftes ukrainisches Staatsvermögen zurückgeführt werden kann. "Wir sprechen mit Sicherheit über mehrere Milliarden US-Dollar", sagte US-Justizminister Eric Holder zum Auftakt des zweitägigen Treffens in London. Der ukrainische Generalstaatsanwalt Oleg Machnizki sagte, man wolle sich zunächst auf "kriminelle Aktivitäten der letzten Jahre" konzentrieren. Laut Großbritanniens Innenministerin Theresa May sei es schwierig, das Vermögen zurück in die Ukraine zu bringen. Dies werde mehrere Jahre dauern. Der Fokus müsse auf der internationalen Zusammenarbeit liegen, da das Geld schnell über den Globus bewegt werden könne. "Wir haben aber die Möglichkeiten, damit umzugehen", betonte Holder.

+++ 13.42 Uhr: Russland will Krim-Szenario nicht in Ostukraine wiederholen +++

Russland plant nach dem umstrittenen Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim nach offiziellen Angaben kein solches Vorgehen in der Ostukraine. Es gebe keine Grundlage dafür, eine "Wiederholung des sogenannten Krim-Szenarios" zu befürchten, sagt Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Internetzeitung "gazeta.ru". Die Bürger im Süden und Osten der Ukraine müssten allerdings Gelegenheit haben, die Zukunft ihres Landes mitzubestimmen.

Gleichzeitig räumt der Politiker ein, dass Moskau die neuen Sanktionen des Westens ernst nehme. "Das wirkt sich negativ auf russische Hochtechnologie-Unternehmen und Industriezweige aus", so Rjabkow. Betroffen sei etwa die Raumfahrt. Die Verschärfung der US-Sanktionspolitik sei "besorgniserregend", meint Rjabkow. Das US-Vorgehen erinnere an Zeiten des Kalten Krieges, als gegen Sowjet-Technologie ein Eiserner Vorhang heruntergelassen worden sei.

+++ 13.21 Uhr: Merkel will mit Obama auch über Verschärfung der Sanktionen reden +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel will bei ihrem bevorstehenden Washington-Besuch mit US-Präsident Barack Obama auch über eine mögliche weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland reden. "Es wird so sein, dass über das weitere Vorgehen einer Stufe drei der Sanktionen, was die EU anbelangt, auch gesprochen wird", heißt es in deutschen Regierungskreisen. Es bestehe "Einvernehmen" mit den USA, dass bei einer weiteren Destabilisierung in der Ukraine diese Stufe drei nicht ausgeschlossen sei.

Die EU hat ihre Strafmaßnahmen gegen Russland in drei Kategorien eingeteilt, von denen die ersten beiden Stufen bereits in Kraft sind. Die dritte Stufen würde allgemeine wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland bedeuten.

+++ 13.12 Uhr: Ukraine-Krise kostet Russland Wachstum +++

Die Wachstumsaussichten Russlands werden sich im Sog der Ukraine-Krise nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter eintrüben. Der IWF will die zuletzt auf 1,3 Prozent gekappte Prognose für das Schwellenland wohl noch diese Woche weiter senken, wie IWF-Europa-Manager Aasim Husain in London mitteilt. Auch die Auswirkungen von Sanktionen in dem Konflikt würden in die Prognose mit einbezogen.

+++ 13.01 Uhr: EU stellt 365 Millionen Euro für Reformen zur Verfügung +++

Die EU-Kommission stellt 365 Millionen Euro zur Finanzierung von Reformen in der Ukraine zur Verfügung. Es gehe darum, "Stabilisierung und Entwicklung in der Ukraine zu unterstützen", hieß es in einer Mitteilung der Kommission in Brüssel. Der größte Teil des Geldes soll dazu dienen, die Regierungsführung der Ukraine zu verbessern, Korruption zu bekämpfen sowie die Justiz und die Verwaltung zu reformieren. Die ersten Zahlungen sollen unmittelbar nach der bisher noch nicht terminierten Unterzeichnung einer Vereinbarung erfolgen. Mit zehn Millionen Euro sollen Aktivitäten der Zivilgesellschaft unterstützt werden. Erst am Montag hatte die EU eine Budgethilfe für die Ukraine in Höhe von einer Milliarde Euro freigegeben.

+++ 12.48 Uhr: Ponomamarjow: Freilassung der OSZE-Beobachter "verschoben" +++

Nach der Verhängung neuer Sanktionen der Europäischen Union setzen die prorussischen Milizen die Verhandlungen über eine Freilassung der in Slawjansk festgesetzten OSZE-Beobachter aus. Die Gespräche mit Vertretern der OSZE seien "verschoben" worden, sagt der selbsternannte Bürgermeister der Stadt im Osten der Ukraine, Wjatscheslaw Ponomarjow, der "Bild"-Zeitung laut einer Vorabmitteilung. "Wir lassen uns genau über die verhängten Sanktionen informieren", fügt er hinzu. Ponomarjow warnt, die EU-Strafmaßnahmen könnten die Verhandlungen über die Freilassung der OSZE-Militärbeobachter erschweren. "Wir haben die Information bekommen, dass auch gegen Leute von uns Sanktionen verhängt wurden", sagt er und ergänzt: "Das ist eine Provokation, wenn gleichzeitig über Freilassungen verhandelt wird."

+++ 12.38 Uhr: Kanzleramt sieht in Schröder keinen Mittelsmann +++

Das Kanzleramt hält Gerhard Schröder mit seinen Kontakten zu Putin nicht für einen Mittelsmann in der Ukraine-Krise. Eine Vermittlung von Schröder sei nicht nötig, da Kanzlerin Merkel und Putin direkt miteinander sprächen, verlautet aus Regierungskreisen in Berlin. Dazu, dass Schröder am Montagabend in St. Petersburg unter anderem mit Putin seinen 70. Geburtstag nachfeierte, heißt es, Schröder habe keinen Auftrag der Regierung, bei Treffen mit dem russischen Präsidenten über die Ukraine-Krise zu beraten.

+++ 12.35 Uhr: EU plant Gespräch mit Russland und Ukraine +++

Die EU will am Freitag mit Russland und der Ukraine über Gaslieferungen sprechen. Energiekommissar Günther Oettinger werde sich in Warschau mit den Energieministern beider Länder treffen, teilt die EU-Kommission mit. Kommissionssprecherin Pia Ahrendkilde Hansen spricht von einem "konstruktiven Schritt" im Ukraine-Konflikt, der auch auf der Ebene der Gaslieferungen ausgetragen wird.

+++ 11.56 Uhr: Grüne verurteilen Schröders Party mit Putin +++

SPD-Altkanzler Gerhard Schröder untergräbt mit seiner Geburtstagsfeier mit Putin in St. Petersburg nach Ansicht der Grünen die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung im Ukraine-Konflikt. Schröder torpediere so "auf gefährliche Art und Weise die schwierigen Bemühungen von SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Eindämmung der Krise", so die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt in Berlin. Schröder habe seit Ausbruch der Krise alles dafür getan, dass Deutschland in Russland als Verhandlungspartner immer weniger ernst genommen werde.

+++ 11.17 Uhr: Russland kritisiert die EU scharf +++

Das Außenministerium in Moskau kritisiert die neuen EU-Sanktionen im Ukraine-Konflikt gegen russische und ukrainische Funktionäre als "abstoßend". "Anstatt die Kiewer Bande mit dem Südosten der Ukraine an den Verhandlungstisch zur Zukunft des Landes zu zwingen, gehen unsere Partner im Schlepptau Washingtons mit neuen nicht freundschaftlichen Gesten an die Adresse Russlands vor", teilt das Ministerium in Moskau mit. Wenn die EU hoffe, auf diese Weise die Lage in der Ukraine zu stabilisieren, dann zeige sie damit eigentlich nur eine völlige Unkenntnis der innenpolitischen Lage in der Ex-Sowjetrepublik.

+++ 11.14 Uhr: Bundesregierung reagiert zurückhaltend auf Truppenrückzug +++

Die Bundesregierung reagiert zurückhaltend auf den angekündigten russischen Truppenrückzug. "Diese Manöver als solche waren eine Provokation", heißt in der Bundesregierung. Denn sie hätten direkt an der Grenze zur Ukraine stattgefunden. Russland sei mehrfach vorgeworfen worden, den ukrainischen Luftraum zu verletzen. "Die Beendigung des Manövers ist eine Rückkehr zur Normalität", so ein hochrangiger Regierungsvertreter. Der russische Schritt sei nicht als Geste für die Umsetzung des Genfer Abkommens zu verstehen.

+++ 11.03 Uhr: NATO kann russischen Truppenrückzug nicht bestätigen +++

Die Nato hat nach Angaben eines Sprechers keine Informationen darüber, dass sich die russischen Manöver-Truppen aus dem Grenzgebiet zur Ukraine zurückgezogen haben.

+++ 11.02 Uhr: Separatistenführer: Verhandlungen gegen Sanktionsstopp +++

Der selbsternannte Bürgermeister von Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, macht Verhandlungen über die Freilassung der festgesetzten OSZE-Beobachter von der Aufhebung der EU-Sanktionen abhängig. "Wir werden den Dialog über den Status der Kriegsgefangenen nur dann wiederaufnehmen, wenn die Europäische Union diese Sanktionen widerruft", sagt er der Nachrichtenagentur Interfax.

+++ 11.00 Uhr: Charkower Bürgermeister nach Attentat zur Behandlung in Israel +++ +++

Der bei einem Attentat schwer verletzte Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Charkow, Gennadi Kernes, ist zur Behandlung nach Israel ausgeflogen worden. Sein Zustand habe sich für einen Transport ausreichend stabilisiert, teilt ein Kliniksprecher mit. Der 54-Jährige befinde sich im künstlichen Koma. Seine Frau und israelische Ärzte hätten ihn begleitet. Am Vortag hatte ein Scharfschütze dem Politiker in den Rücken geschossen. Das Tatmotiv ist noch unklar. Ärzte retteten in einer Notoperation das Leben von Kernes, der Mitglied der Partei der Regionen des im Februar gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch ist.

+++ 10.43 Uhr: Minister sieht keine Folgen durch High-Tech-Sanktionen +++

Die russische Regierung sieht die Hochtechnologie-Unternehmen des Landes nach Angaben von Finanzminister Anton Siluanow durch die neuen Strafmaßnahmen der USA nicht unmittelbar beeinträchtigt. "Ich kann zurzeit nicht erkennen, dass irgendwelche Unternehmen leiden werden", so der Minister in Moskau." Die USA hatten am Montag Genehmigungen für die Ausfuhr von Hochtechnologie-Produkten zurückgenommen, wenn diese vom russischen Militär verwendet werden können.

+++ 10.15 Uhr: Bundeswehr-Kommando nicht in Alarmbereitschaft +++

Die Bundesregierung tritt Spekulationen über einen Einsatz des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte (KSK) zur Befreiung der festgehaltenen Militärbeobachter entgegen. "Das KSK ist nicht in Alarmbereitschaft. Es ist weder alarmiert noch in irgendeiner Weise mit der Lage in der Ukraine beauftragt worden", so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Er widerspricht damit einem Bericht der "Bild"-Zeitung. In der Stadt Slawjansk halten prorussische Separatisten seit Freitag ein westliches Beobachterteam fest, darunter vier Deutsche.

+++ 9.34 Uhr: Japan verschärft Sanktionen gegen Russland +++

Nach der EU und den USA verschärft auch Japan seine Sanktionen gegen Russland. Wie das Außenministerium in Tokio mitteilt, wurden Visa-Sperren gegen 23 Russen verhängt, die verdächtigt werden, "die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine zu verletzen". Die Namen der Betroffenen wurden nicht genannt. Japanischen Medienberichten zufolge stehen auch einige russische Regierungsvertreter auf der Sanktionsliste.

+++ 09.24 Uhr: Gazprom warnt vor Störungen der Gaslieferungen +++

Gazprom warnt angesichts der Ukraine-Krise vor Störungen der Gaslieferungen nach Europa. Diese könnten auftreten, wenn es zu weiteren Streitigkeiten mit der Ukraine komme, durch welche die Pipelines nach Westen führen, teilt der größte russische Gasproduzent mit. Gazprom hatte der Ukraine vorige Woche zusätzliche Kosten in Höhe von 11,4 Milliarden Dollar in Rechnung gestellt. Das Unternehmen befürchtet bei weiteren Sanktionen des Westens gegen Russland erheblichen Schaden für das eigene Geschäft. Das könne auch zulasten der Aktionäre gehen. Der Überschuss sei bereits 2013 angesichts des schwachen Rubel um sieben Prozent auf umgerechnet rund 23 Milliarden Euro gefallen.

+++ 09.20 Uhr: EU-Sanktionen treffen russische Spitzenpolitiker und Aufständische +++

Die neuen Einreiseverbote und Kontensperrungen der EU treffen eine Reihe russischer Spitzenpolitiker sowie maßgebliche Vertreter der prorussischen Aufständischen im Osten der Ukraine. Dies geht aus der im Amtsblatt der EU veröffentlichten Namensliste hervor. Die Liste wird angeführt vom russischen Vize-Ministerpräsidenten Dmitri Kosak. Auf ihr befinden sich auch der Chef des russischen Militärgeheimdienstes, Igor Sergun, Generalstabschef Waleri Gerassimow und der russische Krim-Minister Oleg Saweljow. Zu den genannten Rebellenführern aus dem Osten der Ukraine gehören Igor Strelkow, der an Zwischenfällen in Slawjansk beteiligt war, sowie der Leiter der "Republik Donezk", Andrej Purgin.

+++ 08.56 Uhr: Deutsche Beobachter weiter in Gewalt von Separatisten +++

Die in der Ostukraine festgesetzten Militärbeobachter aus Deutschland und anderen Staaten sind noch immer in der Gewalt prorussischer Kräfte. "Wir haben für sie die besten Bedingungen geschaffen", so der selbst ernannte Bürgermeister der Stadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, gegenüber der Agentur Interfax. Er nennt die Deutschen sowie die Bürger aus Polen, Tschechien und Dänemark seine "Gäste". Die Bundesregierung und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bemühen sich weiter um die Freilassung der seit Freitag festgehaltenen Beobachter.

+++ 8.22 Uhr: Russlandbeauftragter verteidigt Beobachtermission +++

Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), verteidigt die Entsendung von Militärbeobachtern außerhalb der offiziellen OSZE-Mission in die Ostukraine. Er sehe darin eine vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahme, so Erler im Deutschlandfunk. Russland sei über die Entsendung der Gruppe informiert worden, es habe nicht zustimmen müssen.

+++ 1.48 Uhr: Deutsche Regierung würde Wirtschaftssanktionen mittragen +++

Im Fall einer Verschärfung des Konflikts mit der Ukraine ist die Bundesregierung notfalls bereit, auch wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland mitzutragen. Niemand wünsche sich, dass es zu solchen Maßnahmen komme, heißt es in einem Beschluss der Klausurtagung von Union und SPD, die am Montag in Königswinter bei Bonn begonnen hatte. Die Koalition wäre jedoch "dazu bereit und entschlossen, falls sie unumgänglich werden".

+++ 00.13 Uhr: Moskau zieht Truppen ab +++

Die an Manövern an der Grenze der Ukraine beteiligten russischen Truppen sind nach Darstellung von Verteidigungsminister Sergej Schoigu in ihre Standorte zurückgekehrt. Das sagte Schoigu während eines Telefonats mit seinem US-Kollegen Chuck Hagel, wie die Agentur Interfax berichtet. Grund für den Abzug der Truppen sei die Beteuerung aus Kiew, die ukrainische Armee "nicht gegen unbewaffnete Zivilisten" im Osten des Landes einzusetzen. Laut einer Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums versicherte Schoigu zudem, dass russische Truppen nicht in die Ukraine eindringen würden.

+++ 22 Uhr: Gerhard Schröder feiert Geburtstag mit Putin nach +++

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) feiert inmitten der Ukraine-Krise mit Kremlchef Wladimir Putin seinen 70. Geburtstag im russischen St. Petersburg nach. Putins Wagenkolonne fuhr am Abend am Jussupow-Palais in der einstigen Zarenhauptstadt vor, wo Schröder ihn bereits erwartete. Beide umarmten sich vor dem Palais herzlich. Schröder und Putin gelten als enge Freunde. Der SPD-Politiker war am 7. April 70 Jahre alt geworden.

mod/fme/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters