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Der ganz große Paukenschlag blieb aus. Der "Lissabon-Vertrag" zur Reform der Europäischen Union verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Doch die Verfassungsrichter haben ein deutliches Signal nach Brüssel geschickt: Die EU darf sich aus deutscher Sicht nicht zu einem Bundesstaat entwickeln.
Ist das Nein der Iren zum EU-Vertrag ein Desaster? Keineswegs, findet der CSU-Abgeordnete Peter Gauweiler. Im stern.de-Interview erläutert er, weshalb er gegen den Vertrag geklagt hat und warum soziale Errungenschaften gefährdet sind.
Bald stimmen die Iren in einem Referendum über den Lissabon-Vertrag ab - als einziger EU-Staat. Neusten Umfragen zu Folge wollen erstmals mehr Iren den Verfassungskompromiss ablehnen als ihm zustimmen. Ein Nein aus Irland würde die Union in eine tiefe Krise stürzen.
Es fehlt nur noch die Unterschrift des tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus unter dem EU-Reformvertrag. Nun hat Klaus in Brüssel bekommen, was er wollte - der EU-Gipfel einigte sich darauf, Tschechien eine Ausstiegsklausel aus der Grundrechtecharta zu gewähren.
Nach Bundestag und Bundesrat hat auch Bundespräsident Horst Köhler sein Okay für die Begleitgesetze zum EU-Reformvertrag gegeben.
Herman van Rombuy oder Jan Peter Balkenende? Massimo d'Alema oder Olli Rehn? Die EU ist auf der Suche nach neuem Spitzenpersonal - einem Ratspräsidenten und einem Außenminister. Ein echter Charismatiker ist nicht unter den Kandidaten.
Der erste Versuch war gescheitert, deswegen sollen die Iren jetzt erneut ran: Am 2. Oktober stimmt Irland zum zweiten Mal über den Lissabon-Vertrag ab. Das EU-Abkommen kann erst in Kraft treten, wenn er von allen EU-Staaten ratifiziert ist. Neben dem fehlenden "Ja" aus Irland stehen noch drei weitere Länder auf der Kippe.
Der Reformvertrag von Lissabon scheint gerettet. Um das Grundlagenpapier für europäisches Recht zu sichern, das an die Stelle der gescheiterten EU-Verfassung treten soll, hat die EU große Zugeständnisse an Irland gemacht. Die Iren hatten den Vertrag in einer Volksabstimmung abgelehnt. Im Oktober sollen sie erneut abstimmen.
Das oberste dänische Gericht hat eine Verfassungsklage gegen die Regierung des Landes wegen der Ratifizierung des EU-Reformvertrags von Lissabon ohne vorherige Volksabstimmung zugelassen.
Kurz vor dem Europa-Parteitag der Linken ist ein heftiger Streit entbrannt: Fast alle derzeitigen EU-Parlamentarier der Partei sollen ihren Listenplatz verlieren. Die Linke will ein anderes Europa - und einer ihrer führenden Köpfe lehnt den Lissabon-Vertrag mit der Begründung ab, dass ihn auch Faschisten unterstützten.
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