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+++Liveticker zu Libyen+++: Gaddafis Truppen dringen in Rebellenstadt vor

Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi sind in die Rebellenstadt Misrata eingedrungen. Dafür wurde der Vormarsch auf Bengasi durch massive Luftschläge gestoppt. Die Ereignisse im Liveticker.

+++ 16:06 Uhr: Arabische Liga besorgt über zivile Opfer +++

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, hat Kritik am Einsatz der westlichen Militärallianz in Libyen geübt. Mussa, der die Mitgliedstaaten der Liga in der vergangenen Woche dazu gedrängt hatte, eine UN-Resolution für eine Flugverbotszone über Libyen zu unterstützen, sagte am Sonntag in Kairo: "Für den Schutz der Zivilisten braucht man keine Militäroperationen. Wir haben von Anfang an lediglich die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert, um die Zivilisten zu schützen, und um weitere Entwicklungen zu vermeiden."

Der ägyptische Politiker zeigte sich alarmiert über Medienberichte, wonach es bei den Angriffen in Libyen auch zivile Opfer gegeben haben soll. Er sagte, er habe jetzt offizielle, vollständige Informationen darüber angefordert. "Ich hoffe stark, dass ich diese schon sehr bald erhalten werde", fügte er hinzu.

+++ 15:34 Uhr: Nato berät über Einsatz in Libyen +++

Die Nato berät über die Flugverbotszone und die Beteiligung des Bündnisses an einem Einsatz in Libyen. Am Sonntag kamen erneut die ständigen Nato-Botschafter im Hauptquartier der Allianz in Brüssel zusammen, berichteten Diplomaten. Dabei ging es um die Details eines militärischen Eingreifens gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi. Bei der Sitzung könnten die Botschafter ein Mandat für den Einsatz des Militärbündnisses beschließen. Seit Tagen laufen die Planungen für ein Eingreifen auf Hochtouren. Die Nato will damit das vom UN-Sicherheitsrat genehmigte Flugverbot über Libyen durchsetzen, aber auch die humanitäre Hilfe und das Waffenembargo absichern.

+++ 15:12 Uhr: Militäreinsatz dient nicht Gadaffis Sturz +++

Der Militäreinsatz internationaler Truppen in Libyen dient nach den Worten von US-Generalstabschef Michael Mullen nicht dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi. Ziel sei es, die libysche Zivilbevölkerung zu schützen, sagte Mullen am Sonntag dem US-Fernsehsender Fox. Um die Kampfkraft der Gaddafi-Truppen zu schwächen, plane die internationale Koalition, deren Nachschublinien anzugreifen, sagte Mullen dem Nachrichtensender CNN. "Seine Truppen sind recht gut verteilt zwischen Tripolis und Bengasi", sagte Mullen mit Blick auf die Hauptstadt im Westen des Landes und die Rebellenhochburg im Osten. Ab Montag werde versucht, den logistischen Nachschub zu unterbrechen. "Wir sind jetzt in einer Situation, in der das, was wir machen, zum Teil davon abhängt, was er macht", fügte Mullen mit Blick auf Gaddafis Strategie hinzu.

+++ 14:38 Uhr: Gaddafis Truppen in Misrata ++++

Gaddafis Truppen sind nach Augenzeugenberichten in das Zentrum der von Rebellen gehaltenen Stadt Misrata eingedrungen, die etwa 200 Kilometer östlich von Tripolis liegt. Mehrere Menschen seien bei den Gefechten getötet worden, sagt ein Anwohner der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon. Ein Sprecher der Rebellen sagt, im Stadtzentrum seien Panzer eingedrungen. "Es gibt so viele Opfer, dass wir sie nicht zählen können."

+++ 14:28 Uhr: Scharfe Kritik aus Moskau wegen ziviler Opfer +++

Russland hat die Bombardierung strategischer Objekte wie Brücken beim internationalen Militäreinsatz gegen Libyen scharf kritisiert. Solche Luftschläge seien von der jüngsten UN-Resolution nicht gedeckt, erklärte das Außenministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax am Sonntag. Ziel der Resolution sei der Schutz der Zivilbevölkerung in dem nordafrikanischen Land. Durch Luftschläge auf Brücken und andere nicht rein militärische Ziele seien bereits mindestens 48 Zivilisten getötet worden. Russland hatte sich - wie Deutschland - bei der Abstimmung über die Libyen- Resolution im UN-Sicherheitsrat am vergangenen Donnerstag enthalten.

+++ 13:51 Uhr: Libysche Regierung verteilt Waffen an Bevölkerung +++

Die libysche Regierung verteilt einer Meldung der Nachrichtenagentur Jana zufolge Waffen an eine Million Männer und Frauen. Die staatliche Agentur beruft sich auf Angaben aus Kreisen des Verteidigungsministeriums.

In Kreisen libyscher Gesundheitsbehörden wird die Zahl der Toten nach den Luftangriffen der Koalition mit 64 angegeben. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.

+++ 13:38 Uhr: Angriff auf Bengasi soll gestoppt sein ++++

Die Angriffe von Gaddafi-Einheiten auf die Rebellenhochburg Bengasi sollen zum Stillstand gekommen sein. Das berichtet der US-Nachrichtensender CNN. Seit Beginn der Alliierten-Operation am Samstag habe es keine nennenswerten Attacken auf die Stadt in Ost-Libyen gegeben.

Unterdessen setzen US-Tarnkappenbomber die Luftangriffe auf libysche Truppen fort. CNN berichtet unter Berufung auf das Pentagon, dass 19 Kampfflugzeuge, darunter auch mehrere Stealth-Tarnkappenbomber, Attacken auf libysch Bodentruppen fliegen. Tarnkappenbomber können vom feindlichen Radar nur äußerst schwer erkannt werden. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

+++ 13:23 Uhr: Westerwelle verteidigt deutsche Position +++

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht Deutschland in der Libyen-Frage nicht isoliert. Der Eindruck, Deutschland stehe nach seiner Enthaltung im UN-Sicherheitsrat alleine in Europa da, sei "völlig falsch", sagte Westerwelle am Sonntag in Berlin. Auch andere Länder hätten ein "militärisches Mitwirken für sich ausgeschlossen", sagte Westerwelle. "Viele andere Länder, auch in der Europäischen Union, verstehen nicht nur unsere Haltung, respektieren sie nicht nur, sondern sie teilen sie und verhalten sich genauso." Als Beispiel nannte Westerwelle Polen. Der Bundesaußenminister bekräftigte, dass Deutschland die Ziele der in der Nacht zum Freitag verabschiedeten UN-Resolution teile. Der libysche Machthaber Muammar el Gaddafi müsse abtreten. Westerwelle forderte Gaddafi zudem auf, den verkündeten Waffenstillstand "endlich auch nachweisbar mit Taten" einzuhalten. Dass das libysche Volk leide, liege in der "Verantwortung des Diktators Gaddafi und seines Regimes".

+++ 13:13 Uhr: Nato kommt Einigung näher +++

Die Nato kommt einer Einigung über einen Einsatz des Militärbündnisses in Libyen näher. Militärs und Botschafter der 28 Länder seien in wesentlichen Fragen einer Meinung, doch einige Details seien noch offen, verlautete am Sonntag aus Brüsseler Diplomatenkreisen. Nach wie vor fehlt eine politische Einigung für ein Mandat. Die Botschafter wollten diese aber so bald wie möglich erreichen. Seit Tagen laufen im Brüsseler Nato-Hauptquartier Kriegsvorbereitungen, die Planungen sollen weitgehend abgeschlossen sein. Ziel der Nato werde sein, das vom UN-Sicherheitsrat genehmigte Flugverbot über Libyen durchzusetzen, hieß es.

+++ 12:56 Uhr: US-Generalstabschef - Luftangriffe erfolgreich +++

US-Generalsstabschef Mike Mullen sagte dem Fernsehsender NBC, die westlichen Luftangriffe seien bisher erfolgreich verlaufen. Eine Offensive von Gaddafis Truppen gegen Rebellen in Benghasi sein gestoppt worden. Derzeit gebe es keine Anzeichen, dass sich libysche Flugzeuge in der Luft befänden.

Ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums sagte, Frankreich werde noch am Sonntag einen Flugzeugträger Richtung Libyen schicken.

+++ 11:59 Uhr: Tarnkappenbomber bombadieren Militärflugplatz +++

Amerikanische Tarnkappenbomber haben laut einem Medienbericht einen wichtigen Militärflugplatz in Libyen bombardiert. Die drei B-2 Flugzeuge hätten insgesamt 40 Bomben auf die Anlage abgeworfen, um einen Großteil der libyschen Luftwaffe zu zerstören, berichtete der US-Fernsehsender CBS. Zudem seien US-Kampfflugzeuge über Libyen auf der Suche nach Einheiten Gaddafis, die sie angreifen könnten. Es gab zunächst keine offizielle Bestätigung der Meldung.

+++ 11:52 Frankreich fliegt wieder Angriffe +++

Frankreich hat seine Luftangriffe auf Libyen am Sonntag wieder aufgenommen. Mehrere Kampfflugzeuge vom Typ Rafale und Mirage 2000 hätten am Morgen Libyen überflogen und Panzer von regierungstreuen Truppen angegriffen, berichteten Militärkreise. Die genauen Einsatzorte waren zunächst nicht bekannt. "Wir wollen dem libyschen Volk ermöglichen, sich zu befreien", hatte der französische Außenminister Alain Juppé am Vorabend im Sender TF1 betont. Er bekräftigte, dass ein Einsatz von Bodentruppen nicht geplant sei.

Der Flugzeugträger Charles de Gaulle soll am Sonntag in Toulon auf seinen Einsatz in Libyen vorbereitet werden. Das Schiff wird nach Angaben des Militärs mit etwa 20 Flugzeugen und Hubschraubern bestückt. Die Hubschrauber sind vor allem für die Bergung von Piloten gedacht, die sich im Fall eines Angriffs per Schleudersitz retten können. Die Fahrt über das Mittelmeer wird etwa 24 Stunden dauern. Der Flugzeugträger soll von drei Fregatten und einem Atom-U-Boot begleitet werden.

+++ 11:38 Uhr: Gaddafi-Truppen beschießen erneut Misurata +++

Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben ihre Angriffe auf das von ihnen eingeschlossene Misurata fortgesetzt. Die Stadt würde von drei Seiten mit Artilleriegeschützen beschossen, sagte ein Bewohner der BBC. Wohngebiete lägen unter schwerem Feuer. Der Beschuss stellt eine Verletzung der Weltsicherheitsratsresolution vom Donnerstag dar, die es den Gaddafi-Truppen verbietet, Zivilisten anzugreifen. Eine westliche Militärallianz hatte am Samstag damit begonnen, militärische Ziele in Libyen zu bombardieren. Misurata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, ist Libyens drittgrößte Stadt. Sie wird von den Gaddafi-Gegnern kontrolliert.

+++ 11:23 Uhr: Gaddafi droht mit langem Krieg +++

Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi mit einem "langen, ausgedehnten Krieg ohne Grenzen" gedroht. In der am Sonntag im Staatsfernsehen übertragenen Audiobotschaft sagte der Revolutionsführer, "das gesamte Volk steht unter Waffen". "Wir sind die Sieger, ihr seid die Verlierer. Wir werden uns nicht vom Schlachtfeld zurückziehen, denn wir verteidigen unsere Erde und unsere Würde", sagte Gaddafi weiter. Die Regierungen in Paris, London und Washington würden fallen "wie Hitler und Mussolini" sagte Gaddafi. "Alle Tyrannen fallen unter dem Druck der Volksmassen." Wie aus französischen Militärkreisen verlautete, nahmen am Sonntag französische Kampfflugzeuge ihre Angriffe in Libyen wieder auf. Am Samstagnachmittag hatte eine internationale Koalition unter der Führung Frankreichs, Großbritanniens und der USA mit Angriffen aus der Luft und vom Wasser auf militärische Einrichtungen, Stellungen und Militärfahrzeuge Gaddafis begonnen.

+++ 10:11 Uhr: Zunächst keine weiteren Angriffe auf Tripolis ud Bengasi +++

Die internationalen Luftangriffe auf Ziele in den beiden größten libyschen Städten Tripolis und Bengasi sind am Sonntagmorgen zunächst nicht fortgesetzt worden. In den Morgenstunden war die Lage in der Hauptstadt Tripolis ruhig, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, der Rebellenhochburg Bengasi, gab es zunächst keine weiteren Angriffe. Einwohner Bengasis, die am Vortag vor Kämpfen zwischen den Aufständischen und den Truppen von Machthaber Muammar el Gaddafi geflohen waren, kehrten am Sonntag teilweise zurück.

+++ 9:47 Uhr: Verständnis für Kritik an deutscher Haltung +++

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) Verständnis für die Kritik an der deutschen Position geäußert. Die Frage sei berechtigt, ob Deutschland statt sich im Weltsicherheitsrat zu enthalten ähnlich wie seine Bündnispartner hätte abstimmen sollen, sagte Lammert am Sonntag im "Deutschlandfunk". Zumal zwischen der Zustimmung zu der Resolution und der Entscheidung über eine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Militäreinsatz kein unmittelbarer Zusammenhang bestehe. Gleichzeitig verteidigte Lammert die deutsche Position. Er wies darauf hin, dass sich Deutschland bereits stark an internationalen Militäreinsätzen beteilige. Es gebe nur ganz wenige Länder, die ein vergleichbar hohes Engagement an so vielen Plätzen der Welt leisten würden, sagte der CDU-Politiker.

+++ 9:33 Uhr: Ausgebrannte Militärfahrzeuge auf der Straße nach Bengasi +++

Nach den Luftangriffen der westlichen Koalitionstruppen säumen Dutzende frisch ausgebrannter Militärfahrzeuge die strategisch wichtige Straße zwischen der Rebellenhochburg Benghasi und Adschdabija im Osten Libyens, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Gaddafi-Truppen hatten die Straße genutzt, um nach Benghasi vorzurücken.

+++ 8:44 Uhr: Mehrheit der Deutschen begrüßt den Militäreinsatz +++

Die Mehrheit der Deutschen unterstützt den Militäreinsatz gegen den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi, ist aber gegen eine Beteiligung der Bundeswehr. Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag von "Bild am Sonntag" finden 62 Prozent einen Militärschlag richtig, 31 Prozent sind gegen die militärische Intervention. Gleichzeitig befürworteten 65 Prozent, dass sich die Bundeswehr nicht an den Angriffen beteiligt, berichtete das Blatt. 29 Prozent sprechen sich demnach für eine deutsche Mitwirkung aus.

+++ 7:25 Uhr: US-Bomber sollen Flugplatz bombardiert haben +++

Drei US-Tarnkappenbomber haben nach Angaben des Fernsehsenders CBS bei dem Militäreinsatz 40 Bomben auf einen bedeutenden libyschen Flugplatz geworfen, der jedoch nicht näher identifiziert wurde. Ein Sprecher des Pentagon erklärte, ihm lägen keine Informationen über einen solchen Angriff vor.

+++ 04:27 Uhr: US-Verteidigungsministerium will sich Überblick verschaffen +++

Das US-Verteidigungsministerium will sich nach den massiven Luftschlägen gegen Ziele in Libyen einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörungen verschaffen. Vizeadmiral William Gortney sagte, dies könne erst am Sonntag nach Tagesanbruch geschehen. US-Beamte sagten dem US-Fernsehsender Fox News, die Luftverteidigung des Regimes von Diktator Muammar al-Gaddafi sei schwer getroffen worden.

+++ 04:15 Uhr: China bedauert Militäreinsatz +++

China äußert Bedauern über den Militäreinsatz gegen Libyen. Eine Eskalation und Todesopfer müssten vermieden werden, teilte das chinesische Außenministerium mit. Das Land sollte so schnell wie möglich seine Stabilität wieder erlangen. China hatte sich bei der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über die Libyen-Resolution der Stimme enthalten.

+++ 02:50 Uhr: Fernsehen berichtet von Beschuss Tripolis' +++

Das libysche Staatsfernsehen berichtet von neuen Beschüssen auf Teile der Hauptstadt Tripolis. Die Angriffe der "feindlichen Kreuzritter" gingen weiter, hieß es.

+++ 02:00 Uhr: Fernsehen berichtet von 48 Toten +++

Dem libyschen Staatsfernsehen zufolge sind bei der Militäraktion der westlichen Koalitionstruppen 48 Menschen ums Leben gekommen. 150 Personen seien verletzt worden.

+++ 01:41 Uhr: Katar will sich an Militäraktion beteiligen +++

Katar kündigt an, sich an der Militäraktion zu beteiligen. "Katar wird an der Militäraktion teilnehmen. Auch arabische Staaten müssen dieses Unterfangen unterstützen. Die Situation dort ist nicht akzeptabel", sagte Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschassim al-Thani im Fernsehsender Al-Dschasira. Details nannte er nicht.

Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi haben einem Fernsehbericht zufolge erneut Teile der Rebellenhochburg Benghasi beschossen. Eine Bestätigung war zunächst nicht zu erhalten.

+++ 01:28 Uhr: Flugabwehr in Tripolis +++

Über der Haupstadt Tripolis wurden Schüsse zur Flugabwehr abgefeuert, wie ein Reuters-Augenzeuge berichtet. Es folgten Explosionen und Maschinengewehrfeuer in der Hauptstadt.

+++ 00:27 Uhr: Libyen bittet Berichten zufolge um Sicherheitsratssitzung +++

Libyen hat Medienberichten zufolge um eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates gebeten. Weder Al-Daschasira noch Al Arabija gaben Quellen für ihre Informationen an.

+++ 00:13 Uhr: Gaddafis Luftverteidigungssysteme schwer beschädigt +++

Die Luftverteidigungssysteme Libyens sind US-Kreisen zufolge bei den Beschüssen der westlichen Koalitionstruppen schwer beschädigt worden. Noch sei nicht abzuschätzen wie Machthaber Muammar Gaddafi und seine Truppen auf die Militäraktion der Internationalen Gemeinschaft reagieren werde, hieß es in US-Sicherheitskreisen. Die Koalitionstruppen wollen die Intervention noch ausweiten. Basis ist die Resolution des UN-Sicherheitsrats vom Donnerstag.

+++ 23:08 Uhr: Gaddafi spricht von "Kreuzfahrerkrieg"

Der libysche Machthaber Muammar Gaddafi hat die internationale Militäroperation gegen seine Truppen als "Auslöser eines zweiten Kreuzfahrerkrieges" bezeichnet. "Das Mittelmeer wird zum Schlachtfeld werden", drohte er in einer kurzen Ton-Botschaft, die vom staatlichen libyschen Fernsehen am Abend ausgestrahlt wurde. "Das libysche Volk ist bereit, die Kreuzritter zu bekämpfen", sagte Gaddafi. "Wir werden die Waffenlager für alle Libyer öffnen."

+++22:40 Uhr: Libyer berichten über Abschuss+++

Nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens ist ein französisches Kampfflugzeug in der Region von Tripolis abgeschossen worden. Der Kampfjet sei von der libyschen Flugabwehr getroffen worden, heißt es. Die französische Armee dementiert die Berichte umgehend.

+++22:55 Uhr: Gaddafi droht mit Angriffen im Mittelmeer+++

Muammar Gaddafi droht mit Vergeltungsangriffen. Es würden "zivile und militärische Ziele" im Mittelmeer angegriffen, sagt Gaddafi in Tripolis. Das Mittelmeer sei zu einem "wahren Schlachtfeld" geworden. Die Waffendepots seien geöffnet, um Libyen zu verteidigen.

+++22:19 Uhr: Libyen spricht von "barbarischer Aggression"+++

Das Regime in Libyen sieht sich als Opfer einer "barbarischen Aggression". Das sagt der Generalsekretär des libyschen Volkskongresses, Mohammed al-Sawi auf einer Pressekonferenz in Tripolis.

+++21:57 Uhr: Obama gibt Einsatzbefehl+++

US-Präsident Barack Obama hat den Einsatzbefehl an die US-Streitkräfte für eine "begrenzte Militäroperation in Libyen" gegeben. "Diese Aktion hat jetzt begonnen", sagt Obama bei seinem Besuch in Brasilien. "Wir werden keine, ich wiederhole, keine US-Truppen am Boden einsetzen." Aber die USA könnten nicht zusehen, wie "Männer und Frauen in Libyen Brutalität und Tod durch die Hand ihrer eigenen Regierung" ausgeliefert seien.

+++21:28 Uhr: 110 US-Raketen+++

Die USA bestätigen via Afrika-Kommando der US-Streitkräfte in Stuttgart die Medienberichte. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gibt in Washington Details bekannt. Er spricht von einer ersten Phase der Angriffe. In dieser sind bereits 110 Tomahawk-Raketen abgefeuert worden. Ziel ist die libysche Luftüberwachung.

++++++20:58 Uhr: Amerikaner schießen mit Marschflugkörpern+++

Ein US-Kriegsschiff beschießt laut Medienberichten Ziele in Libyen mit Marschflugkörpern. Das berichten US-Medien unter Berufung auf Pentagonvertreter. Der britische Premierminister David Cameron gibt unterdessen in London bekannt, dass auch die Streitkräfte seines Landes inzwischen in Libyen im Einsatz seien.

+++20:24 Uhr: Frankreich macht weiter+++

Frankreich kündigt weitere Militäraktionen in Libyen an. Die Maßnahmen würden in den kommenden Tagen fortgesetzt, bis sich Machthaber Muammar Gaddafi an die UN-Resolution halte.

+++20:36 Uhr: Anhänger schützen Gaddafi+++

Mehrere Hundert Anhänger des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi haben sich am Abend in Bab al-Asisija, einer Vorstadt von Tripolis, versammelt. Sie wollen auf diese Weise die Residenz Gaddafis gegen Angriffe französischer Militärjets "schützen", berichtet eine Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira aus der libyschen Hauptstadt. Gaddafi lebt in einem Zelt in der Militärgarnison der Vorstadt.

+++19:48 Uhr: Russland kritisiert Einsatz+++

Russland hat die internationale Militärintervention in Libyen kritisiert. "In Moskau bedauern wir diesen bewaffneten Einsatz im Rahmen der UN-Resolution 1973, die in aller Eile beschlossen wurde", erklärte der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, am Samstag. Zugleich rief das Außenministerium zu einer schnellstmöglichen Waffenruhe auf.

+++19:17 Uhr: Flieger bombardieren Panzer+++

Bei den französischen Luftangriffen werden auch vier Panzer der libyschen Regierungstruppen getroffen. Die Panzer seien am Rande von Bengasi bombardiert worden, berichtet der arabische Fernsehsender Al-Dschasira unter Berufung auf Quellen in der Stadt. Über Opfer wird zunächst nichts bekannt. Die Truppen des Machthabers Muammar Gaddafi hatten Bengasi am Samstag mit Panzern, Artillerie und Bodentruppen angegriffen.

+++17:59 Uhr: Frankreichs Jets schießen+++

Frankreich hat nach eigenen Angaben am Samstag in Libyen erstmals Waffengewalt eingesetzt. Um 17.45 Uhr MEZ sei ein erster Schuss auf ein Fahrzeug am Boden abgegeben worden, erklärte das Verteidigungsministerium. Einem Sprecher zufolge sind etwa 20 Kampfjets in die Operation vom Samstag eingebunden.

+++17:57 Uhr: Frankreich zu Wasser, Frankreich in der Luft+++

Frankreich wird seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" am Sonntag vom Mittelmeerhafen Toulon aus nach Libyen schicken. Das gibt das Verteidigungsministerium in Paris bekannt. In der Luft ist das Land derzeit mit fünf Fliegern aktiv: Zwei "Rafale"- und zwei "Mirage"-Kampfjets sind im Einsatz sowie ein Awacs-Aufklärungsflieger.

+++17:20 Uhr: Nato noch nicht dabei+++

Auch nach dem Beginn der Militäraktion mehrerer Staaten gegen Libyen ist die Nato noch nicht bereit für ein Eingreifen. "Die Nato hat bisher noch nicht entschieden zu handeln", sagt eine Nato-Diplomatin in Brüssel. Die Botschafter der 28 Länder des Bündnisses hatten sich bei einer Sitzung nicht auf ein Mandat einigen können. Allerdings laufen die Vorbereitungen für eine militärische Aktion. Für den Angriff brauchen die Allierten gleichwoh die Nato nicht: Die Resolution des UN-Sicherheitsrates erlaubt jedem der 192 Mitgliedsländer zu handeln - auch allein.

+++17:14 Uhr: Kanadier brauchen Zeit+++

Kanada will sich zwar an der Militäraktion der Verbündeten gegen Libyen beteiligen, braucht nach Informationen des kanadischen Rundfunks CBC aber noch etwas Zeit bis zum Einsatz. "Kanadische Kampfflugzeuge sind gerade erst in der (Mittelmeer-) Region eingetroffen und benötigen noch zwei Tage zur Vorbereitung", zitiert CBC aus einer E-Mail des Sprechers von Premierminister Stephen Harper.

+++16:52 Uhr: Russischer Abgesang auf Gaddafis Waffen+++

Russische Militärexperten und Politiker bezeichnen die Armee des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi als unorganisiert und schlecht ausgerüstet bezeichnet. "Die noch von der Sowjetunion gelieferten Luftabwehrsysteme sind in schlechtem Zustand und stellen keine ernsthafte Bedrohung für eine moderne Luftwaffe dar", sagt Ruslan Alijew vom Zentrum für Analysen von Strategien in Moskau. Auch der Moskauer Außenpolitiker Michail Margelow sagt, Gaddafis Militär habe einer internationalen Offensive gegen Libyen wenig entgegenzusetzen.

+++16:19 Uhr: Italiens Beteiligung+

Auch italienische Flugzeuge haben nach einem Bericht von Al-Arabija Aufklärungsflüge über Libyen aufgenommen. Italien demeniert dies: Das Land stellt nach den Worten von Ministerpräsident Silvio Berlusconi derzeit nur Luftstützpunkte bereit. Die italienische Luftwaffe könnte sich aber zu einem späteren Zeitpunkt notfalls auch direkt beteiligen. Der Nato-Stützpunkt in Neapel könnte das Kommandozentrum des Einsatzes werden.

+++ 15:48 Uhr: Militäraktion ist gestartet

Französische Kampfjets und die der Koalitionspartner befinden sich bereits über der libyschen Aufständischen-Hochburg Bengasi, um sie zu verteidigen. Das sagte Präsident Nicolas Sarkozy am Samstag in Paris. Eine militärische Umsetzung der Resolution des UN-Sicherheitsrates sei eingeleitet. "Die Tür der Diplomatie wird sich öffnen, wenn die Aggressionen aufhören", erklärte Sarkozy an die Adresse von Libyens Machthaber Muammar Gaddafi. Das sagte Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy nach dem Ende eines Sondergipfels in Paris mit zwei Dutzend Spitzenpolitikern aus aller Welt an.

+++ 15.07 Uhr: Französische Jets über Bengasi +++

Französische Kampfflugzeuge haben bereits am Samstag Aufklärungsflüge über Libyen unternommen. Rafale-Kampfjets seien am Samstag zu Aufklärungszwecken über das "gesamte libysche Territorium" geflogen, sagte ein französischer Armeevertreter der Nachrichtenagentur AFP. Dabei sei auch die Aufständischen-Hochburg Bengasi von Rafale-Jets überflogen worden, berichtete der französischen Nachrichtensender BFMT-TV unter Berufung auf Diplomatenkreise. In Bengasi gibt es Gefechte der Rebellen mit Einheiten des Machthabers Muammar Gaddafi. Dem Sender zufolge sollen die französischen Flugzeuge dort die vom Weltsicherheitsrat gebilligte Flugverbotszone durchsetzen und das weitere Vordringen der libyschen Truppen stoppen.

+++ 14:36 Uhr: Kananda für baldigen Einsatzbeginn +++

Kanadas Regierung spricht sich für einen schnellen Beginn eines Libyen-Einsatzes aus. Es seien bereits kanadische Kampfflugzeuge in der Region, die für die Vorbereitung eines Angriffs zwei Tage benötigen, sagt ein Sprecher.

+++ 13.59 Uhr: Spitzenpolitiker beraten in Paris +++

Spitzenpolitiker aus aller Welt sind in Paris zusammengekommen, um nach dem grünen Licht des UN-Sicherheitsrates für militärische Zwangsmittel über das weitere Vorgehen gegen Libyens Machthaber Muammar Gaddafi zu beraten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm an dem Sondergipfel im Élyséepalast teil. Deutschland hatte sich bei der Abstimmung im Sicherheitsrat enthalten und will an keinem Militärschlag teilnehmen.

Gastgeber Präsident Nicolas Sarkozy hatte vor Konferenzbeginn mit dem britischen Premierminister David Cameron und US-Außenministerin Hillary Clinton bereits Details eines möglichen Militäreinsatzes erörtert. Der libysche Machthaber Muammar Gaddafi streitet die Rechtmäßigkeit der UN-Resolution ab; die libyschen Rebellen haben dagegen die Pariser Gipfelteilnehmer aufgerufen, auf der Grundlage der Resolution in den Konflikt einzugreifen. Von den arabischen Ländern waren vor allem Vertreter Jordaniens, Marokkos, Katars und der Golf-Emirate in Paris präsent.

+++ 13:53 Uhr: Abgestürztes Flugzeug gehörte wohl zu den Aufständischen +++

Das bei der libyschen Stadt Bengasi abgeschossenes Flugzeug hat offenbar nicht zum Arsenal von Machthaber Muammar Gaddafi gehört. Es habe sich um eine Maschine der Aufständischen gehandelt, sagte ein Rebellenvertreter der Nachrichtenagentur AFP in Kairo per Telefon. "Wir haben wenige Flugzeuge und sie sind alt." Es habe sich um einen Mirage-Jet aus französischer Produktion gehandelt. Der Pilot sei getötet worden.

Das Flugzeug war am Morgen über Bengasi aufgetaucht und fing dann plötzlich hinten rechts Feuer, wie AFP-Reporter berichteten. Es stürzte darauf in bewohntem Gebiet im Süden von Bengasi ab. Beim Aufschlag gab es eine Explosion, worauf schwarzer Rauch in den Himmel stieg. Weil die Aufständischen am Boden zunächst geglaubt hatten, es habe sich um eine Maschine der Gaddafi-Truppen gehandelt, waren in der Stadt Freudenschüsse abgegeben worden. Im Laufe des Libyenkonflikts waren Teile der Armee zu den Aufständischen übergelaufen, womit diese auch einige wenige Flugzeuge in die Hand bekamen.

+++ 13:31 Uhr: Rebellen melden Verteidigung von Bengasi +++

Die Rebellen in Libyen haben nach eigenen Angaben den Angriff von Regierungstruppen auf Bengasi abgewehrt. Ein Sprecher der Aufständischen sagte, es seien vier Panzer erbeutet worden. Durch die Stadt fuhr ein Panzer, auf dem etwa zwölf Menschen saßen. Sie riefen "Wir haben gewonnen, wir haben gewonnen".

+++ 13.30 Uhr: Luftangriffe könnten schnell beginnen +++

Die ersten Luftangriffe auf Ziele in Libyen könnte direkt nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs in Paris stattfinden. Das berichten Kreise, die mit der Diskussion über den Einsatz vertraut sind. Die erste Welle könnte demnach von Franzosen, Briten und Kanadiern geflogen werden. Danach würden die USA eingreifen und später die arabischen Staaten

+++ 13:00 Uhr: Sarkozy und Cameron beraten vor Libyen-Gipfel +++

Kurz vor dem Auftakt des Libyen-Sondergipfels in Paris ist der französische Präsident Nicolas Sarkozy mit dem britischen Premierminister David Cameron zusammengetroffen. Das bestätigte ein Sprecher des Elyséepalastes. London und Paris gelten als Speerspitzen des vom UN-Sicherheitsrat im Prinzip ermöglichten Militäreinsatzes in Libyen, waren aber zunächst über die Kommandostrukturen uneins.

+++ 12:45 Uhr: Großbritannien verlegt Flugzeuge ins Mittelmeer +++

Großbritannien hat in Vorbereitung eines militärischen Eingreifens in Libyen mit der Verlegung von Kampfflugzeugen in den Mittelmeerraum begonnen. An dem Einsatz sollen Maschinen der Typen Tornado und Eurofighter beteiligt sein, berichtete die BBC. Außerdem sollen Aufklärungsflugzeuge der Typen Nimrod und Sentinel sowie VC-Tankflugzeuge in Stellung gebracht werden. Die BBC sendete Bilder, die die Landung zweier kanadischer Kampfjets auf einem schottischen Flugfeld zeigen.

Militärexperten erwarten, dass im Falle eines Militärschlages zunächst Tornado-Bomber zum Einsatz kommen werden. Mit ihren Präzisionswaffen können sie Ziele am Boden zerstören, um die libysche Flugabwehr zu schwächen oder auch, um libysche Truppen von Angriffen auf die Rebellen abzuhalten.

Die Eurofighter sollen den Luftkampf gegen libysche Flugzeuge gewinnen, die die Flugverbotszone verletzen. Wie viele Flugzeuge die britische Luftwaffe aufbieten kann, wurde zunächst nicht bekannt. Als mögliche Stützpunkte für den Libyeneinsatz wurden Südfrankreich, Süditalien, Zypern und Malta genannt.

+++ 11:57 Uhr: Nato bereitet sich auf Einsatz vor +++

Die Nato bereitet sich auf ein militärisches Eingreifen des Bündnisses in Libyen vor - doch noch gibt es kein Mandat dafür. Am Samstag berieten die Botschafter der 28 Nato-Staaten in Brüssel über Details zur Kriegsvorbereitung, um dem Regime von Muammar Gaddafi Einhalt zu gebieten. "Wir treiben mit Hochdruck die Planungen voran und gehen die einzelnen Schritte durch", sagte ein Nato-Sprecher auf Anfrage. "Wir wollen fertig sein, wenn es losgehen sollte." Bislang gebe es aber noch keine Entscheidung.

Am Vortag hatten sich die Botschafter der Nato-Staaten zunächst noch nicht auf ein Mandat für den Einsatz von Militär einigen können. Wie aus Militärkreisen verlautete, zeichnet sich aber ab, dass die Nato bereit sein wird, das vom UN-Sicherheitsrat genehmigte Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Die Planungen seien aber nach wie vor noch nicht entscheidungsreif. Unklar ist vor allem, welche Staaten bei dem Einsatz mitmachen werden.

+++ 11:08 Uhr: Gaddafi-Sprecher warnt westliche Mächte +++

Ein Gaddafi-Sprecher erklärt, die Weltmächte hätten kein Recht, sich in die inneren Angelegenheiten Libyens einzumischen. Die westlichen Mächte würden es bereuen, wenn sie es doch täten.

+++ 10:36 Uhr: Rebellenchef warnt vor Katastrophe in Bengasi +++

Nach Meinung des Rebellenchefs Mustafa Abdel Dschalil muss die internationale Gemeinschaft schnell reagieren, um die Zivilisten vor den Angriffen der Truppen von Muammar Gaddafi zu schützen. Derzeit würden alle Stadtteile von Bengasi beschossen, sagte Dschalil dem Fernsehsender Al Dschasira. Die internationale Gemeinschaft sei bereits spät dran. Falls man heute nicht die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates umsetze, werde es in Bengasi eine Katastrophe geben.

+++ 09.29 Uhr: Regierung streitet Kämpfe um Bengasi ab +++

Trotz einer am Vortag verkündeten Waffenruhe haben Truppen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi die ostlibysche Aufständischen-Hochburg Bengasi angegriffen. Dabei seien neben Bodentruppen auch Kampfflugzeuge eingesetzt worden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al Dschasira. Ein Kampfflugzeug sei abgeschossen worden, berichteten Al Dschasira- und BBC-Korrespondenten.

Ein Sprecher der libyschen Regierung erklärt, ihre Streitkräfte seien in keine Kämpfe in Bengasi verwickelt. Die Regierung halte sich an die Waffenruhe.

+++ 07:59 Uhr: Gaddafis Truppen nähern sich Bengasi +++

Trotz der von der libyschen Regierung verkündeten Waffenruhe gehen die Kämpfe zwischen den Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi und Rebellen weiter. Am frühen Samstagmorgen berichteten Augenzeugen von starken Explosionen in der Rebellen-Hochburg Bengasi im Osten des Landes. "Gaddafis Streitkräfte rücken vor. Wir hören, dass sie sich 20 Kilometer vor Bengasi befinden", sagte ein Einwohner. Zudem habe er ein Flugzeug gesehen. Ein Krankenhausmitarbeiter und Unterstützer der Rebellen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Kampfjets beschössen die Straße zum Flughafen. Zwei bewaffnete Söldner seien in einem Auto voll mit Handgranaten durch die Stadt gefahren und hätten das Feuer auf Einwohner eröffnet. Laut einem Rebellen wurden die Männer getötet.

+++ 05:52 Uhr. Explosionen in Bengasi zu hören +++

In der libyschen Rebellenhochburg Bengasi waren einem Reuters-Augenzeugen zufolge am frühen Samstagmorgen starke Explosionen zu hören. Sie seien stark genug gewesen, um Gebäude zum Beben zu bringen. Auch ein Kampfjet sei über der Stadt zu hören gewesen.

+++ 05:12 Uhr: Militäreinsatz noch am Wochenende möglich +++

Ein Militärschlag der Internationalen Gemeinschaft gegen Libyens Machthaber Muammar Gaddafi könnte noch am Wochenende erfolgen. Die Intervention sei binnen Stunden nach dem Gipfel am Samstag Paris möglich, sagte Frankreichs UN-Botschafter Gerard Araud in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC. An dem Sondertreffen zur Lage in Libyen sollen neben den USA, Großbritannien und Frankreich auch arabische Staaten und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Nach Angaben der US-Botschafterin bei der UN, Susan Rice, missachtet Gaddafi die UN-Resolution zur Flugverbotszone. Die libysche Regierung hatte zwar am Freitag eine einseitige Feuerpause verkündet. Einem Medienbericht zufolge rücken Gaddafis Truppen aber dennoch auf die Rebellenhochburg Bengasi vor. Kurz zuvor hatte US-Präsident Barack Obama in einer Ansprache in Washington Gaddafi aufgefordert, den Vormarsch auf Bengasi zu unterlassen.

+++ 02:23 Uhr: Gaddafi nennt UN-Resolution "Kolonialismus" +++

Für die UN-Resolution zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen gibt es nach Aussagen des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi keine Rechtfertigung. "Das ist unverhohlener Kolonialismus. Es gibt keine Rechtfertigung. Es wird ernsthafte Folgen für den Mittelmeerraum und Europa haben", sagte Gaddafi dem Fernsehsender "Al Dschasira". Dem TV-Sender zufolge äußerte sich Gaddafi nachdem Libyens Regierung am Freitag offenbar einlenkte und eine einseitige Feuerpause verkündete. Die Internationale Gemeinschaft bereitet sich derzeit auf einen Militäreinsatz in Libyen vor, nachdem der UN-Sicherheitsrat eine entsprechende Resolution am Donnerstag verabschiedete.

Es müsse unter allen Umständen sicheren Flug- und Schiffverkehr geben, sagte Gaddafi. "Im Jahr 2011 kolonialisieren sie uns, sie massakrieren uns, verhängen eine Flugverbotszone nach der anderen und planen eine Militäraktion nach der anderen. Was ist das? Rassismus? Hass?"

+++ 01:30 Uhr: Libyen schlägt Beobachter zur Einhaltung der Waffenruhe vor +++

Der libysche Vize-Außenminister hat internationale Beobachter ins Land geladen. Vertreter von Deutschland, China, Malta und der Türkei sollten die Einhaltung der Waffenruhe überwachen, sagte Chalid Kaim. Deutschland lehnte dies ab. Es sei allein die Aufgabe der Vereinten Nationen den Waffenstillstand zu überprüfen oder zu entscheiden, wie er überprüft werde, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Deutschland hatte sich im UN-Sicherheitsrat bei der Verabschiedung einer Resolution für einen Militäreinsatz enthalten.

Kaim erklärte zudem, dass sich Libyen seit der Verkündung der Feuerpause daran halte. Dem widerspricht ein Medienbericht. Dem Fernsehsender Al-Dschasira zufolge rücken die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi rasch auf die Rebellenhochburg Bengasi vor. Es fänden Kämpfe mit Aufständischen in den Ortschaften Al Magrun und Sluk etwa 50 Kilometer von Bengasi entfernt statt.

+++21.56 Uhr: Libyen stoppt Truppen vor Bengasi +++

Die libyschen Truppen nahe der Rebellenhochburg Bengasi sollen nicht in die Stadt vordringen. Dies sagte am Freitagabend der stellvertretende Außenminister Chalid Kaim auf einer vom TV-Sender CNN übertragenen Pressekonferenz in Tripolis. Zuvor hatte es geheißen, die Truppen Gaddafis würden trotz des verkündeten Waffenstillstands auf die Rebellenhochburg vordringen.

+++18:08 Uhr: Weitere EU-Sanktionen+++

Die EU-Staaten haben Diplomaten zufolge weitere Sanktionen gegen Personen und Firmen aus Libyen beschlossen. Die Außenminister der 27 EU-Staaten werden die Entscheidung, Vermögenswerte von elf weiteren Personen und neun Firmen einzufrieren sowie Reiseverbote zu erteilen, bei ihrer Sitzung am Montag absegnen, erklärt ein EU-Diplomat in Brüssel.

+++17:10 Uhr: Regierung entscheidet kommende Woche über Awacs+++

Die Bundesregierung will bereits in der kommenden Woche ein Mandat für eine deutsche Beteiligung am Awacs-Einsatz der Nato in Afghanistan vorlegen. Das Kabinett wolle das Mandat nächste Woche beschließen, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Über eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes will die Bundesregierung die Nato entlasten und damit einen deutschen Militäreinsatz in Libyen vermeiden. Deutsche Soldaten stellen einen großen Teil der Besatzungen der Awacs-Flugzeuge der Nato, die für die Luftraumüberwachung eingesetzt werden.

+++17:00 Uhr: Clinton unbeeindruckt+++

Die USA wollen handfeste Beweise dafür sehen, dass der libysche Machthaber Muammar Gaddafi tatsächlich die Gewalt gegen die Rebellen einstellt. "Wir werden nicht auf Worte reagieren und uns nicht von ihnen beeindrucken lassen", sagt Außenministerin Hillary Clinton. "Wir müssen Taten sehen." Beweis für ein Einlenken Gaddafis wäre etwa ein Rückzug aus dem Osten Libyens, der Hochburg der Rebellen, erklärt Clinton.

+++16:54 Uhr: Italien unterstützt UN-Resolution+++

Italien will die Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen Libyen aktiv unterstützen. Man sei bereit, Militärbasen sowie Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, sagt Außenminister Franco Frattini. Verteidigungsminister Ignazio La Russa schließt auch andere Interventionen nicht aus. Dabei hatte sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi noch vor kurzem positiv über Gaddafi geäußert.

+++16:30 Uhr: Gipfeltreffen in Paris+++

Spitzenvertreter der Europäischen und Afrikanischen Union, der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga werden am Samstag auf einem Krisengipfel in Paris das weitere Vorgehen gegen Libyen beraten. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigt das Treffen nach Beratungen mit seiner Regierung, aber auch Katars Emir, Scheich Hamad ibn Khalifa al-Thani, an. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt teil.

+++15:25 Uhr: EU untersucht Waffenruhe+++

Die Europäische Union will einen von der libyschen Regierung erklärten Waffenstillstand nach den Worten der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton prüfen. Die EU kenne die Ankündigung der Regierung in Tripolis und werde nun "die Einzelheiten" der Ankündigung untersuchen, sagt Ashton. Sie wird am Samstag mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zusammentreffen, dem entschlossensten Verfechter eines Luftangriffs in Libyen.

+++14:31 Uhr: Gaddafi lässt Journalisten frei+++

Das nächste Entgegenkommen von Gaddafi: Libyen will vier gefangengenommene Reporter der "New York Times" nach Angaben der US-Zeitung noch am Freitag freilassen. Das teilt ein Sprecher der Zeitung über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter mit.

+++14:10 Uhr: Noch kein Nato-Beschluss +++

Die 28 Nato-Staaten haben sich noch nicht auf ein militärisches Eingreifen des Bündnisses in Libyen geeinigt. Diplomaten sagen in Brüssel, es zeichne sich zwar ab, dass die Nato bereit sein werde, das vom UN-Sicherheitsrat genehmigte Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Die Planungen seien aber noch nicht entscheidungsreif.

+++13:45 Uhr: Außenminister verkündet Waffenstillstand+++

Die UN-Entscheidung zeigt Wirkung: Der libysche Außenminister Mussa Kussa verkündet einen sofortigen Waffenstillstand sowie die Einstellung aller Kampfhandlungen. Wenige Stunden zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat in New York einer Flugverbotszone über Libyen zugestimmt. Mussa verurteilt diese Maßnahme bei seiner im Fernsehen übertragenen Erklärung in Tripolis. Libyen sei darüber "sehr traurig". "Die Republik Libyen unternimmt alles, um die Zivilbevölkerung zu schützen und ihr die benötigte humanitäre Hilfe zukommen zu lassen", führt er weiter aus. Libyen sei bereit zum Dialog. Noch kurz vor der Erklärung Kussas hatten libysche Truppen einen neuen Angriff gegen die von Rebellen gehaltene Stadt Misurata gestartet.

+++13:15 Uhr: Nato-Botschafter beraten+++

Die Nato berät bei einem Krisentreffen über die Flugverbotszone. Die ständigen Nato-Botschafter kamen im Hauptquartier der Allianz in Brüssel zusammen. Das berichteten Diplomaten. Das Militärbündnis reagiert damit auf die Libyen-Entscheidung der Vereinten Nationen (UN). Es sollten Planungen für "alle Eventualitäten" vorangetrieben werden, berichtete eine Nato-Sprecherin. Von Luftschlägen war zunächst explizit nicht die Rede.

+++13:00 Uhr: Merkel verteidigt Enthaltung+++

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigt die Enthaltung Deutschlands im UN-Sicherheitsrat. Sie glaube, dass eine Luftoperation über Libyen "nicht hundertprozentig durchdacht" sei, sagt Merkel nach Teilnehmerangaben in einer Sondersitzung der Unionsfraktion zur Lage in Libyen.

+++12:59 Uhr: Westerwelle bestätigt Awacs-Planspiele+++

Westerwelle bestätigt die Awacs-Erwägungen: Die Bundesregierung werde "diese Gespräche in der Nato suchen", sagt er in seiner Regierungserklärung. Darüber sei aber "heute noch keine Entscheidung zu treffen". "Diese Gespräche" bedeutet: Verhandlungen daüber, dass Deutschland in Afghanistan bei Einsätzen in den Awacs-Überwachungsflugzeugen aushilft und so die Amerikaner entlastet, die sich dann stärker in Libyen engagieren können. Bundeskanzlerin Merkel hat die Bereitschaft Deutschlands, "im Rahmen der Gesamtbelastung der Nato" zusätzliche Aufklärungsflüge am Hindukusch zu übernehmen, unterstrichen.

+++12:56 Uhr: Belgien will Kampfflugzeuge schicken+++

Belgien ist zum Einsatz von sechs Kampfbombern des Typs F16 in Libyen bereit. "Eine breite Mehrheit" im Parlament werde diesem Einsatz zustimmen, sagte der belgische Außenminister Steven Vanackere am Freitag in Brüssel. "Wir erwarten eine Anforderung der Nato", sagte Verteidigungsminister Pieter De Crem.

+++12:31 Uhr: Wie Westerwelle die Zurückhaltung begründet+++

Westerwelle bekräftigt, dass sich Deutschland bei dem Militäreinsatz heraushält: "Wir werden uns nicht mit deutschen Soldaten an einem solchen Militärkampfeinsatz in Libyen beteiligen". Die Bundesregierung habe Respekt und Verständnis für die, die sich für eine militärische Beteiligung ausgesprochen hätten. Dies seien ehrenwerte Motive, sagte Westerwelle. Deutschland sei aber angesichts erheblicher Gefahren und Risiken zu einem anderen Ergebnis gekommen. "Wir wollen einen nationalen Dialog und eine nationale Lösung." Aus Sicht der Bundesregierung müsse die Lösung in Libyen selbst gefunden werden und nicht durch das Ausland oder ausländische Truppen. Die Entscheidung über den Einsatz und das Leben deutscher Soldaten sei die schwierigste Entscheidung des Bundestags. "Wir sind alle verantwortlich für solche Fragen. Nicht nur die Regierung." Jeder militärische Einsatz werde auch zivile Opfer fordern. Es gebe keinen "chirurgischen Einsatz".

+++12:24 Uhr: Auftritt Westerwelle+++

Bundesaußenminister Guido Westerwelle veteidigt im Bundestag die deutsche Position, nicht an einem Militäreinsatz gegen Gaddafi teilzunehmen. Die Alternative dazu sei nicht Tatenlosigkeit, sondern es seien Wirtschaftssanktionen. Westerwelles Ansatz: Gaddafi finanziell trocken zu legen. Der FDP-Chef: "Die Alternative zu einem Militäreinsatz ist, den Druck zu erhöhen, ist auch Sanktionen zu beschließen."

+++11.25 Uhr: Deutschland will Awacs-Tausch anbieten+++

Die Bundesregierung will nach Angaben aus Koalitionskreisen ihr Afghanistan-Engagement erhöhen, um den USA die Verlegung von Aufklärungskapazitäten für einen Libyen-Einsatz zu ermöglichen. Es sei geplant, dass sich Deutschland an der Awacs-Luftüberwachung über Afghanistan beteilige, hieß es in den Kreisen am Freitag. Dadurch könnten die USA eigene Awacs-Maschinen aus dieser Region für den Einsatz am Mittelmeer abziehen.

Die Aufklärungs- und Kontrollflugzeuge werden für eine Überwachung der Flugverbotszone benötigt, die der UN-Sicherheitsrat in der Nacht zum Freitag beschlossen hat.

Westerwelle hat eine Beteiligung deutscher Soldaten an einem Libyen-Einsatz wiederholt ausgeschlossen. Für den Einsatz deutscher Soldaten auf Nato-Awacs-Flugzeugen in Afghanistan muss der Bundestag das Afghanistan-Mandat ändern.

+++11.17 Uhr: Arabische-Liga-Chef: "Nicht zu weit gehen"+++

Die UN-Resolution zu Libyen dient nach den Worten des Vorsitzenden der Arabischen Liga dem Schutz von Zivilisten. Es gehe nicht um eine Invasion, sagte Amr Mussa der Nachrichtenagentur Reuters. Keine Seite sollte "zu weit gehen".

+++9.28 Uhr: Gaddafi-Truppen beschießen Misrata+++

Die Streitkräfte des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi beschießen einem Medienbericht zufolge die im Westen des Landes liegende Stadt Misrata mit schweren Waffen. "Seit heute Morgen gibt es schweren Beschuss", sagte ein Aufständischer am Freitag in der im Westen des Landes gelegenen Stadt der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon. "Es ist der bislang schwerste Beschuss." Im Hintergrund war Artillerie zu hören. Der Fernsehsender Al Arabija berichtete, vier Menschen seien am Morgen getötet und 70 verletzt worden. Mehrere Moscheen, Schulen und Wohnhäuser seien durch den Angriff beschädigt worden.

+++8.48 Uhr: Vorbereitungen auf den Luftschlag+++

Die USA, Frankreich und Großbritannien rüsteten sich für den Militäreinsatz gegen die Gaddafi-treuen Truppen. Frankreich habe die Forderungen nach einem Eingriffen angeführt und stimme natürlich einer militärischen Intervention zu, sagte der Sprecher der französischen Regierung, Francois Baroin, dem Hörfunksender RTL. "Der Einsatz wird bald stattfinden." Auf die Frage, welcher Art der Einsatz sei, antwortete Baroin, Frankreich werde sich daran beteiligen, die Aufständischen zu unterstützen. Es gehe nicht um eine Besetzung des Landes. Auch Norwegen kündigte an, sich an einem möglichen Militäreinsatz zu beteiligen. In französischen Diplomatenkreisen hatte es vor dem Beschluss des Sicherheitsrates geheißen, Großbritannien, die USA und ein oder mehrere arabische Staaten könnten sich an der Militäraktion beteiligen. In US-Militärkreisen hieß es, dass seitens der USA nicht unmittelbar ein Eingreifen zu erwarten sei.

ukl/tkr/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters